Theorie: Unterdrückung/suppression

 

[Herbert Alfred Roberts, M.D./Presented by Sylvain Cazalet]

Dealing with suppressions in children.

The problem of suppressions is unquestionably the hardest with which we have to deal. As we look over the medical records of a period of years, we realize that medical problems do change in many aspects;

those of a century or more ago had unsanitary and unhygienic conditions as their greatest factor. Authors of that day record cases in which simple lack of cleanliness gave objective symptoms of the gravest

type; these are not possible now with the supervision exercised by the public schools.

Our problem of the present day is suppression of excretory functions, suppression of natural symptomatic manifestations. Suppressions of the symptomatic manifestations usually come first, and thus early in

life symptoms become masked, if not entirely suppressed, and the guideposts to curative prescribing are destroyed or so misplaced as to be far less valuable.

If we recognize these suppressions we may be able to unlock the conditions. Of course, the vital force overcomes even these impediments to some degree, and the impress of the thwarted energy becomes a part

of the constitutional state; so the earlier we can set about the restoration of natural expressions the better for our patient. When we speak of unfolding the case and the reappearance of old symptoms we realize

we are considering the elements of this problem of lifelong suppressions Here we need careful prescribing.

[Massimo Mangliavori]

Wenn ein Arnica-Patient im Alter von vier Jahren einen schweren Unfall hat, so wird dies leichter zu einem chronischen Arnica-Fall. Wenn eine Person eine Ignatia-Persönlichkeit hat und beide Eltern im Alter

von fünf Jahren verliert, ist es wahrscheinlicher, dass sich hier eine chronische, konstitutionelle Ignatia-Situation entwickelt. Dies geschieht, weil das Leben diese Person gezwungen hat, mit einer der größten

Schwachstellen ihrer Konstitution in Kontakt zu treten.

Es ist auch wahr, dass es nicht leicht ist, ein Solanacea-Kind zu werden, wenn es Pulsatilla-Eltern hat. So etwas entwickelt sich gewöhnlich aus einer bestimmten Umgebung heraus, wo jemand auf irgendeine

Weise von seinen Eltern etwas erbt, wobei es schwierig ist zu differenzieren, was zur DNS gehört und was das Ergebnis von Erfahrungen mit dem Verhalten anderer ist.

Unterschiedliche Situationen und Formen von Gewalt Ein solcher gewalttätiger Hintergrund ist zwar nicht immer gegeben, er führt aber eher dazu, dass jemand, der in solch einem System groß

geworden ist, in einem frühen Alter dekompensiert. Diese Patienten haben mehr oder weniger das Gefühl, sie seien Opfer von Gewalt in der einen oder anderen Form. Ein Erwachsener kann sich einem

Kind gegenüber physisch oder psychisch gewalttätig verhalten. Eine gewalttätige Einstellung kann auch durch zu große Kontrolle ausgedrückt werden. Man kann mit Worten extrem gewalttätig sein, oder

indem man einem anderen Menschen seine Anwesenheit vorenthält, oder auch indem man diesem Menschen Mitgefühl entzieht. Eine Mutter oder ein Vater kann extrem gewalttätig sein, auch wenn sie ihr

Kind nicht körperlich schlagen. Gewalt kann auf viele Arten ausgeübt werden, nicht nur physische. Subjektiv jedenfalls fühlen sich diese Patienten als Opfer von Gewalt. Deprivation: Vorenthaltene Grundbedürfnisse

Wenn man die Geschichte dieser Patienten tiefer erforscht, so trifft man häufig auf einen erheblichen Mangel an Zuwendung. Schauen wir uns einen beliebigen konstitutionellen Solanacea-Fall an, selbst

bei den ungiftigen Pflanzen wie Capsicum, Tabacum, Lycopersicum oder Dulcamara, so werden wir einen erheblichen Mangel an Zuwendung finden. Wenn Sie mit diesen Menschen in Kontakt treten

können, erzählen sie Ihnen offen, wie sehr sie in ihrer Familie die Zuwendung vermissten. Und -ebenfalls sehr wichtig- dass diese Zuneigung auf eine sehr grundlegende Weise gefehlt hat. Wenn ich

“grundlegend” sage, so meine ich die hauptsächlichen, grundlegenden Bedürfnisse eines Kindes. Per definitionem kommt diese Zuneigung von der Mutter. Wenn das Kind klein ist, kümmert sich

gewöhnlich die Mutter um seine Bedürfnisse: stillen, streicheln, füttern, Windeln wechseln etc. Das heißt nicht notwendigerweise, dass es so war.

Jedenfalls haben diese Patienten das Gefühl: Seit ich ein kleines Kind war, habe ich etwas gebraucht, und das, was ich gebraucht habe, habe ich nie bekommen. Dies ist sehr wichtig. Es ist unerheblich zu

wissen, ob und wie sehr diese arme Frau ihrem Kind etwas vorenthalten hat, oder ob das arme Kind dies lediglich so wahrgenommen hat. Sie werden die Wahrheit nie erfahren. Was Sie aber meistens

beobachten können, ist, dass diese Menschen auf das Gefühl von Mangel an Zuneigung mit heftigstem Zorn reagieren.

Wenn Sie diese Reaktion vergleichen mit den Mitteln, die Silicea oder Magnesium ähneln, so werden Sie feststellen, dass viele unterschiedliche Arten von Mitteln diesen frühzeitigen Mangel an Zuneigung

und Aufmerksamkeit erfahren können. Darum geht es nicht. Es geht darum, wie sie auf diesen Mangel reagieren. Gewöhnlich reagieren Solanaceae auf eine sehr zornige Weise. Ihre Vorstellung ist, dass ihnen

etwas gestohlen wurde; sie fühlen sich beraubt.

Magnesium-Personen reagieren, als ob man dagegen sowieso nichts tun kann: 'Es ist eine Tatsache, dass ich verlassen wurde. Es ist eine Tatsache, dass ich ein kleines Püppchen bin und meine Mutter

verloren habe, und es ist nutzlos, zu schreien und zu weinen, weil man sowieso nichts tun kann.' Es handelt sich hier um Resignation im Angesicht von Mangel an Zuneigung.

Mit den Solanaceae verhält es sich überhaupt nicht so. Gewöhnlich ist das Gefühl: 'Du willst mir mit Absicht nicht das geben, was ich brauche. Ich habe das Gefühl, mir steht etwas zu, und du bist so garstig,

so gewalttätig, dass du mir absichtlich nicht das geben willst, was mir zusteht.' Gewöhnlich fordern diese Menschen auf dramatische Art und Weise, wovon sie das Gefühl haben, es würde ihnen

vorenthalten. Dabei stampfen sie auf den Boden, weil sie das wollen, was sie von dieser Umgebung nie bekommen haben. Das Gefühl ist Zorn anstatt von Resignation. Ihr Zorn gründet sich auf dieser

spezifischen Reaktion: Ein Gefühl von Mangel, dass ihnen etwas absichtlich gestohlen wurde. Ich wiederhole: Zu analysieren, was tatsächlich geschehen ist, ist immer sehr schwierig. Es ist möglich, dass

diese arme Frau arbeiten musste, um die Familie zu ernähren. Bei der Wahrnehmung der gestohlenen Zuwendung handelt es sich lediglich um eine Wahrnehmung. Es ist nicht notwendig, zu untersuchen,

was tatsächlich und in Wirklichkeit geschehen ist. Es ist nicht wichtig, sich zu überlegen, ob diese Kinder einmal geschlagen wurden oder einer anderen Gewalttat im wörtlichen Sinne ausgesetzt waren.

Es handelt sich um die Wahrnehmung von Gewalttätigkeit. Es ist, 'als hätte jemand tatsächlich und absichtlich dieses grundsätzliche Bedürfnis meinerseits negiert.'

Zornige Reaktion: Oft besteht die Reaktion bei den meisten dieser Menschen in einem tief sitzenden, heftigen Zorn. Unsere aggressive Seite ist für unser Leben unerlässlich; ausschlaggebend ist die Art

und Weise, wie wir damit leben und umgehen. Der gleiche Prozess kann gesund oder zerstörerisch sein. Das Problem ist nicht die Aggression per se, sondern das Ausmaß, in dem sie außerhalb der

gesellschaftlichen Normen ausgedrückt wird.

Gestaute Kontrolle: Wenn ich Gewalt zeige, verliere ich die Zuneigung

Einer der Hauptgründe für diese blockierte Aggression, für diesen ausgesprochen gestauten Zorn, ist das Gefühl: 'Wenn ich mir erlaube, meinen Zorn auszuagieren, könnte ich leicht diese Beziehung zerstören

und würde noch nicht einmal 10% dessen bekommen, was ich brauche. Ich muss mich kontrollieren, mich beherrschen, um nicht aggressiv zu handeln, sonst könnte dies ein weiteres Desaster in meiner Lebenserfahrung

werden. Wenn ich mich meinen Eltern gegenüber so schlecht verhalte, könnten sie mich für immer verlassen, und ich würde für immer sogar das kleine Maß an Zuwendung verlieren, das sie mir geben können.'

Solanaceae haben ständig das Gefühl, sie bekommen nicht die Zuneigung, die sie brauchen. Sie haben das Gefühl, sie müssen laut schreien, um zu bekommen, was sie brauchen. Sie haben auch das Gefühl:

'Ich muss diesen Impuls unter Kontrolle halten; wenn ich meine Aggressionen ausagiere, könnte es schlimmer sein als zuvor.' Dies ist ihr inneres Gefühl. Es bedeutet nicht, dass ein normaler Ausdruck von

Aggression eine Katastrophe wäre - es ist ihre Wahrnehmung: 'Wenn ich meine aggressive Seite nicht unter Kontrolle halten kann, bin ich mein eigener schlimmster Feind, und das wird auch noch das bisschen

Zuneigung zerstören, das ich von meiner Umgebung bekomme.' Sie werden eine Einstellung bemerken, mit der diese Patienten ihr Leben lang ihre grundsätzlichen Bedürfnisse zu stark kontrollieren.

Eher rational als emotional

Ein weiteres, typisches kompensatorisches Verhalten sowohl der giftigen als auch der ungiftigen Solanaceae liegt in der Art, wie diese Patienten versuchen, ihren rationalen Anteilen mehr Raum zu geben als

ihren emotionalen Anteilen.

Sie versuchen gewöhnlich, auf kühle Art zu verstehen, und sie tun dies mit Hilfe einer überrationalen Einstellung. Diese dient dazu, Sinn zu geben, wieder unter Kontrolle zu bringen, zu verstehen, was von Natur

aus nicht zu verstehen ist. Es ist eine riesige Illusion, zu glauben, dass man seine Emotionen besser kontrollieren kann, indem man sie vernunftmäßig erklärt und damit bereits Verlorenem einen Sinn geben könnte.

Redseligkeit

Wenn wir die Mittelprüfungen und unsere täglichen Beobachtungen bei diesen Fällen genau untersuchen, so stellen wir fest, dass Redseligkeit ein häufig auftretendes Symptom ist. Wir müssen verstehen, um welche

Art von Redseligkeit es sich hier handelt. Ein Aspekt davon ist das Delirium einer Nachtschattenvergiftung; andererseits sind sie auch in ihrem üblichen Verhalten außerordentlich geschwätzig. Aber es gibt viele

Arten von Redseligkeit. Es gibt eine Art defensiver Redseligkeit, die typisch ist für Patienten, die reden und reden und nichts sagen, wie z.B. Podophyllum oder einige der hysterischen Mittel wie Moschus,

Valeriana, Zincum valeriania oder Ignatia. Für einige dieser Patienten sollten Sie Strategien entwickeln, um sie zu stoppen, denn sonst können sie drei Stunden lang reden und Ihnen nichts erzählen. Es ist eine

Art Abwehrverhalten. Für die Anamnese ist es nutzlos, denn sie reden nur, völlig ohne Inhalt. Die Redseligkeit der Solanaceae, nicht nur der giftigen, ist generell nicht defensiv, oder wenigstens nur in

gewisser Weise. Diese Menschen sind sehr kommunikativ, wenn sie das Gefühl haben, dass sie eine Beziehung zu Ihnen haben.

 

[Dr C. B. Knerr]

Our repertories give us some help for these conditions, although for such as have become a part of the constitution of the patient, the constitutional remedy as manifested by his symptoms is probably our surest guide.

Nevertheless, especially for the earlier manifestations, we find many valuable hints for our assistance. Let us consider briefly the material in Knerr's Repertory, and while we do so, let us give thanks that this valuable work

has been restored to us in a new edition.

Sulph. at the head of our remedies useful in suppressions; perhaps Puls. ranks second in importance, particularly for chronic work. Apis holds an important place for attacks on the brain following suppressions. Because one

of the earliest suppressions impressed upon children is directed toward eruptions of every nature, let us look at the list compiled by" Knerr from Hering's Guiding Symptoms :

Sulphur: Throbbing headache; vertigo; amaurosis, amblyopia and many other eye troubles; deafness from suppressed measles; chronic laryngitis; typhoid symptoms after suppressed measles; Asthma (from suppressed itch); asthma # psoriasis; convulsions; paralysis; glandular affections from scarlatina.

Apis: Inflammation of the brain. Hydrocephalus after suppressed eruptions in general and after scarlatina; shortness of breath; asthma from suppressed urticaria.

Puls.: Asthma from suppressed rash in children. From suppressed urticaria, from suppressed eruptions in general: pains in ears after scarlatina; Deafness after measles: Typhoid symptoms after suppressed measles.

Ars.: Pericarditis after suppressed measles; asthma from suppressed itch or from suppressed eruptions in general; typhoid symptoms after measles.

Rhus-t.: Suffocation in suppressed urticaria; glandular affections, especially swelling of the parotids, after scarlatina; chorea after suppressed measles.

Zinc-met.: Mania; loss of sensation; chorea; convulsions; somnambulism.

Calc.: Caries of bones of the ear after scarlatina; glandular affections and swelling of the parotids; palpitation; Epilepsy.

Carb-v.: Typhoid Symptoms after Suppressed Measles; asthma.

Ip.: Asthma from suppressed eruptions in general or from suppressed miliary rash.

Ant-c.: Headache; convulsions.

 

Other remedies we find noted for the suppression of eruptions and the conditions in which they were indicated, are :

Convulsions: Camph., Stram.

epilepsy.: Agar. Caust.

Headaches: Graph. Nux-m.

Paralysis: Dulc.

Cerebral troubles: Cic.

Diarrhœa: Hyos. Urt-u.

Dyspnœa with receding rash: Bry.

Asthma: Verat. from suppression of acute rash.

Æon. from disappearance of herpes in face,

Dulc.: suppressed itch,

Ferr-met.: from suppression of erysipelas,

Ptel.: from suppressed eczema after vaccination.

Ammc.

Sweat suppressed: Bry. and Rhus-t. do in cases where sweat is suppressed by a sudden dash into cold water, as children love to do on warm days. When spinal meningitis follows: Acon;

Otitis: Cact.;

Pneumonia: Gels.

Paralysis: Colch.

Toothache: Cham. Rhus-t. Sil.;

Diarrhœa: Æon. Cham.

Diarrhœa of children, suppressed by crude drugging: Op. Zinc-met.

And what of the suppressions from the modern methods of preventive medicine (= inoculation?): Puls. Phos. Sulph. and occasionally the nosodes, particularly Psor.

For the constitutional effects of vaccination we have long depended upon Thuja and Sil.; consider Phos. also; and in the nosode group especially Maland., Vaccininum and Vario.

We have taken into consideration only a few of the suppressions to which children are subject; we have not thought of those children who from earliest childhood are given paregoric [= camphorated tincture of opium, also

known as tinctura opii camphorate = Ritalin-ähnlich?], is a medication known for its antidiarrheal, antitussive, and analgesic properties.) to quiet them, or those children who are ruled by fear to the complete suppression

of their natural mental and emotional development. In either of these conditions we must not forget Opium, which by its potentization and homœopathicity becomes anti-suppressive.

Nor do we limit ourselves to the suggestions noted for our selection of the simillimum. In any case the outlines of the case provide us with guidance to greater or less extent; but if we understand the underlying cause we

often arrive more surely at the proper remedy. There is one red thread running through all these records-the personality of the remedy and its peculiar applicability in certain symptomatic groups. For instance, note the places

where Zinc-met. has been found peculiarly appropriate in releasing suppressions; these touch, almost invariably, nervous imbalance.

Apis has its characteristic congestion and inflammation.

Sulphur expresses itself widely in its characteristic breadth of psoric manifestations.

Nux-v. often useful in suppressions, but usually in older people where there is more mental strain from business affairs, or where the suppressions are due to much crude dosing or the use of alcohol or narcotics.

Except as an occasional measure we rarely see the indications for Nux-v. in the suppression of small children.

Carb-v. may be indicated after suppressions in very small children where dissolution threatens with the characteristic Carb-v. symptoms; into this field of impending collapse that may follow suppressions in frail children

we may find Ars. or Camph. useful.

Needless to say, where the indications for a remedy are clearly marked, that remedy is indicated beyond any doubt, regardless of its pathological setting or the causes that led up to the present symptomatology; we can only

point out that the remedies mentioned here have been successfully used, by virtue of their own individual characteristics, in like conditions. He who knows his materia medica best is best fitted to untangle these conditions.

We can only point out the truth that homœopathy is the best method to deal with these suppressions in children.

 

 

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