Repertorium als Problem

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[R. Methner]

Dominanz des Repertoriums

Ein (Computer-)Repertorium ist heute für die allermeisten Homöopathen in Europa das wichtigste Arbeitswerkzeug. Erst an zweiter Stelle folgt

Dann die Materia medica, meist in Form einer Handvoll 'Lieblings-Materia medicae'. Oft genug ist das Repertorium im Alltag sogar das einzige Werkzeug.

Die Differentialdiagnose der ersten Mittel einer Auswertung erfolgt dann im Kopf aufgrund des aktuellen Materia medica-Wissens.

Solch eine Dominanz des Repertoriums als Arbeitswerkzeug ist historisch relativ jung. Nach dem zweiten Weltkrieg mussten 'klassische' Homöopathen wie Künzli, P.Schmidt u.a. den Kollegen/innen erst die Vorteile einer Verwendung des Kent-Repertoriums nahelegen und sie im Umgang damit schulen.

Ab den 1970er und 1980er Jahren wurde die Aufwertung des Repertoriums gegenüber der Materia medica dann durch die aufkommende Computer-

Repertorisation beschleunigt und heute ist die Verwendung eines Repertorisations-Programmes Standard..

Die Kehrseite dieser Entwicklung ist eine starke Überbewertung des Repertoriums (und der entsprechenden Computerprogramme) im Entscheidungsprozess eines Homöopathen.

Im Ergebnis bedienen sich Viele im Alltag des aktuell größten Repertoriums, ohne allerdings die Entstehung und die Lückenhaftigkeit ihres Werkzeuges

Genau zu kennen. Die Mittelwahl basiert fast ausschließlich auf der Auswertung des eigenen Computer-Repertoriums, ist somit eher passiv und

Letztlich repertoriumsfixiert.

Schon 1982, als die Repertorien noch längst nicht so aufgebläht wie heute waren, kritisierte W. Klunker diese unkritische Repertoriumsgläubigkeit:

"Hatte noch Kent sein Repertorium als Hilfsmittel für seinen persönlichen Gebrauch gefertigt und dabei seine eigene, aus dem Herstellungsprozess erwachsene lebendige Kenntnis dessen erlangt, was den ursprünglichen Symptomen angetan werden musste, um sie in das Prokrustesbett der Rubriken zu zwingen, und wie gefährlich ungenau es dabei zuging, so geriet das Repertorium nach dem Druck, den die Allgemeinheit Kent abnötigte (um ihn auf der 1. Auflage sitzen zu lassen), später ins Ideologische und zum Ruhekissen des passiven Konsums: zur Passivität, die sich gedankenlos der Rubriken bedient, und zur Ideologie, der die Rubriken unantastbare und fraglose Autoritäten bedeuten."

(Hervorhebungen von mir)

Problem Repertorium 1 Prokrustes (griechisch „Ausstrecker“) war ein Riese aus der griechischen Mythologie und Sohn des Poseidon. Prokrustes bot Reisenden ein Bett an, auf das er sie legte. Wenn sie zu groß für das Bett waren, hackte er ihnen die Füße bzw. überschüssigen Gliedmaßen ab,

waren sie zu klein, hämmerte er ihnen die Glieder auseinander, indem er sie auf einem Amboss streckte. Als Prokrustesbett oder Bett des Prokrustes

bezeichnet man eine Form oder ein Schema, in die etwas gezwungen wird, das dort eigentlich nicht hineinpasst.

Im Kampf um Marktanteile haben die beiden größten Repertorium-Produzenten Radar (mit ihrem Synthesis, produziert von F. Schroyens) und Mac Repertory (mit ihrem Complete Repertory bzw. Millenium, produziert von R. van Zandvoort) ihre Repertorien quantitativ immens wachsen lassen.

Alleine der Übergang vom Synthesis 7 (1998) zur Version 9 (2005) brachte 65% neue Einträge, das aktuelle Synthesis 9.1 hat nun bereits über 1,7 Millionen Einträge. Trotz aller Lobeshymnen der Hersteller bezüglich ihrer angeblich besseren Versionen zeigt eine kritische Analyse rasch, dass

die Qualität unserer heutigen Repertorien beklagenswert ist und der quantitativen Entwicklung weit hinterherhinkt. Ja, man hat sogar den Eindruck,

dass jede noch umfangreichere Version den Wert des Werkzeuges Repertorium sogar verschlechtert.

Ein paar Beispiele werden das gleich exemplarisch zeigen. Grundsätzlich kann man an den aktuellen Repertorien kritisieren:

1) Die Zahl der Rubriken wurde inflationär und ohne wirklichen Sachverstand um ein vielfaches vermehrt.

Beim Anlegen neuer Rubriken wurde z.B. nicht genau geprüft, ob diese Rubriken bereits in ähnlicher Form existieren (siehe das Beispiel 'Ekzem' unten).

Die Folge ist ein Wildwuchs an ähnlichen (aber von den Mitteln her z.T stark verschiedenen), sinnlosen und unvollständigen Rubriken.

2) Bereits bestehende ähnliche Rubriken wurden nicht zusammengefasst. Daher müssen wir nach wie vor beim Repertorisieren unnötige Zeit aufwenden, um diese Rubriken zusammenzusuchen und sie dann zu einer einzigen zusammenzufassen.

Typisches Beispiel dafür sind die Rubriken 'Furcht, vor drohender Krankheit', 'Angst, um die Gesundheit' und 'Angst, hypochondrisch'. Bei Asthma müssen wir die Modalitäten und Unterrubriken nicht nur bei 'Atmung, asthmatisch/Asthma' suchen, sondern auch (bzw. sogar mehr noch) bei 'Atmung, Atemnot/schwierig'.

Mühsamer wird es dann bei der Behandlung von Rheuma. Hier muss ich dann immer mindestens folgende Unterrubriken studieren und zu einer Rubrik zusammenfassen:

a) Gliederschmerzen, (Allgemein); z.B. Extremitäten, Schmerz, Gehen besser.

b) Gliederschmerzen + Orte; z.B. Extremitäten, Schmerz, Untere Gliedmaßen, Hüften, Gehen besser.

c) Gliederschmerzen + "rheumatisch"; z.B. Extremitäten, Schmerz, rheumatisch, Beine, Hüftgelenk.

d) Gliederschmerzen + "Gelenke"; "z.B. Extremitäten, Schmerz, Gelenke, Bewegung besser.

Zusätzlich muss man noch ähnliche Modalitäten zusammenfassen, wie 'Bewegung besser' und 'Gehen besser', oder 'Kälte schlechter', 'kalte Luft schlechter' und 'kalter Wind' schlechter. Und weiterhin müssen all diese Modalitäten auch noch im Kapitel 'Rücken' studiert werden.

R. Methner Wer meint, er könne darauf verzichten oder sich doch auf

den genauen Wortlaut der Rubriken verlassen ("Bewegung und Gehen sind doch

verschiedene Dinge!"), der versteht noch nicht genug, wie das Repertorium entstanden ist und wie verzerrt und mangelhaft es oft genug die Materia medica wiedergibt. Zur Erinnerung: Nicht das Repertorium ist die verlässliche Referenz, sondern die gesamte Primär Materia Medica!

3) Mit Hilfe von Computerprogrammen(!), also nicht einzeln und mit kritischer Prüfung, wurden Oberrubriken aufgefüllt oder neue Riesenrubriken geschaffen, indem man z.B. alle Mittel von Unterrubriken in höherstehenden Oberrubriken ergänzt hat.

Damit haben diese Rubriken meist ihren qualitativen Wert verloren.

Hatte die Rubrik 'Periodizität' im Kapitel 'allgemeines' im Complete Millenium von 2011 noch 150 Mittel, sind es nun im Complete 2013 schon

420.

Ich konzentriere mich auf diese beiden Repertorien, da sie geschätzte 70 - 80% der in Europa verwendeten Repertorien ausmachen.

Ich bezweifle auch, das andere Computerfirmen bzw. Repertoriumsmacher besser sind, da es sich in der Regel um kleine Ein-Mann-Betriebe handelt.

Es gäbe noch viel mehr dazu zu sagen, aber im Rahmen des Artikels konzentriere ich mich auf die für mich wichtigsten Punkte.

Ähnliches gilt übrigens auch für andere Kapitel, wie Magen und Abdomen.

Schmerzmodalitäten bitte immer in beiden Kapiteln studieren!

Es ist bedauerlich, dass sowohl das Complete, als auch das Synthesis dadurch ihre Datenmenge vervielfacht und gleichzeitig damit

ihre Brauchbarkeit verringert haben5.4)

Die Wertigkeiten der Mittel entsprechen nicht oder nur unvollkommen ihrer Bedeutung in der Materia medica.

Jeder, der schon einmal ein Mittel gründlich studiert hat und anschließend die wichtigsten Informationen im Repertorium kontrolliert hat, wird entsetzt sein, wie ungenau und unvollständig die klassische Literatur im Repertorium vertreten ist. Bei meinem Studium von Iodum im Rahmen des Saine-

Projektes habe ich alleine schon bei der Repertorisation des Genius des Mittels (der gerade mal Seiten umfasst, im Gegensatz zu 70 Seiten Gesamttext)

über 400 Rubriken in der Wertigkeit verändert oder das Mittel überhaupt ergänzt.

5) Wichtige Informationen -wie charakteristische Modalitäten- der Materia medica (aus Toxikologie, Prüfungen oder Kasuistiken) fehlen im Repertorium (siehe das Staphisagria - Beispiel unten). André Saine schätzt, das im Repertorium nur 40% der wichtigen Materia medica-Quellen enthalten ist!

Dies ist allerdings nicht unbedingt den Machern der Repertorien anzulasten, sondern resultiert aus der bisher fehlenden Bearbeitung unserer alten Materia Medica-Quellen, somit handelt es sich um ein Versäumnis der gesamten Homöopathie-Szene. Aber zum Glück ändert sich das ja gerade mit den

Zwei Materia medica Projekten von Saine und Gypser (siehe HK 1/2012, Wie lerne ich Materia medica).

6) Die zigtausenden Ergänzungen modernen Autoren (inklusive deren oft zweifelhafte 'Arzneimittelprüfungen') werden nicht kritisch geprüft. Es traut sich z.B. keiner der Repertoriumsmacher eine 'Positivliste' verlässlicher Autoren anzulegen, vermutlich aus Angst irgendwelche Schulen oder Richtungen zu verprellen.

Es existieren auch keine Kriterien, was "Verlässlichkeit" sein könnte und wie und durch wen sie beurteilt werden kann. Somit wird jeder Homöopath, welcher Bücher oder Artikel veröffentlicht oder Seminare gibt als zuverlässig angesehen, was leider ein Irrtum ist.

Wer 'bekannt' ist, ist damit noch nicht automatisch zuverlässig.

Aus  diesem  Grund  arbeite  ich  in  der  Praxis  meist  mit  einer  älteren  Completeversion, welche noch nicht so aufgebläht  ist.

Das  Thema  Betrug,  Täuschung  und  Fälschung  wird  in  der  Homöopathieszene  weitgehend verdrängt  und  abgespalten. Es gibt noch nicht einmal  eine  Kontrollinstanz, welche Verdachtsfälle  untersucht.  Dennoch  oder  gerade  deswegen  gibt  es  die  Problematik  und  gerade unter  den  'berühmten'  Homöopathen (interessanterweise v.a. Männern) gibt es die geschicktesten Betrüger und Blender.

Zu Problem 1): Aufgeblähte Zahl von neuen Rubriken

Beispiel: Die Rubriken von 'Ekzem'

Ekzeme bzw. Neurodermitis treten häufig auf, die typische Symptomatik kennen viele, somit sollte es leicht fallen, das nun folgende zu verstehen.

Nehmen wir die Rubrik "Ekzem" und seine Unterrubriken aus dem Synthesis 9.1.

Es existieren davon mindestens 55(!) Unterrubriken.

Ekzem - Beispiele 1 - 2:

Haut - Hautausschläge - Ekzem - nachts: psor. tl1

Haut - Hautausschläge - Ekzem - juckend - nachts: psor. mtf11

Kommentar: Die beiden Rubriken enthalten jeweils nur ein Mittel. Kann das sein?

Gibt es nur ein Mittel in der Materia medica, welches ein Ekzem mit einer Verschlechterung nachts heilt? Natürlich nicht!

Zum Vergleich:

Haut; JUCKREIZ; nachts (95): agar. (AlnP), ail. alum-p. (KentC), am-c. am-m. ant-c. (AlnP), Ap-g. (CrkCt), arg-n. arn. (AlnP), Ars. (AlnP),

Atista (CCRHf), bar-c. bar-s. (KentC), berb. (AlnP), Bov. Cadm-s. (AlnP), cand-a. (Rief), Carbn-s. card-m. cassi-s. (CCRHf), caust. cem. (AnsR).

chin. (AlnP), Chlol. Cina. (AlnP), cinnb. (AlnP), cist. clem. cocc. corn. (HalH), croc-s. cupr-o. (CCRHf), curc. (CCRHf), dol. dulc. (HahE),

 euphr. fago. (HalH), ferul. (AlnP), fl-ac. (AlnP), gamb. gels. graph. ign. (AlnP), iris, kali-ar. kali-bi. (AlnP), kali-c. (HahE), kali-i. (Her), kali-m. (AlnP),

kreos. kurch. (CCRHf), lach. lachn. led. lyss. mag-c. (HahE), manc. med. (Brk), mela. (AlnP), merc. merc-i-f. mez. mosch. (AlnP), nat-m. (AlnP),

nux-v. ol-j. (AlnP), olnd. parth. (VklL), ped. (AlnP), per. (AlnP), petr. (HahE), phos. (HahE), pic-ac. (AlnP), plan. (AlnP), plat. (HahE), psor. (Ptk),

puls. puls-n. (HalH), rad-br. (CrkCt), sabad. (AlnP), sanic. (CrkCt), sapin. (AlnP), sars. (AlnP), sil. stram. stry. (AlnP), Sulph. (AlnP), tama. (VklL),

thuj. thyr. til. (AlnP), trio. (AlnP), tub. (AlnP), Urt-u. zinc-s. (Lili).

 

Ekzem- Beispiel 3:

Haut - Hautausschläge - Ekzem abschilfernd: ars. (mtf11), bac. (jl2), streptoc. (jl2)

Berühmtes Beispiel ist R. Sankaran. Er ist derzeit weltweit einer der bekanntesten Homöopathen -­ gleichzeitig ist er ein Homöopath, welcher in der Behandlung schwerer Pathologien (z.B. Krebs, M.S.) und ernster akuter Erkrankungen (z.B. Pneumonie)  fast nichts vorzuweisen hat und dessen Live

-Anamnesen in Europa in der Regel Fehlverschreibungen zur Folge hatten.

Kommentar:

Diese Rubrik ist ein Synonym für schuppige bzw. abschuppende Hautausschläge. Es gibt viel mehr und auch charakteristischere Mittel (von Ars. mal abgesehen) als diese 3 in der Rubrik.

Zum Vergleich: Haut; HAUTAUSSCHLÄGE; abschilfernd; allgemein (110):

Acet-ac. Acon. (BngC), agar. Am-c. (BngC), Am-m.  Ant-c. (BngC), Ant-t. Apis. Ars. (BngC), ars-i. ars-s-f. (KentC), arum-t. (HalH), Aur-met.

bar-c. Bell. bor. (BngC), bov. bufo (KentC), calc. (BngC), calc-s. calc-sil. (KentC), canth. caps. carb-an. caust. cham. clem. coloc. com. (HalH),

con. cortico. (StphH), crot-h. crot-t. (BngC), cupr-met. dig. dulc. (BngC), elaps. euph. Ferr-met. ferr-p. fl-ac. (BngC), foll. (JulB), graph. (BngC),

hell. hep. (Ptk), hydr. (HalH), hydrc. iod. kali-ar. kali-c. kali-m. (Ptk), Kali-s. kali-sil. (KentC) kreos. lach. laur. led. lepro. (VklL), lyc. (BngC),

mag-c. manc. medus. (CrkCt), merc. (BngC), merc-c. (BngC), Mez. mosch. Musa (VklL), nat-ar. nat-c. nat-m. nat-p. nat-sil. (KentC), nit-ac. (Ptk),

Olnd. op. par. petr. (KentC), ph-ac. phos. phyt. (Ptk), pip-m. (HalH), pip-n. (Bann), plat. Plb-met. Psor. puls. ran-b. (BngC), ran-s. rhus-t. (BngC),

rhus-v. ruta (Mezg), sabad. sars. (Ptk), sec. sel. Sep. (BngC), sil. (BngC), spig. staph. sul-ac. Sul-i. (KentC), sulph. (BngC), tarax. teucr. thuj. (BngC),

thyr. (Ptk), til-c. urt-u. verat. vip. (Schm).

 

Ekzem - Beispiel 4:

Haut - Hautausschläge - Ekzem mit Absonderungen:

alumn. (mtf11), cic. (bro1), con. (bro1), dulc. (bro1), graph. (bro1), hep. (bro1), kali-m. (bro1), kreos. (ptk1), lapp-a. (ptk1), maland. (jl2),

merc-c. (bro1), merc-pr-r. (bro1), mez. (bro1), sep. (bro1), staph. (bro1,mtf33), sul-i. (br1,ptk1), tub. (bro1), vinc. (ptk1), viol-t. (bro1).

Kommentar: Diese Rubrik ist ein Synonym für nässende Hautausschläge. Es gibt viel mehr Mittel als diese 19 in der Rubrik, zudem fehlt eine Differenzierung in der Wertigkeit.

Zum Vergleich:

Haut; HAUTAUSSCHLÄGE; Absonderung, feuchte (120):

aegle. (CCRHf), aethi-a. (Brk), alum. alum-p. (KentC), alum-sil. (KentC), anac. anag. ant-c. ant-t. arist-cl. (StphH), ars. ars-i. ars-s-f. (KentC),

atista (CCRHf), aur. (Knr), bar-c. bell. bel-p. (Schm), beryl. (JulB), bor. bov. (BngC), bry. Bufo. cact. cadm-s. calc. (BngC), calc-f. (JulB),

calc-s. calc-sil. (KentC), canth. caps. carb-an. Carb-v. Carbn-s. cassi-s. (CCRHf), caust. cham. chrysar. (Brk), cic. cist. clem. con. (HahE),

crot-c. (AlnP), crot-h. crot-t. cupr-met. Dulc. (HahE), germ-met. (ShrC), Graph. hell. hep. hydr. iod. jug-c. kali-ar. kali-br. kali-c. kali-chl.

kali-p. kali-s. kali-sil. (KentC), kreos. lach. Lappa (HalH), led. Lyc. manc. merc. merc-i-f. Mez. morg-g. (Pat), mur-ac. nat-ar. nat-c. (HahE),

Nat-m. nat-p. nat-s. nat-sil. (KentC), nit-ac. nux-v. olnd. petr. ph-ac. phos. phyt. pitu-a. (Flor), psor. puls. rad-br. (Mezg), ran-b. ran-s.

Rhus-t. rhus-v. ruta. sabin. sanic. (Chdr), sars. sec. (KentC), sel. Sep. Sil. Sol-n. squil. staph. still. stront-c. (Brk), sul-ac. sul-i. sulph. tarax.

tarent. (CCRHf), tarent-c. (CCRHf), tell. thea. (CCRHf), thuj. vario. (Brk), vinc. viol-t. zinc. zinc-p. (KentC)

 

Ekzem-Beispiele 5 - 6:

Haut - Hautausschläge - Ekzem - akut: acon. (bro1), anac. (bro1), bell. (bro1), canth. (bro1), Chinin-s. (bro1), Crot-t. (bro1), mez. (bro1), Rhus-t. (bro1), sep. (bro1), vac. (jl2,mtf11).

Haut - Hautausschläge - Ekzem - chronisch: am-c. (bg2), bar-c. (bg2), calc-f. (bg2), com. (mtf11), cupr-met. (bg2), cur. (bg2), guaj. (bg2), ichth. (mtf11),

lev. (mtf11), mang-c. (mtf11), merc. (mtf11), Nat-c. (bg2), psor. (bg2,jl2), sec. (bg2), sep. (bg2,mtf11), sul-ac. (mtf11), sul-i. (bg2), Sulph. (bg2),

tub. (mtf33), viol-t. (bg2).

Kommentar:

Diese beiden Rubrik sind sinnlos. Es gibt in der Behandlung des Ekzems keinen Unterschied zwischen 'akuten' und 'chronischen' Mitteln. Jedes gut

passende Mittel kann jeden Ekzemzustand heilen, egal ob hochakut oder lange schon bestehend. Und selbst wenn man aus der Erfahrung heraus solche Rubriken schaffen wollte, sind die hier angegeben Mittel in ihrer Anzahl und Wertigkeit völlig mangelhaft.

 

Ekzem - Beispiel 7:

Haut - Hautausschläge - Ekzem - allergisch: nat-pyru. (mtf11)

Kommentar:

Diese Rubrik ist ebenfalls sinnlos. Die meisten Ekzeme spielen sich auf allergischer Grundlage ab und diese Rubrik ist wertlos für die Mittelwahl.

 

Ekzem - Beispiele 8 - 12:

Haut - Hautausschläge - Ekzem + Herpes: petr. (mrr1)

- intensiver Röte: crot-t. (mtf11)

+ Leberbeschwerden: lyc. (bro1,ptk1)

+ Beschwerden in Bezug auf dem Urin: lyc. (ptk1)

Chronisch + Angst: asthm-r. (mtf11)

Kommentar:

Diese Rubriken sind alle wertlos. Wie jeder leicht erkennen kann, kann die Kombination zweier häufig auftretender Zustände (z.B. Ekzem und Herpes,

Ekzem und Harnwegsbeschwerden, Ekzem und Angst) nicht nur ein Mittel ergeben. Zudem sind diese Informationen wie "Angst" etc. völlig unspezifisch, helfen somit nicht bei der Mittelwahl.

 

Ekzem - Beispiele 13 - 17:

Haut - Hautausschläge - Ekzem + Fissuren: Tub. (jl2)

Haut - Hautausschläge - Ekzem + dunkelrote Fissuren: tub. (jl2)

Haut - Hautausschläge - Ekzem + nässende Fissuren: tub. (jl2)

Haut - Hautausschläge - Ekzem + schmerzhafte Fissuren: tub. (jl2)

Haut - Hautausschläge - Ekzem + trockene Fissuren: tub. (jl2)

Kommentar:

Diese Rubrik "Ekzem und Fissur" ist nicht nur ungenügend (es gibt weitaus wichtigere und zahlreichere Mittel bei rissigen Ekzemen, als Tub.), sondern

ihre Vervielfachung zeigt auch das von mir oben angesprochene Grundproblem moderner Repertorien: die Aufblähung der Rubriken-Zahl mit wertlosen

Informationen.

 

Ekzem - Beispiele 18:

Haut - Hautausschläge - Ekzem: durch Impfung - mez. (bro1), skook. (c1), Thuj. (tl1), vac. (jl2)

CR: Allgemeines; IMPFUNG; nach (41): acon. (CrkCt), ant-t. (BngC), apis (GrmC), ars., bac. (BurC), bapt. (GrmC), bcg (JulB), bell. (CrkCt),

bufo (Schm), carc. (FoubP), crot-h. (Brk), diph. (GrmC), echi. graph. (CrkCt), gun. (AnsR), hep. kali-chl. lac-v. (CrkCt), lepro. (VklL), Maland.,

med. (Schm), merc. (BngC), merc-cy. (GrmC), Mez. (Schm), nat-bic. (Dock), ped. (Schm), phos. (CrkCt), psor. (Schm, rhus-t. (BngC), sabin. (Knr),

sarr. (Dock), sars. sep. (Brk), SIL. (Schm), skook. (CrkCt), SULPH. (Schm), syc-co. Pat, THUJ. (GrmC), Tub. (Knr), Vac. (Schm), vario. (Bann).

Kommentar:

Kann es sein, das nur 4 "Impfmittel" bei Ekzemen hilfreich sein können? Nein, sicher nicht. Weder entspricht das der Erfahrung, noch ist eine solche Rubrik aus grundsätzlichen Erwägungen heraus sinnvoll.

 

Ekzem - Beispiele 19:

Haut - Hautausschläge - Ekzem - juckend: ars. (mtf11), cygn-ol. (sze3), ins. (br1), led. (tl1), mez. (tl1), rhus-t. (tl1), staph. (mtf33), Tub. (jl2).

Kommentar: Diese Rubrik ist wieder völlig sinnlos, da die meisten Ekzeme jucken. Es ist typisch und normal, das Ekzeme jucken. Somit ist die Information "jucken" wertlos, zumal sie ja noch nicht einmal in ihren Juckreiz - Modalitäten differenziert ist. Zudem ist sie aus fachlicher Sicht ungenügend, da viele wichtige "Juckmittel" fehlen.

Beim  Nachdenken  über  das  Thema  'Causa'  sollte  einem  klar  werden,  das  es  begrenzte  "Causa-­Mittel"  oder  entsprechende  Rubriken  eigentlich 

nicht  geben  kann. 

Jedes Mittel der Materia medica, kann jede "Causa-­Folge' korrigieren, sofern eine ausreichende Ähnlichkeit zwischen Mittel und den charakteristischen Patienten -­Symptomen existiert.

 

Ekzem - Beispiele 20 - 22:

Haut - Hautausschläge - Ekzem bei Kindern: calc. (fr3), calc-m. (mtf), calc-s. (c1), carc. (dgt1), dulc. (mtf), psor. (mtf33) sep. (mtf33), staph. (mtf33), viol-t. (br1).

Haut - Hautausschläge - Ekzem bei Kleinkindern: frax. (br1), med. (gk5,mrr1), strept-ent. (jl2)

Haut - Hautausschläge - Ekzem seit der Kindheit: carc. (gk6,mlr1), med. (mrr1), tub. (mrr1)

Kommentar:

Diese Rubriken zeigen eindrücklich, wie mechanisch und geistlos das Nachtragen bzw. das Neuschaffen von Rubriken offensichtlich erfolgt.

Vermutlich wird ein Computerprogramm gefragt:

"Kennst du die Kombination 'Ekzem' und 'Kleinkinder'?" und es antwortet „Nein“. Also legen die Repertoriumsmacher eine neue Unterrubrik

"Haut - Hautausschläge - Ekzem bei Kleinkindern an“ ohne sich offensichtlich Gedanken darüber zu machen, ob diese Rubrik fachlich

sinnvoll ist (es macht keinen Sinn, bei Ekzemen zwischen Kindern und Kleinkindern zu unterscheiden) oder sprachlich in and einer Form (Ekzem, seit der Kindheit) bereits existiert.

So könnte ich mit allen weiteren Unterrubriken fortfahren... - sie sind alle mehr oder weniger sinnlos, überflüssig und offensichtlich ohne Nachdenken in das Repertorium übernommen worden!

Beispiel: Die Rubrik ' Tuberkulose'

Ein weiteres leicht nachvollziehbares Beispiel, wie scheinbar gedankenlos das Nachtragen erfolgt bietet die Rubrik "Tuberkulose'.

Im Complete Millennium 2011 (in Radar gibt es eine ähnliche Rubrik) gibt es im Kapitel 'Allgemeines' die folgende neugeschaffene Rubrik:

Allgemeines; TUBERKULOSE (149 Mitteln): abr. (102), acon. (5), agar. (1058), allox. (149), alum. (1058, alum-sil. (58), alumn. (1058), am-acet. (102), am-c (5), ambr. (5), ang. (5), ant-c. (1058), apis (102), aq-mar. (72), arg-met. (111), arg-n. (1058), arist-cl. (149), arn. (5), ars. (5), ars-i. (1058), ars-s-f. (58), asaf. (5), astac. (36), astrag-e. (149), atrag-r. (149), aur-met. (5), aur-ar. (102), aur-i. (102), aur-m. (1058), bac. (62, bar-c. (5), bcg (149), bell. (5),

beryl. (149), bor. (5), bry. (5), buni-o. (149), calad. (5), calc. (5), calc-ar. (54), calc-hp. (111), calc-i. (102), calc-p. (54), calc-s. (102), calc-sil. (58),

calo. (85), cann-s. (36), carb-ac. (1058), carb-an. (5), carb-v. (5), carbn-s. (1058), carc. (119), caust. (5), cham. (5), chin. (5), chlor. (36), chlorpr. (149),

chr-o. (85), cic. (58), cist. (1058), coca (36), cocc. (5), usw. und sofort.

Ich  bin  keinesfalls  gegen  das  Neuanlegen  von  neuen  Rubriken.  Im  Gegenteil,  sie  können  sehr  gut  hilfreiche  und  differenzierende  Informationen  der  Mittel  darstellen.  Sie  sollten  aber  das  Charakteristische eines  Mittels  herausheben  und  nicht  belanglose  oder  sinnlose  Informationen 

enthalten.

 

Die gleiche Rubrik existierte aber bereits im Original - Kent im Kapitel 'Brust' und sie ist wesentlich genauer:

Brust; LUNGENTUBERKULOSE (220): acal. (25), acet-ac. acon. (5), aesc. (1058), aethi-a. (77), Agar. agarin. (102), agav-t. (149), all-s. (72),

alumn. (58), am-c. (5), am-m. (5), ant-ar. (102), ant-c. (1058), ant-i. (25), ant-t. aq-mar. (149), arg-met. (58), arg-n. (5), arist-cl. (119),

arn. (5), ars. (5), ars-i. ars-s-f. (58), arum-t. (58), asaf. (54), atro. (102), aur-met. (1058), aur-ar. (102), aur-m. (1058), aur-m-n. (85), Bac. (62),

bals-p. (72), bapt. (100), bar-c. (1058), bar-m. bell (5), berb. (58), beryl. (149), beta. (102), betin. (102), blatt-o. (102), brom., bry. (5),

bufo. cact. (1058), calag. (102), Calc. (5), calc-ar. (102), calc-f. (102, calc-hp. (25), calc-i. (102), Calc-p. calc-s. calc-sil. (58), calo. (102,

cann-s. (36), carb-an. carb-v. (5), carbn-s. (25), carc. (207), card-m. caust. (1058), cetr. (8), cham. (1058), chin. (5), chin-ar. (54), chin-s. (102),

chlol. (36), chlor. cimic. (25), coc-c. (36), cod. (102), con. (5), crot-h. (102), cupr-met. (37), cupr-ar. (102), dig. (5), dros. dulc. (5),

elaps. erig. (25), erio. (102), eucal. (77), euon. (1058), eupi. (111), ferr-met. (5), ferr-acet. (102), ferr-ar. (102), ferr-i. ferr-m. (102), ferr-p. (8),

fil. (72), fl-ac. form. (102), form-ac. (77), gall-ac. (85), gamb. (72), graph. guai. (5), guare. (36), ham. (54), helx. (85), Hep. (5), hippoz. hydr. (8),

hydrc. (102), hyos. (5), hyosin. (102), ichth. (102), Iod. iodof. (100), ip. (8), jug-c. (25), just. (77), kali-ar. kali-bi. (8), Kali-c. (5), kali-chl. (1058),

kali-i. (1058), kali-m. (61), kali-n. (5), kali-p. Kali-s. kali-sil. (58), kreos. lac-c. (102), lac-d. (2), lach. (5), lachn. (72), laur. (5), lec. (102),

led. (5), lepro. (197), lipp. (85), lob. (1058), Lyc. (5), lycps. (1058), mag-c. (58), malar. (77), mang-met. (102), mang-acet. (1), med. merc. (5),

merc-c. (8), merc-i-r. (102), mill. myos-a. (100), myris. (25), myrt-c. naphtin. (72), nat-ar. nat-c. (5/2), nat-cac. (102/2), nat-m. nat-p. (1058),

nat-s. (8), nat-sel. (102/2), nit-ac. (5), nux-m. (5), nux-v. (5), ol-j. ox-ac. petr. ph-ac. (5), phel. (8). Phos. (5), phyt. (1058), piloc. (102),

pineal. (102), plb-met., polyg. (102), polyg-a. (72), prun-c. (25), Psor. ptel. (8), Puls. pyrog. (58), rhus-t. (5), rumx. (8), ruta (5), salv. (100),

samb. (5), sang. sec. (102), Senec. (25), seneg. (5), sep. (5/3), Sil. (5), silpho. (72), Spong. (5), Stann-met. (5), stann-i. (85), staph. (1058),

stict. (102), still. (25), succ. (72), sul-ac. (5), sul-i. (58), sul-ac. (149), Sulph. (5), tarent. (1058), tarent-c. (58), teucr. (72), teucr-s. (85),

thea. (102), Ther. thuj. (1058), tril. (8), Tub. tub-a. (77), tub-r. (149), tus-fa. (72), uran-n. (25), urea (102), vac. (85), vanad. (102), verb. (85),

Zinc. (5), zinc-p. (58),

Ein kurzer Blick auf die Qualität der beiden Rubriken zeigt schnell, wie nachlässig und ungenügend die neue Rubrik ist:

 

Ist es bei Mitteln wie Jod. etc. noch gleichgültig, welche Rubrik man verwendet, so kann man sich bei so 'tuberkulinischen' Mitteln wie Tub.

Sil. Calc-p. etc. nur wundern, dass diese nur einwertig in der neuen Rubrik eingetragen wurden.

 

Zu Problem 5: Das Repertorium deckt nicht zufriedenstellend die verlässliche Materia medica ab.

Beispiel: Staphisagria und die Verschlechterung durch Bewegung.

Im Repertorium (Complete und Radar) steht in der Rubrik 'Gliederschmerzen, Bewegung schlechter' kein Staphisagria - obwohl diese Modalität wichtig und charakteristisch für Staphisagria-Schmerzen ist. Auch bei "Gliederschmerzen, Gehen schlechter' fehlt Staphisagria.

Gliederschmerzen; ALLGEMEIN; Bewegung; agg. (78)

: aesc. agar. (1058), alum-sil. (58), androc. (222), atista (192), aza. (192), bac. (149), bamb-a. (1184), berb. (122), bor. (58), Bry. calc-p. cann-s. (1058), caps. carb-an. (1058), carb-v. (1058), caust. (1058), chin. cinnb. (58), cocc. Colch. coloc. croc. (1058), curc. (192), dulc. dys-co. (136), euphr.

Ferr-met. (1058), fl-ac. (1058), graph. (1), gua. (85), guai. (19, ham. (1058), hell. (1), hyos. (1058), jug-r. (144), kali-bi. (58), kali-p. (1058),

kalm. lac-c. (58), lach. (1058), lap-mar-c. (194), led. lyc. (1058), magn-gr. (144), mangi. (197), med. (58), merc-c. naja, nat-ar. (8), nat-m.

nit-ac. (1058), nux-m. nux-v. ox-ac. petr. (1058), ph-ac. (1058), phos. (1058), phyt. Plb-met. psor. (1058), puls. (1058), pyrog. (1058), ran-b.

rhod. (1058), rhus-t. (1058), ruta (1058), sabad. (1058), sabin. (85), sil. spirae. (144), squil. thuj. (5), tub. (111), valer. (1058), verat. (1058),

vip. (36), zinc.

 

Schauen wir in einer wahrhaft verlässlichen Materia Medica, in Hahnemanns 'Reiner Arzneimittellehre' 10 unter Staphisagria.

Dort finden wir im Kapitel 'Extremitäten' 27 Textstellen, welche eine deutliche Verschlechterung durch Bewegung bzw. Gehen zeigen aber

nur 11 Textstellen mit einer Verschlechterung durch Ruhe (inkl. Stehen, Sitzen, Liegen); sogar nur 2 Textstelle zeigen eine ausdrückliche Besserung

durch Bewegung). (Ders. a. a. O. = Derselbe am angeführten/angegebenen Ort)

 

Ausschnitt:

Schmerz, wie Verrenkung, im rechten Schultergelenke, bloß bei Bewegung. (Herrmann, a. a. O.)

Stumpf stechende Schmerzen am Schultergelenke, bei Bewegung und Berührung heftiger. (Ders. a. a. O.)

Drückendes Ziehen in den Schultergelenken, früh im Bette und gleich nach dem Aufstehen;

bei Bewegung heftiger. (n. 5 Tagen.) (Ders. a. a. O.)

280. Feines Reißen am Kopfe des linken Schulterknochens, bei Bewegung heftiger. (Ders. a. a. O.)

Lähmiges Ziehn im Schultergelenke, bisweilen auch im ganzen Arme, wenn er ihn beim Liegen, im Bette, unter den Kopf legt. (n. 90 St.) (Groß, a. a. O.)

Reißender Schmerz im linken Oberarme, im dreieckigen Muskel, im Sitzen, welcher von Bewegung vergeht. (Franz, a. a. O.)

Reißender Schmerz in den Muskeln des linken Oberarms, dicht am Ellbogen. (Langhammer, a. a. O.)

Stichartiges Reißen in den Muskeln des rechten Oberarms, nahe beim Ellbogengelenke. (Ders. a. a. O.)

285. Heftig drückender Schmerz im linken Schultergelenke, durch keine Bewegung verschwindend. (n. 36 St.) (Hartmann, a. a. O.)

Lähmig drückender Schmerz am linken Oberarme, bei Berührung heftiger. (n. 72 St.) (Herrmann, a. a. O.)

Hartes Drücken am rechten Oberarme, nach innen, bei Berührung heftiger. (n. 2 St.) (Ders. a. a. O.)

Lähmig drückender Schmerz am linken Oberarme, bei Berührung und Bewegung heftiger;

der Arm ist geschwächt. (n. 36 St.) (Herrmann, a. a. O.)

Drückendes Ziehen hie und da an den Obergliedmaßen, bei Berührung heftiger. (n. 7 St.) (Ders. a. a. O.)

Lähmiger Druck an beiden Ober- und Unterarmen; bei Bewegung und Berührung heftiger. (n. 5 Tage n.) (Ders. a. a. O.)

Drückendes Ziehen im dreieckigen Muskel. (Franz, a. a. O.)

Langsame, stumpfe Stiche, wie Drücken, in der Mitte des Vorderarms. (Groß, a. a. O.)

Lähmige Schwäche um das Ellbogengelenk. (n. 2 St.) (Franz, a. a. O.)

Neben der Beugung des Ellbogens, mehr nach dem Vorderarme zu, eine Empfindung, als wäre ein Hautausschlag ausgebrochen, oder wie wenn man sich mit einer Nadel geritzt hat - eine Art Grießeln, etwas brennend; doch sieht man nichts an der Stelle, welche vorzüglich bei Berührung schmerzt. (Stapf, a. a. O.)

295. Unterhalb des linken Ellbogens an der äußern Seite der Speiche, drückendes Ziehen, wie ein Klemmen. (Groß, a. a. O.)

Stechendes Reißen im linken Vorderarme. (n. 1 St.) (Kummer, a. a. O.)

Drückendes Ziehen in den Muskeln des Vorderarms und auf dem Handrücken. (Franz, a. a. O.)

Zucken im linken Vorderarme, in der Ruhe. (n. 75 St.) (Gutmann, a. a. O.)

Klammartiger Schmerz um das rechte Handgelenk, der beim Ausstrecken der Finger vergeht, beim Einschlagen derselben aber zurückkehrt und dann zugleich auch einen reißenden Stich durch den ganzen Arm bis in die Schulter erzeugt. (n. 24 1/2 St.) (Hartmann, a. a. O.)

300. In der Handwurzel quer über ziehendes Drücken, besonders bei Bewegung. (Franz, a. a. O.)

Stechendes Reißen im linken Handgelenke. (n. 1 St.) (Kummer, a. a. O.)

Ziehender Schmerz durch die Knochen des Handrückens, besonders bei Bewegung. (Franz, a. a. O.)

Kitzelndes Jücken m linken Handteller, zu kratzen reizend. (Langhammer, a. a. O.)

Schmerzhaftes Ziehen im Mittelgelenke des rechten Zeigefingers. (Herrmann, a. a. O.)

305. Lähmig ziehender Schmerz in den hintern Gelenken der Finger, wo sie sich mit den Mittelhandknochen vereinigen - bei Bewegung heftiger.

(Ders. a. a. O.)         Derselbe am angeführten/angegebenen Ort

Hartes Drücken am Mittelhand - Knochen des linken Zeigefingers, bei Berührung und bei Bewegung des Fingers heftiger. (n. 4 M

in.) (Ders. a. a. O.)

Absetzend drückender Schmerz an den Mittelhandknochen des linken Daumens, bei Berührung heftiger. (Ders. a. a. O.)

Schmerzhaftes Ziehen in den Gliedern der Finger rechter Hand. (n. 5 St.) (Ders. a. a. O.)

Feines, zuckendes Reißen in den Muskeln der Daumens, vorzüglich stark an der Spitze. (n. 45 St.) (Ders. a. a. O.)

310. Reißender Schmerz in den Muskeln des linken Daumenballens, welcher bei Bewegung des Daumens verging. (Langhammer, a. a. O.)

Feines, zuckendes Reißen in den Muskeln mehrer Finger, vorzüglich in den Spitzen derselben. (Herrmann, a. a. O.)

Wenn er die Finger frei ausstreckt, so gerathen sie in konvulsive Bewegung auf und nieder. (Groß, a. a. O.)

Kriebeln in den Fingern, als wollten sie einschlafen. (n. 4 1/2 St.) (Haynel, a. a. O.)

Drückend klammartiger Schmerz am Ballen des rechten, kleinen Fingers, bei Bewegung der Hand. (Langhammer, a. a. O.)

315. Anhaltend drückender Schmerz vom Mittelgelenke des rechten Mittelfingers an, nach vorne zu, auch in der Bewegung anhaltend. (n. 77 St.) (Gutmann, a. a. O.)

Tiefe, jückend brennende, scharfe Nadelstiche im linken Daumen, welche zum Kratzen reizen. (Groß, a. a. O.)

Spannende Stiche in der linken Daumenspitze. (n. 52 St.) (Gutmann, a. a. O.)

Nadelstichartiger Schmerz im mittelsten Gliede des rechten Zeigefingers und dem anstoßenden Gelenke, anhaltend in der Bewegung. (n. 54 St.)

(Ders. a. a. O.)

Klamm in den Fingern und verschiednen Theilen der Gliedmaßen. (Groß, a. a. O.)

320. Es ist, als wäre eine harte Haut über die Fingerspitzen der linken Hand gezogen; er hat wenig Gefühl darin und kann beim Betasten nichts gut  unterscheiden. (Herrmann, a. a. O.)

Mehr Hitzempfindung, als Hitze der rechten Hand, welche auch röther war, als die andre, mit feinem Reißen im Mittelgelenke der vier Finger derselben. (Haynel, a. a. O.)

Kitzelnde, scharfe Stiche in der hohlen Hand. (n. 1 St.) (Groß, a. a. O.)

Brennend jückendes Fressen an den Hinterbacken, wie wenn man etwas Schafwollenes auf die Haut zieht, Abends im Bette; durch Kratzen verging's an der einen Stelle und kam an eine andere. (Teuthorn, a. a. O.)

Bohrender Schmerz in den linken Gesäßmuskeln, im Sitzen. (n. 12 St.) (Gutmann, a. a. O.)

325. Stechendes Jücken an den Gesäßmuskeln und mehren Stellen des Körpers. (Herrmann, a. a. O.)

Beim Liegen, ein Müdigkeitsschmerz quer über die Oberschenkel und als ob sie zerschlagen wären; dabei Empfindung von allzu großer Straffheit in den Gelenken und etwas Bebendes und Unruhiges darin, so daß er sie nicht still halten kann. (Franz, a. a. O.)

Schmerz, wie von Verrenkung in der Mitte des linken Oberschenkels, vorzüglich beim Gehen. (n. 8 St.) (Herrmann, a. a. O.)

Spannen im äußern großen Oberschenkel - Muskel, beim Gehen. (Franz, a. a. O.)

Lähmiger Schmerz, wie Ziehen, vorne in der Mitte des Oberschenkels, in Ruhe und Bewegung. (Groß, a. a. O.)

330. Brennendes Scharfstechen an der hintern Fläche des linken Oberschenkels. (Ders. a. a. O.)

Tief eindringender, stumpfer Stich in der Mitte des linken Oberschenkels, nach der äußern Seite zu. (Ders. a. a. O.)

Feine, höchst schmerzhafte, durchdringende Stiche am innern linken Oberschenkel, gleich über dem Knie. (n. 38 St.) (Haynel, a. a. O.)

Jückendes Feinstechen an den innern Seiten der Oberschenkel, was zum Kratzen nöthigt. (n. 3 St.) (Groß, a. a. O.)

Eine Art Gänsehaut, ohne Frost, über beide Ober- und Unterschenkel, nämlich viele Rothe und weiße Blüthchen an denselben, welche in ihrer Spitze

weißlichten Eiter enthalten, ohne die mindeste Empfindung. (n. 10 Tagen.) (Haynel, a. a. O.)

335. Mehrtägige Schwäche des Ober- und Unterschenkels, besonders im Kniegelenke - er muß den Fuß schleppen; dabei stechendes Reißen in der Wade und Kreuzschmerzen. (n. 10 St.) (Kummer, a. a. O.)

Eine grob stechende, fast kratzende Empfindung am rechten Oberschenkel, innerlich über dem Kniegelenke. (n. 8 St.) (Franz, a. a. O.)

Stichartiger Schmerz am innern Rande des Kniees. (Langhammer, a. a. O.)

Zucken über der rechten Kniescheibe. (n. 9 St.)

Unter der linken Kniescheibe, ein ziehendes Reißen, was durch Bewegung nicht vergeht. (n. 54 St.) (Hartmann, a. a. O.)

340. Beim Gehen, Wehthun in den Oberschenkeln (mehr im linken), welche sie fast schleppen muß. (n. 51 St.) (Stapf, a. a. O.)

Ziehendes Stechen im rechten Kniegelenke, bei Bewegung heftiger. (Herrmann, a. a. O.)

Stumpfe Stiche am Kniegelenke, neben der Kniescheibe; bei Berührung wurden die Stiche zu einem drückenden Schmerze. (Ders. a. a. O.)

Früh, gleich nach dem Aufstehn, stumpfe Stiche im rechten Kniegelenke, bei Bewegung heftiger. (n. 5 Tagen.) (Ders. a. a. O.)

In dem rechten Kniegelenke und den Köpfen der Wadenmuskeln, beim Gehen, ein lähmiges Ziehen, wie eine Schwäche, welches, nach dem Gehen,

auch beim Sitzen noch lange anhält, ehe es sich allmählig ganz verliert. (Groß, a. a. O.)

345. Im rechten Knie, ein minutenlanger Schmerz (wie von Vertreten?), beim Gehen und bei Bewegung des Fußes. (Stapf, a. a. O.)

Beim Aufstehn vom Sitze, ein Gefühl, als wollten die Beine in der Kniekehle zusammenknicken - ein bebendes, überreiztes Heranziehn in der Kniekehle. (Franz, a. a. O.)

Sobald er sich legt, entsteht ein Gefühl von Heranziehen in den Kniekehlen - eine Art Überreiztheit und wohllustiger Unruhe darin, daß er nicht liegen blieben kann, sondern aufstehen muß. (Ders. a. a. O.)

Ziehendes Stechen im linken Kniegelenke, beim Sitzen; zuweilen Zucken dar in. (Haynel, a. a. O.)

Brennendes Stechen unter dem linken Knie, auf der Außenseite, bisweilen in Absätzen. (Groß, a. a. O.)

350. Bohrender Stich im rechten Schienbeine, in der Ruhe. (n. 1/2, 35 St.) (Gutmann, a. a. O.)

Jücken am rechten Schienbeine über den äußern Knöchel, was durch Reiben nicht verging. (n. 2 1/2 St.) (Ders. a. a. O.)

Lähmiger Druck an den Wadenmuskeln des rechten Fußes, nach außen; bei Berührung heftiger. (Herrmann, a. a. O.)

Reißender Schmerz in den Muskeln des einen oder des andern Unterschenkels, im Stehen und Sitzen. (n. etl. Minuten.) (Langhammer, a. a. O.)

Warum steht diese wichtige Modalität nicht im Repertorium und wie kann ich Staphisagria bei Rheuma erkennen, wenn mir diese Information im Repertorium fehlt?

Praktische Lösungen

Wie entkomme ich dem Dilemma? Man hat die Vorteile einer computergestützten Repertorisation schätzen gelernt, sich an diese Technik gewöhnt.

Gleichzeitig soll das Datenmaterial ungenügend sein, ev. sogar eine erfolgreiche Verschreibung behindern? Und wenn alle Repertorien mehr oder weniger gleich gut/schlecht sind, wie vermeide ich Fehler bei der Repertorisation? Gibt es spezielle Tricks oder Techniken?

Ich versuche im folgenden drei mir sinnvoll erscheinende Wege zu beschreiben:

 

Lösung 1: Konzentration auf die Materia Medica

Man verzichtet weitgehend oder vollständig auf das Repertorium und konzentriert sich ganz auf die Materia medica. Man lernt sozusagen eine bewährte

Materia medica (wie z.B. den Boericke) auswendig und verfährt nach M. Tylers Motto 'Ein Homöopath sollte jeden Tag ein Mittel studieren - und am Wochenende zwei.'

Diese Strategie wird zwar vielfach erfolgreich in Indien benutzt, hat aber seine Nachteile. Man braucht ein extrem gutes Gedächtnis. Oder man muss

sehr hart und konsequent Lernen (z.B. täglich und viele Stunden), was in der Regel in Europa an sozio-ökonomischen Schwierigkeiten scheitert.

Zudem bewegt man sich mit der Beschränkung auf die Materia Medica natürlich in einem durch das Gedächtnis begrenzten Pool von Mitteln.

Das ist eine Behauptung von mir, die ich aus Zeitmangel noch nicht geprüft habe.

Da aber andere Computer- Firmen  (neben Radar/Synthesis und Mac Repertory/Complete) noch kleiner sind -­meist handelt es sich um Ein -­Mann-­Betriebe an der Grenze der Wirtschaftlichkeit -­und  noch beschränktere Mittel zur Verfügung haben, ist es unwahrscheinlich, dass sie bessere Qualität liefern.

W. Boericke (1849 -­ 1929) war ein sehr belesener Homöopath. Seine Materia medica von 1901 erfasst weitgehend die Frucht des Wissens der nordamerikanischen Blütezeit unter Hering und Lippe. Daher ist diese Materia Medica sehr verlässlich und eine der meist verbreiteten in der

ganzen Welt. Auch Phataks und Vermeulens Konkordanz basieren zu über 70% auf dem Boericke.

Eindrucksvoll kann man die Effizienz dieser Vorgehensweise bei Alok Pareek sehen, einer der wenigen Inder, welche ehrlich und ohne Ego

Probleme mit guter Materia Medica -­Kenntnis schwere Pathologien meistern. Auch Vithoulkas Materia medica

Kenntnis beruhte die ersten zig Jahre primär auf Boericke.

In Europa finanzieren in der Regel nicht die Eltern das Homöopathiestudium, sondern  man erarbeitet es selber. Die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau ist eine andere, als in Indien, zudem die Art der Kindererziehung, die Größe der Familie, die Rolle der Großeltern, die Höhe

der Lebenshaltungskosten und Abgaben etc.

Für Hahnemann war die Materia medica noch vergleichsweise übersichtlich, er kannte ca. 120 Mittel. Für Hering war deren Zahl schon auf

über 450 Mittel angewachsen, was vom Gedächtnis gerade noch zu bewältigen ist. Aber schon Kent nennt in seinem Repertorium mehr als 760 Mittel und W. Boericke beschreibt in seiner Materia medica von 1901 bereits 1600 Mittel (davon etwa 700 ausführlicher). Das Synthesis von 2009 enthält die nicht mehr lernbare Zahl von 2373

 

Lösung 2: Eine intelligente Repertorisation

Will bzw. kann man nicht so umfassend Materia medica studieren und hat man nicht ein Materia Medica Suchprogramm zur Verfügung, dann bietet das Repertorium ja eine komfortable Hilfe um sein schwaches Gedächtnis bzw. fehlendes Wissen zu kompensieren.

Um allerdings die oben angesprochenen Mängel und Fallstricke des Repertoriums aus zugleichen, empfiehlt sich die Beachtung gewisser Regeln.

a) Möglichst zuverlässige Rubriken verwenden.

Kriterien dafür können sein (siehe schon Helis Hinweis in der HZ 3/2012, S.85ff):

- Handelt es sich um eine Orginal-Kent-Rubrik, oder eine reine Nachtrags-Rubrik?

Dafür muss ich im Repertorisations-Programm "Autoren zeigen" eingestellt haben, dann erkenne ich das sofort. Enthält eine Rubrik nur Mittel mit Nachträgen (also Informationen, welche von Schroyens oder Zandvoort ergänzt wurden) ist die Rubrik in der Regel eine Baustelle und unvollständig.

Ich könnte das an hunderten Beispielen zeigen (siehe z.B. das Tuberkulose-Beispiel oben). Andersherum formuliert: Rubriken, welche schon im

Original-Kent von 1899 existierten und dann erweitert wurden (erkennbar daran, dass eines oder mehrere der Mittel mit keinem Autoren bzw. Kent gekennzeichnet sind), sind meist verlässlicher.

- Enthält die Rubrik zuverlässige Autoren? Das ist ein delikates Thema, welches ich aus Platzgründen jetzt nicht näher ausführen möchte. Wenigstens als Trend: klassische Autoren vor 1900 sind oft verlässlicher als moderne Autoren.

- Besteht ein 'gesunde' Autoren-Mix'? Rubriken, welche z.B. nur zwei oder drei verschiedene Autoren enthalten zeigen, das sie noch wenig ausdifferenziert sind und vermutlich noch diverse Ergänzungen dazukommen sollten.

- Besteht ein 'gesunder' Wertigkeits-Mix? Rubriken, welche nur einwertige oder nur einwertige und zweiwertige Mittel enthalten, sind eine Baustelle. Ebenso große Rubriken, welche in Relation zur Gesamtzahl nur wenige drei- oder vierwertige Mittel enthalten.

Mitteln.

Allerdings bieten die neueren Materia medica-­Suchprogramme wie 'Reference works' oder 'Enzyklopädia homeopatica' die Möglichkeit DIREKT in der umfangreichen Materia medica zu suchen und diese Informationen zu repertorisieren. Gäbe es nicht die Bequemlichkeit, die im

Vergleich zum Repertorium höheren Anschaffungskosten, die begrenzte Auswahl an deutschen Büchern/Dateien-­ wir könnten heute damit gut ohne Repertorium arbeiten.

Ich will damit nicht sagen, dass diese zwei Kollegen keine gute Arbeit machen, im Gegenteil sie sind sicher sehr fleißig und bemüht.

Aber aus bestimmten Gründen (z.B. weil sie als Einzelpersonen und nicht als große Teams arbeiten), haben sie es bisher nicht geschafft, die

Mängel der Repertorien wesentlich zu verringern.

Das heißt weder, das Kents Repertorium keine Fehler enthält, noch das man keine Nachträge machen oder verwenden sollte. Es heißt auch nicht, das man das auf alle Rubriken des kent-­Repertoriums beziehen kann. Allerdings gibt es aus verschiedenen Gründen einen graduellen

Unterschied zwischen 'alten' und 'modernen' Rubriken.

Bei Radar besteht ja die Möglichkeit, bestimmte Autoren zu eliminieren oder bestimmte Filter -­ z.B. 'Autoren vor 1900'-­zu verwenden.

Unter www.info@radar24.de (Downloads, Ergänzungen, Synthesis 9.1 Tjado Galic) kann man sich sogar einen fertigen, von Tjado Galic

erstellten Filter runterladen.

Wenn man sich an diese Kriterien hält, kann man mit etwas Übung schnell erkennen, ob eine Rubrik eher brauchbar ist, oder ob man lieber woanders etwas Besseres sucht.

b) Rubriken mit mindestens 20 und höchstens 150 Mitteln verwenden.

Das sind natürlich nur Annäherungswerte, soll aber ausdrücken, das sehr kleine und sehr große Rubriken oft gefährlich sind. Die sehr kleinen, weil sie unvollständig sind, die sehr großen, weil sie bei der Differenzierung von Mitteln meist nicht helfen.

Dies gilt aber nur, wenn man wenige Rubriken (z.B. weniger als 10) verwendet. In der Repertorisation vieler Rubriken - wie ich sie weiter unten noch

beschreibe -kann man ruhig alle Rubrikengrößen verwenden.

c) Als Auswahlkriterium bei der Auswertung wird die Summe der Rubriken gewählt, da die Wertigkeiten im Repertorium derzeit noch relativ willkürlich gewählt und oft falsch sind.

e) Abschließend werden mindestens die ersten 12 Mittel analysiert und differenziert und in zuverlässigen Materia medicae kontrolliert!

 

Lösung 3: Eine 'künstlerische' Repertorisation hat man die Grundregeln einer intelligenten Repertorisation verinnerlicht, kann man den nächsten Schritt gehen, nämlich überlegen wie viele Rubriken man repertorisieren möchte. Die meisten Kollegen/innen - so sehe ich es jedenfalls in der Supervision

- repertorisieren ca. 10 - 15 Symptome. In der Meinung "Man soll ja nicht so viele Rubriken nehmen" versuchen sie sich zu begrenzen, gleichzeitig fällt es

ihnen schwer sich auf radikal wenige (z.B. unter 5) Rubriken zu beschränken. So entsteht ein fauler Kompromiss und ich werde gleich ausführen, das v.a.

radikale, weil das Datenmaterial Repertorium so ungenau ist, sind auch die Strategien, welche auf der Analyse von Repertoriumrubriken

 beruhen sehr zweifelhaft. Daher spielen sich Sankarans "Wahnideen" auch oft im luftleeren Raum ab, da sie aufgrund falscher Rubriken konstruiert wurden. Am Beispiel von Hura und der Wahnidee 'Hat seine Freunde verloren' wird das von Saine sehr anschaulich analysiert

(siehe: www.homeopathy.ca; dort: Articles; Drawing a line in the sand..).

Von "Analysestrategien" oder gar von "Experten -­Programmen" (welche eine unbekannte Voreinstellung eines 'Meisters' beinhalten) halte ich überhaupt nichts.. Es handelt sich ja in der Regel um eine 'Black box' bei der mein Gehirn oder meine Entscheidungsfähigkeit passiv bleibt und ich letztlich nicht nachvollziehen kann, wie es zum Ergebnis kam.

Nach der Arbeit des Saine -­Materia Medica-­Projektes werden sehr viele Rubriken neue Wertigkeiten der Mittel haben. Einwertige Mittel werden dann nur noch den unsicheren Bodensatz darstellen; dieser könnte allerdings durch Nachprüfungen oder Kasuistiken verifiziert werden. Lediglich die zwei, drei und vierwertige Mittel dagegen werden dann tendenziell sichere Informationen sein. Bis das Projekt fertig gestellt ist, sollte man die Wertigkeiten dagegen noch sehr kritisch betrachten.

Dabei achtet man auch besonders auf kleinere bzw. einem unbekanntere Mittel, welche ungewöhnlicherweise weit in der Repertorisation nach vorne rücken. Diese verdienen genau in der Materia medica studiert  zu werden.

Repertorisation-Strategien (= ganz wenige oder ganz viele Rubriken) empfehlenswert sind!

Wählt man die Polarität 'ganz wenige Rubriken', dann beschränkt man sich tatsächlich auf maximal 5 - 7 Rubriken.

Gebildet werden die Rubriken natürlich aus den wesentlichen Charakteristika des Falles (Saine nennt das den Genius des Falles) und zwingende Voraussetzung, das diese Strategie funktioniert ist, das die Regeln der intelligenten Repertorisation eingehalten werden (z.B. das mehrere

ähnliche Rubriken gesucht und dann zu einer zusammengefasst werden).

Ein Meister dieser Strategie ist Tjado Galic und ich nenne diesen Weg einfach mal "künstlerische" Repertorisation, denn er bedarf einer großen Kunst. Was muss ich alles dafür wissen um diese Kunst erfolgreich anzuwenden?! Ich muss das Repertorium sehr gut kennen, denn wenn ich bei nur 5 Rubriken eine oder gar zwei 'falsche' Rubriken verwende, verzerrt das Repertorisations-Programm meine Auswertung sofort und möglicherweise drastisch in die falsche Richtung.

Ich brauche ein sehr feines und geschultes Verständnis dafür, welche Informationen im Fall (daher auch Tjados Bemühung Seminarteilnehmern 'Fallverständnis' beizubringen) und in der Materia Medica charakteristisch und wahlanzeigend sind.

Um das wiederum zu können, brauche ich exzellente medizinische und psychologische Kenntnisse, sonst fehlt mir das Verständnis dafür, was denn  gewöhnlich/ungewöhnlich an einem Fall o. Mittel ist. Diese Strategie ist also nicht einfach, sie ist risikoreich und bedarf viel Erfahrung o. Schulung.

Ich kann noch ergänzen, dass in komplexeren Fällen öfters mehrere kleine Totalitäten bzw. Arbeitsblätter mit z.B. 3 - 7 Rubriken gebildet werden müssen. Wenn man gelernt hat, das Fälle auch mehrere -einander unähnliche- Krankheitsdynamiken haben können, dann weiß man wie wichtig die repertoriale

Trennung dieser Dynamiken ist.

Man nennt diese Fälle inkohärente Fälle und man sollte dann wirklich mehrere kleine Repertorisationen machen und diese getrennt auswerten.

 

Lösung 4: Eine 'sichere' Repertorisation

Ist man sich der ganzen Unzuverlässigkeit des Repertoriums bewusst und ist einem die 'künstlerische' Repertorisation zu schwierig oder riskant, dann empfehle ich eine Strategie, welche ich mal 'sichere Repertorisation' nenne.

Ein Meister in dieser Strategie ist André Saine und sie bewährt sich v.a. bei schwierigen oder komplexen Fällen. Die Vorgehensweise ist folgende:

Einfaches Beispiel: Ein Patient kommt mit chronischem Rheuma zum Anamnesetermin, hat aber seit einer Woche eine Bronchitis/Pneumonie und stürzt auf dem Weg zur Praxis die Treppe runter und verletzt sich das Steißbein.  Das sind also ev. drei verschiedene Krankheitsdynamiken (zuletzt mechanisches Trauma, dann akute Bronchitis/Pneumonie, davor Rheuma), welche getrennt in ihrer Symptomatik erfragt werden müssen, getrennt repertorisiert werden und ev. drei verschiedene Mittel brauchen.

Tatsächlich ist es so, das A. Saine diese Strategie gar nicht expliziert lehrt oder formuliert, er macht sie einfach. Ich studiere seit vielen Jahren genau, warum Saine so außergewöhnlich hohe Treffer -­und Erfolgsquote in schwersten Fällen hat und diese Repertorisationstechnik ist ein Teil der Antwort.

a) Ich repertorisiere alle (!) möglichen Symptome eines Falles, in allen verschiedenen Rubriken

- Variationen, somit also oft 50, 60 und mehr Rubriken!

Das ist kein Scherz und das sind auch keine "Rubrikenfriedhöfe" (Heli in der HK 3/210) sondern das ist dringende Notwendigkeit, wie ich gleich noch erläutere.

Ich decke also die Totalität des Falles -noch ohne Hierarchisierung- in vielen Reperoriumsrubriken ab. Ich repertorisiere alle brauchbaren aktuellen Symptome, alle historischen Symptome, Pathologien, Gemütssymptome, objektive Symptome.

Ich muss mich hier -anders als bei der künstlerischen Repertorisation- nicht strikt an die Vorgaben einer intelligenten Repertorisation halten. Im Gegenteil, es geht hier in diesem ersten Arbeitsschritt darum die Schwächen aufgeblähter Repertorien auszugleichen, indem man die Informationen

gerade in möglichst vielen ähnlichen Stellen im Repertorium sucht. Vielleicht muss man das irgendwann, wenn es gute Repertorien gibt, nicht mehr

tun, aber mit den jetzigen Synthesis und Complete empfehle ich es dringend so zu tun.

b) Ähnliche Rubriken werden nun zu jeweils einer zusammengefasst. Das reduziert die Gesamtzahl der Rubriken vielleicht von 70 auf 40 und verdichtet das Ergebnis.

c) Anschließend macht man mit der Liste der Symptome eine Hierarchie, indem man in seiner Auswertung die wichtigsten Symptome nach oben schiebt

und weniger wichtige weiter nach unten verschiebt. Das ist ein kreativer, nicht einfacher Prozess, der Übung und Mut zur Entscheidung bedarf.

Was ist die wichtigste Information?

Was die zweitwichtigste (etc.)? Ist das Gemüt wichtiger oder die Pathologie, wo schiebe ich die Kopfschmerzmodalitäten hin, wo die Menses-Symptome? Im Ergebnis produziert man so mit den obersten Symptomen einen Genius des Falles, oder ordnet zumindest die wesentlichen Informationen in der Spitze der Auswertung.

Das erleichtert zusätzlich visuell die Differentialdiagnose der Mittel, da man leicht sieht, welche Mittel durchgängig -egal in welcher Wertigkeit- die ersten Rubriken abdecken.

d) In einem extra Arbeitsblatt wird nun der Genius, also die wenigen (z.B. 5-7) wichtigen Symptome ausgewertet, was dann der 'künstlerischen' Strategie ähnelt. Dies ist zusätzlich wichtig, da ich mit der ersten großen Auswertung die Totalität des Falles überblicke (inkl. dem Ergebnis, das viele Polychreste bei den vielen Rubriken nach vorne kommen), mit der zweiten konzentrierten Auswertung die dagegen wenigen wichtigen Symptome (mit der Möglichkeit, das kleine Mittel nach vorne kommen und gleichzeitig der Gefahr, das diese mit der Totalität des Falles wenig Gemeinsamkeit haben).

e) Nun studiere und vergleiche ich beide Auswertungen und mache eine Differentialdiagnose der infrage kommenden Mittel.

Ich schaue z.B. wie die ersten Mittel der Genius-Auswertung in der großen Repertorisation vertreten sind.

Oder welche Mittel den oberen Teil (= wichtigere Rubriken) der Auswertung abdecken.

Oder achte auf Mittel, welche in der großen Auswertung ungewöhnlicherweise nach vorne kommen (Nosoden, kleinere Mittel, Mittel die ich nicht kenne).

Es gibt bei Mac Repertory (derzeit nur dort) eine elegante Funktion das sichtbar zu machen.

Man klickt im Auswertungsfenster links unten auf das hellblaue Symbol und wählt "Individual Remedies" und wählt diejenigen Mittel, welche man differenzieren möchte. Nun zeigt das Auswertungsfenster nur noch diese an und sie lassen sich leichter differenzieren.

f) Für die abschließenden Entscheidung beziehe ich auf die verlässliche Materia Medica. Ich kontrolliere einzelne wichtige Rubriken (z.B. mit Reference works) nach und für mein gesuchtes Mittel sollten die wesentlichen Informationen auch (ev. sogar nur! - siehe Beispiel Staphisagria oben) in der Materia

Medica zu finden sein.

Dieser ganze Prozess (Repertorisation aller Rubriken, zusammenfassen, Hierarchie machen, Differenzialdiagnose, Materia Medica-Kontrolle) dauert gut und gerne eine Stunde und mehr. Selbst nach zig Jahren Praxis. Habe ich leichte, klare Fälle vor mir, brauche ich diese Strategie nicht (auch wenn es mein Gehirn natürlich sehr trainiert, wenn ich immer so arbeite). Habe ich lange und komplizierte Fälle, komme ich mit ihr am Weitesten!

Was sind denn nun die Vorteile dieser 'sicheren Strategie'? Kann das denn gute Homöopathie sein, wenn man "so viele" Rubriken nimmt?

Erstens korrigiert man die Schwächen der Repertorien, indem man sozusagen fehlende Qualität erstmal durch Quantität versucht auszugleichen.

Es ist ja sogar so, das ich die wesentlichen Informationen (durch unvollständige Rubriken) leichter verpasse, wenn ich nicht so arbeite.

Zweitens braucht dieser Arbeits- und Entscheidungsprozess (Rubriken suchen, Ähnliche zusammen fassen, Hierarchisieren) seine Zeit und diese Zeit hilft mir den gesamten Fall zu durchdenken, abzuwägen welche Informationen wirklich brauchbar sind.

Drittens habe ich mit der großen Auswertung, mit dem Abbild des gesamten Falles, eine hervorragende Hilfe um nun eine saubere Differentialdiagnose

zu machen. Ich muss nun nicht punktuell oder assoziativ entscheiden ('Ach ja, Pulsatilla hat ja auch ..'), sondern kann schnell alle infrage kommenden Mittel auf verschiedene Aspekte des Falles hin untersuchen. Und ich muss diese Arbeit (= weitere Rubriken suchen) nun nicht extra und zusätzlich tun, die große Auswertung liegt bereits vor und kann elegant verwendet werden.

Eigentlich ist es so, das NUR die Materia Medica entscheidet, das z.B. eine starke Intensität  eines Symptoms in der gleichen Intensität auch in der Matera

Medica zu finden sein soll -­völlig unabhängig davon wie hoch die Wertigkeit im Repertorium ist (da wir ja mittlerweile verstehen, wie willkürlich und oft falsch diese ist).

Es ist klar, das diese zusätzliche Arbeit nicht unser Hobby ist, sondern Teil der Arbeit an einem (vermutlich schweren) Fall und somit natürlich -genauso wie die Anamnesezeit-­ vom Patienten bezahlt werden muss.

Auch Saine sitzt in schweren Fällen lange an seinen Auswertungen. Er sucht -­aufgrund solch einer Auswertung -­solange in der Materia Medica, bis er das Mittel gut abgedeckt sieht und sich sicher ist. Es gibt keine schnellen, oberflächlichen, intuitiven Verschreibungen -­und auch das ist ein Baustein seines Erfolges. Wobei man auch wissen muss, das er die schwersten Fälle hat; nicht selten Patienten, welche von anderen Homöopathen bisher erfolglos behandelt wurden, das erfordert nochmals seine eigene Genauigkeit und Sorgfalt.

Immer natürlich in dem Bewusstsein, das eine Repertoriumsrubrik alleine nicht die letzte Weisheit in dieser Differentialdiagnose bietet.

In Mac Repertory -­und derzeit (noch?) nicht in Radar -­gibt es die schöne Funktion, das ich meine Auswertung auf bestimmte -­selbst gewählte

Mittel reduziere. So kann ich visuell sehr übersichtlich meine wenigen Differenzial -­Diagnose -­Mittel aufgrund der Gesamtheit der Symptome anschauen und diskutieren.

 

Teil 2

{Den folgenden Fall von Saine könnte man in der nächsten HK zur Illustration der beschriebenen Repertorisationstechnik verwenden, dann würde

ich ihn noch ausführlicher kommentieren}

Fallbeispiel: Manisch depressive Psychose

[Dr. André Saine]

Frau M.P. 52 Jahre, Schriftstellerin,

27. Sept. 1997:

Die bisherigen Diagnosen für Frau M.P. lauten: manisch-depressive Psychose, Borderline Störung, Schizophrenie, passive Aggressionen, oder wie sie selber sagt “hormonell bedingte Verrücktheit”. “Wenn die Östrogene erhöht sind, werde ich gewalttätig. Ich schreie, renne herum, weine ohne Grund, werde ruhelos (ich muss dann auf Bäume klettern) und wahnsinnig wütend. Ich war schon immer emotional labil. Ich war ein Problemkind.

Ich hatte schon mit 10 Jahren Betreuung durch Sozialarbeiter. (..) Ich war sehr dünn und hatte sehr gute Noten in der Schule. Ich wurde sowohl zu Hause, als auch in der Schule sexuell missbraucht.(..) Ich bin das geborene Opfer. Ich bin schuldig, egal wie die Anklage ist.

Mein Vater war sehr gewalttätig (Alkoholiker) und unberechenbar. (..) In einer Minute war er nett, liebevoll, voller Mitleid, die nächste Minute gewalttätig und voller Wut. So  bin ich auch. Wenn ich wütend bin, möchte ich Dinge zerbrechen, zerstören, schreie bis ich heiser bin. Das hilft.

Dann werde ich auch selbstzerstörerisch, verbrenne mich selbst, schlage mich mit einem Hammer, voll Wut und Zerstörungssucht. Als ich das erste Mal versuchte, mich Umzubringen schluckte ich über 50 Aspirin (..). Ich zerbreche oft Geschirr, aber ich könnte niemanden anderen verletzten. Es ist ein gutes Gefühl Geschirr zu zerbrechen. Heutzutage (..) klettere ich wie verrückt auf Bäumen rum.

Diese Verrücktheit ist schlimmer wenn ich hungrig bin(3). Hunger ist mein schlimmster Feind. Wenn diese Wut kommt, denke ich nicht daran zu essen, aber wenn ich es tue, fühle ich mich schon Sekunden später besser und alles ist nach 5 Minuten vorbei, aber die Besserung hält nur 2 - 3 Stunden an. (..)

Ich bin schon 18x in der Psychiatrie gewesen. Zur Zeit bekomme ich 1 - 2 große Krisen pro Monat, welche dann 1 - 2 Tage anhalten. Es kann sein,

daß ich 10 Tage lang grundlos weine (..)”.

Dieser psychische Zustand der Patientin wird gebessert durch: Meditation(1), Musik (Flötemusik(1), ein warmes Bad(2), (..) <: Vollmond(1).

Sie klagt außerdem über Fibromyalgie (Muskel- und Gelenkschmerzen) am ganzen Körper seit 1960.(..) Sie ist allergisch auf viele Dinge (Mais, Pollen, Parfüm, Gummi, Kupfer, etc.) und ihre Gelenkschmerzen werden durch diese Allergene schlechter(2); außerdem schlechter durch: nasses Wetter(2) und Stehen(1); besser durch: Wärme (Sauna, Baden) (1), Liegen(1), und Hochlegen der Beine(2) (“Ich könnte mein Leben in einem Lehnstuhl verbringen”).

Sie fühlt sich immer müde, v.a. seit 9 Jahren. Ihre Energie ist schlechter durch die Allergene und besser durch kräftiges Gehen in frischer Luft(2).

Ihr Leben lang leidet sie schon unter Kopfschmerzen (..). Sie fühlen sich an “wie kleine Hämmer im Kopf”(..) ”Es fühlt sich an, als hätte ich meinen Kopf hart auf den Boden geschlagen”. Sie sind schlechter durch: Erschütterung(2) (..), jede Bewegung(2), während Urinieren oder Stuhlgang(2), Geräusche(2), Licht(1), bewölktes Wetter(1); besser: nach Schlaf(2), durch Reiben(2), Musik(1), frische Luft(2). Sie hat einmal wöchentlich starke Kopfschmerzen und jeden 2. Tag leichte.

Sie leidet auch unter Rückenschmerzen in der Lumbalregion, seit sie ihr Knie vor 4 Jahren verletzt hat. Sie fühlen sich an wie wundgeschlagen.

Schlechter: wenn sie müde ist (2) (..), Streß, Eisprung, Hausarbeit, Sitzen, abends. Besser: Vorwärtsbeugen(2), Strecken(1).

Ischias seit 1980, welcher die Seite wechselt. Der Schmerz ist scharf, schießend. Schlechter zu Beginn der Bewegung, besser bei fortgesetzter Bewegung. Deutlich Schlechter beim Pressen zum Stuhlgang (2).

Krankheitsvorgeschichte:

- Alkoholismus von 21 - 40 Jahre (Wein, Bier, Schnaps)

- Asthma und vor 2 Jahren, mit gelbem, süßlich schmeckendem Auswurf. Husten war < durch: Liegen abends(1), Reden(1), Lachen(2), Anstrengung(2).

- Seit der ersten Menses: regelmäßig. Herpes labialis beim Eisprung

- Hautpilz (Tinea)

- Hypertonie und Mitralklappenprolaps

- Rezidivierende bakterielle Infektionen des Beckens (durch masochistische Handlungen, wie Einführen eines Hammers in die Scheide) mit der Folge einer Hysterektomie.

- Sie wurde von 3 - 16 Jahren durch 5 verschiedene Männer sexuell missbraucht.

”Es machte mich wahllos, wütend, asozial, zwanghaft und masochistisch. Ich war mein ganzes Leben lang zwanghaft. Ich kann zwei Stunden meine Haare waschen, 10 mal meine Nägel anmalen, immer und immer wieder den Tisch saubermachen.

Es hat sich durch Psychotherapie in den letzten 2 Jahren gebessert. Ich bin eine Hure. Sex wurde von mir zur Selbstzerstörung benutzt. Sex war wie mich selber Schneiden. Ich würde mich entweder mit einer Rasierklinge schneiden, oder einen Fremden ficken um die Spannung zu lindern”.

- als Kind und Jugendliche hat sie geschnüffelt (Nagellackentferner, etc.)

- mit 15 Jahren zum ersten mal, ab 1976 regelmäßig Psychopharmaka, mit 18 Jahren erster Psychiatrieaufenthalt, “Ihr Leben lang schon” Psychotherapie.

Persönlichkeit: “Ich gebe nicht auf (..).Ich habe in den letzten Jahren hart an meiner Gesundheit gearbeitet (..). Ich bin immer aktiv. Ich will nie eine alte Frau sein, ich will nie aufgeben. Ich bin nicht mehr wütend auf all die Menschen, die mich verletzt haben (..). Es ist erledigt. Wenn ich mich an die Vergangenheit er innere, weine ich (..)”.

Sie verweigert Trost(2). Keine Eifersucht. Sehr leicht beleidigt, v.a. während Eisprung (“Ich fühle mich verletzt, abgelehnt, weinerlich”) (..). Sie ist mitfühlend(2) (..).

Allgemeinsymptome: Temperatur/Wetter: Sie ist ihr ganzes Leben schon frostig gewesen. Sie ist sehr kälteempfindlich(2) (..). M. Raynaud.

“Ich liebe die Sonne”(2) (..). Sie liebt Sturm und Gewitter.

Schweiß: Übelriechender Schweiß im Genitalbereich(1).

Energie:5 (Skala 0 - 10); <: 22 Uhr(1); >: nach Mitternacht(1)/“körperliche Anstrengung gibt mir ein kräftiges Gefühl und ich heile besser”(2)

Schlaf: rechte Seite(2); Waden- und Fußkrämpfe wenn sie kein Magnesium nimmt.

Taubheit der Hände und Füße morgens.(..)

Appetit: sehr gut, v.a. von 16 - 17 Uhr(2); Verlangt: Fleisch(2)/Kaffe(2), (seit Kindheit) Milch(3);

Verdauung: 16 Enzymtabletten täglich, sonst bekommt sie starke Bauchschmerzen. Der Stuhl war hart wie Stein, bis sie anfing Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen (sie gibt ca. 1000. - DM pro Monat für all diese Mittel aus).

Übelriechender, kadaverartig riechender Flatus.

Durst: Viel Durst nach Milch, Bier oder Pepsi Cola. Sie trinkt 6 - 8 Liter täglich (Zimmertemperatur). Abneigung gegen warme Getränke. (..)

Menses: sehr schmerzhaft (s.o.); Obstipation vor Menses. Seit 16 ständig weißer, dicker, sehr übelriechender(3) Fluor. Sie fühlte sich wesentlich

besser während der Schwangerschaft. Sie masturbiert 2 - 4 mal wöchentlich. Alle 3 Wochen masochistisches Verhalten (s.o.).

Objektive Symptome:

Sie ist eine sehr überschwengliche und emotionale Person, die sich in sehr dramatischer Weise ausdrücken kann.

Wechsel von Weinen und Lachen. Sie lacht über ernste Dinge (z.B. als sie von den Vergewaltigungen erzählt).

Die Lippen sind schon ihr ganzes Leben lang rissig (3). Die Fußsohlen haben ebenfalls Risse (2).

Rhagaden an den Fingern, welche im Winter leicht bluten.

Auswertung einiger wichtiger Symptome:

Totalität (115 Sy.):

Teil a)

Teil b)

Teil c) {ab Sy. Nr. 11, hinter Sun >}

Fallanalyse

...... wird noch ergänzt

Verordnung: Sep. C 200

Verlauf: 20.10. 93 (= 3 Wochen):

(Starke Erstverschlimmerung:) “Ich fühlte mich schrecklich. Ich hatte eine Woche lang jedes Symptom das ich jemals schon in meinem Leben hatte”. Einen Tag nach der Mitteleinnahme hatte sie heftige Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, brennende Magenschmerzen, starke Ischiasschmerzen, und einen manischen Zustand mit Hitze und heftigen Wut - und Schreianfällen.(..)

(Dann setzte die Besserung ein:) “Ich fühle mich mehr in der Balance. Ich fühle mich gesund, heiter, geerdet und stabil”. “Ich kannte diese Gefühle gar nicht mehr (..), außer manchmal wenn ich auf Bäume geklettert bin.”(..) Sie kann beim Schreiben klarer Denken und sich besser konzentrieren (..)

Die Verschlechterung durch Fasten ist 50% besser. Der Appetit ist normaler geworden.(..).

Sie hatte keine Bauchkrämpfe nach dem Essen mehr.(..) Der Durst ist weniger stark (3 - 4 Liter) (..). Die schlechten Gerüche sind 30 - 60% besser.(..). Keine Muskel- oder Gelenkschmerzen mehr, keine Rückenschmerzen, Ischias 90% besser.(..) Der Husten ist schlechter geworden und sie nimmt Hustentropfen dagegen. Sie fühlt sich schläfriger (..) und geht abends 2 Stunden früher zu Bett. Über ihre Energie sagt sie:(..)”Ich fühle mich, als könnte ich die Welt tragen. Ich habe das Gefühl, ich könnte den Tiger am Schwanz packen und der Tiger wäre in Schwierigkeiten”. (Seit 2 Tagen wird die Energie wieder schlechter). Sie reagiert 70% weniger empfindlich auf die Allergene. Die trockenen Fußsohlen sind 60% schlechter, das Zahnfleischbluten ist 80% schlechter, die rissigen Lippen sind unverändert. Keine Taubheit der Hände im Schlaf mehr und bisher kein Morbus Raynaud.

Verordnung: Sep. C 200, 3. Dilution

27.10. 97 (= 1 Woche)

Sie fühlte sich am nächsten Morgen schon besser (..).”Ich fühlte mich wunderbar. Es war die beste Woche meines Lebens. Es war sagenhaft. Ich fühlte mich menschlich, ganz, gesund, ausgeglichen. Absolut phantastisch.” (..) “Am 25.Oktober habe ich 7 Stunden geschlafen.

Keine Erschöpfung. WOW!! Ich habe Brot gegessen - ohne Probleme”. Gestern kam die Menses und sie war gut bis zum Nachmittag. Das sexuelle Verlangen war vermehrt, aber ab 14 h. wurde sie wütend und lehnte Trost ab. Der Ischias kam wieder. (Ebenso der Kopfschmerz) (..). Die Nahrungsergänzungsmittel wurden abgesetzt.

Verordnung:

Sep. C 20

5. November 1997 (= 1 Woche)

Innerhalb von 4 Stunden fühlte sie sich gesund. Sie schlief 8 Stunden. am nächsten Tag fühlte sie sich körperlich miserabel, aber geistig gesund.

Sie bekam Kopfschmerzen, als die geistigen Symptome abnahmen. Die Rückenschmerzen und der Ischias wurden die ersten 2 Tage schlechter. (Seitdem) wurden alle Symptome besser, bis auf einen leichten Ischiasschmerz (..). “Ich fühle mich absolut großartig” (..). Zum ersten mal seit 8 Jahren

bekam sie eine Erkältung (!) (..).

“Ich kann alles essen. (..) Ich habe Maismehl mit Pilzen gegessen; früher habe ich nicht die kleinste Menge Mais vertragen (..). Das erste Mal seit 10 Jahren habe ich (..) Kirschkuchen und Eiscreme gegessen, ohne Reaktion, ich fühle mich wunderbar. Es ist unerhört (..)”. ”Ich denke Sie sind ein Zauberer

(..). Es ist unglaublich”.

Verordnung: Einnahme nach Bedarf

Zusammenfassung vom 5. Nov. 1997 bis 28. April 1998 (= 6 1/2 Monate):

Sie wiederholte das Mittel in der gleichen Potenz am: 5.19.24. November,

2.8.15.21.28. Dezember, 3.14. Januar; am 18. Januar nahm sie das Mittel pur.

Die nächste Potenz (= M) nahm sie am 20.24.28. Januar und am 8.16. Februar. Die XM nahm sie am 24. Februar, 2.8.10. die LM am 28., 29. 30. März und 9.16.19.25.26.27.

April

Am 8. Februar bekam sie eine akute Zystitis(!), welche auf das chronische Mittel nicht reagierte, worauf sie bezogen auf die Symptomatik (Schmerzen:

< abends/sitzen/gehen/während Wasserlassen; > Wärme, weinerlich;

Puls. C 200 erhielt, was schnell besserte.

Sie fühlt sich zu 95% wieder hergestellt. Sie kann essen was sie will, ohne Reaktionen. Sie hat keine Reaktionen auf Pollen und kann zum ersten mal in ihrem Leben mit Freude im Freien spazieren gehen. Sie hat unglaublich viel Energie. Sie verletzt sich nicht mehr selbst.

Sie hat alle Medikamente abgesetzt und nimmt nur noch wenige Nahrungsergänzungsmittel.

Sie hat mit der Psychotherapie aufgehört. Im Januar sagte sie, sie fühle sich so gut wie nie in ihrem Leben. Alle ihre Zwänge haben aufgehört (“Ich kann den Abwasch liegen lassen und nichts passiert. Es ist eine Art von Freiheit, die ich nie kannte (..)”. Im März bekam sie viele filiforme Warzen (!).

Alle Rhagaden der Haut sind verschwunden, aber im April bekam sie einen Hautauschlag (!) im Gesicht.

 

 

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