Ignatia amara Anhang

 

[Tanja Hofmann]

Psychisches Arzneimittelbild - akut und chronisch

Ignatiusbohnen - sowohl im Aussehen als auch in der Härte Kieselsteinen sehr ähnlich.

Die Ignatiusbohne zählt zu unseren „Akutarzneien“ und hat sich einen legendären Ruf als akute Kummerarznei erarbeitet. Wenn immer ein hysterischer, mit Weinen und Klagen verbundener Zusammenbruch das Leiden ist, kann Ignatia zumindest eine lindernde Wirkung ausüben: Die mit diesem Zustand verbundene „Wahnidee, alles sei vorbei“, das Leben sei also nicht mehr lebenswert, verliert durch eine Akutgabe von Ignatia schnell ihre Basis.

Die akuten Ignatia-Gefühlsausbrüche sind charakteristisch: Neben dem Weinen und dem Klagen fällt die Unfähigkeit auf, in ganzen Sätzen zu sprechen.

Worte werden verschluckt, die Stimme ist zittrig. Ignatia kämpft in diesem Zustand um die Rückgewinnung der Selbstkontrolle, die sie so lange aufrechterhalten hat. Wir sehen einen eindrucksvollen, schnellen Wechsel zwischen der Rückerlangung der Selbstkontrolle mit Ruhe und Gelassenheit und einem plötzlich wiederkehrenden Zusammenbruch mit Weinen, Schluchzen und Anklagen.

Das Anklagen ist wichtig; Ignatia glaubt, sie sei betrogen oder getäuscht worden. Diese Wahnidee zählt zu den Leitrubriken von Ignatia. In der Rubrik

„Wahnidee, hat Unrecht erlitten“ ist Ignatia nicht vertreten, denn Ignatia fühlt nicht nur erlittenes Unrecht, sondern sie fühlt den Betrug. In den kleinen Rubriken „Beschwerden durch Betrogenwerden“ und „Kummer durch Betrug/Täuschung“ ist Ignatia mit jeweils 4 Punkten vertreten.

Wo Täuschung ist, findet man oft auch Selbsttäuschung. Ignatia zählt zu den Meistern der Selbsttäuschung. Ziel der Selbsttäuschung sind zwei für Ignatia immanent wichtige Lebensentwürfe: Erstens ist Ignatia ihre gesellschaftliche Position sehr wichtig. Sie tut viel dafür, eine (gefühlt) hohe Position zu halten: „Furcht um seine gesellschaftliche Stellung“ und „Verzweiflung in Bezug auf seine gesellschaftliche Stellung“ sind die Rubriken, die Anwendung finden.

Nicht vertreten ist Ignatia in den einschlägigen Rubriken, die die „Wahnidee von eigener Großartigkeit“ zum Inhalt haben (z. B. Wahnidee, sei adlig; sei eine hochgestellte Persönlichkeit; sei vornehm). Ignatia übt in der Selbstdarstellung nach außen Zurückhaltung. Zweitens ist Ignatia auf der Suche nach Bindung,

wobei sie hier immer im Konflikt mit dem Wunsch nach Eigenständigkeit steht.

Den exorbitant großen Wunsch nach Bindung sehen wir in den Rubriken:

- Wahnidee ist schwanger - nach Menses

- Wahnidee sie wäre schwanger mit Auftreibung des Abdomens durch Flatus

- Traurigkeit während der Entbindung

- Kummer/Trauer während der Entbindung

- Kummer/Trauer nach dem Verlust von Gegenständen

- Wahnidee ist verheiratet

Einige Kollegen interpretieren die oben genannte Rubriken als folgt, dass sie die eingebildete Schwangerschaft mit der Idee gleichsetzen, aus eigener Kraft etwas Fruchtbares produzieren zu können: Es sei für Ignatia in Bezug auf ihre soziale Stellung wichtig, eine große Leistung zu erbringen.

Die Rubrik „Trauer nach dem Verlust von Gegenständen“ zeigt uns jedoch, dass Ignatia sich emotional auch an Sachobjekte bindet, und die Rubrik „Wahnidee ist verheiratet“ deutet ebenfalls in die Richtung, dass Ignatia eine feste emotionale Bindung wünscht und dazu neigt, illusionäre Gedanken zu hegen. Als Beispiel hierzu seien die weiblichen Teenager genannt, die aus ihrem Zimmer einen Anbetungsschrein für ihren Star basteln. Überall hängen seine Fotos und Plakate, sie bauen ihr Leben um diesen Star herum auf. Auf dem Konzert des Stars brechen sie dann letztlich Ignatia typisch zusammen: hysterisch schluchzend und völlig „außer Fassung“.

Den Wunsch nach Eigenständigkeit sehen wir in der interessanten Rubrik: „Furcht vor Invalidität“: Nur Ignatia ist vertreten. Wer invalide ist, kann nicht mehr für sich sorgen. Er ist abhängig. Weiterhin fehlt Ignatia in den Rubriken: Klammert sich an / Verlangen, gehalten zu werden. 1wertig ist Ignatia genannt in:

Verlangen, getragen zu werden, aber dieses Verlangen sehen wir nur während des akuten Zusammenbruchs: Völlig außer sich ruft sie ihre besten Freundinnen an, um ein wenig Halt und Unterstützung zu bekommen, doch einige Stunden später ist dieser „Spuk“ auch schon wieder vorbei, Ignatia hat ihre Fassung  wiedererlangt, und das hochakute Bild von Hysterie ist einer bemerkenswerten Selbstkontrolle gewichen.

Es mag sein, dass diese Selbstkontrolle dazu führt, dass wir Ignatia nicht im Kopf haben, wenn uns die Patienten in diesem kompensierten Stadium begegnen.

Ich selbst habe über chronisches Ignatia viel gelernt, als ich einer kleinen 5jährigen Patientin diese Arznei wegen trockenen Hautflechten, Warzen, nächtlicher Enuresis (Einnässen) und der Unfähigkeit, mit gleichaltrigen Kindern entspannt zu spielen, verschrieben habe.

Meine kleine Patientin erhielt von mir zunächst Kali-c. Sie war ein Mädchen, das eher schweigsam war und insbesondere durch ihre wählerische Art aus dem Rahmen fiel.

Zunächst war sie nicht geneigt, mit mir zu sprechen; ihre Antworten fielen sehr einsilbig aus.

Doch nach einer Weile taute sie auf, und zu den nächsten Besuchen in meiner Praxis brachte sie mir immer ihr Lieblingsspielzeug mit, um es mir zu zeigen. Musste sie warten, weil ich zuerst die Anamnese für ihre Mutter und ihre Schwester durchführte, zog sie sich zurück und begann, sich intensiv mit ihrem Spielzeug zu beschäftigen. Niemals versuchte sie, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Ihre Mutter erzählte, dass ihre Tochter kaum mit gleichaltrigen Mädchen spielen würde: Sie würde ihr Spielzeug nicht teilen wollen, weil sie Angst hätte, dass das andere Kind das Spielzeug nicht mit ähnlicher Sorgfalt behandeln würde wie sie. Die Konsequenz - nämlich, dass die Kinder schnell kein Interesse mehr am Spielen mit meiner Patientin hatten - nahm sie in Kauf. Als sie eingeschult wurde, zeigte sich schließlich ihr versteckter Ehrgeiz: Auf eine stille, aber äußert konsequente Art arbeitete sie daran, der Liebling der Lehrerin zu werden.

Sie reagierte schnell mit Eifersucht, wenn ein anderes Kind ähnlich gute Leistungen zeigte, und wurde hierdurch animiert, noch besser zu sein.

Kali-c. zeigte bereits einen guten Erfolg auf die Haut, und meine kleine Patientin begann, sich anderen Kindern mehr zu öffnen. Auch das Einnässen nahm deutlich ab, doch eine umfassende Heilung brachte diese Arznei nicht. Schließlich berichtete mir die Mutter von einem akuten Zusammenbruch ihrer Tochter, der durch eine Rüge der Lehrerin ausgelöst worden ist: Völlig aufgelöst kam sie nach Hause, und die zuvor so geliebte Lehrerin war nun „gemein und doof“, und „ich werde nie wieder etwas für sie tun!“

Ignatia ist gemeinsam mit Hyos. in der Rubrik „Eifersucht durch die Geburt eines Geschwisterchens“ vertreten. Während Hyos. jedoch mit ungezügelter Aggression reagiert, versucht das Ignatiakind, die Selbstkontrolle zu behalten: Schließlich möchte es seine „soziale Stellung“ nicht verlieren.

H. sah nur eine kurze Wirkdauer der Ignatiusbohne. Er schreibt in der „Reinen Arzneimittellehre“: Gewöhnlich läuft ihre Wirkungsdauer binnen wenigen Tagen ab; doch gibt es Körperconstitutionen und Zustände, wo sie keine Ausleerung erregen kann, und da habe ich ihre Wirkung zuweilen auf neun Tage anhalten gesehen. Sie eignet sich nur in wenigen Fällen für chronische Uebel, und höchstens nur unter Zwischengebrauch einer andern, zunächst dienlichsten Arznei von dauerhafterer Wirkung.

Bis heute hält sich die Vorstellung, dass Ignatia das „akute Natrium muriaticum“ sei. Auch Nat-m. hat hochakute, hysterische Zustände?, und Ignatia ist eines der Mittel, das man bei stillen, schüchternen, schamhaften Menschen in Erwägung ziehen muss, die auf eine unauffällige, aber hartnäckige Art bemüht sind, dazuzugehören.

Gemeinsam mit seinem botanischen Brechnuss-Verwandten Nux vomica ist Ignatia die Arznei, die die meisten Treffer in den Rubriken „Beschwerden durch“ und „Empfindlich auf“ hat. Wir finden bei Ignatia also eine hohe pathologische Reaktivität. Dies liegt an den beiden hochgiftigen Alkaloiden Strychnin und Brucin:

Strychnin ist ein Krampfgift, das im Rückenmark wirkt. Es bindet an die Zellrezeptoren des Neurotransmitters Glycin. (Glycin ist u.a. in hoher Konzentration in Hähnchenfleisch und Hühnereiern vorhanden; vielleicht wird hierdurch das Ignatia-Symptom: „Furcht vor Hühnern“ erklärt.) Glycin wirkt hemmend auf die Muskelaktivität. Da Strychnin Glycin verdrängt, kommt es unter einer Strychninvergiftung zu extremen Muskelkrämpfen. Wir finden also eine Art „harte Starre“ im akuten Ignatiazustand. Diese Starre oder Härte ist nur auf den Körper beschränkt. Die Krämpfe werden durch äußere optische, akustische und taktile Reize verstärkt - was wir in der Homöopathie in den Rubriken „Beschwerden durch/Empfindlich auf“ gut nachvollziehen können.

Auszug aus den wichtigsten Ignatia-Geistes-und-Gemüts-Rubriken:

1. Wunsch nach Bindung

- Wahnidee ist schwanger - nach den Menses - 2 (1)

- Wahnidee sei schwanger mit Auftreibung des Abdomens durch Flatus - 1 (3)

- Traurigkeit während der Entbindung - 2 (9)

- Kummer/Trauer während der Entbindung - 1 (1)

- Kummer/Trauer nach dem Verlust von Gegenständen - 3 (2)

- Wahnidee ist verheiratet - 1 (1)

- Beschwerden durch enttäuschte Liebe - 4 (57)

- Eifersucht durch die Geburt eines Geschwisterchens - 1 (2)

2. Reaktion (Handeln, Denken, Fühlen) auf Ent-Bindung und auf Verlust der sozialen Stellung

- Schreien um Hilfe - 2 (10)

- Furcht, vergiftet zu werden - 1 (38)

- Wahnidee, er würde verfolgt - 1 (65)

- Beschwerden durch betrogene Freundschaft - 1 (10)

- Wahnidee, er sei betrogen/getäuscht worden - 2 (12)

- Heftig, vehement - 1 (134) / sollte eine höhere Wertigkeit erhalten!

- Schlagen - 2 (97)

- Streitsüchtig - 3 (222)

- Außer Fassung gebracht - 1 (4)

- Verbittert - 1 (20)

- Traurigkeit durch Zorn - 1 (9)

- Milde - erträgt Leiden, sogar Gewalttaten, ohne Klage - 1 (1)

- Reue - 2 (92)

- Schamhaft, große Scham - 2 (7)

- Wahnidee, alles ist verloren - 1 (1)

- Wahnidee, er sei verdammt - 2 (25) … mit Weinen und Rasen - 1 (1)

- Herausfordernd - 2 (41)

- Verwegenheit - 3 (50)

- Vergisst alles bis auf die Träume - 1 (1)

3. Auslöser / Situation

- Beschwerden durch Betrogenwerden - 4 (13)

- Kummer durch Betrug, Täuschung - 4 (12)

- Empfindlich gegen moralische Eindrücke - 1 (18)

- Moralische Erregung - 3 (7)

- Erträgt keine Ungerechtigkeit - 2 (63)

- Furcht um seine gesellschaftliche Stellung - 1 (8)

- Verzweiflung in Bezug auf seine gesellschaftliche Stellung - 1 (11)

- Wahnidee, er habe ein Verbrechen begangen - 2 (42)

- Wahnidee, sie würde kritisiert - 1 (39)

- Beschwerden durch Scham - 2 (11)

- Beschwerden durch Tadel - 2 (33)

- Furcht vor Invalidität - 1 (1)

 

[Stephanie Hile]

= the Nux-v woman. Traditionally for sudden emotional pain which remains in very sharp focus. This may due to an element of fright. Sensitve, romantic and idealist. Like Nux-v they have many fantasies. Reality does not often match up their ideals. Profound grief.

Rubrics:

    Ailments from Anger, with silent grief, or disappointed love.

    Affectionate. Amorous.

    Ailments, from bad news. Anxiety.

    Suspicious. Ailments, from jealousy.

    Aversion, women, to.

    Indignation Violent, deeds of rage, leading to. Anger, violent. Abusive, insulting.

    Fear/dread of men. Hatred of men.

    Delusions, ruined is. Suicidal thoughts.

    Anxiety, salvation, about, scruples excessive.

 

[Ulrike Sommer]

In der Wirkung auf die Psyche Nat-m-ähnlich. Beide helfen bei Kummer, zum Beispiel durch enttäuschte Liebe oder den Tod von Eltern, Freunden, Verwandten und den Beschwerden, die dadurch entstanden sind (zum Beispiel unterdrückte Menses oder Schlaflosigkeit). Beide sind im Kummer lieber allein und Trost abgeneigt < Kummer. Empfindsam, nervös, erregbar. Typisch sind widerspruchsvolle und abwechselnde Zustände, weswegen es früher mit dem Krankheitsbild der Hysterie in Verbindung gebracht wurde. Lacht bei ernsten Angelegenheiten, oder der Gemütszustand wechselt rasch (Lachen # Weinen). Auch auf körperlicher Ebene finden sich paradoxe Symptome, zum Beispiel Halsschmerz > beim Schlucken (ist dieses Symptom vorhanden, heilt Ignatia auch Mandelentzündungen); Durst nur im Fieberfrost; Brechreiz,

> Essen; Hämorrhoiden < nach dem Stuhl, > während des Stuhlgangs; Zahnschmerz < nach dem Essen, weniger schlimm essend; Husten < fortgesetztes Husten.

Erbrechen leichter Speisen, aber Speisen, wie Kohl, werden im Magen behalten; Magenleere nicht > Essen; Analprolaps, nicht gebessert, selbst wenn der Stuhl weich ist; weicher Stuhl geht schwer ab; rotes Gesicht im Fieberfrost; Durst im Fieberfrost, im Fieber durstlos; Schmerz der schnell Charakter wechselt. Die Beziehung zu rein nervösen (früher: hysterischen) Leiden zeigt auch das Symptome des Globus hystericus („Wie aufsteigenden Kloßes im Hals“). Empfindlichkeit gesteigert (äußerst empfindlich gegen Schmerzen und erträgt zum Beispiel keine Zahnbehandlung). Lachen oder Weinen bei jeder Gelegenheit. Andere Hinweise unter anderem: Häufiges Seufzen oder Schluchzen; Starke Abneigung gegen Tabak, < Symptome; Beißt sich beim Kauen oder Sprechen auf die Zunge oder die Wange.

 

Leitsymptome:

    Wechselhaft:

    Kopfschmerz erst rechts, dann links - Blutproben unterschiedlich - wechselnde Stimmung - Gesicht abwechselnd rot oder blaß.

    Widersprüchliches, Paradoxes:

    Zahnschmerzen > Kauen - Magenschmerz/Übelkeit > Essen, Leeregefühl nicht > durch Essen, Leichtverdauliches wird nicht vertragen, Schwerverdauliches gut - durstlos bei Fieber

    Krämpfe:

Epilepsie - Veitstanz (Chorea), Zuckungen - Ticks - Krämpfe in der Nacht in den Muskeln - alles kann krampfen, zucken (Augenlieder) - auch Schiefhals durch Verkrampfung - Asthma - Bronchialkrämpfe - krampfartige Magenprobleme und Menstes - Weinen, Lachen kann krampfhaft sein - Magenschmerz auch bei sehr kleinen Kindern - Krämpfe bei Kindern nach Bestrafung - nicht weinen können (Krampf auf der emotionalen Ebene)

    Neigung zur Ohnmacht:

Ohnmacht auf der seelischen Ebene - nicht in der Lage, Kummer zu überwinden oder die Probleme zu bearbeiten - Ohnmacht häufig in Kombination mit Krämpfen - Ohnmacht durch Erregung, Schock, während der Periode, von Gerüchen

Typ:

    dunkle Typen - mehr Frauen als Männer - zarte Statur - gespannte Gesichtshaut - auch große Frauen - Schambehaarung bei Frauen männlich, bei Männern umgekehrt - Gesichtsbehaarung und Damenbart

Psyche:

    Seufzen - Kloßgefühl im Hals - Druck auf der Brust - Bedürfnis, häufig nach Luft zu schnappen

Idealismuß

    sehr begabt - sehr empfindlich - intelligent - künstlerisch begabt - schnell von Begriff - neigt zur Romantik - Mensch mit vielen Qualitäten - feine Gefühle - sehr ehrgeizig - sehr gute, treue Freunde - sehr einfühlsam

    Enttäuschung

nach Trennungen - nach Kummer (stiller Kummer) - nach Nichtanerkennung - nach Schreck - nach Bestrafung - nach entzogener Liebe - beim Kind auch durch längere Trennung von der Mutter - durch Überanstrengung - zuviel Rauchen - zuviel Kaffee, zuviel Alkohol - launenhaft, reizbar, überempfindlich, hysterisch - das Problem wird total verdrängt, idealisiert - der Ex-Partner ist nicht mehr der Mann/die Frau der Enttäuschung, sondern der/die Schlimmste oder der/die Tollste der Welt (oft bei Kriegswitwen)! - das Problem (vielfach aus der Kindheit) wird völlig verdrängt - das problematische Ergebnis wird idealisiert. Der Freund ist gestorben, wird idealisiert und niemand kann ihm je wieder das Wasser reichen - auch sehr eifersüchtig - man muß aufmerksam sein - was man sagt oder tut - Schuld hat immer der andere - idealisieren oft in der positiven oder negativen Form: "Ich war mit dem nettesten/schlimmsten Menschen der Welt verheiratet/zusammen" - krampfhaftes Festhalten an Idealen, geistiges, seelisches Verkrampfen, weinen nur, wenn er alleine ist

    Härte:

bei Frauen: männlicheres Aussehen, männliche Züge - kein Interesse mehr, jemanden an sich herankommen zu lassen - kann auch Fall von sexuellem Mißbrauch sein - wachsender Flaum im Gesicht - zunehmende Körperbehaarung - barsche Antworten - verträgt keinen Widerspruch - neigt dazu, perfektionistisch zu sein - alles läuft ganz rationell - kein Platz mehr für Gefühle - Paradoxerweise ist sie in der Phase der Härte noch leicht verletzbar, leicht zu beleidigen

    Ängste:

fängt an, Ängste zu entwickeln - Angst, verrückt zu werden - Angst vor Spinnen - Angst um die Gesundheit - Angst, daß ihnen etwas zustoßen könnte - Angst vor Kleinigkeiten.

 

[Keith Souter]

The remedy of loss

Most home homoeopathic kits will have Ignatia in them, listing it as a bereavement or shock and disappointment remedy. Its use in such situations may well have converted people to homeopathy, yet it has far wider use than that. To see the wonder of this remedy’s healing action you need to understand the unique way that the individual in need of Ignatia reacts to illness or stress.

I like to think of remedy vignettes, character studies or tales that illustrate the features of a remedy. In the willow-pattern we get a pretty good idea of many of the features that indicate when Ignatia would be helpful.

The tale of two lovers

Everyone must surely have seen the world famous willow-pattern, which has been in continuous pottery and china production since it was first designed by Thomas Minton in 1799. The blue and white landscape was subsequently popularised by Josiah Spode at his Staffordshire pottery, from whence it found its way around the world, being produced by many other famous potteries and companies. There is some debate as to whether the story behind the scene is originally Chinese or merely an English invention yet, whichever is the truth, the fact is that it is a scene which is romantic, mysterious and evocative of the East. It is exotic.

The willow-pattern portrays the tale of Koong-Shee, the daughter of a wealthy mandarin, and Chang, his secretary. Koong-Shee has been promised to Ta-Jin, a wealthy warrior nobleman, but it is Chang with whom she falls in love. Inflamed with fury, the mandarin forbids her to see Chang and banishes him, at the same time locking Koong-Shee in his pagoda until the day of the wedding.

The lovers are overcome by desolation and are heartbroken at their loss. They yearn for each other. Koong-Shee alternates between pacing the pagoda and just sitting, sighing and sobbing. Her maids cannot console her and she is unpredictable and subject to mood swings. She would laugh with them or snap at them, and she would have fits of jealousy and suspicion, asking them to reassure her that Chang was not seeing someone else and that he would still love her. At times she would get so tense that she trembled, and at times she might develop twitches, so that the servants would worry lest she have a fit.

She wanted only Chang, just as he wanted her.

The two contrive to communicate by sending messages to each other by pigeon. On the night before the wedding Chang sneaks into the orchard and they plan to elope. Unfortunately, they are discovered by the mandarin, who chases them across a small bridge from the pagoda. A passing boat takes them to an island where they take refuge in a small house. Over the years the mandarin becomes consumed with anger that his daughter has run away, and jealous beyond measure because Koong-Shee has loved Chang more than he, her father. In time, he and Ta-Jin, the spurned suitor, track the two lovers down and set the house on fire, with the lovers inside. But the gods take pity on the two lovers and the next day their spirits rise, phoenix-like as two love birds who fly into the realm of everlasting happiness.

If you look at the willow-pattern you will see all of these elements, and they symbolise to me, in the character of Koong-Shee, and also in Chang, the profile of Ignatia.

Proved by H., who compared the reactions of Nux vomica with it. He felt that while it was similar in many ways, yet it “was not appropriate for those who experienced anger or violence, but that it would do service to anyone who reacted with rapid changes of mood from gaiety to weepiness, and who internalised and dwelt upon their loss.”

Romantic and sensitive

Romance and idealism are common characteristics of the Ignatia state. There may be a general tendency to see the world and relationships through rose-tinted glasses. As a result, when things go wrong and they are disappointed in something they take it personally. They are sensitive and easily offended, easily hurt. They may sleep fitfully and badly.

They may manifest sensitivity to the environment, with aversion to cigarette smoke and stuffy atmospheres. Noises and bright lights will make some symptoms worse, and they will be eased by rest away from the noise or light.

At a physical level there is a general hypersensitity. Thus there may be the development of twitches, tics, cramps and spasms. These spasms may manifest as a lump in the throat, spasm in the throat

or difficulty swallowing, even amounting to the nervous state that we refer to as globus hystericus, whereby the individual cannot swallow food. There could be a cough that feels tight and as if there is a constricting feeling in the airways. Acute back pain could flare up suddenly. Irritable bowel syndrome may develop, and it is common to experience rectal symptoms. Burning, cutting feelings, like a hot poker or a knife in the rectum, or even like a ball in the back passage may come on and seem almost impossible to live with.

There is almost always a delicate and chilly tendency. Most complaints < in the cold; and improve from sun and warmth.

Curiously, pains tend to occur in very circumscribed or well-located spots. For example headaches will be sudden and severe and feel as if a nail has been hammered into a spot, or a single part of a muscle or joint will hurt.

You can see the romantic background in the willow-pattern and the tendency to sensitivity in Koong-Shee.

Loss and yearning

The word loss almost underpins the Ignatia reaction, because they do not cope well with loss. This can be loss of anything important, such as status, a treasured possession, or something they have become attached to. The most devastating loss, however, is the loss of a loved one, be that a relative, friend, pet or lover. This will fill them with desolation. They will be aware of the empty hole that is created in their life and they may feel empty inside. They will feel genuinely heartbroken.

Ignatia may be needed when grief is prolonged, or when ailments start following a bereavement, a relationship breakdown, or some other important loss. They get love­sick. They can also feel upset if they feel that they have failed someone, as if they have failed in their duty. They will dwell on this and agonise about it.

They are prone to jealousy, which can become so severe that it will rise all of a sudden to ruin their equanimity. It can create turbulence in an affair or relationship.

In the typical Ignatia reaction there is a tendency to yearn for the thing that is lost. The person will not often talk about their loss or about how they are feeling, but they will agonise and yearn for the lost person or thing. They will not tell people about it, but they will in a way expect them to know.

Again, you can see the essence of Ignatia in the willow-pattern: a thwarted love affair, the overwhelming sense of loss and the tendency to produce twitches and spasms of one sort or another.

A further analogy with the willow-pattern is the tendency to feel blue, so blue that the whole of life is blue and desolate, lacking in colour. There is a tendency to brood, to seem to wallow in their blues.

Sitting, sobbing and sighing

The Ignatia reaction characteristically shows the three “S” symptoms. They sit around because they cannot motivate themselves; they sob and they sigh. They say to themselves that there is no point, that it is “so unfair” and they despair. Their sighing is uncontrollable and is apparent to friends and family.

Paradoxical reactions

Many books talk about Ignatia being indicated for hysteria. Well, it is and it isn’t. It may seem as if the person is out of control, but it is in fact the rapid change, the mood swings that account for the so-called hysterical reaction. The individual may react to news with laughter, making a joke of the situation and then, almost instantly, they would change and dissolve into tears. The unpredictability and changeability can be so severe as to make them seem rude, or quarrelsome. Yet they are not violent or physical.

People being sympathetic will tend to make them feel worse, as would being engaged in conversation. Indeed, James Tyler Kent said that sometimes “there is nothing you can say that will please” the Ignatia person.

Their reactions to physical symptoms would also tend to be paradoxical, or unusual. For example an inflamed joint might be better for pressure, or a sore throat be eased by gargling with breadcrumbs.

Desire to travel

The trip by boat is the clue in the willow-pattern. Symptoms get better when they travel, as if the motion makes them leave the symptoms behind.

The birds

The romantic picture of the birds enjoying eternal happiness is another interesting paradox in the willow-pattern, for the Ignatia type of person is often unaccountably afraid of birds.

And ever after?

Does Ignatia allow the individual to enjoy life afterwards? If it does, then it has been a well chosen remedy. But if, as Kent says, the condition occurs again and again and threatens to become chronic, then Nat-m., the so-called chronic of Ignatia will often finish the cure.

Sometimes, however, the individual only partially picks up and the reaction turns into one of continued low spirits, coupled with a feeling of indifference to everyone around them. They may want to just get in the car and drive away regardless of what happens to their loved ones. For them, Sepia may be the most apt and will possibly bring about marked improvement.

 

 

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