Kritik am Kritik

 

[Prof. Wallach]

zur Person

Portrait Harald WalachIch habe Psychologie und Philosophie parallel studiert (von 1978-1984, mit einem Auslandsjahr in Philosophie am University College London; siehe auch meinen Lebenslauf: Curriculum Vitae Prof. Harald Walach →).

Schon während meines Studiums haben mich zwei Dinge beschäftigt und mich seither nicht mehr losgelassen: Was genau ist „Heilung“’? Wie ist das Verhältnis von äusserer Empirie, wissenschaftlicher Erfahrung also, und innerer Erfahrung, also persönlicher, individueller Erfahrung? Anders ausgedrückt: Was ist das Verhältnis von Einzelnem und Allgemeinem, Persönlichem und Öffentlichem? Wer sich mit Philosophie beschäftigt hat, wird unschwer sehen, dass dies seit Aristoteles zentrale und bisher auch ungelöste Fragen sind.

Die Frage nach Heilung und wie sie zustande kommt hat mich relativ rasch zur Homöopathie und später im weiteren Sinne zur Komplementärmedizin geführt. Denn hier wird Heilung vor allem als Selbstheilung verstanden, also als Anstoss, der dem Organismus helfen soll, sich selber zu heilen. Das habe ich immer sehr spannend gefunden, sowohl vom wissenschaftlichen, als auch vom gesellschaftlich-ökonomischen Standpunkt aus.

Im Laufe der Zeit sind neue Themen hinzugekommen: mich hat, ausgehend von meiner Grundfrage, die Frage nach dem Leib-Seele Problem beschäftigt, die Frage, wie man innere Erfahrung verstehen muss. Eine bestimmte Sparte innerer Erfahrungen sind spirituelle oder mystische Erfahrungen, die ich ebenfalls extrem interessant finde. Auf diesem Hintergrund ist meine historische Arbeit und die Übersetzung des Kartäusermystikers Hugo de Balma zu verstehen, meine zweite Doktorarbeit im Fachbereich Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte. Parallel und wenn ich dazu Zeit habe, arbeite ich daran weiter. Mich interessieren dabei die historischen Zusammenhänge und die Person des Autors. Ein anderes Projekt auf diesem Hintergrund ist die Frage, ob Brentanos Idee, Psychologie auf der systematischen Erfahrung des Bewusstseins zu begründen, eventuell mit anderer Systematik möglich ist. Diese Frage verfolgen derzeit vor allem Doktoranden und Post-Doktoranden. Unsere Arbeit zum Thema Spiritualität – wie sie zu verstehen ist, welche Beziehungen zu Heilung und Gesundheit bestehen – sind auf diesem Hintergrund einzuordnen.

In meinen laufenden Projekten → befasse ich mich mit der Frage, ob es möglich ist eine Prävention von Demenz → über eine weitreichende Veränderung des Lebensstils zu erreichen. Wir untersuchen den Wert von Achtsamkeit → und auf ihr beruhender Interventionen, derzeit vor allem in der Ausbildung. Auf dem Weg zu einem Verständnis der Heilungsprozesse sind Placebo-Effekte bzw. die Semiotik therapeutischer Prozesse von grosser Bedeutung. Ausserdem frage ich mich schon lange, ob es denkbar und sinnvoll ist, eine Theorie von Ganzheit zu entwickeln, in der nichtlokale Prozesse einen systematischen theoretischen Ort haben. Unsere Arbeit an einer Generalisierung der Quantentheorie → findet in diesem Kontext statt.

 

    29. Februar 2016

    Veröffentlicht in: Forschung, Wissenschaft

Die Wiederentdeckung des Rades macht es selten runder - Homöopathiekritik geht in eine neue Runde

Homöopathiekritik ist so alt wie die Homöopathie selbst. Sie dreht sich im Kreis wie ein Rad und tut bei jeder neuen Runde so als hätte sie sich ganz neu erfunden: das Rad sei jetzt runder, die Kritik daher wichtiger, neuer und auch diesmal wieder endgültig. Das wird sich weiter so wiederholen, bis entweder Ärzte und Patienten aufhören sich dafür zu interessieren, bis man die Homöopathie als wissenschaftliche Anomalie gewürdigt hat, oder bis vielleicht die Wissenschaft beweisen und verstehen kann, wie sie funktioniert.

Historisches Bewusstsein

Mir scheint ein solides historisches Bewusstsein ist in jeder Hinsicht hilfreich, aber vor allem hier. Als Hahnemann die Homöopathie 1796 mit seinem Aufsatz über die Auffindung eines neuen Heilprinzips ins Leben ruft, dauert es nicht lange bis er u.a. von der Leipziger Fakultät heftigsten Gegenwind erhält. Das wird sein ganzes Leben so weitergehen. Ändert es etwas am damaligen Siegeszug der Homöopathie? Nein, nicht im Geringsten. Im Gegenteil. Es führt allenfalls dazu, dass die Homöopathie bekannter wird. Was steckt hinter dem Siegeszug? Vor allem therapeutische Erfolge bei einigen wichtigen, gesellschaftlich hochrangigen Patienten. (http://englishhistoryauthors.blogspot.de/2014/01/the-royal-medicine-monarchs-longtime.html)

Bekannt geworden sind spektakuläre Fälle wie der des Marschalls Radetzky, der von einem Schüler Hahnemanns geheilt wurde oder Fürst Schwarzenberg oder der Geiger Paganini, der an peinlichem Priapismus -einer unerwünschten und schmerzhaften Dauererektion litt- und sich ebenfalls homöopathisch behandeln ließ.

Ihren eigentlichen Siegeszug trat die Homöopathie an, weil sie in den Epidemien des 19. Jahrhunderts erfolgreicher war als die konventionelle Medizin. Während bekennende Homöopathen davon ausgehen, dass es die Kügelchen waren, die den Ausschlag gaben ist mittlerweile historisch gesehen ziemlich klar: in erster Linie die Tatsache, dass Homöopathen keine schädigenden Interventionen vornahmen, also keine Aderlässe durchführten und den Patienten nicht verbaten zu trinken, war für den Erfolg der homöopathischen Therapie verantwortlich. Das zeigt sich auch deutlich in der neuen Studie in Peru, die keinen Effekt der homöopathischen Kügelchen zeigen konnte, heute, da man selbstverständlich keine Aderlässe und keine Trinkverbote mehr einsetzt.

Lektion Nummer 1: Homöopathie hat sich klinisch in der Geschichte durchgesetzt, weil sie weniger invasiv und schädigend vorging als die konventionelle Behandlung und deshalb wirksamer war. Und solange in der konventionellen Medizin Behandlungen angewandt werden, von denen Patienten keinen Nutzen verspüren oder die starke Nebenwirkungen haben, werden sie bei der Homöopathie nach Alternativen Ausschau halten. Dass Nebenwirkungen konventioneller Medikamente auch heute und aktuell ein Problem sind, belegen die Texte von Gøtzsche.

Eine zweite historische Kuriosität: zu der Zeit, als Hahnemann seine Homöopathie entwickelte, war diese zuerst eine Arme-Leute Medizin. Die Intellektuellen, Aufgeklärten und wissenschaftlich Denkenden hingen einer ganz anderen und viel weiter verbreiteten Lehre an, dem Brownianismus. Dies war eine aus Schottland stammende Theorie, die rein rational vorging, Krankheiten in bestimmte Kategorien einteilte und dementsprechende Ratschläge und Therapien im Gepäck hatte. Große Geister der damaligen Zeit -Schelling und andere- waren Anhänger Browns und seiner Lehre. Warum ist der Brownianismus ausgestorben, nicht aber die Homöopathie? Die Antwort ist einfach: Brownianismus hat nicht funktioniert. Die Homöopathie schon. Zumindest in der Wahrnehmung derer, die sie in Anspruch nahmen.

Die Homöopathie erlebte zunächst in den USA einen unglaublichen Aufschwung. Schulen und Colleges entstanden, zu Hunderten, die Medizin im homöopathischen Sinne unterrichteten. Dem setzte der Bericht Flexners ein Ende und die Tatsache, dass die American Medical Association ihren Mitgliedern verbot, homöopathisch tätig zu sein. Die homöopathischen Schulen mussten bis auf wenige zusperren, die Homöopathie verschwand zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständig von der Bildfläche. In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts tauchte sie plötzlich aus dem Dornröschenschlaf wieder auf: Therapeuten begannen wieder zu arbeiten, Patienten nahmen wieder Homöopathie in Anspruch. Warum? Im Land mit der am meisten hochgerüsteten modernen Medizin? Trotz der Widerstände des medizinischen Establishments?

Die globale Perspektive

In Indien (und in großen Teilen Südamerikas) gehört die Homöopathie zum System. In Indien sind etwa 13% aller Ärzte (wohlgemerkt: Ärzte, nicht Heilpraktiker) homöopathische Ärzte und die Homöopathie wird dort, zusammen mit Ayurveda, Yoga, Siddhi und Unani zu den indigenen therapeutischen Richtungen gezählt, die eine eigene Behörde im Range eines Ministeriums haben, AYUSH (das Akronym bedeutet Ayurveda, Yoga, Unani, Siddhi, Homeopathy). Ich habe mir vor Zeiten auf Einladung eines dortigen homöopathischen Arztes dessen Praxis und Akten von Behandlungen durchgesehen. Homöopathie ist dort die Medizin der kleinen Leute (weil billiger), und homöopathische Ärzte behandeln dort –erfolgreich- schwere Krankheiten mit ihren Kügelchen. Dass in dieser Kultur die Ausstrahlung, die Intention, die wahrgenommene Wirkmächtigkeit des Therapeuten noch eine ganz andere Rolle spielt als bei uns, ist selbstverständlich klar.

Lektion Nummer 2: Die Homöopathie hat sich historisch immer wieder behauptet – gegen Anfeindungen und aktive Versuche der Unterdrückung. Ich wüsste kein anderes therapeutisches System, dem das gelungen wäre bzw. das so zählebig ist im Angesicht heftiger Widerstände. Muss man daraus nicht schließen, dass es damit etwas Spezielles auf sich hat?

Die neue Runde

Immer wieder will man die Debatte beenden, ein für alle Male. Einmal per ordre mufti, von oben, weil irgendein selbst ernannter Wissenschaftspapst in der Presse oder in der Wissenschaft das so für richtig hält. Vor Zeiten waren es die Mainstream-Medien. Eine Redakteurin des Spiegels hatte einmal auf einem Podium, auf dem ich auch saß, vor Fachjournalisten gesagt: „Die Homöopathie gehört in die Wissenschaftsgeschichte und meine Aufgabe ist es, sie dorthin zu befördern“ nicht sehend, dass die einzige Instanz, die irgendwas in die Geschichte befördern kann diese selbst ist. Jetzt ist es

-wieder einmal- ein Skeptikerverein, befeuert durch einige Menschen, die offenbar schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dass es die auch gibt, sollte Homöopathen Anlass zur Selbstkritik sein.

Das Rad dreht sich also wieder mal. Man verweist auf den australischen Homöopathiereport vom Sommer, der bei allen systematischen Reviews nichts Nennenswertes gefunden hat. Man verweist auf Schmackes neues Buch. Diesem stellen Kenner sowohl von Schmackes anderen Arbeiten als auch der Homöopathie in einer Rezension ein wenig löbliches Zeugnis aus. Manche zitieren auch Weymayr, der mit seinem Konzept der „Szientabilität“ gleich die Forschung zur Homöopathie verboten sehen will. Dass dies ein unhaltbares Konzept ohne einen Schatten wissenschaftstheoretischer Fundierung ist, wird oft übersehen. Schmacke hat ja immerhin extrem spannende Daten in Interviews mit Homöopathie-Patienten zu Tage gefördert. Patienten, so sieht man, gehen zu homöopathischen Ärzten, weil sie dort gesehen werden, sich verstanden fühlen und weil der Doktor sich Zeit nimmt. Eine nicht ganz falsche Folgerung wäre: warum kann man das nicht einfach allen Allgemeinärzten beibringen? Der Markt für die Homöopathie müsste dann ja austrocknen.

Die ultimative Studie, das hier nur am Rande, wäre: man bildet Ärzte komplett homöopathisch aus. Sie führen gute homöopathische Anamnesen durch. Die eine Gruppe verordnet daraufhin Homöopathika, die andere macht das, was ein Allgemeinmediziner halt so tut, je nach Problem ein konventionelles Medikament verschreiben, Physiotherapie, einen guten Rat mitgeben, eine Laborabklärung vornehmen, eine Überweisung schreiben, irgend so was. Und wir schauen dann nach einem Jahr, wie sich der Gesundheitszustand der Patienten und die durch sie verursachten Kosten entwickeln. Man könnte eine dritte Gruppe mitlaufen lassen, die ganz normal, nach allen Regeln der modernen medizinischen Kunst, ohne homöopathisches Brimborium verarztet wird. Dann wüssten wir nämlich, ob die Vermutung von Schmacke und anderen stimmt, dass es „eigentlich“ nur die psychotherapeutische Komponente ist, die im homöopathischen Erstinterview steckt und daher Homöopathie in Tat und Wahrheit Etikettenschwindel ist, der vorgaukelt, ein Pharmakon zu verabreichen, wo es doch bloß eine schickere Form des Placebos ist.

Nochmal am Rande: auch konventionelle Ärzte verordnen ziemlich oft Placebos, ohne diese so zu benennen. Weniger als die Hälfte aller Internisten, weniger als ein Viertel der Allgemeinmediziner und ein bisschen mehr als die Hälfte aller Orthopäden verwenden ausschliesslich spezifische, nie unspezifische Medikamente, wie eine repräsentative Befragung in Deutschland ergeben hat.

Alle anderen verwenden mehr oder weniger häufig Placebos oder was sie dafür halten.

Hier ist es also wieder, das definitive Totschlagargument: ist doch alles nur Placebo! Mal abgesehen davon, dass diese Aussage höchstwahrscheinlich falsch ist, könnte man drauf antworten: „na und?“ Aber der Reihe nach.

Homöopathie nur Placebo?

Man muss nämlich unterscheiden zwischen drei Typen von Aussagen:

1) Die eine Aussage behauptet, es wurde bislang noch kein zwingender, robuster Unterschied zwischen Homöopathie und Placebo gefunden.

2) Die zweite Aussage konstruiert daraus: es ist belegt, dass Homöopathie Placebo ist.

3) Die dritte Aussage macht daraus: daher ist Homöopathie untauglich.

Einen vierten Typ von Aussage, der von Homöopathiegläubigen gerne bemüht wird, lasse ich weg, weil ich sie für falsch halte:

4) Homöopathie hat wissenschaftlich bewiesen, dass sie von Placebo verschieden ist (und es ist nur allen möglichen menschlichen und Machtfaktoren geschuldet, dass sich dieses Wissen

nicht durchsetzt).

Aussage 1 halte ich für diejenige, die den momentanen Stand unseres Wissens am besten wiedergibt. Daraus 2 und 3 zu machen, ist aus meiner Sicht wissenschaftlich unsauber und ethisch unredlich. Denn auch 1 ist durchaus strittig. Es gibt Belege in die eine und in die andere Richtung.

Einige Hinweise

Hinweis Nr. 1 – Homöopathie und Placebo sind unterscheidbar

Jüngst hat eine Arbeitsgruppe, die sich über Jahre sehr viel Mühe gemacht hat und nach einem vorab publizierten Protokoll gearbeitet und mit äußerster Genauigkeit Studien meta-analysiert hat, einen zwar kleinen, aber hoch signifikanten Effekt homöopathischer, individueller Therapie gegen Placebo gefunden. Sie nahmen 32 randomisierte, placebo-kontrollierte Studien in ihre Analyse auf, die insgesamt 24 verschiedene Krankheiten untersuchten und fanden eine signifikante Effektstärke mit einer Odds Ratio von 1.53. Homöopathisch behandelte Patienten hatten also eine um 53% höhere Chance geheilt zu werden oder eine Besserung zu erleben, als mit Placebo behandelte. Bei den drei methodisch besten Studien war die Odds Ratio mit 1.98 sogar höher; die Chance war hier 98% höher, geheilt zu werden. In einer neueren Publikation können die Autoren zeigen, dass diese Daten nicht von der methodischen Güte oder der Modellvalidität abhängen, also nicht davon, wie gut die Homöopathie in der Studie umgesetzt wurde. Das ist deswegen wichtig, weil man den Homöopathiestudien gerne von beiden Seiten vorhält, sie seien nicht sonderlich gut, was im Übrigen falsch ist, wie schon Shang und Kollegen bemerkten.

Wenn es nun nach konventionellen Gesichtspunkten ginge, müsste man dieses Ergebnis genauso ernst nehmen wie das von Studien über andere Medikamente. Die Effektgrößen sind vergleichbar mit manchen konventionellen Substanzen. Die Studien sind sehr gut. Sie sind nicht beliebig ausgewählt sondern nach einem strikten Protokoll. „Wo ist das Problem?“ könnte man fragen. Ganz einfach: das Problem besteht darin, dass wir nicht den blassesten Schimmer haben, wie wir uns eine solche mögliche Wirkung vorstellen sollen. Ich komme gleich noch dazu, aber dieses Problem gilt es zu vermerken.

An dieser Stelle wird von Homöopathiekritikern gern auf die ältere und größere Meta-Analyse von Shang und Kollegen verwiesen [16], die zum Schluss kam, Homöopathie und Placebo sei ununterscheidbar. Diese Analyse war aus verschiedenen Gründen, die ich bereits in früheren Blogs ausführlich diskutiert habe, methodisch nicht sauber und die Publikation in Lancet verletzte eigentlich die von der Zeitschrift selber gesetzten Standards. Ihre Ergebnisse sind abhängig von der Anzahl von Studien, die in die Analyse eingehen und für die aktuell verwendete Anzahl von Studien haben die Autoren nie eine gute und stichhaltige Begründung geliefert (außer der naheliegenden, dass dies die Zahl ist, mit der die Analyse negativ wird, aber diese Begründung haben sie natürlich nicht öffentlich geliefert).

Die Analyse von Mathie war die Antwort auf Shang, daher ist sie die Analyse, die jetzt den aktuellen Stand repräsentiert.

Das Problem, das ich in meinen Methodenblogs schon verschiedentlich erwähnt habe, ist folgendes: die konventionell verwendete Statistik, auch die in dieser Analyse verwendete Statistik, setzt eigentlich ein inneres Gleichgewicht voraus. Das meint: ein unvoreingenommener Betrachter hat keine Vormeinung in die eine oder andere Richtung, oder eine apriori-Wahrscheinlichkeit von 50%, dass der Effekt vorkommt oder nicht vorkommt. Das ist aber fast nie, und hier ganz sicher nicht der Fall. Daher müsste man eigentlich eine Bayessche Analyse durchführen, bei der man die apriori-Wahrscheinlichkeit spezifiziert. Und setzt man die, wie bei Kritikern der Fall, relativ niedrig an, dann müsste man vermutlich eine wesentlich höhere Signifikanz erzeugen, damit Kritiker überzeugt würden. Daher kann man allenfalls davon ausgehen, dass es einen Hinweis darauf gibt, dass Homöopathie und Placebo verschieden sind.

Hinweis Nr. 2 – Arzneimittelprüfungen

Ich habe eine ganze Reihe homöopathischer Arzneimittelprüfungen gemacht. Das sind Experimente an gesunden Freiwilligen, die homöopathische Substanzen in der C30, also einer Verdünnung die 30x im Verhältnis 1:100 verdünnt wurde, einnehmen und die Symptome notieren, die sie dabei erleben. Die Experimente waren alle dreifach verblindet und mit Placebo kontrolliert. Bei den neueren habe ich mir eine Methodik ausgedacht, die das Spezifische der Arznei erfasst – Details lasse ich jetzt weg. Alle diese neueren Studien haben gezeigt, dass homöopathische Substanzen mehr spezifische und für sie typische Symptome erzeugen als Placebo. Wir haben insgesamt vier solcher Studien gemacht, zwei Pilotstudien und zwei finale Studien. Die Pilotstudien zeigen eindeutige Tendenzen, die finalen Studien bestätigen diese Beobachtungen. Jetzt müssten andere die Daten replizieren. Allerdings muss man fairerweise sagen: nicht immer ist das Bild so eindeutig. Manchmal tauchen auch mehr arzneimitteltypische Symptome in der Placebogruppe auf, wie mein Kollege Teut in seinen Untersuchungen gesehen hat und wie wir in unserer neueren Zusammenstellung zeigen.

Ich will das Problem an einem Bild skizzieren, das ich von Francis Beauvais übernehme:

Stellen wir uns vor, auf der Bühne ist ein Zauberer, der vier leere Käfige vor sich hat, die er alle mit undurchsichtigen Tüchern bedeckt. Sein Trick besteht darin, in einem der Käfige, sagen wir, einen Papagei, erscheinen zu lassen und vorher zu sagen, wo der auftaucht. Beim ersten Mal schlägt er mit dem Zauberstab auf Käfig A, zieht das Tuch weg, und, trara, da ist der Papagei. Applaus. Beim zweiten Mal schlägt er auf Käfig D, zieht das Tuch weg, und wieder ist der Papagei drin. Beim dritten Mal schlägt er auf Käfig C, zieht das Tuch weg und es ist kein Papagei drin. Dafür ist der Papagei in Käfig B! Dumm gelaufen. Der Skeptiker und konsequente Wissenschaftler würde jetzt sagen: gilt nicht, Vorhersage war Käfig C, also negatives Experiment. Aber viel interessanter ist eigentlich die Tatsache, dass überhaupt ein Papagei auftaucht, egal in welchem Käfig.

Homöopathie – eine Anomalie

Denn, und ich finde, das muss man den Kritikern zu Gute halten, das Problem besteht darin, dass die empirische Signatur homöopathischer Experimente nicht mit einem klassisch-kausalen Modell von Effekten kompatibel ist. Und daher, meine ich, haben wir ein klassisches, wissenschaftstheoretisches Anomalien-Problem: wir haben Befunde, die nicht mit konventionellen Modellen erklärbar sind. Die Befunde sind viel zu wenig robust, als dass sie von Kritikern als Belege akzeptierbar wären und vor allem kommen sie ohne eine brauchbare akzeptierte Theorie daher. Auf der anderen Seite sind die Befunde viel zu deutlich, als dass sie einfach mit einer simplen Schwankung wegerklärt werden können. Sie werden gestützt durch eine lange Geschichte der Effektivität und durch eine praktische Nützlichkeit, die vielleicht mit einem globalen Placebo-Effekt kompatibel ist, vielleicht nicht. Daher meine ich: die Homöopathie ist eine Anomalie, um die wir uns im wissenschaftstheoretischen und –historischen Sinne kümmern müssen.

Wissenschaftlicher Fortschritt beginnt eigentlich fast immer damit, dass man Anomalien ernst nimmt. Klassische Beispiele dafür sind Kepler, der erst durch die hartnäckige Beachtung der Daten der Marsumlaufbahn, die nicht mit anderen Modellen erklärbar war, seine Gesetze gefunden hat, oder die Entdeckung des Planeten Pluto, im Übrigen von einem Aussenseiter, die durch die Beachtung der Abweichungen –Anomalien- der Umlaufbahn des Neptun möglich wurde. Wissenschaftlich gesehen können wir nur gewinnen, wenn wir die Homöopathie ernst nehmen. Ich behaupte: genau das ist es, was uns die Daten eigentlich nahelegen.

Placebo und Ethik, das klinische Dilemma

Solange diese Frage nicht geklärt ist, wird der Ruf laut, man müsse den Etikettenschwindel unterbinden, der suggeriert, Homöopathie sei Pharmakologie, wo sie doch nur Placebo sei. Wie gesagt, ich halte diese Frage für ungeklärt, daher ist auch die Behauptung falsch. Aber einmal kontrafaktisch angenommen, die Kritik würde stimmen. Wäre das schlimm? Oder anders gefragt, welches Dilemma ist schlimmer: das des konventionellen Arztes oder das des homöopathischen? Denn beide haben sie ein Dilemma.

Der konventionelle Arzt muss seinem Patienten gegenüber fairerweise etwa folgende Aussage treffen:

„Ich habe ein Medikament für Sie, das wissenschaftlich geprüft und daher gesetzlich zugelassen ist. Es hat in mindestens zwei Studien bewiesen, dass es besser ist als Placebo oder mindestens so gut wie andere, bereits zugelassene Medikamente. In wie vielen Studien es nicht besser war als Placebo, weiß ich nicht, denn das wird nicht publiziert. Ich weiß, dass es in – sagen wir einmal 50% der Fälle, um eine realistische Zahl zu sagen – gut funktioniert. Ob Sie zu den 50% gehören, weiß ich nicht, weil das nicht untersuchbar ist. Das können wir nur ausprobieren. Wir wissen auch, dass dieses Medikament bei einem von Hunderttausend Patienten schwere und möglicherweise bleibende Nebenwirkungen auslöst. Ob Sie zu einem dieser Patienten gehören, weiß ich auch nicht, denn das ist nicht untersuchbar, ich kann nur hoffen, dass das nicht der Fall ist. Aber die Kosten übernimmt die Kasse.“

Der homöopathische Arzt müsste sagen:

„Ich habe ein homöopathisches Arzneimittel für sie ausgesucht, nach den Regeln der homöopathischen Individualisierung. Ob es wirkt, weiß ich nicht, das müssen wir ausprobieren. Aber die Chancen stehen etwa 7 zu 10 [24], dass Sie damit, oder mit einem anderen Mittel, falls das nicht funktioniert, relativ gute und dauerhafte Erfolge haben werden. Ich muss Ihnen fairerweise auch sagen: die homöopathischen Arzneien sind nicht durch moderne Doppelblindstudien untersucht. Denn ihre Zulassung erfolgt aufgrund der traditionellen Gesetzgebung und dort muss man nur zeigen, dass die Ausgangssubstanzen sauber und die Herstellung ordnungsgemäß ist, weil wir einen großen und historisch weit zurückreichenden Erfahrungsschatz haben. Aber die gute Nachricht ist: in homöopathischen Arzneien dieser Verdünnung ist keinerlei molekulare Ausgangssubstanz drin. Daher ist auch die Gefahr, dass Sie irgendwelche Nebenwirkungen erleben, praktisch gleich Null. Wie Homöopathika wirken, weiß kein Mensch. Es geistern viele Theorien herum, aber keine ist bewiesen. Manche Leute glauben auch, dass Homöopathika gar nicht wirken, sondern nur das Gespräch, das wir geführt haben. Das kann sein. Aber sicherheitshalber würde ich Ihnen trotzdem gern das Arzneimittel geben. Allerdings müssten Sie es selber zahlen.“

Welches Narrativ würde der Patient mit größerer Zuversicht hören wollen? Welchem Narrativ würden Sie, liebe Leser und Leserinnen, mehr Vertrauen schenken?

Ich persönlich finde das Placebo-Argument scheinheilig. Denn ein großer Teil der modernen Pharmakologie beruht darauf und ohne ihn wäre die Pharmakologie nicht so weit verbreitet. Das hat eine große Tradition von Placeboforschung deutlich gemacht. Und seit Ted Kaptchuk mehrfach gezeigt hat, dass Placebos auch funktionieren, wenn man den Patienten sagt, dass sie Placebos kriegen: wo ist das Problem?

Das mögliche und vorgeschobene Problem: Versäumnis wirksamer Behandlung

Die neue Kritikerbewegung hat zweifellos ein wichtiges Anliegen. Sie wird von Menschen gebildet, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Entweder hat ihnen Homöopathie nicht geholfen. Unwirksamkeit kommt in jeder Behandlungsform vor und eine garantierte Wirksamkeit gibt es nicht einmal bei der Narkose. Oder sie haben andere schlechte Erfahrungen gemacht. Oder sie gehen von einem Weltbild aus, in das ein homöopathisches Narrativ nicht hineinpasst, weswegen sie die Homöopathie unglaubwürdig finden.

Empirische Forschung zeigt: die Gefahr, dass Patienten etwas Wichtiges versäumen, weil sie lieber zum Homöopathen als anderswohin gehen, ist sehr gering. In einer neuen Untersuchung an einer repräsentativen Stichprobe einer privaten Krankenkasse wurden die Versicherten gefragt, welchen Arzt sie mit bestimmten, hypothetischen Symptomen zuerst aufsuchen würden. In keinem Falle würden sie erst einen naturheilkundlich orientierten Arzt oder den Heilpraktiker aufsuchen, sondern den Haus- oder Facharzt. Alle Daten, die wir kennen belegen: komplementärmedizinische Versorgung wird von Patienten wirklich komplementär, also in Ergänzung zur normalen, in Anspruch genommen [28]. Die Gefahr, dass jemand durch ausschließliche Behandlung von inkompetenten Therapeuten eine wichtige Diagnose oder Behandlung versäumt, liegt sicher nicht darin begründet, dass es Homöopathie als Angebot gibt. Sie ist, wenn schon, dann darin begründet, dass konventionelle Medizin bei manchen keine gute Presse hat. Aber daran sind nicht die Homöopathen schuld, sondern das Problem ist hausgemacht.

Wir haben in unserer Dokumentation homöopathischer Krebsbehandlungen gesehen, dass es eine kleine Zahl von Patienten gibt, die nicht alle konventionell angebotenen und indizierten Behandlungen haben wollen, sondern sich stattdessen lieber homöopathisch behandeln lassen wollen. Dies sind in unserem Kollektiv homöopathisch behandelter Patienten 7.7% gewesen und in der Kohorte der konventionell behandelten Patienten 1.1%, die konventionelle Angebote abgelehnt haben.

Allerdings ist wichtig zu betonen: das ist die Entscheidung der Patienten, nicht der Vorschlag des Arztes gewesen. Ärzte, die sich und die Möglichkeit ihrer Methode überschätzen, gibt es auf allen Seiten. Die Todesfälle durch konventionelle Überbehandlung sind mit Sicherheit das größere Problem, verglichen mit homöopathisch motivierten Unterbehandlungen. Wenn ein Kenner der Materie und gewiss homöopathisch unverdächtiger Autor wie Gøtzsche Nebenwirkungen von Medikamenten die Todesursache Nummer drei in der westlichen Welt nennt und davon ausgeht, dass diese Schätzung eher noch zu niedrig ist, dann halte ich die Diskussion um einige Patienten, die konventionelle Behandlung ablehnen, als Quelle öffentlicher Gefahr für reichlich überzogen. Selbstverständlich ist es möglicherweise ein Problem, aber erstens kein gravierendes, zweitens keines, das die Volksgesundheit gefährdet, drittens ist es durch keine politische Maßnahme aus der Welt zu räumen außer durch die, dass konventionelle Medizin sicherer und patientenbezogener wird.

Das müsste eigentlich unser gemeinsames Ziel sein: eine sichere, menschliche und pluralistische Medizin, ohne ideologische Verbohrtheit auf irgendeiner Seite, pragmatisch am Wohl des Patienten orientiert und indifferent gegenüber möglichen Hintergrundtheorien.

Interessenskonflikterklärung (klicken zum Aufklappen)

 

[G. Vithoulkas]

An article published in the Journal FACT - Exeter University by Prof. G. Vithoulkas

The question of provings in Homeopathy

I take the opportunity, after reading in the article: Homeopathy MADNESS OR MEDICINE the comments by Prof. Flavio Dantas that "provings were more fundamental than clinical trials in the evaluation of Homeopathy" to expound on this much misunderstood question of provings in the science of Homeopathic Medicine.

The allopathic view is that provings in homeopathy are nonsensical since, for instance, we all take several grams of common salt everyday without developing any symptoms of Nat-m. as described

in the homeopathic literature.

The same, they claim, is true with quinine, where none of those who have taken quinine have developed the symptoms of China officinalis or China-sulphurica as described in the “”Homeopathic Pharmacopea” by Hahnemann.

This superficial criticism is really naive as it is obvious that anybody who doubles their amount of intake of daily salt will start having severe symptomatology after a few days of such increased intake

and the same is obviously true with quinine or with any other substance.

In the provings with high potencies things are different: scientists have the right to be more sceptical. Nobody will actually believe that high potencies such as 30C 200C 1M or 10M (1/100 10.000!!!)

could ever produce any symptom since all these dilutions-potencies contain not one molecule of the original substance as all of them are beyond the Avogadro Number. This is a legitimate question

because the inquirer lacks the real information of what Hahnemann instructs concerning the provings.

On the other hand some naive homeopaths of today maintain that a highly diluted-potentised remedy will provoke a host of symptoms on most of the provers.!! Such a point of view is equally wrong

and not according to the information given by Hahnemann in his Organon of the Art of Healing and has unfortunately damaged irreparably the science of HOMEOPATHY.

In the aphorism 32 of the Organon, Hahnemann gives precise instructions as to the capacity of the medicinal substances to produce symptoms.

What he actually says is that for every person there is a large enough dose that will produce symptoms in his organism this dose may be different for each individual. But definitely if you increase the dosage any individual will be affected by the substance and the organism will react by producing some symptomatology. All side-effects of allopathic-chemical drugs are nothing else but "provings"

in a homeopathic sense. Homeopaths would prescribe them in cases where the patients presented diseases similar to these side-effects.

So if we want to find out the point at which an individual starts having symptoms we will have to follow a precise method of investigation.

Therefore there can be no doubt that if, during an experiment with a substance, you increase sufficiently and for some period the dose of the substance to be tested, every "prover" will eventually be affected and his organism will react with a multiple array of symptoms.

In order to establish the particular symptomatology that a substance can produce upon the human organism we must follow certain rules *.

1. In a group of say 50 provers you start giving the substance in 1 sub-toxic 1 doses (every substance can be concentrated in its mother tincture state so as to become toxic) observing closely the effect

upon the provers. Let us suppose you are examining the remedy Bryonia. You start giving to each prover 30 drops of the mother tincture.

A few of them may start showing reactions- symptoms even after the first day. Such provers must stop taking the remedy. A few of the other provers will start having symptoms after the 2nd, 3rd, 4th

or 5th day and so on until all the provers have some symptoms at the end of the experiment (One month where the dose is increased by more frequent repetitions day after day).

2. Those that started having symptoms on the 1st, 2nd or 3rd are obviously the most sensitive to the substance you are proving and it is only those sensitive individuals that should take part in the second

step of a proving with high potencies of this remedy. It is only then that some of these sensitive provers will develop symptoms from a repetition of such high potencies.

We know this to be true from another angle as well: that of the everyday practise of homeopathy.

If a practitioner gives the wrong remedy (not the one that is really indicated) in a high potency to a patient then in most of the cases there is no effect at all, the patient comes back after a month and

says he is the same without any change in his condition and without any new symptoms which means that the high potency has had no affect upon him. But from time to time you may get in your

practice an individual sensitive to the remedy who then develops some symptoms (from the wrong remedy) which you already know belong to the symptomatology of the remedy.

It is the opinion of the author that unless such types of experiments are conducted, the question of provings (high potencies) will remain for ever in a shadow of doubt and homeopathy in the area on the fringe.

* It is understood, that, in this short exposure, it is not possible that all rules and all the parameters are given for such an experiment, far from, but I have tried to give the essential features of such homeopathic provings as to dispel naive criticism on the part of the allopathic physicians and naive claims on the part of some homeopaths.

 

[Dana Ullman]

Undeniable Evidence for Homeopathic Medicine

It is amazing that so many skeptics are so misinformed about homeopathy, and it is ironic (to be diplomatic) that these skeptics hold themselves out as “defenders of science,” while being embarrassingly ignorant

of the “body of evidence” that verifies the efficacy of homeopathic medicines and the biological activity of its doses.

1st some skeptics are so daft about homeopathy that they mix it up with other treatment modalities. Some skeptics mis-assume homeopathy is a type of herbal medicine or a type of nutritional supplement. It isn't.

2nd it is important to emphasize that homeopathic doses range from the tincture of an herb to “low potencies” of a plant/mineral/animal/chemical medicinal substance (1X to 12X or 1C to 6C) to “medium potencies (13X to 30X or 7C to 15C) to high potencies (200X or 200C and higher). The scientific field of low-dose effects (called hormesis) has literally thousands of studies from a wide variety of scientists that have

evaluated the biological effects of low and medium potencies.

Because a large percentage of homeopathic medicines sold in health food stores and pharmacies today contain doses of low and medium potencies, the skeptics of homeopathy who assert that there is “nothing”

in homeopathic medicines are embarrassingly uninformed and misinformed.

Skeptics tend to “lump” all homeopathic medicines together, but this effort is simply sloppy thinking and analysis. As for the homeopaths' use of “high potency” homeopathic medicines, they (and anyone) will

benefit from reviewing of the body of evidence (clinical evidence and basic science trials) that are referenced below. Further, when skeptics say that the high potency homeopathic medicines make no sense or

“break present laws of physics,” such assertions simply show their ignorance of present laws of nature. The website of Professor Martin Chaplin, mentioned below, provide references to 1.000+ (!) studies of water

and its mysteries and phenomena that help us to understand how and why homeopathic medicines may maintain biological activity even in high potency solutions.

It is amazing how un-informed and ill-informed the vast majority of skeptics are to the 200+ clinical trials that have been published in peer-review medical journals.  One of the leading resources to learn about these studies is an ebook that I wrote (and that I continually update...thus, here's the real benefit of writing an ebook!):  Homeopathic Family Medicine: Evidence Based Nanopharmacology.

In addition to the clinical research and basic science studies, there is much historical evidence that show the efficacy of homeopathic medicines. For instance, homeopathy gained widespread popularity in the

19th  century due to its impressive results in treating infectious epidemic diseases that raged during this time, including epidemics of cholera, typhoid, yellow fever, scarlet fever, and influenza.

Also, many of the most respected physicians and scientists, past and present, have been known to use +/o. advocate for homeopathy. The amazing story of Charles Darwin is significant because there is surprising evidence to suggest that it would have been unlikely for him to have lived long enough to have written his seminal work, The Origin of Species, if he had not sought the care of a homeopathic doctor, Dr. James

Manby Gully. To read a summary of this history and to have direct links to Darwin's own letters, go here.

Some of the other famous physicians and scientists who were known to use and/or advocate for homeopathy include Sir William Osler (the “father of modern medicine”), Emil Adolf von Behring (the “father of immunology”), Charles Frederick Menninger (founder of the Menninger Clinic), August Bier (the “father of spinal anesthesia”), Royal S. Copeland (physician, homeopath, and U.S. Senator who wrote legislation that empowered the FDA), William J. Mayo and Charles H. Mayo (founders of the Mayo Clinic), C. Everett Koop (former Surgeon General of the US), Brian Josephson (Nobel Prize winner).

For more details about Charles Darwin, any of the above physicians and scientists, as well as many other “cultural heroes” of the past 200 years who were known to advocate and/or use homeopathic medicines, see Dana Ullman's Homeopathic Revolution: Why Famous People and Cultural Heroes Choose Homeopathy (Berkeley: North Atlantic, 2007).

Meta-analyses and Reviews of Clinical Research

 

 

The Surprising Story of Charles Darwin and His Homeopathic Doctor

Despite Darwin's Initial Skeptism, a Homeopathic Doctor Provides Significant Relief to Him

My new book, The Homeopathic Revolution: Why Famous People and Cultural Heroes Choose Homeopathy (North Atlantic Books, 2007) includes many amazing stories about the use of and/or advocacy for homeopathic medicine from many of the most respected cultural heroes of the past 200 years. Even I was surprised to uncover specific stories from 11 American presidents, 7 popes, JD Rockefeller, Charles Kettering, and innumerable literary greats, sports superstars, corporate leaders and philanthropists, clergy and spiritual leaders, women's rights leaders, monarchs from all over the world, and many of the most esteemed physicians and scientists of our time.

One of the most amazing stories came from the life of Charles Darwin. Because so many of Darwin's personal letters have been maintained and are now available online, there is a veritable treasure-trove of information about his life, illnesses, and his medical treatment. What will be described here is a part of his story, with much greater detail provided in The Homeopathic Revolution.

Darwin's story is but one story in the chapter on “Physicians and Scientists: Coming out of the Medicine Closet.” Some of the others included in this chapter are: Sir William Osler (the “father of modern medicine”), Emil Adolf von Behring (the “father of immunology”), Sidney Ringer, Charles Frederick Menninger (founder of the Menninger Clinic), August Bier (the “father of spinal anesthesia”), Royal S. Copeland (homeopathic physician and New York Senator), William J. Mayo and Charles H. Mayo (founders of the Mayo Clinic), C. Everett Koop (former Surgeon General, U.S.), and Brian Josephson (modern-day Nobel laureate and Cambridge professor).

During Darwin's trip to South America in the mid-1830s, he became very ill. Although different historians and physicians have hypothesized on what ailment he had, there is no consensus, except to say that he was seriously ill. Ever since 1837, he suffered from persistent nausea and vomiting, heart palpitations, widespread boils, and trembling, and since 1847, he had fainting spells and spots before his eyes...and his symptoms were getting increasingly worse.

Although Charles Darwin was only 39 years old in November, 1848, he was so ill that he couldn't attend his own father's funeral. In March, 1849, Darwin himself acknowledged that he was unable to work one day

in every three, and further, he felt that he was dying. He said this specifically,

    "I was not able to do anything one day out of three, & was altogether too dispirited to write to you or to do anything but what I was compelled.­ I thought I was rapidly going the way of all flesh."

When you consider that Charles Darwin was this sick in 1849 and that he published his seminal book, The Origin of Species, 10 years later in 1859, one cannot help but wonder if he would have even survived that long or if he would have been as productive as a scientist or as an author if he didn't see Dr. James Manby Gully in March, 1849.

On the advice from one of his cousins as well as from a fellow shipmate from the Beagle, Charles Darwin brought himself and his family to the clinic and “water-cure” spa of Dr. James Manby Gully.

They arrived on March 10, 1849.

Although Darwin knows that Dr. Gully is a homeopathic physician and even though Darwin is very skeptical of homeopathy, he wrote on March 19, 1849:

    “I grieve to say that Dr Gully gives me homeopathic medicines three times a day, which I take obediently without an atom of faith.”

Despite Darwin's skepticism about homeopathy, he experienced the power of these medicines.

After just eight days of his arrival, Darwin experienced a skin eruption all over his legs. It is interesting and important to note that patients who receive homeopathic treatment do not always get better immediately.

In fact, in around 20-30% of patients with chronic symptoms, patients experience a “healing crisis,” usually an externalization of symptoms to the skin or an excerbation of old symptoms that were previously suppressed with conventional drugging. The fact that Darwin was skeptical of Gully's treatment and that Darwin experienced this initial worsening of symptoms suggests that Darwin's reaction was clearly not a placebo effect.Some skeptics assert that Gully's “water-cure” treatment may have provided the therapeutic result, not homeopathy, though Darwin acknowledged on March 24, 1849, that Dr. Gully had not even

begun the sweating process of his treatment, one of the important parts of water-cure treatment. Actually, it was just 2 weeks after arriving that Darwin wrote "I much like and think highly of Dr. Gully" and more.

On March 28, 1849, he had not have any vomiting for 10 days (a rare experience for him):

By April 19, 1849, Darwin wrote,

    “I now increase in weight, have escaped sickness for 30 days, which is thrice as long an interval, as I have had for last year; & yesterday in 4 walks I managed seven miles! I am turning into a mere walking and eating machine.”

On May 6, 1849, Darwin writes:

    "Dr. G., moreover, (and I hear he rarely speaks confidently) tells me he has little doubt but that he can cure me, in the course of time, time however it will take."

Gully, like many homeopaths and hydrotherapists, do not tend of over-state their confidence. Although Gully seemed to be confident with Darwin, Darwin asserts that Gully rarely expresses confidence, suggesting that Gully didn't use “confidence” as a strategy to elicit placebo responses.

Antagonists to homeopathy love to excerpt from the next Darwin letter from September 4, 1850, though they always just excerpt the top part of it. They never include the entire quote because Darwin acknowledges in this case that the girl being treated surprisingly recovered. Ironically, some skeptics insist that homeopathy was not the only treatment used. Although this is true, the clairvoyant that they used in this case was known to see inside a person's body was not described as one who diagnosed with the intuition, not apply treatment. The mesmerist (hypnotist) was only described for the girl to sleep. The girl did receive water-cure treatment by Dr. Gully, as well as homeopathic treatment by Dr. John Chapman (who was Darwin's teacher of homeopathy). Ultimately, no one knows what ailment this girl had, but it was serious enough for Darwin to write and to express surprise that she was cured, either by water-cure and/or homeopathy.

The entire quote is:

    "You speak about Homœopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one's ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense & common observation come into play, & both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homœopathy & all other such things. It is a sad flaw,

I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything­ when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep­, an homœopathist, viz Dr. Chapman; & himself as Hydropathist! & the girl recovered.”­

One important reason that so many people over the past 200 years become so passionate about homeopathy is that the results are often, though not always, very rapid and very obvious. Further, because many people have tried many other treatments before homeopathy (treatments that might have just as likely to have tried to elicit a placebo effect), the homeopathic treatments often work due to the power of these nanodoses that are beyond that of a placebo effect.

Even after Dr. James Gully retired, Gully hired a homeopathic medical doctor by the name of James Smith Ayerst to take his place.  Although there were many other hydrotherapy spas throughout England at that time, Darwin frequently returned to Malvern where he received water-cure treatments as well as homeopathic medicines.  

One other truly fascinating letter from January 16, 1862, that Darwin wrote is where he acknowledges that he has received a book written by a German homeopathic doctor who had written a book quite similar to Darwin's book on evolution, but he asserts that this book "goes much deeper."

Despite the wide respect that Dr. Gully received from his many illustrious patients, he was disliked greatly by select orthodox physicians. A classic story of Shakespearean porportions played out in England at that time between Dr. Gully and his greatest antagonist. Sir Charles Hastings, a physician who later helped to found the British Medical Association, was Gully's most vitriolic opponent. Dr. Hastings was so opposed to hydrotherapy that he frequently wrote articles about its “dangers,” while he utilized a wide range of orthodox medical treatments that everyone would soon call simply barbaric.

The additional drama to the lives of Gully and Hastings is that their sons were also antagonists to each other. Gully's son, William Court Gully, became speaker of the British House of Commons (1895–1905), while Hastings' son, George Woodyatt Hastings, became a lawyer and politician. Like his father, George Hastings was actively antagonistic to unconventional medical treatments. Ultimately, the younger Hastings's reputation was severely tarnished when he was sent to prison for stealing money from a client whose will he executed.

Strangely enough, some antagonists to homeopathy have referred to Gully as Charles Darwin's "friend," as though Darwin would have only taken the homeopathic medicines “obediently” if they were prescribed by a “friend” rather than by a homeopathic doctor. For the record, there is no evidence that Gully and Darwin were "friends." They clearly had never met before Darwin sought Gully's care, and there is no evidence that they socialized.

 

[Dr. James Manby Gully]

Water Cure Physician and Homeopathic Doctor

Every biography of Charles Darwin that references his health acknowledges that the one physician who provided the best treatment to him was DR. JAMES MANBY GULLY.  This is not controversial. This is fact.

Dr. Gully became a member of the British Homoeopathic Society in 1848 (this link provides this clear evidence), the year before he began his treatment of Charles Darwin. Gully was also found to be a member many years later in 1870.

Dr. James Manby Gully wrote a book called  The Water Cure in Chronic Disease in 1846, and this popular book went through five editions (this link is to the 5th edition!).  In the first edition to this book he was very articulate in his critique of conventional medicine of his day, though this critique is equally valid for medicine today.  Gully was a strong critique of “polypharmacy,” the use of multiple medicines prescribed for a patient.  Gully was concerned that each medicine causes serious symptoms which required yet another medicine to reduce its side effects.  He wrote:

“I could show by not a few illustrations how this complex medication, this polypharmacy, necessitates the employment of each of the medicines comprehended in it, to obviate the effects of another; how the effect of the mercurials have to be combated by the opiates; how these, again produce a necessity for the purgatives (drugs that induce vomiting); these, for the remedies for flatulence; and these again, producing heart-burn, call for alkalis and opiates…the whole plan is radically wrong.” (page 46)

Gully poses the question of how can a physician find the “precise stimulus” to a real cure for the patient.  He then asserts that homeopaths provide “a more rational plan.”  Drawing from his own experiences, he affirms that despite the use of infinitesimal doses used in homeopathy, “It is well and wise to observe and investigate these things before laughing at them” (page 47).

In 1856 when this book was published in its fifth edition, he added the following strong statements about the value of homeopathic medicines.  He writes that distinct from the use of conventional medicines in the treatment of chronic constipation where drugs do not cure and lead to relapse, it is significantly different with homeopathic care: “In fact, cases abound in which homeopathic treatment alone has effectually and permanently cure habitual costiveness” (page 48). 

In reference to the treatment of headaches, the use of homeopathic medicines is “not only justifiable but desirable.”

Finally, Gully continues by asserting, “Homeopathic practitioners have observed that patients under the water cure are more susceptible to the action of their remedies than other persons, and that therefore the results may be more accurately calculated.  I have found this assertion to be substantially correct; and it confirms the vivifying influence of the water cure over the bodily functions” (page 48).

Darwin's Plant Experiments with Homeopathic Doses

It is also fascinating to note that Darwin himself conducted several experiments evaluating the effects of extremely small doses on an insect-eating plant (Drosera rotundifolia, commonly called sundew), a plant that also happens to be a commonly used homeopathic medicine. He found that solutions of certain salts of ammonia stimulated the glands of the plant's tentacles and caused the plant to turn inward. He made this solution more and more dilute, but the plant still was able to detect the presence of the salt. On July 7, 1874, he wrote to a well-known physiologist, Professor F.C. Donders of Utrecht, Netherlands, that he observed that 1/4,000,000 of a grain had a demonstrable effect upon the Drosera and “the 1/20,000,000th of a grain of the crystallised salt does the same. Now, I am quite unhappy at the thought of having to publish such a statement.” (Darwin, 1903, 498).

Astonished by his observation, Darwin likened this exceedingly small dose to a dog that perceives the odor of an animal a quarter of a mile distant. He said: “Yet these particles must be infinitely smaller than the one twenty millionth of a grain of phosphate of ammonia” (Darwin, 1875, 173). Darwin said about this spectacular phenomenon:

    “The reader will best realize this degree of dilution by remembering that 5,000 ounces would more than fill a thirty-one gallon cask [barrel]; and that to this large body of water one grain of the salt was added; only half a drachm, or thirty minims, of the solution being poured over a leaf. Yet this amount sufficed to cause the inflection of almost every tentacle, and often the blade of the leaf. … My results were for a long time incredible, even to myself, and I anxiously sought for every source of error. … The observations were repeated during several years. Two of my sons, who were as incredulous as myself, compared several lots of leaves simultaneously immersed in the weaker solutions and in water, and declared that there could be no doubt about the difference in their appearance. … In fact every time that we perceive an odor, we have evidence that infinitely smaller particles act on our nerves.” (Darwin, 1875, 170)

In Darwin's book on his experiments with Drosera, he expressed complete amazement at the hypersensitivity of a plant to extremely small doses of certain chemicals: “Moreover, this extreme sensitiveness, exceeding that of the most delicate part of the human body, as well as the power of transmitting various impulses from one part of the leaf to another, have been acquired without the intervention of any nervous system” (Darwin, 1875, 272).

Yet, Darwin also discovered that Drosera is not sensitive to every substance. He tested various alkaloids and other substances that act powerfully on humans and animals who have a nervous system but produced no effect on Drosera. He concluded that the “power of transmitting an influence to other parts of the leaf, causing movement, or modified secretion, or aggregation, does not depend on the presence of a diffused element, allied to nerve-tissue” (Darwin, 1875, 274).

Darwin confirmed an important homeopathic observation that living systems are hypersensitive to only certain substances. Sadly and strangely, conventional scientists have attacked homeopaths for using extremely small doses of substances without any appreciation for the homeopaths' credo that living systems -whether human, animal, or plant- will be hypersensitive to a limited number of substances (and the homeopathic method of individualizing treatment is a refined method to find this substance or substances).

The important point about living organisms is that each living thing has certain hypersensitivities to what it needs for its very survival. It seems that homeopaths have discovered a method to finding the substance to which a person or animal is hypersensitive, and they have developed a pharmacological method to apply this medicine to augment immune response.

Despite the efforts of the antagonists to homeopathy to continually provide mis-information about the plausibility of the extremely small doses that homeopaths use, they rarely acknowledge the impressive website of Professor Martin Chaplin of London South Bank University (or as is typical, the skeptics delete references to his important work on http://www.wikipedia.org/). Professor Chaplin is a world-renowned expert on water, and he confirms the real plausibility on homeopathic medicines here and here even if there is not yet consensus from everyone on how these nanodoses precisely work (please note that the mechanism for understand how aspirin worked was only discovered 20 or so years ago, and not a single physician questioned its value or didn't use it simply because we didn't know how it worked).

NOTE: If this story about Charles Darwin intrigued you at all, you might also want to read about the hundreds of other cultural heroes over the past 200 years who used +/o. advocated for homeopathy. Another sample chapter from this book (the chapter on “Literary Greats: Write On Homeopathy” is available here and additional information about the book is here.

 

 

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