Natrium muriaticum Anhang 4

 

[Dr. med. Hedwig Pötters]

Natrium muriaticum,

Natrum muriaticum,

Natrium chloratum,

Natriumchlorid,

Kochsalz, Chlornatrium, NaCl,

(Abk. Bö.: N. mur., Natr. mur.).

KGSt:

 „Natrium chloratum. ...

Verwendet wird Natriumchlorid, das mindestens 99,5% Natriumchlorid NaCl enthält, berechnet auf die getrocknete Substanz. Natrium chlorid enthält keine Zusätze.“

Monographie: positiv +

Anm. d. Verf.:

Hahnemann prüfte ein NaCl mit einer Reinheit von ca 95%. Das Arzneimittelinstitut jedoch schreibt ein fast 100%-iges Präparat (entspr. heutigen technischen Möglichkeiten) vor.

Die fehlenden etwa 5% Spurenelemente jedoch gingen bei der AMP ins AMB (Arzneimittelbild) ein, was bei dem modernen Präparat natürlich unmöglich ist.

D.h. der homöopathische Arzt verschreibt -in Unkenntnis der Namensgleichheit- doch ein anderes Präparat, als das von Hahnemann geprüfte.

CK IV/347: AMP und Herstellungsvorschrift von Hahnemann:

“Natrium muriaticum, Natrium chloratum, Sal culinare, Kochsalz. Ein Quentchen gewöhnliches Küchensalz wird, um es von den Neben-Salzen zu befreien, in drei Quentchen siedendem, destillirtem Wasser aufgelöst, durch Druckpapier geseihet, und in einer Wärme von 40° R. dem Krystallisiren durch Abdünstung überlassen. Von dem dann auf Druckpapier klingend trocken gewordenen Krystallen (mit Pyramidal-Vertiefungen an den sechs Würfel-Seiten) wird Ein Gran zur Million Verdünnung gerieben...“

GS VII / 566:

 “Natrum Muriaticum. Common Salt. Na Cl.

Introduced by Hahnemann, proved by himself, Foissac, Röhl, Rummel, Schreter and Nenning

(Chronische Krankheiten), by the Austrian provers, Arneth, Boehm, Froelich, Hampe, A. and W. Huber, Reisinger, Reiss, Wachtel, Wagner, Watzke, Weinke, Würstl, Wurmb, Zlatarovich (Oest. Zeit. f. Hom., vol. 4), Farrington (Am. J. H. M. M., vol. 4, p. 102), Berridge (N.A. J. Hom., 1871, p. 58, 1873, p. 503) and Robinson (Br. Jour. Hom., vol. 25, p. 325)

The provings were made with dilutions ranging from the 1st to the 30th.

Clinical Authorities. – Effects of grief, Dulac, Hom. Clin., vol. 3, p. 56; Raue’s Rec., 1871, p. 51; Fear of robbers, Ehrmann, Allg. Hom. Ztg., vol. 113, p. 24; Fright in pregnancy, Miller, Raue’s Rec., 1873, p. 176; Delirium tremens, Schuessler, New Treatment of Disease, p. 122; Mania, Dulac, Hom. Clin., vol. 3, p. 129; Brain exhaustion, Laird, Hah. Mo., vol. 17, p. 200;

Hemicrania, Miller, N. A. J. H., vol. 27, p. 60; Periodical sick headache, Gallupe, Raue’s Rec., 1875, p. 244. ...

Pötters, Hedwig, Vortrag auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) in Tainach (Kärnten) am 29.9.2012:

 „Wie steht’s mit Definition und Reproduzierbarkeit homöopathischer Medikamente (ungenaue oder falsche Bezeichnung) - bzw. Hindernisse der Heilung chronischer Krankheiten.

Bereits Jahrhunderte vor Hahnemann gab es ein dichtes Netz von Salz-Handelswegen kreuz und quer durch Europa und Asien. Damals spielten Markt-Preise bereits eine Rolle - wie heute ja auch. So ist es denkbar, dass Hahnemann nicht etwa Salz aus der Sole-Gewinnung seiner Umgebung erhielt, sondern vielleicht aus einem Bergwerk Südeuropas. Wir wissen es nicht, zumal der Meister selber nur von „Küchensalz“ sprach. Diese Definition schien in seiner Zeit ausreichend, - aber wir wissen es heute aufgrund unserer modernen chemischen Kenntnisse eben besser. ...“

Wichmann, Jörg, Gudjons aktuell, Vol. 15 / Nr. 1-3/2012, S. 28-33:

“... Natrium muriaticum und andere Mittel mit unklarer Ausgangssubstanz.

... Betrachten wir als Beispiel einmal Natrium muriaticum, die homöopathische Verarbeitung des gewöhnlichen Kochsalzes. Was aber ist gewöhnliches Kochsalz? Handelt es sich um Meersalz oder um Steinsalz? Woher stammt es und welche Zusatzstoffe sind darin noch enthalten? (Steinsalz enthält 5-10% weiterer Salze, vor allem Calcium-, Kalium- und Magnesiumverbindungen) Welcher Verarbeitungs- oder Reinheitszustand wurde zur ersten Verreibung benutzt? (Aus Steinsalz gewonnenes Speisesalz hat folgende typische Zusammensetzung: Chlorid 59,00%, Natrium 38,85%, Calcium 0,25%, Phosphor 0,15%, Magnesium 0,12%, Schwefel 0,02%, Kalium < 0,01%).

Wenn Hahnemann, der die erste Arzneimittelprüfung unternahm, von ‚gewöhnlichem Küchensalz’ sprach, werden wir annehmen, dass er ein solches nahm, das in seiner Gegend zu jener Zeit üblich war. Hahnemann hielt sich seinerzeit in Köthen auf, so dass wir als Ausgangssubstanz ein Steinsalz aus einem der zahlreichen Salzstollen in der Gegend west

 

Ausgangssubstanzen für die Arzneien Natrium muriaticum und quer durch Europa und Asien.

Damals spielten Markt-Preise bereits eine Rolle - wie heute ja auch. So ist es denkbar, dass Hahnemann nicht etwa Salz aus der Sole-Gewinnung seiner Umgebung erhielt, sondern

vielleicht aus einem Bergwerk Südeuropas. Wir wissen es nicht, zumal der Meister selber nur von „Küchensalz“ sprach. Diese Definition schien in seiner Zeit ausreichend, - aber wir wissen

es heute aufgrund unserer modernen chemischen Kenntnisse eben besser. ...“

Wichmann, Jörg, Gudjons aktuell, Vol. 15 / Nr. 1-3/2012, S. 28-33:

“... Natrium muriaticum und andere Mittel mit unklarer Ausgangssubstanz.... Betrachten wir als Beispiel einmal Natrium muriaticum, die homöopathische Verarbeitung des gewöhnlichen

Kochsalzes. Was aber ist gewöhnliches Kochsalz? Handelt es sich um Meersalz oder um Steinsalz? Woher stammt es und welche Zusatzstoffe sind darin noch enthalten? (Steinsalz enthält 5-10%

weiterer Salze, vor allem Calcium-, Kalium- und Magnesiumverbindungen) Welcher Verarbeitungs- oder Reinheitszustand wurde zur ersten Verreibung benutzt? (Aus Steinsalz gewonnenes

Speisesalz hat folgende typische Zusammensetzung: Chlorid 59,00%, Natrium 38,85%, Calcium 0,25%, Phosphor 0,15%, Magnesium 0,12%, Schwefel 0,02%, Kalium < 0,01% ).

Wenn Hahnemann, der die erste Arzneimittelprüfung unternahm, von ‚gewöhnlichem Küchensalz’ sprach, werden wir annehmen, dass er ein solches nahm, das in seiner Gegend zu jener

Zeit üblich war. Hahnemann hielt sich seinerzeit in Köthen auf, so dass wir als Ausgangssubstanz ein Steinsalz aus einem der zahlreichen Salzstollen in der Gegend westlich und südlich

von Magdeburg annehmen können, die alle auf fossile Salzablagerungen des Zechsteinmeeres zugreifen. Hundertprozentig wissen wir das ebensowenig, wie wir den genauen Anteil von

Natriumchlorid darin oder den Anteil anderer Stoffe kennen. Mit dieser Ausgangssubstanz nahm Hahnemann eine zu seiner Zeit übliche Reinigung durch Lösung und Auskristallisierung

vor, bevor er sie verrieb. Heute wissen wir, dass sich sein Ziel -reines Natriumchlorid darzustellen- auf diese Weise nicht verwirklichen lässt. Wir müssen also davon ausgehen, dass

Hahnemanns Natrium muriaticum kein reines NaCl gewesen sein konnte.

HAB 2013:

 „Natrium chloratum. Die Substanz muss der Monographie Natriumchlorid (Ph. Eur.) entsprechen.“

HPUS:

 „Natrum muriaticum, Sodium Chlorid, Natrum Muriate. Chemical symbol: NaCl; 58.46.

Synonyms: Latin: Sodii chloridum, Natrium chloratum, Chloruretum sodicum (?), Sal commune, s. culinare (?); English: Chloride of sodium, Sodic chloride; Common salt,

Table salt; French, Chlorure de sodium, Sel commun; German: Chlornatrium, Kochsalz.

Mentioned in Allen’s Encyclopedia, VI. 528.

Anm. d. Verf.:

Die mit (?) versehenen lat. Syn. in HPUS konnte ich nicht verifizieren. Auf jeden Fall sind es veraltete Bezeichnungen.

Allen, TF, VI/528 f:

 „Natrum muriaticum. Sodium chloride, NaCl. Common salt. Preparation, Triturations.

Gudjons:

Für die Arznei Natrium muriaticum Hahnemanni wurde bei Gudjons Bad Dürrenberger Siedesalz verarbeitet. Aufgrund Hahnemanns damaligen Wohnsitzes und des Ausgangssubstanzen

für die Arzneien Natrium muriaticum

Salzmonopols der Regierung, kam mit hoher Wahrscheinlichkeit bei seiner Arzneimittelprüfung Salz aus dem sächsischen Bad Dürrenberg zum Einsatz. Dieses Kochsalz wird von

Dr. Kathrin und Dr. Michael Herrmann (Apothekerberg 12, 06231 Bad Dürrenberg) nach Methoden herstellt, wie sie zu Hahnemanns Zeiten üblich waren. Dazu wird das Salz in Gradieranlagen

aufkonzentriert, um dabei Gips und schwerlösliche Salze abzuscheiden, und die erhaltene, bis zu 24%ige Salzlösung in Siedepfannen auskristallisiert.

Das zu verarbeitende Salz wurde bei Gudjons einer eingehenden Wareneingangsprüfung unterzogen, indem die Identität durch Nachweis der beiden Ionen Natrium und Chlorid durch

Eigenanalyse bestätigt wurde.

Enthaltene Beisalze des Naturprodukts sind erwünscht und von großer Bedeutung, da sie Auswirkung auf die Arzneiprüfung von Samuel Hahnemann hatten. Da das Natursalz nicht einer

Monographie eines gültigen Arzneibuches entspricht, wurde bei Gudjons eine hauseigene Monographie erstellt.

Anm. d. Verf.:

Prinzipiell muß jeder Hersteller i. Deutschland HAB-konform arbeiten, da das HAB Gesetzeskraft hat. Durch die Erstellung einer Eigen-Monographie anstelle einer HAB-Monographie konnte

Gudjons sich an die von ihr unterstellte Ausgangssubstanz von Hahnemann anpassen.

 

Nur durch Nat-m kann die Zelle sich teilen/sich nähren.

Ist in alle Gewebe der Tieren vorhanden/sorgt für Wasserbestand/= vorwiegend anabol. In Pflanzen hat Kalium diese Rolle.

Menschen scheiden Flüssigkeiten aus verbunden mit emotionelle Seinszustände (Schweiß/Tränen/Urin) die Salz enthalten. Alle Sinnesorganen/Nerven/Hirn enthalten Nat-m.

Verhältnis Ca : K : Na = 5 : 10 : 60 = etwa gleich mit dem Verhältnis im Meereswasser

Nazarener Gelübde (Rahsta) bedingt salzloses Diät/Kelten schwuren auf Salz so wie Christen auf Bibel.

Kelten setzten Feuer- und Salzrituale gleich.

Lot’s Frau drehte sich nach Flucht aus Sodom/Gomorrha um und wurde in Salzsäule verwandelt

Juden aßen in der Peschanacht. während alle Erstgeborenen getötet wurden waren, salzlos.

Katholische Kirche gibt bei der Taufe Salz auf Zunge, um Dämonen ab zu wehren/aus zu treiben/Neugeborenen wurden mit Salz eingerieben.

Salz brechen ist einen Vertrag. brechen

Alle Opfer in Jerusalems Tempel kamen mit Salz. aber nicht im Sauerteig. Brot o. Honig.

Salz wurde gebraucht um ungesundem Wasser von Jericho zu reinigen.

Gäste wird bei Ankunft Brot. (als Nahrung) und Salz (gegen eventuelle Dämonen) gegeben (Russland)

In der Kampf zwischen der gewalttätige Poseidon und dito Ares wird über Salz geredet.

2 Töchter des Halmo (Namen verwandt mit dem Wort Salz) heiraten Poseidon und Ares.

Priester singen ein Salzgesang zur Mars Ehre.

Eine Salzfrau heiratet Poseidon, ihre 6 Söhne vergewaltigen ihre Mutter.

Bei den Azteken schützte die Salzgöttin die Kurtisanen

Japan: wird Salz in Ritualen verstreut/Salz gestreut nach Abschied unerwünschte Gästen.

Gefallenes Salz = schlechtes Zeichen.

Salz war bis Industriezeitalter Zeichen des Reichtums.

98% des Kochsalzes findet man in den Meeren und Salzseen gelöst in einer Konzentration von 1 - 4,5 gr.%, (die grossen Meere 3,5%).

Es macht dabei einen Anteil von etwa 90% aller Salze aus.

Als Sediment ist es in den Salzlagern abgelagert.

Im Tierreich ist NaCl zu 98% extrazellulär angereichert und in einer Konzentration von 0,9% das häufigste Mineralsalz, angereichert im Nervengewebe.

Gewinnung: aus Quellsolen, aus dem Meer, Salzsieden mit Feuer, durch die Sonne; heute auch elektrolytisch.

Prähistorische Funde und heutige Gegenstände zur einfachen Salzgewinnung weisen sehr häufig Formen eines Trichters auf mit enger Basis, die sich nach oben öffnet und verbreitert.

Physikalisch-chemische Eigenschaften

Natrium chloride (NaCl) hat eine ausser ordentliche Stabilität.

Die meisten anderen Salze lassen sich durch Erhitzung oder durch Säuren oder Basen verändern.

Die Löslichkeit von NaCl ist praktisch unabhängig von der Temperatur.

Die Flammenfärbung von Kochsalz ist gelb-orange, und kommt der Farbe der Sonne sehr nahe.

Die Farbe eines Holzfeuers wird neben dem Violett des Kaliums überwiegend vom Natrium bestimmt.

NaCl ist die Säure-Base-Verbindung, bei der die reinste Säure mit der typischsten Baseverbunden ist und so zum typischen, neutralen Salz wird.

Natrium chloridekristall ist inert als Kubus mit dem Quadrat als Grundfläche, 3 Symmetrieebenen, 6 Flächen, 8 Ecken.

Eine schnelle Verdunstung des Wassers kann allgemein bei Salzen zu einem „Skelett wachstum“ führen.

Beim Natrium chloride entstehen dann Trichter kristalle, die wie Schiffchen auf der Lösung schwimmen.

Unter dem Elektronenmikroskop findet man Spiralen aus Kuben. Die Kristalle sind klar, durchsichtig, farblos; die kleinen Kristalle ergeben ein Bild von Schnee oder Raureif.

Der Geschmack ist rein salzig (andere Salze haben oft neben salzig noch einen Beigeschmack).

Bei einem Versuch mehrerer Probanden, den Geschmack des Wassers von aufsteigender Salzkonzentration zu beschreiben, ergab die Reihe:

geschmacklos – fad - süss – kräftig – salzig – versalzen – scharf - ätzend.

Ein Salzkorn auf der Zunge vermittelt ein Bewusstsein des ganzen Mundes. Es lässt den Geschmack der Speise deutlich werden.

In konzentrierten Salzsolen wachsen gerne tiefrote Bakterien (wie Blut) oder gelbgrüne bis braune Algen.

Das sogenannte Zarensalz ist rosa mit Veilchenduft.

Durch Beimengungen (Hämatit) nimmt das Salz gerne purpurne Farben an.

Beim Blauen Steinsalz ist in der Gitterstruktur des Kristalls an Stelle eines Cl ̄Iones nur ein Elektron, was durch radioaktive Bestrahlung erzielt werden kann.

Natürliche Vorkommen sind bis heute ein Rätsel.

Dem Salz werden folgende Qualitäten zugeordnet:

Eindeutigkeit, Klarheit, Einfachheit, Reinheit, Bewusstsein.

Das Kochsalz zeigt unter allen übrigen Salzen bezüglich Farbe, Geschmack, Form und physikalischem Verhalten das einfachste, klarste und neutralste Verhalten.

Es kann vom chemisch-physikalischen Standpunkte aus als das Salz der Salze bezeichnet werden; damit ist Natrium muriaticum gleichzeitig Substanz wie auch Prinzip:

Ein Symbol.

Kochsalz vereinigt die irdischen und geistigen Kräfte im Kristall:

Es ist fest, strukturiert und eindeutig, bleibt aber offen für Licht, Wärme und Wasser.

 

[Dr. Hannes Proeller]

Natrium muriaticum wird heute als chemisch extrem reines Kochsalz beschrieben, während Hahnemann in seiner Leipziger Zeit für Natrium muriaticum das lokale Siedesalz

verwendet hat. Das aber besteht zu einem nicht geringen Anteil aus anderen Salzen, die zur Wirksamkeit beitragen. Gudjons versucht daher immer, bei der Herstellung der

Arzneimittel die ursprüngliche Qualität nach Hahnemann zu berücksichtigen. Das ist aber nicht der einfache Weg, denn jede Abweichung von der vorgeschriebenen Norm

zieht einen erheblichen Dokumentationsaufwand nach sich.

 

 

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