Equus quagga = Zebra

                      

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Umwelt

Zoologische Feldforschung Zebras unterscheiden mit dem Barcode-Scanner

Zebras in einem Nationalpark in Kenia. Die Tiere selbst erkennen sich an der individuellen Fellzeichnung. Für das menschliche Auge ist der Unterschied kaum zu sehen.

Die Sonne brennt auf das vertrocknete braune Gras. Die Luft flimmert in der Hitze und lässt die Konturen der Zebras verschwimmen, die hier in einer kleinen Herde nach Nahrung suchen.

Ihr Revier liegt allerdings nicht in der Savanne Afrikas, sondern bei Hannover. Es ist Hochsommer im Serengetipark Hodenhagen.

Mitten auf der Trasse, die Touristen in ihren Privatautos durch den Tierpark lotst, in dem Löwen, Nashörner, Giraffen und andere Tiere unter scheinbar natürlichen Bedingungen leben, steht

ein dunkelblauer Golf. Zwei Biologie-Studentinnen aus Hamburg harren schon seit Stunden in der Hitze in dem Wagen aus. Sie üben, wie man in der Wildnis die Wanderungen von Zebras

erforscht. Wann suchen die Tiere eine Wasserstelle? Welchem Leittier folgt die Herde? Und welche Strecken legen Zebras dabei zurück?

Um solche Fragen überhaupt beantworten zu können, müssen die Studentinnen erst einmal lernen, die Zebras zu unterscheiden. Zwar ist die Streifenzeichnung so individuell wie der Fingerabdruck eines Menschen – doch für ungeschulte Augen gleicht ein Zebra dem anderen. Ans Armaturenbrett haben die angehenden Biologinnen deshalb 20 Farbfotos geklebt: Von jedem Zebra gibt es eine Ganzkörperaufnahme, ein Portrait des Kopfes und eine Nahaufnahme der Stelle, an der der linke Hinterlauf des Tiers in den Bauch übergeht. Daneben Skizzen der auffälligsten Merkmale. Beim genauen Hinsehen sind deutliche Unterschiede zu erkennen. Durch Ferngläser gleichen die Studentinnen die grasenden Zebras im Freilaufgehege mit den Fotos und Zeichnungen ab. Drei Tage dauert es, bis sie alle Individuen der kleinen Herde mit einer Trefferquote von 90 Prozent zuordnen können. Erst dann kann die eigentliche Arbeit beginnen.

Jetzt haben amerikanische und afrikanische Wissenschaftler eine Methode namens Stripe Codes entwickelt, mit der sich Zebras auf Fotos und Videos einfacher und schneller identifizieren lassen. Der neue Zebra-Scanner erfasst die Streifenzeichnung selbst dann genau, wenn die Bilder unscharf oder körnig sind, schreiben die Forscher um Mayank Lahiri von der Universität Illinois in Chicago in ihrer Veröffentlichung. Die Biologen und Programmierer stellten die neue Zebra-Scan-Software auf der ACM International Conference on Multimedia im italienischen Trient vor.

Getestet wurde die Methode an zwei Zebra-Arten im Wildpark Ol'Pejeta in Kenia – dem Steppenzebra (Equus quagga) und dem Grevy-Zebra (Equus grevyi). Insgesamt fotografierten die Feldforscher

85 Zebras und speicherten die Daten. Beim Abgleich mit neuen Fotos und Videoaufnahmen wurden 80 Individuen sicher erkannt. Hinter der Technik steckt ein komplizierter Computer-Algorithmus.

Die Forscher testeten mehrere Algorithmen – am Ende erwies sich die Stripe-Codes-Berechnung als effektivste.

Nicht nur Zebras lassen sich damit leichter erforschen. Die Entwickler sind überzeugt, dass der Scanner auch für Leoparden, Geparden oder Tüpfelhyänen funktioniert: Hauptsache, sie haben eine auffällige unterscheidbare Fellzeichnung. Und warum wendet man nicht einfach die Techniken an, die Kriminalermittler zur Identifizierung von Fingerabdrücken verwenden? Die Antwort der Forscher ist simpel: "Weil Tiere fast nie kooperativ sind." Auch Methoden zur Gesichtserkennung, wie sie an einigen Flughäfen eingesetzt werden, taugen bisher nicht zur Identifizierung von Zebras oder andere Wildtieren. Die Stripe-Codes-Entwickler arbeiten derzeit daran, eine Variante dieser Software für den Einsatz in der Wildnis zu optimieren.

In der Praxis können Wildhüter von Nationalparks ihre Herden damit schneller erfassen, und Forscher Daten erheben, ohne dass die Tiere mit teuren Sendern ausgestattet werden müssen. Das Markieren einzelner Tiere mit Halsbändern oder Mikrochips ist ohnehin nicht optimal: Denn dazu müssen die Tiere eingefangen und zum Teil sogar betäubt werden – und das stört die natürliche Lebensweise.

Zudem könnten Forschungsergebnisse sich verfälschen, da markierte Tiere sich möglicherweise anders verhalten als unmarkierte.

Bis Biologie-Studenten in den Genuss der neuen Scanner-Software kommen, dürften noch einige Jahre vergehen. Bis dahin werden im Zoologie-Studium weiter Zebras und andere Tiere fotografiert, Fellzeichnungen nachskizziert, durchs Fernglas beobachtet und auswendig gelernt.

 

Vergleich: Lac asinum.

Fallopia japonica. (= Reynoutria japonica/= Polygonum cuspidatum/= Japanische Staudenknöterich/= Japanischer Flügelknöterich/= Japanischer Rhabarber/= Japanischer Buchweizen/= fleeceflower/

= monkeyweed/= Huzhang/= Hancock's curse/= elephant ears/= pea shooters/= donkey rhubarb/= sally rhubarb/= Japanese bamboo/= American bamboo/= mexican bamboo).

Onop. (= Eselsdistel/= Scottish Thistle/= Cotton Thistle/= Krebsdistel/= Wolldistel).

Siehe: Mammalia

 

 

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