Giftengruppe Anhang

 

[Mary Aspinwall]

Food poisoning has been in the news lately after Spurs were forced to play their final match of the season just hours after 10 of their players had been struck down with it.

Spurs estimate their subsequent defeat will cost them up to £10 million in lost earning potential.

Food poisoning results from eating food contaminated with bacteria (or their toxins) or other pathogens (parasites or viruses). It causes gastrointestinal symptoms: nausea, vomiting, and diarrhoea.

These latter two symptoms are a protective measure. The body is trying to eject the poison as rapidly as possible.

One of the biggest problems with severe diarrhoea and vomiting is the risk of dehydration and for this reason food poisoning is potentially life threatening, especially amongst those who are very young or old and those who are already weakened.

As with all illness, an ounce of prevention is worth a ton of cure, and as the warmer weather kicks in it is even more vital than ever to ensure food handling and storage is managed safely.

If you are unfortunate enough to get food poisoning a well-selected homeopathic medicine can greatly speed up the D+V that ejects the poisons and, even more importantly, stop them swiftly

once their purpose has been served and aid the rehydration process.

It is a great idea to have a homeopathic medicine kit handy for first aid emergencies and acute illnesses. You can buy one and get a free study course on-line from my website www.homeopathyworld.com.

Ars.: No. 1 homeopathic medicine for food poisoning (after meat, when there is vomiting and diarrhoea). Feels physically very weak, but they are so anxious they can’t help but be restless. They are nervous at the thought of being left alone and when feeling at their worst actually feel they are going to die. Symptoms are often most severe from midnight – 3 h.

Puls.: Is helpful after eating bad fish. It’s also good for upsets brought on by too much ice cream.

Lyc.: better suited to poisoning from shellfish.

Chin.: No. 1 homeopathic medicine to promote recovery after dehydration. After diarrhoea and vomiting has stopped a terrible feeling of weakness remains, due to the effects of dehydration.

Nux-v.: For those times when the food and wine were great, but you just had way too much of one or other or both! This is a fantastic hangover cure (who are literally like bears with sore heads the morning after). If it works well for you, don’t let that be an excuse to go out and abuse your poor body all over again … in the end you will have to pay for it!

1. Match the symptoms carefully to the best homeopathic medicine you can find.

2. Take one pill. If you feel better there is no need to repeat unless the same symptoms return.

[Elaine Lewis]

Zingiber: Homeopathic ginger and it’s really valuable in food poisoning or a virus that feels like food poisoning (ailments from bad water). If you’re travelling anywhere in the world where the

water is notoriously suspect take this remedy with you!

 

Vergiftung: Ein zentrales Thema der Heilkunde

In der Antike stellte man sich unter einer Vergiftung noch die unheilvolle Wirkung übler Körpersäfte vor. Unter Gesundheit verstand man damals die Harmonie (= Eukrasie) der vier Säfte Blut,

Schleim, schwarze Galle und gelbe Galle. Krankheit war dagegen die falsche Säftemischung (= Dyskrasie) bzw. das Überwiegen eines Safts, der den Körper als »schuldige Materie« vergiftet. Konsequenterweise bestand die Therapie in der Entleerung der überschüssigen Säfte (Evakuationstherapie durch Ausleitung der materia pecans = schuldigen Materie).

Die Kardinalmethoden zur Entgiftung waren Erbrechen, Abführen, Schwitzen, künstliche Wunden und vor allem der Aderlass. Sämtliche Methoden wurden auch von Paracelsus verwendet und

spielen bis heute eine wichtige Rolle in der Naturheilpraxis.

Auch wenn uns die Säftelehre inzwischen sehr modellhaft erscheint, hat sie durchaus ihre Berechtigung, wenn es um das Thema Vergiftung geht.

Entscheidend war vor allem, dass sich die Anhänger der Humorallehre (humores = Säfte) zum ersten Mal Krankheit als ein Problem von Stoffwechselvorgängen im Innern des Menschen vorstellten und nicht mehr länger nur als launischen Ausdruck unsichtbarer Mächte. Dieser medizinphilosophische Ansatz  erlaubte erstmalig eine Differenzierung und Klassifizierung von Krankheitsprozessen, die in vielen Fällen bis heute Bestand hat - aus dieser Zeit stammen auch die ersten Konzepte zur Entgiftungstherapie.

Leider entwickelte sich der rationale und sinnvolle Therapieansatz im Laufe der Geschichte sehr einseitig und endete schließlich im Dogma der scholastischen Medizin des Mittelalters.

Erst Paracelsus wagte eine Kritik an der Säftelehre. Wie wir bereits gesehen haben, umfasste seine Lehre von der Krankheitsentstehung weit mehr Gesichtspunkte als nur die Unreinheit der

Säfte, die er im Übrigen nicht als solche ablehnte, sondern sehr geschickt in sein Therapiesystem integrierte. Wichtig an seiner Kritik war vor allem seine differenzierte, auf alchimistischer Sicht beruhende moderne Vorstellung der einzelnen Organprozesse und der damit zusammenhängenden Stoffwechselvorgänge.

Seine Ideen fasste Paracelsus, wie bereits gesehen, in seiner Entienlehre unter dem Begriff „ens veneni“ zusammen. Er unterschied sehr genau zwischen einzelnen Vergiftungsmöglichkeiten: Besonders wichtig sind beispielsweise seine Ausführungen zu möglichen exogenen Quellen von Giftstoffen, vor allem von Umweltgiften.

Seine Schriften zur Bergsucht (das sind Krankheiten der Bergarbeiter, z.B. Vergiftungen und Staublunge) über die Auswirkungen einer Vergiftung mit Arsen oder Quecksilber waren die ersten Bücher über Berufskrankheiten überhaupt. Er war sich auch bewusst, dass jedes Heilmittel in der falschen Dosis potenziell toxisch wirken kann und umgekehrt jedes vermeintliche Gift heilend wirkt, wenn die Dosis stimmt.

Seine Vorstellung vom Gift hat auch unser aller Denken zu diesem Thema grundlegend verändert.

Mit Sicherheit waren die damaligen Lebensumstände auch für einen Therapeuten wie Paracelsus Lat. venenum = Gift; hiervon leitet sich übrigens auch das Wort »venös« für giftig ab. Tatsächlich erfolgt ja der Abtransport von Stoffwechselgiften durch das venöse Blut; entsprechend galt der Aderlass, der nur an Venen vorgenommen wird, als Kardinalmethode der Entgiftung).

eine echte Herausforderung. Damals kämpfte man vor allem gegen Armut, Hunger und mangelnde Hygiene, heute haben wir es dagegen mit einer Überflussgesellschaft und damit mit völlig neuartigen Giftquellen zu tun. Anders als mittelalterliche Heiler muss sich der heutige Therapeut mit wirklich diabolischen Mächten in Form von Umweltgiften herumplagen - diabolisch vor allem deshalb, weil sie die »Tarnkappe Plutos« tragen: Man riecht und sieht sie nicht, aber stetig sind sie um uns.

Pestizide, Schwermetalle, Radioaktivität oder Arzneirückstände verseuchen unser Trinkwasser und unsere Nahrung, die ohnehin in vielen Fällen inzwischen völlig denaturiert ist.

Zahnamalgam, Wohnraumgifte und Impftoxine belasten das Immunsystem, während Genmanipulationen zu unüberschaubaren Störungen im biologischen Gleichgewicht führen.

Abgase oder Ozon vergiften die Atemluft, während Lärm, Hektik und Elektrosmog die Nerven zerrütten. Ein weiteres Problem sind Überernährung und Bewegungsarmut - der moderne Mensch bewegt sich nur noch während 20% seines Alltags, vor 100 Jahren waren es noch 80%.

Wenn man die Krankheitsbilder in den Schriften des Paracelsus mit den heutigen vergleicht, fallen zahlreiche Ähnlichkeiten auf. Eigentlich haben sich nur die Dimensionen verschoben. Die Folgen einer Vergiftung umfassen das ganze Spektrum an pathologischen Möglichkeiten, besonders häufig sind aber chronische Erschöpfungszustände, Depressionen, Angstzustände, vegetative Störungen wie sexuelle Unlust und Schlafstörungen, Herzkrankheiten, neurologische Leiden bis hin zum Wahnsinn, mangelnde Fruchtbarkeit, Fettsucht, stinkende Ausscheidungen, chronische Hautausschläge und Geschwüre, Störungen des Immunsystems wie extreme Infektanfälligkeit, Autoimmunerkrankungen, Wucherungen, Ablagerungen in Geweben und natürlich die Degeneration bis hin zum Krebs. Besonders beängstigend ist die zunehmende Therapieresistenz und Chronifizierung selbst banaler Leiden sowie die Zunahme von Allergien. Natürlich kann man solche Leiden als Bagatellen abtun, man sollte jedoch bedenken, dass nach einem Zusammenbruch der Abwehr die Zellentartung als nächste Stufe folgt. Die Tatsache, dass wir nicht alle längst am Giftcocktail verschieden sind, haben wir einzig und allein den Fähigkeiten der körpereigenen Entgiftung zu verdanken, die wir mit allen Mitteln unterstützen sollten.

Paracelsus scheint bereits die Nöte moderner Therapeuten geahnt zu haben: »Ihr sollt wissen, dass es zu Zeiten des Hippokrates (...) eine Glückseligkeit war, ein Arzt zu sein. Denn damals waren nur geringe Fegefeuer über die Menschen verhängt.

Heute aber und in alle Zukunft hat man viel weniger Erfolg mit der Heilkunst, und dieser Erfolg wird sich im Laufe der Zeit immer noch vermindern, weil das Böse in der Welt zunimmt. Darum

hat es auf der Welt niemals schlechtere Ärzte gegeben als heute«.

Vergiftungsquellen und Wege der Entgiftung

Schwäche und/oder Unterdrückung Lebensweise/Sinnesreize Chemisch-physikalische Noxen

Körpereigener Abbau-, Umbau- und Ausscheidungsvorgänge

Infektionen und Immuntoxine

Jede extreme, einseitige Lebensweise, Reizüberflutung und Stress (Beengung, Hektik, Lärm), mangelnde Bewegung, einseitige und gewürzarme Kost, Radioaktivität, Schwermetalle, Atemgifte,

Arzneimittel, Elektrosmog, kontaminierte, denaturierte und gentechnisch veränderte Nahrung

 

Vergiftungsquellen und Wege der Entgiftung:

Schwäche und/oder Unterdrückung                                                   Lebensweise/Sinnesreize                                                        Chemisch-physikalische

Noxen

 

Körpereigener Abbau-, Umbau-und Ausscheidungsvorgänge           Jede extreme, einseitige Lebensweise,                                  Radioaktivität, Schwermetalle, Atem-

Infektionen und Immuntoxin                                                            Reizüberflutung und Stress (Beengung,                               gifte, Arzneimittel, Elektrosmog,

Hektik, Lärm), mangelnde Bewegung,                                   kontaminierte, denaturierte und

einseitige und gewürzarme Kost                                          gentechnisch veränderte Nahrung

                                                                                                                                                                                                        Allergene

 

ENDOGEN                                                                                                 Vergiftung                                                                EXOGEN

Entgiftung

 

Physiologische Reaktionen auf Toxine                                    Schweiß, Kot, Harn, Menses, Lungen- und                          Künstlich erzeugte Ableitung

Fieber, Ausschläge, Mykosen, Infektanfälligkeit,           Nasensekret, Ohrschmalz und Tränen                                 Aderlass, Schröpfen, Steigerung der Hautdurchblutung, künstliche

                                               Verhärtungen, Ablagerungen                                                                                                                                                             Ausschläge und Wunden, Purgation,

Kanzerose, vegetative Störung                                                                                                                                                       Diaphoretika (Schweiß) Amara und Laxanzien (Magen-Darm)

(z.B. Schlafstörung/Sexuelle Apathie),                                                                                                                                      Choleretika und Cholagoga (Leber-Galle)

Haarausfall, Motilitätsstörung des Darms, Erschöpfung,                                                                                                                      Diuretika (Niere), Sekrolytika (Lunge, Nase),  Emmenagoga (Menses)

seelische Störungen, Nervendegenerationen (MS/Parkinson/

Alzheimer)

 

»Wenn die Kräfte der austreibenden Scheidung und Zerstörung gut sind, kann keine tartarische Krankheit entstehen. Wenn die Scheidung und die austreibende Kraft nicht wirken, muss eine Krankheit entstehen, die tartarisch genannt wird.« (Paracelsus 1/513)

Von Schlacken und vom Tartarus Vielleicht noch wichtiger als die Schriften des Paracelsus über Umweltgifte waren seine Ausführungen zu endogenen Toxinen, also über die Folgen körpereigener Stoffwechselvorgänge.

Er ging davon aus, dass Vergiftungen vor allem durch eine mangelnde Ausscheidung von Metaboliten entstehen, entweder durch mangelnde Scheidungsvorgänge der Organe oder durch eine »Verstopfung« der physiologischen Ausscheidungsmöglichkeiten, die einerseits durch eine Krankheit der Entgiftungsorgane in Folge von Toxinbelastungen entsteht, andererseits aber auch durch

eine Unterdrückung der Ausscheidung durch eine allopathische Therapie. Die Folge ist ein Toxinstau, der zur Überlastung und Erkrankung der wichtigen inneren Organe führt und schließlich zu

einer Ablagerung von Schlacken in Geweben, wo sie als tickende Zeitbombe irgendwann zum Auslöser für eine Degeneration und Entartung werden, besonders, wenn noch exogene Gifte wie Schwermetalle hinzukommen.

Paracelsus verglich diesen Prozess mit der Ausfällung von Weinstein aus Wein; die entstehenden Krankheiten nannte er entsprechend tartarische Leiden. Tartarus ist ein alter Name für Steine im Körper, den Paracelsus aber erheblich erweiterte; außerdem bezeichnet man so das Reich der Toten - mit anderen Worten, tartarische Materie ist gestorbenes Leben, das als Gift wirkt, wenn es nicht ausgeschieden wird.

Das Grundproblem der tartarischen Krankheiten beginnt bereits mit der Art der Nahrung. Während Paracelsus nur vor Innereien, zu viel Fleischgenuss und ähnlichen Ernährungssünden warnen

 

Das Geheimnis des Methusalem

Seit ältesten Zeiten ist der Mensch daran interessiert, sein Leben zu verlängern: Erste Rezepte für Lebenselixiere sind uns aus der Antike überliefert.

Von der arabischen Medizin verfeinert, spielten sie vor allem in der mittelalterlichen Klostermedizin eine bedeutende Rolle. Noch heute sind die Herstellung und der Vertrieb von Lebenselixieren ein lukratives Geschäft für viele Klostergemeinschaften.

Hier ist also eine ungebrochene Tradition am Werk, und manche zeitgenössischen Rezepte unterscheiden sich kaum von denen aus alter Zeit. Bei den Zutaten hat man sich aber doch inzwischen etwas gemäßigt, wenn man bedenkt, dass zu Zeiten des Paracelsus bis zu 300 Ingredienzien in einem einzigen Mittel keine Seltenheit waren.

Unter den Begriffen Theriak oder Mithridat wurden diese Wundertränke seit dem 13. Jahrhundert in jeder Apotheke geführt und in alten Kräuterbüchern wegen ihrer giftwidrigen und positiven Wirkung auf die Stimmung gerühmt. So liest man beispielsweise im Confect Büchlein und Hausz Apoteck des Walter Ryff (1544/1983): »Die alten Ärzte haben den Tiriac in trefflichen eren und wirden gehabt/in nit allein zugemessen dass er leibliche gebrechen und zufell heyle und vertreibe/sonder warhafftig befunden/dass auch die Gebrechen des gemüts/auch damit vertrieben werden sollenn./Derhalben solche hochnützliche Latwerg auch denen gegeben werden soll/welche vonn Melancholischer feuchte onmütig/traurig/und trostlos werden onbewußter ursache/unnd von solcher ursach wegen etwann gar inn aberwitz kummen/unsinig und doll werden/In Zeit vergifftes Lufftes und Pestilenz/ist auch der Tiriac über die maß ein sehr trefliche arznei nit allein den menschen von vergifftung zuuerhüten/sonder auch dasselbig vom Herzen zu treiben/die leiblichen geister/und leibliche Krefft zu stärcken und erquicken/und den menschen von tödtlicher geferligkeit zu erretten.«

Früher enthielten die Wundertränke häufig Opium - einmal weil es das wirkungsvollste Schmerzmittel war, das man kannte, andererseits aber auch, weil es einen Heilschlaf bewirkte, ähnlich dem Tempelschlaf in den alten Mysterienstätten der Medizin. Heute gehört Opium zu den gesetzlich verbotenen Substanzen (bis D6 rezeptpflichtig und dem Betäubungsmittelgesetz unterworfen).

Weitere Zusätze, die man häufig auch heute noch verwendet, sind in erster Linie aromatische Kräuter, aber auch Mineralien, vor allem Edelsteine wie Granat oder Rubin oder Metalle wie Eisen und natürlich Gold.

Zubereitungen aus tierischen Substanzen - beispielsweise Ambra, Moschus oder Vipernfleisch - findet man heute genauso

Gewürze der Sonne

Außer Safran findet man zahlreiche weitere sonnenhafte Gewürzpflanzen in Lebenselixieren. Sie stammen vor allem aus exotischen Ländern und haben besonders viel Sonnenenergie gespeichert.

Eine gute Ergänzung zu Safran ist die Muskatnuss (Myristica fragrans = Nux moschata) und ihr Samenmantel, den man Macis nennt. Die Sonnenkraft sieht und schmeckt man ihr deutlich an (brennender Geschmack,

rotgelbe Farbtöne). Allerdings hat die Muskatnuss auch etwas Betäubendes – ein typischer Effekt bei Pflanzen, die in höherer Dosierung zu Überhitzung führen, was für Mars spricht.

Bei Lonitzer findet man die Zuordnung nach der galenischen Vorstellung zum Element Feuer: »Muscatennüß und Muskatenblumen/seynd warm und trocken in dem ändern Grad. Ihre Tugend ist/dass sie stärken und alle bösen Feuchtigkeiten verzehren« (l557/1962).

Im Prinzip hat sich inzwischen nur die Wortwahl geändert. Heute verwendet man Nux moschata vor allem in der Homöopathie als wichtiges Mittel zur Behandlung der neuropathischen Konstitution. Sie wirkt vor allem in tiefen bis mittleren Potenzen ausgleichend bei Stimmungslabilität; eine Urtinktur oder Destillate gebraucht man vor allem wegen der stimulierenden Wirkung auf die Magennerven. Der Betroffene lebt wie in einem Traum, er wirkt wie in Trance und berauscht, seine Reaktionen sind verlangsamt.

Es ist eines der Hauptmittel bei nervöser Erschöpfung, Überarbeitung, Schwindel und Ohnmachtsneigung und gleichzeitiger Herzbeklemmung.

[Karl Stauffer]: »Nux moschata ist ein Nervinum; sie wirkt wechselnd, teils erregend, teils deprimierend auf das Gesamtnervensystem und ist indiziert bei geistig schwachen und nervös

widerstandslosen Frauen, besonders wenn sich bei geringsten Anforderungen an das Nervensystem ein Erschöpfungszustand oder ein Nervenkollaps sofort einstellt, mit albernem, kopflosem Gebaren oder gar Ohnmachtsanfällen, kurz ein Auslassen der Nerven bei Nervenschwachen« (1988).

Paracelsus empfahl Muskatnuss und Macis als Confortativa für das Herz (1/629) sowie als Zutaten für Rezepte bei Sodbrennen oder bei Neigung zu Steinbildung. Außerdem gebrauchte er sie zur Stärkung der Magennerven nach einer purgativen Therapie zusammen mit Zimt (HI/409).

Ferner nutzte er auch die psychotherapeutische Wirkung der »betäubenden Nuss«. Einen Ölauszug aus Muskatnuss gebrauchte er zur Einreibung der Schläfen, »denn das nimmt auf wunderbare Weise die Manie hinweg und löscht die Hitze des Leibes aus, es nimmt das Wüten im Blute« (Paracelsus 11/64).

Ein weiteres Rezept zur Einreibung nach Schlaganfall im Nacken und an den gelähmten Gliedmaßen bestand aus Lavendel, Goldlack, Pfeffer, Kardamom, Bibergeil, Anacardium, Lorbeeröl und Muskatnuss (III/ 460)

Eine weitere klassische Zutat von Lebenselixieren ist der Zimt, der die meisten von uns bereits als Kind beglückte, in Form von Milchreis oder Gebäck. Lonitzer (1557/1962) schrieb über das feurige, aber dennoch sanfte Temperament der Baumrinde: »Zimmetrinde ist hitzig im dritten Grad/und trocken im anderen. Zimmetrinde sänfftiget den Husten und benimt den Schnupffen. Ist gut den Wassersüchtigen/benimt die böse Befeuchtigung

Im Menschen/dienet dem erkalteten Magen/stärcket das Gesicht/Herz/und macht ein gut Geblüt.«

Lonitzer beschreibt damit die allgemein günstige Wirkung von Zimt auf das Immunsystem; in der ayurvedischen Medizin schätzt man seine Abwehr steigernde Wirkung sehr hoch ein.

Eine weitere Beschreibung findet sich im Apothekerlexikon von Johann Schröder (1685/1963):

»Der rote Zimmet, der wohlriecht und einen an sich ziehenden scharfen Geschmack hat, ist der beste. (...) Er wärmt und trocknet, eröffnet, zerteilt, befördert den Monatsfluss und Geburt, erquickt alle Geister und Lebensglieder, taugt zur Kochung.

Daher gebraucht man ihn in Schwachheit der Kräfte, Ohnmächten und kalten Zuständen des Haupts, Magens und der Mutter. Er wird auch junter die gifttreibenden Mittel gerechnet, wie Dioscorides bezeugt, daher er zum Theriak, Mithridat und Alkermes Confect kommt.« Neuerdings hat man auch die positive Wirkung von Zimt auf den endokrinen Anteil der Bauchspeicheldrüse entdeckt und gebraucht ihn als Adjuvans in der Diabetestherapie.

Ferner findet man verschiedene Pfefferarten in einem Lebeiiselixier. »Pfeffer ist hitzig und trocken im vierdten Grad, eine Tugend ist aufzulösen zu verzahren und an sich zu ziehen« (Lonitzer).

Wegen der extremen Hitze (vierter Grad) darf man Pfeffer nur in Spuren zusetzen. Man schätzte ihn "j bereits in der arabischen Medizin als Bestandteil von Theriak und Mithridat. Eine häufig verwendete Pfefferart ist Kubebe, den man vor allem als Roborans (Stärkungsmittel) bei Nervenschwäche und hypotonem Schwindel einsetzte.

Eine weitere Zutat sind Gewürznelken, die man auch aus magischen Gründen zusetzte. Ihre Form erinnert entfernt an Nägel; sie dienten daher als Symbol für Jesu Leiden am Kreuz.

Lonitzer schrieb über die Gewürznelke: »Nägelein dienen dem Magen und der Leber/stärcken das Herz (...) und machen wol dauen (gute Verdauung).«

Bei Johann Schröder heißt es: »Sie stärken das Herz, Haupt und den Magen, wärmen und trocknen im 3. Grad, zerteilen, daher taugen sie in Ohnmächten, Zahnweh, Rohigkeit des Magens und Schwindel, sie (...) taugen wider allerhand kalte Hirn-Krankheiten, schwaches Gesicht, Ohnmächten, Herzklopfen und Venus Unmächtigkeit«

Zimt erwärmt den Lebensgeist, stärkt die Abwehr und bewirkt eine ausgeglichene Stimmung.

Die Gewürznelke wurde früher auch aus symbolischen Gründen in Lebenselixieren verwendet. Die Früchte erinnern an kleine Nägel, daher der Volksname »Nägelein«; sie verkörpern das Martyrium von Jesus, entsprechend balsamisch soll die Nelke wirken.

Ingwer ist in der ayurvedischen Medizin eines der wichtigsten Mittel zur Anregung der Lebenskraft.

Paracelsus nutzte ihn vor allem als schweißtreibendes Mittel und als Prophylaktikum vor ansteckenden fieberhaften Krankheiten (Pestilenz) (1685/1963). Gewürznelken sind also auch ein Aphrodisiakum (was übrigens für alle sonnenhaften Zutaten in Elixieren gilt). »Nägelein« gehören auch zu den mild adstringierenden, die Tätigkeit des Nerven- und Gefäßsystems anregenden Mitteln. Durch den hohen Gehalt an ätherischen Ölen wie

Eugenol wirken sie zudem schmerzstillend, antiseptisch.

 

Leidenschaft und Selbstverzauberung

Während seine Zeitgenossen weitgehend an der galenischen Vorstellung von den Temperamenten festhielten, beruhten die psychotherapeutischen Ansätze des Paracelsus einerseits auf magisch-kabbalistischen Traditionen, andererseits aber auch bereits auf Ideen, die sich erst im 20. Jahrhundert durchsetzen konnten, darunter etwa die Dreigliedrigkeit des Bewusstseins. Die Psyche als Ursache für Krankheit fasste Paracelsus in seiner Krankheitslehre unter dem Begriff »Ens spirituale« zusammen.

Carl Gustav Jung, der sich sehr eingehend auch mit der Alchimie auseinander setzte, entdeckte wohl als Erster die große Bedeutung dieser Ideen für die moderne Psychotherapie.

Paracelsus ging davon aus, dass der Mensch ein selbstbestimmtes Individuum sei. Gleichzeitig existiert aber in jedem von uns auch noch eine triebhafte Natur, die nur sehr schwer vernunftmäßig

zu kontrollieren ist und daher meistens ein chaotisches Eigenleben hat. Die historische Wurzel dieser Vorstellung findet man in der Antike in der Lichtgottheit Apollon und ihrem leidenschaftlichen Gegenpol Dionysos. Das Temperament, mit dem der Mensch sein Leben meistert, ist ein Spiegelbild kosmischer Kräfte - die olympischen Gottheiten mit ihren Feindseligkeiten und Animositäten sind hier das Vorbild. Je nach Geburtshoroskop sind die Wege der Lebensgestaltung sehr unterschiedlich:

Was der eine mit Besonnenheit erreicht, will der andere im Sturm erobern, oder es gelingt mit Intrigen und Hinterlist. Die galenische Lehre von den Temperamenten lehnte Paracelsus ab, vielmehr verstand er die Cholerik als Folge eines ungünstigen Marseinflusses oder die Melancholie als Wirken des Saturn. Neben dieser kosmischen Veranlagung hat jeder Mensch aber auch eine Geisteskraft in sich - von Paracelsus als Vernunft bezeichnet -, mit der man seine triebhaften Kräfte läutern kann, so dass schöpferische Potenziale frei werden. Durch die intensive Arbeit an der Persönlichkeit lassen sich die leidenschaftlichen Neigungen korrigieren und manchmal sogar in eine völlig andere Richtung lenken.

Paracelsus sah die Psyche immer in Analogie zu alchimistischen Prozessen. Der Weg der Selbsterkenntnis gleicht der Transformation von Blei zu Gold, und die einzelnen Schicksalsstationen sind Initiationen und Stufen zum großen Werk. Lebenskrisen sind das Fegefeuer oder die Putrefactio, bei der sich das Reine vom Unreinen trennen kann.

Erkenntnisprozesse und die daraus resultierende Lebensführung (Diätetik = Mäßigung) bilden die Purificatio. In der höchsten Stufe erfährt man schließlich die mystische Vereinigung mit dem Göttlichen als universelle Liebe.

Als Therapeut kann man helfen, indem man eine spirituelle Orientierung unterstützt, Hintergründe beleuchtet (z.B. durch eine Horoskopanalyse) und mit Arzneien hilft, wenn der andere aus eigener Kraft nicht mehr weiter kommt.

Paracelsus wusste aber auch, dass zahlreiche körperliche Krankheiten zu psychischen Störungen führen können und dass sich umgekehrt eine seelische »Schieflage« irgendwann auch somatisch manifestieren wird. Besonders die Angst entdeckte er als treibende Kraft der Krankheitsentstehung. Was für Paracelsus bereits selbstverständlich war und entsprechend differenziert behandelt wurde, entdeckte man unter dem Stichwort Psychosomatik eigentlich erst in den letzten Jahrzehnten. Inzwischen gibt es hierzu sogar eine spezielle Fachrichtung der Medizin, die Psychoneuroimmunologie. In diesem Zusammenhang spielt vor allem die Imagination eine wichtige Rolle. Im Geist entstehen Bilder, die lebendig werden wollen. Jeder Gedanke will Wahrheit werden - dies ist eine der grundlegenden Thesen des Paracelsus, der zutiefst von der magischen Macht des Geistes überzeugt war, wie folgende Zitate zeigen: »Die Gedanken tun, was das Gestirn und die Elemente nicht vermögen, sondern die Gedanken herrschen und regieren wider alle diese, und die Gedanken sind frei und werden von nichts beherrscht, und auf den Gedanken beruht die Freiheit des Menschen, und sie übertreffen das natürliche Licht. (...) Die Gedanken schaffen einen neuen Himmel, ein neues Firmament und dazu auch eine neue Kraft, aus der neue Künste hervorgehen« (IV/550).

»So gewaltig ist der Mensch geschaffen, dass er mehr ist als Himmel und Erde. Er hat den Glauben, und der Glaube übertrifft das natürliche Licht und die Kraft und Macht aller Kreaturen« (IV/551).

Paracelsus erkannte aber beispielsweise auch Zusammenhänge zwischen Stoffwechselleiden oder Schwermetallvergiftungen und Geistesstörungen. Obgleich recht nahe liegend, werden solche Ansätze heute eigentlich nur in der Naturheilkunde berücksichtigt. Während unserer Berufsjahre in psychiatrischen Kliniken haben wir feststellen müssen, dass beispielsweise der Zusammenhang zwischen Schilddrüsenleiden und Psychosen praktisch nicht beachtet wird. Nach Entgiftungskuren sucht man in der modernen Psychiatrie ebenfalls vergebens.

Paracelsus unterschied auch zwischen neurologischen und psychiatrischen Krankheitsbildern, die man damals noch in einen Topf warf. Er war sich auch darüber im Klaren, dass zahlreiche Leiden erblich sind oder familiär gehäuft auftreten können, wie z.B. die Epilepsie. Neben der genetischen Anlage kannte er jedoch noch so etwas wie ein spirituelles Erbe (man könnte dies auch Karma nennen).

Die häufigste Ursache für Störungen des Geistes sah er allerdings in der Einwirkung eines fremden Willens auf die eigene Persönlichkeit und in der Selbstverzauberung durch die eigenen Gedankenkräfte.

Mögliche Ursachen für Störungen des Geistes sind beispielsweise schockartige pränatale Einflüsse, aber auch eine schlechte Erziehung, familiärer Zwist oder soziale Probleme. Bei einer entsprechenden astralen Veranlagung zu Minderwertigkeitsgefühlen oder Versagensängsten sind der Krankheit dann Tür und Tor geöffnet.

Neben diesen durchaus nachvollziehbaren Möglichkeiten kannte Paracelsus auch magische Ursachen von seelischem Leid. Er ging davon aus, dass sich der Geist eines Menschen im Dschungel der Gefühle derart verirren kann, dass er jede Form von Moral vergisst.

Emotionale Extremzustände gleichen einer diabolischen Besessenheit - dann kann es geschehen, dass man sich oder dem anderen nur das Übelste wünscht und auch alles Erdenkliche tut, damit das Unglück geschieht:

»Wenn ich mit vollkommenem Willen jemandem zu schaden begehre, so ist nun dieser Wille ein Geschöpf meines Geistes, so dass mein Geist nach meinem Gefallen wider den Geist dessen handelt, den ich meine, und nicht wider seinen Leib, sondern wider seinen Geist und diesen Geist schädigt« (1/50). Wenn verwirrte Emotionen den Geist vergiften, kann es auch geschehen, dass man jemanden verflucht oder sogar mit Hexenkunst

Schaden stiftet, z.B. mit Voodoopuppen oder der Beschwörung von schadenbringenden Dämonen.

Bei diesem Kampf der Geister wird der Besiegte einen Schaden davontragen, doch auch der Übeltäter bleibt nicht verschont, denn es ist Gesetz, dass der Schaden auf einen zurückfällt, den man verursacht hat.

Die Merkmale einer Verhexung bewirken laut Paracelsus eine bleibende Anfälligkeit oder therapieresistente Beschwerden, aber auch eine seelische Zerrüttung: »Wenn jemand natürlich von einer Hexe oder sonst von einem Manne oder Zauberer verzaubert ist, sind die Zeichen so: Der verzauberte Mensch kann nicht schlafen, und er begehrt auch nicht zu schlafen. Er wird nie still gefunden, denn er hat weder Frieden noch Ruhe« (1/709).

Es ist bezeichnend, dass in psychischen Krisensituationen Schlafprobleme und extreme Unruhe zu den auffälligsten Symptomen zählen.

Paracelsus kannte außerdem auch nichtmenschliche Einflüsse auf das seelische Gleichgewicht.

Immer wieder findet man Stellen in seinen Werken, an denen er explizit Geistwesen und sogar den Teufel selbst als Krankheitsursache erwähnt. Diese Kräfte werden umso wirksamer, je mehr sich der eigene Geist vom Licht abgewendet hat und durch Leidenschaften verblendet ist.

 

 

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