Cinis ligni = Holzasche von Populusart

 

[Michael Geisler]

Cinis ligni C3

2. Phase Die Gefühlswelt als Bindeglied von Geist und Erde

In den Gefühlen, im Wasser findet eine Begegnung statt. Trage Bewusstsein in das Wasser und über das Wasser in die Erde. Ordnung, die der Geist baut,

wird Ordnung in der Erde.

Über die Gefühle verbinden sich Geist und Materie (im Wasser können sich Erde und Luft lösen). Die Gefühle sind mit unserem Denken und unserem Körper

verbunden.

Sie bilden ein Bindeglied zwischen unserem Denken und unserem materiellen Sein.

Wir empfinden Schmerz, wir fühlen Trauer, wir entwickeln dafür ein geistiges Verständnis. Unser Geist kann die Materie nicht direkt spüren, sondern verbindet

sich über das Gefühl. Wir entwickeln Ideen, wir entwickeln ein Gefühl zu unseren Ideen und Gedanken, wir empfinden das Gefühl in unserem Körper.

1. Aus Sicht des Geistes, des menschlichen Denkens:

Die Erde ist unbedarft, dumpf, bewusstlos, stumpf.

Die Materie ist all das, was der Geist nicht ist. Aus Sicht des Geistes, der sich der Erde nicht bewusst ist, ist die Erde nur die Negation seiner Eigenschaften.

Was die Materie aus sich selbst ist, bleibt dem Geist verborgen. Hat sie Bewusstsein, hat sie Ziele? Der Geist kann sich nicht in die Position der Materie begeben.

Diese Sichtweise soll die Erde nicht annehmen, denn sonst fehlt das Gleichgewicht.

Die Erde soll nicht die Sichtweise des Geistes annehmen, sondern ihre Bedeutung in das Bewusstsein bringen.

2. Aus Sicht der Erde:

Die Erde ist treu, zuverlässig, ehrlich und redlich, bereit und dienend.

Das ist die Sicht der Materie. All das ist der Geist nicht.

Das soll der Geist verstehen.

Der Geist soll die Materie verstehen, ihre Sichtweise. Dafür muss er ihr ganz verbunden begegnen, um die Welt aus Sicht der Materie zu sehen.

Was heißt das für den Menschen?

Den Körper und seine Funktion bewusst zu erkennen. So ist der Körper. So trägt er den Menschen und so hat er sich für den Menschen gebildet.

Im Menschen herrscht dann ein Gleichgewicht.

Der Körper ist da, er dient und er ist erkannt. Der Körper wiederum erlebt den Geist.

Im Menschen begegnen sich Körper und Geist. Der Geist kann die Eigenheit der Materie verstehen und der Körper den Geist erfahren.

Ideen und Gedanken des Menschen sind auf die Materie gerichtet und erforschen sie. Der Geist lebt in der Materie.

Die Materie erfährt, wie sie von den Gedanken gestaltet wird.

Das Gleichgewicht: Im Menschen und in der Menschheit.

3. Phase Zum Verständnis des Gleichgewichts der Bildekräfte Einseitigkeit der Beziehung Erde - Geist: Im Menschen ist ein Element über- oder unterbetont.

• Überbetonung des Geistes

Überheblich, von der Erde getrennt, von den eigenen Lebenserfahrungen abgeschnitten, Missachtung der eigenen irdischen Teile. (in „Aschenputtel" schneiden

sich die Stieftöchter ein Stück des Fußes ab.

Der Fuß ist unsere direkte Verbindung zur Erde. Ihn zu beschädigen, heißt, unsere Verbindung zur Erde zu beschädigen. Aus Überheblichkeit und unter

Missachtung des Körpers wird der Fuß verletzt, um etwas zu erreichen, das als Idee den Menschen bestimmt. Die ältere Schwester schneidet sich die Ferse ab.

Die Ferse ist innerhalb des Fußes der Teil, der am stärksten die Erdverbindung symbolisiert, während die Zehen den Geistpol der Erde symbolisieren.)

• Überbetonung der Erde

Depression, dumpf, stumpf, ohne Gefühl und Verständnis, nur Erdanteil, reines Funktionieren, Leben nur aus dem Körper, doch der ist ohne Inhalt.

Es fehlen die geistigen Kräfte, die den Menschen aus dem reinen Funktionieren als Körper herausheben. Im Märchen ist Aschenputtel in solch einen Zustand

gefallen. Sie dient, sie funktioniert, aber das geschieht ganz dumpf, wie betäubt, fast ohne Bewusstsein. Für den Menschen bedeuten zu starke Erdkräfte

Dumpfheit und Unverständnis.

Eine Störung des Gleichgewichts der Bildekräfte von Geist und Erde wirft den Menschen in ein individuelles Ungleichgewicht. Das gleiche gilt für ein solches

Ungleichgewicht in Systemen, die bestimmend auf ihre Mitgliederwirken.

Die vorhergehenden Verreibungsergebnisse hatten bereits gezeigt, dass auch soziale Systeme, denen der Mensch angehört, aus Bildekräften miterbaut werden.

In sozialen Systemen können auch Ungleichgewichte der Bildekräfte herrschen. So wird eine auf Landwirtschaft basierende Bauernkultur viel stärker durch

Erdbildekräfte geprägt sein als eine Handels- und Kaufmannskultur. Die sozialen Systeme wirken bestimmend auf das einzelne Individuum.

Geistige Haltungen des Menschen.

• Überbetonte geistige Einflüsse:

Überheblichkeit

Geschäftigkeit

Fahrigkeit

Oberflächlichkeit

Nicht in die Tiefe gehen

Immer zum Nächsten streben

Das Grimmsche Märchen Aschenputtel ist in vielem Ausdruck der Aschekraft. Hier werden nur ein nur einzelne kleine Abschnitte betrachtet. Vergleich hier

zu auch den Abschnitt „Zur Einordnung des Ganzen".

Der Mensch findet keine rechte „Verankerung". Er verbindet sich nicht richtig mit der bestimmenden materiellen Realität. Vielmehr versucht er, unabhängig von

der Erdverbindlichkeit zu existieren. Dadurch entgehen ihm wichtige Lebenserfahrungen. Die Arzneikraft Cinis ligni wirkt hier in Richtung eines Gleichgewichts,

das den Erdkräften ihren Platz gibt.

• Überbetonte Erdkräfte:

Unverständnis für sich, die Welt, die Menschen

Dumpfheit

Stumpfheit

Annehmen und Akzeptieren ohne Bewusstsein, was ist Dominieren die Erdkräfte, fehlen dem Menschen ein geistiger Zugang, ein Verständnis und ein

Gestaltungswille für sein Leben. Er nimmt an, was das Leben bringt, ohne ein Bewusstsein darüber zu erlangen. Aus dieser tiefen Verbindung mit der Erde erwächst

noch kein Bewusstsein für die Erde.

Also:

Das übergeordnete Gleichgewicht von Geist und Erdbildekräften wirkt auf das individuelle Leben. Der Mensch erhält so von der Erde oder vom Geist getrennte

Lebenslagen. Ebenso wirken auch soziale Systeme auf ihre Mitglieder und der Mensch selbst in sich. Überall sind Ansatzpunkte.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass die Holzaschenkraft einer überindividuellen Dimension zugehörig ist. Hier sieht sich der Mensch Tatbeständen gegenüber, die Basis

Seines Lebens sind und die grundsätzlich sein Leben bestimmen bzw. ihm dienen. Die Arzneikraft Cinis ligni wirkt auf diese Basis menschlichen Lebens.

4. und 5. Phase Der Mensch und die übergeordneten Kräfte

Der Mensch stellt in sich über die Seelenprozesse den Kern für die Bildeprozesse. Auch die Seelenprozesse haben Einfluss. Auch sie ordnen sein geistiges

Verständnis und seinen Körper.

Der Sturm der Elemente

Sieh den Sturm und hör' sein Rauschen,

wilder Tanz und sanftes Lauschen. Es

bildet sich in dieser Welt ein Baum, ein

Tier, bis es zerfällt.

Ein Mensch entsteht und auch vergeht,

die Asche wird vom Wind verweht.

Geist und Erde sich so finden,

aneinander sie sich binden für

die Zeit, die so

gegeben,

für

ein langes, kurzes Leben.

Alle Teile von dem Ganzen sich in wildem Spiel umtanzen. Das ist Leben auf der Welt. Die Kräfte walten, dass es hält.

Zu verstehen gibt es viel. Neues wird zum Lebensziel. Jeder Mensch lernt zu begreifen, sieht sich im Dasein, sieht sein Reifen.

Spürt, dass starke Kräfte bauen, weiter als ein Leben schauen. Er ist Teil von dem System Wie im Wachsen, so im Vergehen.

Cinis-ligni-Pathologie:

Zu viel oder zu wenig Erdbildekräfte wirken auf den Menschen. Das Wirken von zu viel oder zu wenig geistigen Kräften ist ein anderes Thema.

6. Phase

Cinis ligni hilft:

Dem Individuum, dem Kollektiv, den Bildekräften, dass sie ihren Teil, der die Aufgaben des Erdenkörpers betrifft, erfüllen.

Gedanken nach der Verreibung

Direkt nach der Verreibung spürte ich eine Abneigung gegen jegliche geistigen Modelle zur Erklärung der Wirklichkeit. Ein großes Misstrauen -

wie aus einer Sicht der Erde, die sich vom Geist missverstanden sieht - gegenüber einem geistigen Verständnis war vorhanden. Zugleich bestand

eine starke geistige Aktivität und eine innere Unzufriedenheit mit den Gedanken, die bis zur C4-Verreibung anhielten. Erst langsam baute sich danach wieder

ein geistiges Gebäude des Weltverständnisses auf.

Um welche Themenbereiche meine Gedanken nach der C3-Verreibung kreisten -auch angeregt durch die Diskussion der Seminarteilnehmer-, wird hier kurz

angedeutet:

• Kann die Krebserkrankung des Individuums ein Dienst am Kollektiv oder an der Erde sein? Steht also hinter der Krebserkrankung eine höhere Aufgabe, die erfüllt

sein will?

• Ist es für die Entwicklung der Erde bzw. die Erdkräfte notwendig, dass die Erdbildekräfte über ein Gesamtgleichgewicht hinausgehend wirken? Das heißt,

ist es für die Erdkräfte notwendig, zuerst „falsche", nicht zum Ziel führende Wege zu probieren, um dann anschließend den „richtigen" Weg zu finden?

• Ist es Ausdruck einer der Krebserkrankung zugehörigen Geisteshaltung (Überlagerung des Individuellen durch die Erdbildekräfte), geistige Überlegungen anzustellen,

die sich mit der Erfüllung und Annahme einer überindividuellen Aufgabe beschäftigen?

• Welche Kräfte wirken auf den Menschen, dass er sich mit Fragen wie: Sind Krebserkrankung und Tod des Menschen ein Dienst für die Erde? beschäftigt, die seinen

Lebenswillen und seine Berechtigung für ein zukünftiges Leben bestreiten?

• Ist Krebs eine Erkrankung, die von der individuellen oder seelischen Zustimmung, sich Erdkräften unterzuordnen bzw. ihnen zu dienen, abhängig ist?

• Führt eine Überlagerung durch die Erdkräfte dazu, dass ein Bezug des Menschen zu einem eigenständigen, individuellen Lebensausdruck kaum noch möglich ist

und drückt sich das auch in den Gedanken aus?

Es geht also um den Lebenssinn und die individuelle Stellung des Menschen bei seiner Erfüllung. Für mich kehrte erst durch die C4-Verreibung und den Kontakt mit

der C4-Ebene (Seele, Wesen) Ruhe in die Gedanken ein. Das verdeutlicht für mich, dass solche existenziellen Fragen keine Antworten auf der Verstandesebene finden

können.

Zusammenfassung C3

Bereits die erste Phase der C3-Vereibung macht deutlich, dass es um ein schwieriges Thema geht. Erde und Geist sollen sich verbinden. Doch ihre Natur ist so

unterschiedlich, dass dies fast unmöglich scheint.

Aber im Leben ist es doch möglich. Es ist eines der Kennzeichen des irdischen Lebens, dass es Erde und Geist verbindet. In der Pflanze zeigt der Vorgang der Photosynthese,

wie sich über einen Lichtprozess aus der Luft Materie bildet.

Im Menschen zeigt sich, wie in einem materiellen Körper der Geist zu Hause sein kann.

Doch ein wirkliches Verständnis des Geistes für die Erde (Materie) und ein Einnehmen der Perspektive der Erde (Materie) bleiben für den Geist schwierig, ebenso wie

auch ein Zugang der Erde zum Geist.

Unsere Gefühlswelt (Gefühlsseelenwelt) dient als Vermittler zwischen Geist und Erde.

Unser Körperempfinden wird über das Gefühl zum Geist getragen, unsere Gedanken werden über das Gefühl für den Körper spürbar. Ohne diese Vermittlung sind

und bleiben sich Erde und Geist fremd.

Aus dem Verständnis der Wirkung der zwei sehr unterschiedlichen Elemente „Geist" und „Erde" leitet sich eine tiefere Einsicht in den Ausdruck der Holzaschenkraft ab.

Die Elemente „Geist" und „Erde" können in einem Ungleichgewicht sein. Bezogen auf die Cinis-ligni-Kraft heißt das, die Erdkräfte können über- oder unterbetont im

Menschen wirken.

Unterbetonte Erdkräfte führen zu einer fehlenden Verankerung des Menschen, zeigen sich in einer Überheblichkeit und Oberflächlichkeit. Die Gedanken fliegen und bauen

eine nicht verankerte Welt. Überbetonte Erdkräfte bewirken Dumpfheit und Unverständnis. Die Welt und das eigene Leben werden ohne Bewusstsein angenommen.

Der Mensch funktioniert, erfüllt seine Aufgaben, dient dem System, ohne viel zu hinterfragen oder zu verstehen. Er verliert einen Teil seiner Individualität und wird

durch den Ausdruck der Erdkräfte in seinem Fühlen und Denken überlagert.

In der Begegnung von Geist und Erde und auch für die Ausbildung eines Gleichgewichts der Kräfte sind die Seelenprozesse von großer Bedeutung. Aschenputtel

scheint im Märchen vom Tod ihrer Mutter von Trauer überwältigt zu sein. Sie zieht sich zurück in ein dumpfes Funktionieren. Er st allmählich erwachsen ihre

Individualität und ihrer eigener Ausdruck wieder neu in das Leben.

Ihre Seele ist zuerst voller Trauer und zieht sich aus einer aktiven Beteiligung an der irdischen Existenz zurück. Die Seele ist jedoch der Bezugspunkt, dass sich Erde

und Geist im menschlichen Leben begegnen. Dafür muss sie aktiv in das Leben treten. Aschenputtel zeigt im Märchen mit ihrer Präsenz auf dem Fest und der Vermählung

mit dem Prinzen, wie die Seele in den Mittelpunkt des menschlichen Lebens kommt.

Ihre Seele hat wieder in das Leben gefunden, und sie kann Erde und Geist vereinigen. Ein goldener Schuh symbolisiert die gefundene Verbindung Seele - Mensch - Erde,

die Voraussetzung für die Begegnung Geist- Erde ist.

Weitere Verreibungsphänomene aus der C3-Verreibung

Im Folgenden gebe ich eine Auflistung von Verreibungsphänomenen wieder, die von Teilnehmerinnen des Seminars mitgeteilt und von mir notiert wurden.

• Es existiert eine Einwilligung der Seele mit der Krebserkrankung im Leben. Das bedeutet, es gibt eine Einwilligung, für eine höhere Ordnung als das individuelle

Leben an Krebs zu sterben.

Bis zu einem gewissen Zeitpunkt des Lebens kann die Einwilligung zur Krebserkrankung und den Krebstod zurückgezogen werden. Cinis ligni ermöglicht es, diese Einwilligung

zu bestätigen oder zu widerrufen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine Heilung möglich, und der Plan des ganzen Lebens kann geändert werden.

• Nicht hören, nicht sehen, nicht fühlen.

Cinis ligni ist eine Entwicklungskraft der Erde. Die Aufgabe des Menschen ist es, ein Erfahrungsträger der Erde zu sein. Es geht nicht um den Menschen.

• Kummer, Verlassenheit, Verzweiflung und Unverständnis.

• Vergiss die Regeln, denke in keinem System, durchbreche die Ordnung, geh in die Aufgabe (Doppelbedeutung).

• Es erfolgt nach den Regeln eines anderen Systems, als wir denken.

Darauf einlassen, Teil eines Systems zu sein und davon bestimmt zu werden.

Diese Aussagen beschreiben die Dominanz übergeordneter Systeme und Kräfte auf das irdische Leben des einzelnen Menschen,

Eine Verreibungserfahrungen sagt auch, dass sich der Mensch in der Krebserkrankung mit Zustimmung seiner Seele einer höheren, überindividuellen Ordnung fügt.

Die Aussagen meiner Verreibung betonen ebenfalls den Aspekt dominanter Erdbildekräfte. Allerdings sehe ich eine „zwangsweise" und damit unfreiwillige Überlagerung

des Individuums und seiner Seelenaufgabe durch zu starke Erdbildekräfte als Ursache des Krebses. Ein Einverständnis der Seele zur Erfüllung einer übergeordneten

Aufgabe durch die Krebserkrankung des Menschen ist eine andere Sichtweise.

Aus meinen Verreibungserkenntnissen lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass der einzelne Mensch durch überbetonte Erdbildekräfte in seinem individuellen

Ausdruck überlagert wird. Er akzeptiert, was ihm geschieht, der eigene Ausdruck geht zurück. Ein eigenständiger Lebenssinn des Individuums findet immer schwieriger

Ausdruck. Dadurch scheitert auch die Verbindung der Erde mit dem Geist, da diese sich um den Seelenprozess aufbaut.

Cinis ligni erinnert die Erdbildekräfte an ihre Aufgabe und bringt sie wieder in ein Gleichgewicht mit der höheren Ordnung. Im Menschen stellt sich eine größere Harmonie

zwischen Seele - Geist - Materie ein.

In diesem Skript kann ich nur mein erlangtes Verständnis schildern. Offensichtlich ist an dieser Stelle, dass es auch andere Erkenntnisse und Auffassungen gibt.

Diese Verreibungserlebnisse zeigen aber auch, dass eine Bewertung in „richtig" und „falsch" immer abhängig von der eingenommen Position ist.

 

 

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