Darmnosoden allgemein Anhang 

 

[James T. Kent]

Colon: Inflamed cecum (colitis): APIS. Ars. BELL. BRY. Calad. Carc. Card-m. Chin. Colch. Crot-h. Gins. LACH. Lyc. MERC. Nat-s. OP. Phos. Plb-met. RHUS-T. Samb. Sep. Sil. Stram. Sulph. THUJ.

Colon: pain in the whole length of the colon: Ferr-met.

Colon: Burning pain: Carc.

 

Appendicitis: BELL. BRY. Calc-s. chin. cocc. coloc. Crot-c. echi. hep. IRIS-t. lach. lyc. merc. MERC-C. nit-ac. PHOS. Plb-met. SIL

 

Cecum - Inflamed: BELL. calad. Card-m. COLCH. Crot-h. lach. merc. Nat-s. OP. plb-met. RHUS-T. samb. THUJ.

Cecum region painful: colch. Lac-d. merc. stram. hydr. Nit-ac.

Cecum sensitive: Lach

 

 

Ascending colon: Colic pain in: Rhus-t.

 

Hepatic flexure: In his book Colon Health. Dr. Norman Walker PhD. associated problems in the hepatic flexure with the following tissue salts: Kali-m. Calc-s. Kali-s. Mag-p. Kali-p.

 

Splenic flexure: Accumulation of gas in: Momor.

 

 

Transverse colon: Pain in: Bell. Cham. Colch. Merc-c. Raph. Podo.

Transverse colon: gnawing pain: Gels.

Transverse colon: “As if a long worm were writhing in”: Calad. Euph.

 

Descending colon: flatus obstructed with constipation: Aur-met. Iod. Lyc. Rhod. Sulph.

 

Sigmoid flexure: Pain: Colch

 

Rectum: Impaction: BELL. OP. PLB-MET. Caust. Lach. alum. gels. Lac-d.

Rectum: Inactivity: ALUM. Op. phys. aeth

 

Cina.:

Cholera and Gastroenteritis

Excessive thirst.

Profuse discharges from stomach (vomiting) and bowel (diarrhea).

The child feels very chilly and hence they need a lot of covering and clothing to keep them warm (opposite of Camph).

Constant uneasiness.

Desire for warm food and drinks.

Drinking cold water > vomiting.

Restless tossing about.

Slight jerking of muscles.

Tip of the tongue cold.

Violent cramps in abdomen and calf muscles due to hyponatremia.

Violent vomiting of bile and water with severe colic in stomach and abdomen.

Examination findings:

- Great prostration.

- Blueness around fingernails.

- Dehydration ranging from grade I to grade III.

- Hypotension.

- Hypovolemic shock.

- Intense coldness of the body with cold sweat.

- Mottled, dusky appearance.

- Skin moist.

- Spasmodic distortion of face.

- Stool: Pus +, RBC +, pinworms, segments of tapeworm.

- Sunken deep eyes.

- Tachycardia.

- Tachypnea.

 

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Gesundheit

 

Autoimmunkrankheiten Wenn der Körper verrückt spielt, können Würmer helfen

Der Mediziner Joel Weinstock lässt Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen Wurmeier schlucken. Im Interview erklärt er, wie Wurminfektionen dem Immunsystem helfen.

Joel V. Weinstock ist Arzt und Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie am Tufts Medical Center in Boston, Massachusetts, und Professor an der Tufts Universität.

Die etwa zwei Zentimeter großen Fadenwürmer namens Trichuris suis. helfen Patienten mit Autoimmunerkrankungen.

 

ZEIT ONLINE

Gesundheit

Bakterien im Darm100 Billionen Freunde

Bakterien im Darm sind nicht bloß Verdauungshelfer. Wie groß ihr Einfluss auf unsere Gesundheit ist, entdecken wir gerade erst. von Hanno Charisius

DIE ZEIT Nº 12/201425. März 2014  07:49 Uhr  71 Kommentare

Der Weg zum Herzen eines Mannes führt durch den Magen? Treffender als das Sprichwort wäre: Der Weg zum Herzen führt durch den Darm. Dort leben Bakterien, die Inhaltsstoffe aus unserer Nahrung in Substanzen umwandeln, welche Arterien verhärten und das Infarktrisiko erhöhen (und zwar nicht nur bei Männern). Es gibt dort aber auch die Guten. Im Darm leben nämlich Mikroben, die außerordentlich zuträglich für das Herz und für die restliche Gesundheit des Menschen sind. Und sie sind bei Weitem in der Überzahl.

Etwa 100 Billionen Mikroorganismen bevölkern jeden einzelnen Menschen. Und die meisten dieser Mitbewohner, die so klein sind, dass man sie nur unter einem sehr starken Mikroskop sehen kann, tummeln sich an den Wänden des Darms und in dessen Inhalt. In jedem Gramm Stuhl leben mehr Bakterien als Menschen auf der Erde. Zu wie vielen Arten sie gehören, weiß noch niemand. Die meisten Schätzungen liegen zwischen 1.000 und 1.400, es könnten aber auch sehr viel mehr sein.

Der Mensch ist also weniger ein Einzelwesen als eine Wohngemeinschaft für Mikroben. Die bringen mehr als drei Millionen Gene in die Lebensgemeinschaft ein - und diese ergänzen das humane Erbgut um lebenswichtige Fähigkeiten. Die Mikroben teilen sich den Menschen, wie alle anderen Lebewesen es in ihren Ökosystemen tun: Sie konkurrieren um Platz und Nahrung, arbeiten aber auch zusammen, um Futterquellen zu erschließen, stehen unter dem Einfluss ihrer Umwelt und geraten unter Stress, wenn das ökologische Gleichgewicht gestört wird – etwa durch Arzneimittel oder schlechte Ernährung.

Bis vor wenigen Jahren sahen selbst die meisten Wissenschaftler nicht mehr in ihnen als nützliche Verdauungshelfer, die nebenbei für ihren menschlichen Wirt noch ein paar Vitamine produzieren. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass die Mikroben weitaus mächtiger sind und einen immensen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden haben.

Ein Imageproblem haben sie trotzdem, weil unter den vielen gutmütigen ein paar wenige böse Keime lauern. Die können uns krank machen, daher bekämpfen wir alle unsere Mitbewohner großflächig mit Desinfektionsmitteln und Antibiotika. Diese chemischen Attacken töten auch die Nützlinge, stören das fein austarierte Gleichgewicht im Ökosystem Darm. Nach Ansicht einer wachsenden Zahl von Ärzten und Forschern kann das der Beginn für Krankheiten wie Diabetes, Allergien, Autoimmun- und Herz-Kreislauf-Leiden, ja sogar Krebs sein.

Jeder Mensch ist ein Ökosystem – und ohne Untermieter nicht denkbar

Die Arbeitsteilung in unserem Inneren ist aus Effizienzgründen entstanden: Ohne bakterielle Hilfe müssten Menschen weit mehr Nahrung zu sich nehmen, um an die notwendigen Nährstoffe zu kommen. In Zeiten des Mangels -also praktisch während der gesamten Menschheitsgeschichte- stellte die Verdauungshilfe durch die Mikroben einen großen Überlebensvorteil dar. Was heute fatal werden kann, wenn Kalorienbomben permanent verfügbar sind. Es führt sogar zu Problemen, die weit über die Bundweite der Hose hinausreichen. Durch den Nährstoffüberschuss schwellen die Fettzellen, der Stoffwechsel gerät durcheinander, gleichzeitig wird das Immunsystem hochgefahren, Entzündungsreaktionen im ganzen Körper sind die Folge, das Diabetesrisiko steigt und auch die Wahrscheinlichkeit für andere Leiden.

Weshalb eigentlich? Die Mikroben sagen es uns: Viele Studien haben unabhängig voneinander gezeigt, dass die typische westliche Ernährungsweise (viel Fett, wenig Ballaststoffe) die Vielfalt im Darm dezimiert. Vermehren können sich dann schädliche Bakterien, die unter anderem Substanzen wie Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) herstellen, die das Infarktrisiko erhöhen. Ebenfalls sind Mikroben für die Umwandlung von Daidzein aus Soja zu Equol verantwortlich. Diese Substanz wirkt im Körper ähnlich wie das Hormon Östrogen und scheint gegen Prostatakrebs zu schützen, andere Krebsarten aber durchaus zu fördern. TMAO und Equol können wie viele andere mikrobielle Produkte die Darmwand überwinden und über das Blut den gesamten Körper erreichen.

Die Darmbevölkerung passt sich unserer Ernährung an

Bakterien beeinflussen also direkt die menschliche Gesundheit. Sie tun dies nicht nur durch biochemische Fernwirkung, sondern auch in ihrer Rolle als Trainingspartner des Immunsystems. Wenn nicht genug von ihnen da sind (oder zu viele von den falschen), lautet die von den allermeisten Experten inzwischen akzeptierte Theorie, dann fehlt eine wichtige Kontrollinstanz für das Immunsystem. Dieses geht dann mitunter auch auf den eigenen Körper los: Es flippt aus, wenn es mit Pollen oder Milch in Kontakt kommt, oder beginnt einen Krieg, wenn das Weizeneiweiß Gluten den Körper betritt – Autoimmunerkrankungen, Allergien und Asthma drohen. "Es gibt genug Hinweise auf eine Verbindung zwischen chronischen Krankheiten und unseren Darmmikroben", sagt der irische Mikrobiologe Kieran Tuhoy, der erst vor wenigen Wochen einen Übersichtsartikel darüber verfasst hat, wie man Herz-Kreislauf-Leiden durch Ernährungsumstellung vorbeugen oder sie behandeln könnte.

Binnen eines Tages ändert sich die Wohngemeinschaft im Bauch

Vielen Forscher gilt die Ernährung inzwischen als ein wesentlicher Schlüssel zum Mikrobiom – und darüber auch zur Gesundheit des Menschen.

Tuhoy vermutet: Wenn ungünstige Nahrung die Darmbakterien beeinflusst und diese ihren Wirt im Wechselspiel mit dessen Genen krank machen können, dann müsste die richtige Ernährung auch vor Krankheiten schützen.

Nur wenige Monate nachdem im Jahr 2001 die Entzifferung des menschlichen Genoms gefeiert worden war, haben Mikrobiologen ein zweites Humangenom-Projekt vorgeschlagen. Es sollte sich um die Gene unserer sämtlichen Mikroorganismen drehen. Damals ging man noch davon aus, dass die Besiedelung eines Menschen in etwa so schicksalhaft ist wie seine Gene – und genauso unveränderbar. Dass dies eine Fehleinschätzung war, haben inzwischen viele Untersuchungen gezeigt. Es dauert gerade einmal einen Tag, bis sich die Darmbevölkerung an eine neue Ernährungsweise angepasst hat. Strömt vorwiegend pflanzliche Nahrung durch den Verdauungstrakt, vermehren sich Fasern und Kohlenhydrate liebende Bakterien. Ist es hauptsächlich Kost tierischen Ursprungs, dominieren Mikroben, die Proteine und Fett zerlegen können, übernehmen die Kontrolle im Darm. Und je nachdem, welche Bakteriengruppen überwiegen, liefern sie unterschiedliche Stoffe an ihren menschlichen Wirt, gute wie schlechte.

Offenbar ist das mikrobielle Leben im Darm also sehr empfänglich für Signale in Form von Nahrung. Und das eröffnet theoretisch vollkommen neue Therapieansätze: heilen durch Essen, gesund bleiben durch Essen, ja, sich besser fühlen, alles aufgrund der richtigen Nahrung für die Wohngemeinschaft im Bauch. In der Praxis ist das Ökosystem Mensch noch viel zu unverstanden für konkrete Empfehlungen.

Da haben es die Mikrobiomforscher noch deutlich schwerer als die Biomediziner: "Weil sie es nicht nur mit der genetischen Variabilität des Menschen zu tun haben", sagt der Mikrobiologe Michael Blaut vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung, "sondern auch noch mit der mikrobiellen, die von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist."

Auf der anderen Seite ist auch das therapeutische Potenzial ungleich größer. Defekte Gene zu reparieren gelingt bislang nur selten und unter Inkaufnahme großer Risiken. Darmbakterien lassen sich weitaus leichter beeinflussen. Das kann jeder selbst probieren, per Griff in den Kühlschrank.

Wie sieht bakterienfreundliche Ernährung aus?

Aber eine konkrete Empfehlung geben die Forscher leider nicht: Wie eine bakterienfreundliche Ernährung aussieht, lässt sich heute noch nicht im Detail beantworten. Naheliegend wäre aber, den Mitbewohnern das zu geben, woran sie sich im Laufe von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution mit dem Menschen gewöhnt haben. Auf einen heutigen Einkaufskorb übertragen, hieße das wahrscheinlich: viel Gemüse, Vollkornprodukte, alles andere auch, aber in Maßen. Zucker meiden, Weißmehl ebenfalls und auch alle anderen Formen von hoch verarbeiteten Nahrungsmitteln. Menschen, die viele fermentierte Lebensmittel wie Kefir, Joghurt, Sauerkraut oder die asiatische Variante Kimchi zu sich nehmen, sind im Durchschnitt gesünder als andere. Das kann an den Mikroorganismen liegen, die sie dabei gleichzeitig zu sich nehmen, kann aber auch mit anderen, bislang unbekannten Faktoren zusammenhängen.

Erst allmählich beginnen Forscher zu verstehen, wie Menschen und Mikroben in Einklang leben können. Die biochemischen Mechanismen der Lebensgemeinschaft sind zwar sehr schwer zu erforschen, weil sich ihre Effekte oft nur über Jahrzehnte hinweg bemerkbar machen. Aber wir haben offenbar viel mehr in der Hand, als wir ahnten. "Es ist kein Schicksal", sagt der Ernährungswissenschaftler Blaut, "man kann es selbst beeinflussen."

Noch ist die Studienlage zu dünn für allgemeine Aussagen. So profitieren manche Menschen mit manchen Beschwerden von Pro- und Präbiotika, anderen nützen diese nicht. Nun mag man sich fragen: Was dankt mir mein Bauch? Der einzige Weg, das herauszufinden, ist momentan der Selbstversuch.

Zusammen mit dem Berliner Autor Richard Friebe schrieb Hanno Charisius das Buch "Bund fürs Leben – Warum Bakterien unsere Freunde sind", das im Hanser Verlag erschienen ist (319 Seiten, 19,90 Euro) .

 

K.P.R.

25. März 2014 8:10 Uhr

1. empfehlenswert

Der Darm denkt mit: Wie Bakterien, Pilze und Allergien das Nervensystem beeinflussen

Klaus-Dietrich Runow (Autor)

 

SeiendesNichtsein

25. März 2014 8:22 Uhr

2. Genial, einfach genial!

Hoffentlich wird das jetzt nicht von der Schulmedizin in die Ecke gedrückt bis man aus dieser Entdeckung ein Geschäft entwickelt hat.

Denn Geld und Medizin sind wie ein Darm ohne Bakterien.

Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

 

Kai_Denker

25. März 2014 8:33 Uhr

3. Die böse böse Schulmedizin

Jaja, die böse böse Schulmedizin, die die Frechheit besitzt, probiotische Nahrungsmittel, Darmflorae und Krankheiten zu untersuchen, anstatt einfach ungetestete Produkte auf den Markt zu werfen, um damit Kasse zu machen.

Sie können übrigens probiotische Arzneimittel kaufen und sich, wenn sie wollen, auch schon eine Darmfloratransplantation machen lassen. So entsetzlich stur ist die Schulmedizin nämlich, dass diese diese Produkte schon am Markt hat.

Sie können natürlich auch wirkstofflose Esoterik-Zubereitungen aus Zuckerkügelchen rein werfen. Wirkt garantiert nicht, ist billig herzustellen und ein riesiges Geschäft. Allerdings kein Geschäft für die böse böse Schulmedizin.

Antwort auf "Genial, einfach genial!"

 

Case793

25. März 2014 8:36 Uhr

4. Ernährungstip erscheint etwas widersprüchlich

Erst wird gesagt, dass es naheliegend wäre, dass zu essen woran sich Mensch und Bakterien "im Laufe von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution" gewöhnt hätten.

Empfohlen wird dann "viel Gemüse, Vollkornprodukte, alles andere auch, aber in Maßen."

In Anbetracht dessen, dass Ackerbau und Viehzucht erst seit ca. 20.000 bis 10.000 Jahren betrieben werden, erscheint die Empfehlung für Vollkornprodukte dann aber nicht nachvollziehbar.

 

alliance1979

25. März 2014 8:37 Uhr

5. Rückschlüsse sind falsch

"Naheliegend wäre [..]woran sie sich im Laufe von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution mit dem Menschen gewöhnt haben.

[..] hieße das wahrscheinlich: viel Gemüse, Vollkornprodukte, alles andere auch, aber in Maßen. Zucker meiden, Weißmehl ebenfalls und auch alle anderen Formen von hoch verarbeiteten Nahrungsmitteln. "

Dazu: Im Mittelalter z.B. aß man vorallem Getreidebreie und grützen, Brot und Gemüse war Mangelware. Grundsätzlich läßt sich sagen das sich über Kulturen und Epochen kein einheitliches Ernährungsbild zeigt.

"Menschen, die viele fermentierte Lebensmittel[..] zu sich nehmen, sind im Durchschnitt gesünder als andere."

Dazu: Beobachtungsstudien haben in den Ernährungswissenschaften nichts verloren, sie haben eine relativ geringe Evidenz. Auf Wunsch begründe ich das gerne.

" Zucker meiden"

Dazu: Was versteht man bitte unter Zucker? Meint man hier nur Monosaccharide oder soll das ein Aufruf zur Kohlenhydratarmen Ernährung werden?

Der Artikel ist interessant, aber die Schlußfolgerungen am Ende sollten in ein wesentlich deutlicheres Konjunktiv gesetzt werden, oder am besten ganz verschwinden. Das ist weder seriös, noch wissenschaftlich korrekt.

 

Urmel aus der Zeit

25. März 2014 8:45 Uhr

6. Missbrauch von Wissenschaft.

Die Koevolution von Mikroben und höheren Lebewesen ist ein faszinierendes Kapitel und es ist ziemlich offensichtlich, dass alles mit allem zusammenhängt. Bloß wie genau, ist noch unklar. Soweit das belastbare Wissen. In dem Artikel wird wild herumspekuliert – immerhin noch im Konjunktiv – und wieder Ideologie transportiert:

„die typische westliche Ernährungsweise (viel Fett, wenig Ballaststoffe) die Vielfalt im Darm dezimiert“

Zu meiden: „viel Gemüse, Vollkornprodukte, alles andere auch, aber in Maßen. Zucker meiden, Weißmehl ebenfalls und auch alle anderen Formen von hoch verarbeiteten Nahrungsmitteln„

Das ist Missbrauch von Wissenschaft und dumpfer Erziehungsjournalismus.

 

alliance1979

25. März 2014 8:46 Uhr

7. Böse Schulmedizin

Ja da haben sie recht. Sehr böse. Es sind Wissenschaftler die uns so weit wie heite gebracht haben und wesentlich selbstkritischer sind, als es z.B. die Homöopathen jemals sein könnten.

Die sind es nämlich, die behaupten den Stein der Weisen gefunden zu haben und an ihrem "Wissen" unbeirrt festhalten. Die moderne Hochschulmedizin ist noch relativ jung, selbstkritisch und wir verdanken ihr viel.

Schauen sie sich z.B. mal an, wie es heute um die Sterblichkeit von Frühchen bestellt ist und vergleichen sie das mal mit der Sterblichkeit von vor 50 Jahren.

Günstige Impfungen, böse Antibiotika oder Schmerzblocker haben extrem vielen Menschen geholfen. Ihr Spot ist mehr als Fehlgeleitet.

Antwort auf "Genial, einfach genial!"

 

cave felem

25. März 2014 8:54 Uhr

8. Nicht widersprüchlich

Auch schon vor der Sesshaftwerdung und der Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht haben die Menschen pflanzliche Nahrung zu sich genommen, sogar deutlich mehr als tierische, wie der Vergleich mit rezenten Jäger-und-Sammler-Kulturen zeigt. Darunter waren natürlich auch bereits die Vorläufer der heutigen Getreidearten.

Antwort auf "Ernährungstip erscheint etwas widersprüchlich"

 

tufelix

25. März 2014 8:59 Uhr

9. Selbstversuch

"Der einzige Weg, das herauszufinden, ist momentan der Selbstversuch." - Für diese Erkenntnis jetzt ein zweiseitiger Artikel? ist das nicht etwas übertrieben, oder dient es dem Füllen des E-Papers?

Man sieht hier sehr schön, wie die Schulwissenschaft zwar eifrigst Stoffe isoliert und ihre Wirkungen beschreibt - aber daran scheitert, diese Erkenntnisse am Menschen umzusetzen. Warum das so ist, wäre einfach erklärt, wird aber von unserer westlichen Wissenschaft nicht anerkannt: die Psyche spielt die Hauptrolle, nicht die Bakterien selbst. Daher verträgt der Eine, was der Andere nicht verträgt, daher ist kein allgemeingültiges Verhalten des Verdauungstrakts feststellbar.

Daher sind aber auch alle diese "Krankheiten" durch Qigong oder TaiChi heilbar.

Es geht um die Stärkung der Psyche, um Loslassen, Entspannung und damit Stress-Reduktion - und eigentlich um das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Persönlichkeit. Hier liegt der Schlüssel zur Heilung (natürlich neben einer vollwertigen Ernährung, die chemisch veränderte Supermarkt-Nahrung und künstliche Bakterienzufuhr ausschließt).

 

stabilobox

25. März 2014 9:02 Uhr

10. Unglaubliche Erkenntnis!

"Wer sich gesund ernährt, bleibt länger gesund."

Na wer das gedacht. Die finden echt alles raus.

 

Talan068

25. März 2014 9:08 Uhr

11. alles viel komplizierter

Z.G. bin ich Laie, deshalb hat mir die Lektüre des Artikel was gebracht, nicht viel, aber etwas.

Die ganzen Zusammenhänge im menschlichen Organismus sind viel komlizierter, als das es die Wissenschaft voll verstehen kann. Was auf der einen Seite gut tut, kann auf der anderen Schaden. Was dem Einen gut tut, kann dem Anderen schaden. Daher nicht jedem neusten Bericht oder Trend hinterher rennen, sondern selbst feststellen was gut für einen ist.

Okay, wußte ich vorher auch schon, hat sich aber wieder bestätigt.

 

porph

25. März 2014 9:20 Uhr

12. Evolutive Maßstäbe und Ernährung

Das im Artikel angesprochene evolutive Element ist ja recht schön, nur scheint es genau entgegen den mitgelieferten Ratschlägen zu laufen. Evolution passiert - wie ja auch richtig erwähnt - im Zeitraum von Millionen von Jahren.

Das Blöde ist nur: Selbst vor nur einer Million Jahre gab es im nennenswerten Sinn weder Vollkornernährung (oder überhaupt irgend eine auf Körnern basierte Ernährung), noch die meisten Arten Gemüse, noch Milchprodukte (also auch keine "Probiotika").

Vor einer Million Jahren und früher haben sich die Menschen im Wesentlichen von jeder Menge Fleisch, etwas ursprünglichem Wurzelgemüse, und saisonal von Früchten ernährt. Also vor allem Protein, Fett und Zucker. Das ist aber so ziemlich genau das, wovon die meisten Ernährungsexperten abraten. Hier scheint es einen Konflikt zu geben, dessen Auflösung sich mir nicht ganz erschließt.

Antwort auf "Rückschlüsse sind falsch"

 

staubsauger

25. März 2014 9:22 Uhr

13. Evolution

"Naheliegend wäre aber, den Mitbewohnern das zu geben, woran sie sich im Laufe von Millionen Jahren gemeinsamer Evolution mit dem Menschen gewöhnt haben. Auf einen heutigen Einkaufskorb übertragen, hieße das wahrscheinlich: viel Gemüse, Vollkornprodukte"

Nein - Vollkornprodukte nehmen Menschen erst seit 10.000 Jahren zu sich, auf die würde ich u.a. aufgrund des im Artikel angesprochenen Glutens eher verzichten. Und ich bezweifle auch, dass unsere Vorfahren sich vor allem von Gemüse ernährt haben (kein Eiweiß, wenig Kalorien).

Am besten ist der Körper wohl an die Paläo-Ernährung angepasst (https://en.wikipedia.org/...).

 

Columba livia

25. März 2014 9:36 Uhr

14. Ich hatte wochenlang schwere Oberbauchschmerzen.

Ultraschall o.k.

Magenspiegelung, wie sich im Nachhinein erwies Helicobacter und chronische Gastritis.

Am Tag vor der Magenspiegelung sah ich die Arte-Doku "das zweite Gehirn" über den Magen-Darmtrakt.

Da wurde das Reizdarm-Syndrom erwähnt, das meist auf einer Störung der Darmflora beruht. Nach der Magenspiegelung erste Auskunft, es sei nichts zu erkennen. Ich überlegte: Als ich noch vegetarisch war, aß ich viel Yoghurt. als ich vegan wurde , nicht mehr, aber auch kein Soja-Yoghurt, weil es mir nicht schmeckte. Ich ging also unmittelbar nach der Magenspiegelung in den Bioladen, kaufte Sauerkraut und Sojayoghurt, der auch noch mit Bifidus-Bakterien angereichert war:

Nächster Tag: Ich war schmerzfrei, dann hatte ich noch einige Tage ein Pieksen, das aber auszuhalten war, und nach einer Woche war ich komplett schmerzfrei und bin es seitdem.

http://future.arte.tv/de/...

 

cave felem

25. März 2014 9:50 Uhr

15. Frühe Menschen

Die frühen Hominiden haben sich rein pflanzlich ernährt. Erst mit dem Homo habilis kam überhaupt Fleischkonsum auf, zunächst noch in Form von Aasverzehr. Auch die frühen anatomisch modernen Menschen haben sich überwiegend pflanzlich ernährt - der Vergleich mit rezenten Jäger-und-Sammler-Kulturen in entsprechenden Klimazonen legt nahe, dass nur etwa 20 % der Nahrung aus Fleisch bestand. Der Steinzeit-Mensch als großer Jäger ist nur ein moderner Mythos; in der Wiege der Menschheit in Ostafrika gab es ganzjährig pflanzliche Nahrung, die sich ohne größeren Aufwand sammeln ließ. Und darunter waren natürlich auch Grassamen, sprich: (Getreide)Körner.

Antwort auf "Evolutive Maßstäbe und Ernährung"

 

hafensonne

25. März 2014 9:52 Uhr

16. Unseriös

Mir kommen einige Aussagen im Artikel zu absolut und auch unseriös vor. Z.B. werden "Weißmehl und Zucker" verteufelt. Wenn man jetzt schon auf traditionelle Ernährungsweisen verweist, sollte man sich schon fairerweise fragen, warum sich im Zuge der landwirtschaftlichen Entwicklungen die Menschen die Mühe machten, aus einigermaßen haltbarem Weizen schnell verderbendes Brot herzustellen, und zwar unter mühsamen Tätigkeiten wie Dreschen und Mahlen des Korns. Auch Gemüse mag eigentlich nicht gegessen werden und hat sich daher allerlei Tricks "antrainiert" wie z.B. die im rohen Zustand eigentlich nicht essbaren Hülsenfrüchte. Die Menschheit hat im Verlauf ihrer Zivilisierung auch lernen müssen, welche Pflanzen man wie aufbereitet, damit sie essbar und verträglich werden. Dazu kamen die Versuche, Pflanzen "essbarer" zu züchten.

Aber heute ist das alles böse, man solle alles möglichst roh und "unverarbeitet" zu sich nehmen. Was das mit unserem Verdauungssystem macht, wissen wahrscheinlich die Gastroenterologen am besten.

 

hafensonne

25. März 2014 9:54 Uhr

17. Hmmmm

Abgesehen davon, dass wir beide bei den Urmenschen leider nicht zum Essen eingeladen waren - gibt es nicht auch Hinweise, dass sich die zivilisatorischen Entwicklungen erst im Zusammenhang mit dem Fleischkonsum ergaben? Das Wachstum der Hirnrinde? Ich weiß es wirklich nicht, aber wenn ich mir so angucke, was ein schwer körperlich arbeitender Mann an Fleisch vertilgen MUSS, um seinen Kalorienbedarf zu decken, kann ich mir das kaum anders vorstellen. (Beispiel die sich vegetarisch ernährenden Affen.)

Antwort auf "Frühe Menschen"

 

Talan068

25. März 2014 9:55 Uhr

18. Ist das so?

Wenn Fleisch, dann wahrscheinlich oftmals roh oder gar Ass. Und Fisch war sicherlich auch dabei, viele frühe Siedlungen, lagen am Wasser.

Aber vllt. war es doch eher so ähnlich wie Affen heute noch, hauptsächlich Obst.

Antwort auf "Evolutive Maßstäbe und Ernährung"

 

cave felem

25. März 2014 9:56 Uhr

19. Eiweißarmes Gemüse?

Nicht nur totgekochter Kohl ist Gemüse, sondern beispielsweise auch Hülsenfrüchte wie Ebsen, Kichererbsen, Bohnen und Linsen - allesamt sehr eiweißreich.

Und die so fleischlastige angebliche Paläodiät fußt auf diversen falschen Annahmen.

Kleiner Denkanstoß: Wie sind wohl die Menschen auf die Idee gekommen Getreide anzubauen, wenn sie zuvor keine Wildformen dieses Getreides gesammelt und gegessen haben?

Antwort auf "Evolution "

 

cave felem

25. März 2014 10:03 Uhr

20. Fleischverzehr ein Muss?

Die sicherlich nicht faul in der Ecke liegenden römischen Gladiatoren brauchten kein Fleisch, um ihre Kämpfe zu bestehen, sie waren Vegetarier: http://www.spiegel.de/wis...

Und wir müssen nicht bei Fred Feuerstein zum Mittagessen eingeladen gewesen sein, um etwas über seine Ernährung sagen zu können. Dazu haben uns die Götter verschiedene Wissenschaftler gegeben, z.B. Paläontologen, Archäologen und Ethnologen. Letztere lassen sich auch gerne zum Mittagessen einladen bei Menschen, die heute noch in tropischen und subtropischen Klimazonen als Jäger und Sammler leben - so wie unsere Vorfahren.

Antwort auf "Hmmmm"

 

hafensonne

25. März 2014 10:08 Uhr

21. kein Muss

Ich habe nicht gesagt, dass Fleischverzehr ein Muss ist. Es gibt ja auch Hochleistungsportler, die sich (zumindest erzählen sie das so) vegan ernähren. Aber die breite Masse von uns ist bei körperlich schweren Tätigkeiten oder auch bei Betätigung in großer Kälte (eigene Erfahrung) sicherlich eher auf Fleisch angewiesen.

Sie sprechen die Entwicklung des Getreideanbaus an. Wahrscheinlich wird es so gewesen sein. Interessanterweise sind die Menschen irgendwann auf die Idee gekommen, die Körner nicht roh in sich hineinzuschaufeln, sondern in der von mir vorhin beschriebenen Weise "aufzuschließen". Warum haben die das wohl gemacht?

Antwort auf "Fleischverzehr ein Muss?"

 

mrs.winterbottom

25. März 2014 10:14 Uhr

22. Vergessen.

Und vermutlich von jeder Menge Insekten; das haben Sie vergessen. Der Insektenverzehr wird eingesetzt haben, lange bevor auch nur irgendwo auf der Welt Menschen in der Lage waren, irgendwelche größeren Säugetiere zu erlegen.

Antwort auf "Evolutive Maßstäbe und Ernährung"

 

LexiK

25. März 2014 10:14 Uhr

23. Stimmt nicht unbedingt

Es gibt durchaus Hinweise, dass auch die Vorfahren des Homo habilis Fleisch aßen. Eine ganz frühe Form, aus der sich die Vorfahren der Australopitecinen und die der heutigen Schimpansen abspalteten, könnte bei Verfügbarkeit schon Fleisch gegessen haben.

Die heutigen Schimpansen tun das übrigens auch, wenn sie die Gelegenheit haben. Es wurden sogar schon wilde Schimpansen beobachtet, die Trupps bildeten, eine andere Schimpansengruppe angriffen, deren Junge töteten und verspeisten.

Entweder sind also zufällig aus einer friedlichen Frühform die zwei noch verbleibenden, omnivoren Arten hervorgegangen oder diese Frühform selbst war nicht so friedlich, wie manche denken.

Ich tippe auf letzteres, vor allem, da andere Menschenaffen (Orang Utans) ebenfalls schon bei der Jagd und dem Fleischverzehr beobachtet wurden.

Es ist naheliegend anzunehmen, dass der Fleischverzehr auf einen noch älteren Vorfahr von uns allen zurückgeführt werden kann.

Antwort auf "Frühe Menschen"

 

Architeutis

25. März 2014 10:21 Uhr

24. Steinzeitdiät

"In Anbetracht dessen, dass Ackerbau und Viehzucht erst seit ca. 20.000 bis 10.000 Jahren betrieben werden, erscheint die Empfehlung für Vollkornprodukte dann aber nicht nachvollziehbar."

Das fiel mir auch sofort auf. Selbst wenn man davon ausgeht, dass auch vor dem Ackerbau die Vorläufer heutiger Getreidearten Bestandteil der Nahrung waren, dürfte der Zugang zu tierischen Eiweißen (Fleisch, Fisch) und deren Aufbereitung durch Feuer viel entscheidender für die menschliche (Hirn-) Entwicklung gewesen sein.

Und "vor Ackerbau" ist 99% der Phylogenese selbst wenn man nur von der Gattung Homo ausgeht.

 

mali3000

25. März 2014 10:21 Uhr

25. Was japanische Heiler schon seit Jahrhunderten sagen...

Was japanische Heiler schon seit Jahrhunderten sagen...nicht das Herz ist der Mittelpunkt des Menschen, sondern der Darm.

Was deutsche Heilpraktiker seit Jahrzehnten predigen: Darmsanierung bei vielen Krankheiten.....

wird endlich wissenschaftlich untersucht...

wenn man diese Studie liest, denkt man: wollen die mich veräppeln, das weiß man doch schon ewig, das der Darm und seine unterschiedliche Besiedlung auf vieles im Körper Einfluß hat....

Das sind die Ergebnisse wenn eine Gesellschaft ihre intuitiven Menschen nicht ernst nimmt und sie nacht achtet und immer alles nur "wissenschaftlich" bestätigt haben will. (Ich selbst bin Dipl.Ing)

 

nichtrostend

25. März 2014 10:31 Uhr

26. von der "westlichen Wissenschaft" ignoriert?

"wird aber von unserer westlichen Wissenschaft nicht anerkannt: die Psyche spielt die Hauptrolle"

Nein. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen (!) Medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland (AWMF) kommt zu dem Ergebnis, dass psychosomatische Beschwerden mehr als 20% der Beratungsanlässe in der hausärztlichen Praxis ausmachen.

Eine 322-Seiten starke, wissenschaftliche fundierte Leitlinie beschreibt Handlungsempfehlungen für die Behandlung dieser Störungsbilder.

http://www.awmf.org/leitl...

Antwort auf "Selbstversuch"

 

hafensonne

25. März 2014 10:35 Uhr

27. Heilpraktiker

Heilpraktiker "predigen" leider auch häufig die Einnahme von Kügelchen, die nur Traubenzucker, und von Wässerchen, die nur Wasser enthalten. Daher kann ich den Rest, den Heilpraktiker häufig völlig undifferenziert und fröhlich durcheinander in Personalunion so veranstalten (Akupunktur, "traditionelle" chinesische Medizin, Bachblüten, Schüsslersalze, Darm"sanierung", "Heil"fasten, "Entschlackung", Ayurveda und was weiß ich noch alles), leider nicht so richtig ernst nehmen.

Immerhin hindert ja keiner die alternativen Heilkundigen daran, ihre angewandten Methoden selber wissenschaftlich zu verifizieren. Insofern kann ich Ihren Einwand, dass sich die "Schulmedizin" _endlich_ der Heilpraktikerthemen annehme, nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht hätten die Heilpraktiker weniger "predigen" und dafür mehr Zeit in ihre eigene wissenschaftliche Ausbildung investieren sollen.

Antwort auf "Was japanische Heiler schon seit Jahrhunderten sagen..."

 

staubsauger

25. März 2014 10:37 Uhr

28. Hülsenfrüchte

Bei den Blähungen, die man von Hülsenfrüchten bekommt, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass der Mensch auf Hülsenfrüchte als primäre Eiweißquelle evolutionär angepasst ist.

Tatsächlich werden Hülsenfrüchte von Menschen in nennenswerten Maß auch erst seit sie als Nutzpflanzen angebaut werden verzehrt, also erst seit 10-15.000 Jahren.

Antwort auf "Eiweißarmes Gemüse?"

 

nichtrostend

25. März 2014 11:04 Uhr

29. Dilemma

Mein Mitgefühl mit den Autoren. Oft erlebt: Werden nüchterne Studiendaten berichtet, heult die Kommentarsektion auf, wo denn jetzt der praktische Nutzen bleibe.

Wird dieser praktische Nutzen jedoch formuliert, und sei es mit der größtmöglichen Zurückhaltung und expiziten Hinweisen auf die Vorläufigkeit und den noch spekulativen Charakter und hundert vorangestellten Wörtern der Vorsicht und der Relativierung, "in der Praxis ist das Ökosystem Mensch noch viel zu unverstanden für konkrete Empfehlungen" oder "noch keine konkrete Empfehlung" oder "Wie eine bakterienfreundliche Ernährung aussieht, lässt sich heute noch nicht im Detail beantworten" oder "noch ist die Studienlage zu dünn für allgemeine Aussagen", um abschließend ein zaghaftes "naheliegend wäre aber" zu formulieren - folgt der umgekehrte Entrüstungssturm. Unserös! Missbrauch von Wissenschaft! Es fehlt ein deutlicherer Konjunktiv! Dumpfer Erziehungsjournalismus!

Nur wer nichts schreibt, macht nichts falsch.

 

freisucht

25. März 2014 11:06 Uhr

30. früher gab es keine Wissenschaftler :)

Sie haben tw. schon recht, aber ich denke worauf der Artikel hinausläuft ist nunmal, dass in Industriestaaten sehr ungesund gegessen wird. Der Unterschied zwischen heute und früher ist, dass kaum einer körperlich arbeitet, dafür mehr frisst. Den Teil haben die Autoren übersehen, aber Betätigung und Ernährung gehören zusammen. Das gilt sicher auch für die Vorteile/Funktionen. Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache dass es einem ohne einfache Kohlenhydrate (Weizen, Zucker) schlichtweg besser geht, der fresskick nie einsetzt und man mit deutlich weniger Kalorien auskommt.

Antwort auf "Unseriös"

 

cave felem

25. März 2014 11:09 Uhr

31. Fleischkonsum früher Menschen

Ich habe auch keineswegs gesagt, dass die frühen menschen nicht *auch* Fleisch aßen.

Allerdings ist das Bild vom edlen Steinzeit-Jäger, das in vielen Köpfen herumspukt, nicht korrekt. Gerade der Vergleich mit unter ähnlichen Bedingungen lebenden rezenten Jäger-und-Sammler-Kulturen zeigt, dass zum einen der überwiegende Teil der Ernährung aus pflanzlicher Kost besteht und es sich zum anderen bei dem verzehrten tierischen Eiweiß meist um Insekten(larven), Kleinsäuger und/oder Flisch und Schalentiere handelt. Die anstrengende und aufwändige Jagd nach großem Wild trägt letztendlich nur wenig zur Ernährung bei, auch wenn sie natürlich sehr viel spektakulärer wirkt.

Antwort auf "Stimmt nicht unbedingt"

 

cave felem

25. März 2014 11:12 Uhr

32. Hirn vs. Darm

Ob die Darmentwicklung wohl mit der Gehirnentwicklung mitgehalten hat?

Wobei der tatsächliche Anteil an wirklich durch Jagd gewonnenem tierischen Protein (für kleine Tiere Fallen stellen oder Insekten sammeln ist nämlich sehr viel einfacher) meist grandios überschätzt wird.

Antwort auf "Steinzeitdiät"

 

tobmat

25. März 2014 11:13 Uhr

33. ...............

"Wie sind wohl die Menschen auf die Idee gekommen Getreide anzubauen, wenn sie zuvor keine Wildformen dieses Getreides gesammelt und gegessen haben?"

Warum hat sich wohl die Landwirtschaft in Mesepotamien (vorderes Asien) entwickelt und gerade eben nicht in Afrika?

Eine Leserempfehlung

Antwort auf "Eiweißarmes Gemüse?"

 

cave felem

25. März 2014 11:15 Uhr

34. Sprechen Sie nur für sich selbst

Ich bekomme von Hülsenfrüchten keinerlei Blähungen, dagegen randaliert mein Darm mitunter schon bei homöopathischen Dosen von Kohl aller Art.

Und genau wie bei dem Getreide kam auch bei den Hülsenfrüchten vor dem gezielten Anbau das sammeln der Wildformen. Man kommt nur auf die Idee etwas gezielt anzubauen, wenn man es schon vorher gut und schmackhaft fand. ^^

Antwort auf "Hülsenfrüchte"

 

Käptn_Blaubär

25. März 2014 11:17 Uhr

35. Platitüden

Dass Darmbakterien einen wesentlichen Anteil der Funktion des menschlichen Körpers ausmachen, ist ja nun kein ganz neue Erkenntnis. Wenn man dazu längeren Artikel schreibt, hätte ich mir wenigstens neue Erkenntnisse erhofft - leider finde ich mangels neuer wissenschaftlicher Studien nur wieder die Platitüden der Ernährungs-"Wissenschaftler". Rohes Gemüse, Vollkorn, probiotische Joghurts usw. ...

Das Problem dieser ganzen Studien ist doch bis heute, dass gefundene Korrelationen als ursächlicher Zusammenhang fehlinterpretiert werden.

Noch viel schlimmer finde ich den Rückgriff auf die Vergangenheit: bis vor 100 Jahren hat die Hälfte nicht mal das Erwachsenenalter erreicht und Menschen jenseits der 60 waren die Ausnahme. Die Unterschiede der damaligen Ernährung und der heutigen zu diskutieren, kann daher zu nichts führen.

Fakt ist zunächst mal, dass unsere ach so ungesunde Ernährung und Lebensweise dazu führt, dass die Menschen so alt wie nie zuvor werden, und dabei auch in höherem Alter fitter als je zuvor sind. Ob das bei anderer Ernährungsweise noch besser wäre, ist bisher reine Spekulation.

Das größte Wissen hierzu hat unser Darm bzw. seine Bakterien. Wer also darauf hört, was ihm persönlich schmeckt und bekommt, tut höchstwahrscheinlich mehr für seine Gesundheit als wenn er die gerade modernen Ratschläge für "gesunde" Ernährung befolgt - und davon nicht selten massive Verdauungsprobleme bekommt.

 

hafensonne

25. März 2014 11:34 Uhr

36. Word!

"Das größte Wissen hierzu hat unser Darm bzw. seine Bakterien. Wer also darauf hört, was ihm persönlich schmeckt und bekommt, tut höchstwahrscheinlich mehr für seine Gesundheit als wenn er die gerade modernen Ratschläge für "gesunde" Ernährung befolgt - und davon nicht selten massive Verdauungsprobleme bekommt."

Käptn, da bin ich ganz bei Ihnen! Was einem schmeckt, tut einem auch gut. Am besten frisch selber zubereitet und nicht aus der Retorte.

Antwort auf "Platitüden"

 

SeiendesNichtsein

25. März 2014 11:50 Uhr

37. Beobachten wir das mal die nächsten Jahre.

Wenn die Medizin dann die neuen Erkenntnisse in ihren Betrieb integriert hat, werde ich mit Vergnügen Abbitte leisten.

Antwort auf "Die böse böse Schulmedizin"

 

hafensonne

25. März 2014 11:53 Uhr

38. Außerdem

Ist das doch ganz schön dünnes Eis mit dem Artikel. Bei Lichte betrachtet sieht er mir eher wie profane Eigenwerbung fürs selbstgeschriebene Buch aus. "Journalismus" ist wirklich etwas anderes. Da hätte auch ein Buchbesprechungsredakteur das Buch mal kritisch gegenlesen können.

 

klaus trophob

25. März 2014 11:59 Uhr

39. Wunschdenken?

Leider kann ich Ihrer Argumentation nicht ganz folgen. Die "Phylogenese" ist Ihrer Meinung nach ein gerichteter Prozess, an dessen Ende ein Fleischfresser steht?

Die Ernährung der meisten rezenten Jäger-Sammler-Kulturen ist keineswegs von tierischem Protein dominiert (Ausnahme evtl. Inuit, aber selbst die nehmen erstaunlich viel Pflanzliches zu sich). Bei vielen ist es eher andersrum. Jagen ist schwierig, Tiere (außer vielleicht Insekten) eher selten. Pflanzen dagegen sind fast überall, laufen nicht weg und man kann sich mit geeigneter Zubereitung von einem Großteil davon ernähren. Es spricht vielmehr einiges dafür, dass der Mensch ein sehr flexibler Omnivore ist und immer schon war. Es gibt und gab gesunde Vegetarier und auch Fleischesser.

Antwort auf "Steinzeitdiät"

 

Cosmologic

25. März 2014 11:59 Uhr

40. Literarische Bakterien

Die Thematik wurde schon 1978 im Kultroman "House of God" verarbeitet. Da macht nämlich ein Arzt viele Kohle mit sogenannten Darmsanierungen, nachdem er in der Klinik die Leute erst einmal krank gemacht hat.

Und nein, die Schulmedizin ist nicht immer böse, die Alternativmedizin aber auch nicht immer gut.

Gute Verdauung allen. :)

 

nichtrostend

25. März 2014 12:08 Uhr

41. Etablierung als Therapie

Seit Jahren werden durch Transplantation von Darmbakterien Patienten mit therapieresistenten Durchfallerkrankungen mit guten Erfolgsraten geheilt.

http://www.spiegel.de/spi...

http://www.ncbi.nlm.nih.g...

Antwort auf "Beobachten wir das mal die nächsten Jahre."

 

klaus trophob

25. März 2014 12:15 Uhr

42. Evolution

findet keineswegs nur innerhalb von Mio Jahren statt. Evolution ist ein sehr abstrakter Begriff, der in sich viele unterschiedliche Prozesse vereint.

Oft finden in sehr kurzer Zeit sehr große Veränderungen statt (Standardbeispiel: Galapagosfinken).

Ich finde die "Steinzeiternährung" ein sehr interessantes Phänomen; frage mich oft, warum dieses Thema ein solches Potenzial für emotionales Verhalten und irrationale Argumentation birgt.

(Evtl.von der Fleischindustrie erfunden? ;-) )

Achja, wenn jemand eine seriöse Quelle hat für die fleischlastige Ernährung unserer Vorfahren; würde mich interessieren...

Antwort auf "Evolutive Maßstäbe und Ernährung"

 

klaus trophob

25. März 2014 12:25 Uhr

43. Achja,

und welcher Ernährungsexperte rät vom Verzehr von Früchten und Wurzelgemüse ab? Oder von Fett und Protein? Im übrigen ist in Ihrer Liste nicht unbedingt Fett enthalten. Wild hat i.d.R. einen sehr niedrigen Fettanteil. (und es gilt bekanntlich: Die Dosis sagt, was los is.)

Auch das würde mich ehrlich interessieren; ich habe nämlich den starken Verdacht, dass es sich bei besagten Personen keineswegs um Ernährungsexperten handelt.

Antwort auf "Evolutive Maßstäbe und Ernährung"

 

klaus trophob

25. März 2014 12:35 Uhr

44. Verwechslung

von muss und kann?

Ich habe zeitweise körperlich sehr harte Arbeiten gemacht (Schmied, Gala-Bau,...) und mich ohne Mangelerscheinungen kaum von Fleisch ernährt, u.a. weil ich es mir schlicht nicht leisten konnte (in ausreichender Qualität). Was glauben sie wie oft z.B. die Grubenleute in NRW wohl Fleisch auf dem Tisch hatten, aus genau diesem Grund?

Bei den schier unglaublich großen Mengen stimme ich Ihnen jedoch ohne Weiteres zu.

Antwort auf "Hmmmm"

 

klaus trophob

25. März 2014 12:40 Uhr

45. Versuch

kochen Sie einmal Hülsenfrüchte ohne Salz in einem alkalischen Milieu. Z.B. mit etwas Natron im Wasser. Vor dem Verzehr mit Essig neutralisieren und nach Geschmack salzen. Zudem darauf achten, dass sie nur leise Köcheln, dass das Wasser eingedampft wird und nicht abgeschüttet und dass sie wirklich weich sind. Das sollte ganz gut helfen gegen die Blähungen. (Die kommen von Kohlehydraten, die der Mensch sonst nicht verdauen kann)

Antwort auf "Hülsenfrüchte"

 

tobmat

25. März 2014 12:42 Uhr

46. ................

"Achja, und welcher Ernährungsexperte rät vom Verzehr von Früchten und Wurzelgemüse ab? "

Viele Ernährungsexperten raten vom rohen Verzehr von verschiedenen Gemüsesorten ab. Schlicht weil Rohkost viel schwerer verdaulich ist.

Antwort auf "Achja,"

 

klaus trophob

25. März 2014 12:53 Uhr

47. Gluten

ist eine ausgesprochen gute Eiweißquelle, wenn es mit anderen Proteinen kombiniert wird (und das wird es i.d.R. immer).

http://de.wikipedia.org/w...

Warum verzichten Sie darauf?

Und ja, manches Gemüse hat relativ wenig Kalorien. Aber im Gegenteil mitunter sehr viel Eiweiß.

http://de.wikipedia.org/w...

Dieses Gemüse z.B., nur eines von Vielen, gab es immer in großen Mengen in Mitteleuropa und darüber hinaus.

Antwort auf "Evolution "

 

fxrichter

25. März 2014 12:57 Uhr

48. Ayurveda

Im Ayurveda gibt es das Prinzip des "oka satmya": die Nahrung, an die man von klein auf gewöhnt ist, ist zuträglich.

Als ich einmal auf einer Party einem Kinderarzt davon erzählte, konnte er das gut nachvollziehen. An seiner Klinik sei es üblich, den Kindern nach Antibiotika-Therapien die Darmflora wieder aufzubauen, indem man Apfelschnitten einige Zeit an der Luft liegenlasse und sie dann den Kindern gebe. Als das einmal mit einem Kind gemacht wurde, das aus Japan stammte, funktionierte es nicht. Erst als man darauf kam, das Verfahren mit gekochtem Reis zu praktizieren, gingen die Durchfälle weg.

Möglicherweise sind die vielen Möglichkeiten, die unsere moderne Nahrungspalette bietet, gar nicht so hilfreich für eine stabile Darmflora. Im Ayurveda gibt es in der Ernährung sowohl die konstanten als auch die variablen Anteile der Nahrung. Konstant sind Reis und Dhal, oft auch Yoghurt (frisch zubereitet) und Getreidefladen. Variabel sind natürlich die Gemüse und die Süßigkeiten. Letztere sollen - natürlcih in Maßen - vor der Hauptmahlzeit konsumiert werden.

Dass Hülsenfrüchte oft blähend wirken, kommt wohl meist davon, dass die Darmflora nicht genur Zeit hatte, sich auf sie einzustellen. Ähnlich ist es wohl auch mit Kohlgemüse und vielen anderen Speisen.

 

klaus trophob

25. März 2014 13:01 Uhr

49. wunsch

"Beobachtungsstudien haben in den Ernährungswissenschaften nichts verloren, sie haben eine relativ geringe evidenz. Auf wunsch begründe ich das gerne."

bitte, danke...

ein link o.ä. würde mir auch reichen

Antwort auf "Rückschlüsse sind falsch"

 

hafensonne

25. März 2014 13:27 Uhr

50. Naja.

Ich kann mir das schon denken. Man kann ja nicht tausende Personen dabei beobachten, was sie den ganzen Tag zu sich nehmen. Man ist also auf deren Angaben angewiesen, die nach sozialer Erwünschtheit verzerrt sein können. Außerdem müssen Sie ja alle anderen Faktoren eliminieren, die eventuell auch Einfluss auf die Gesundheit haben, also Bewegung, Beruf, Freizeitverhalten, Substanzge- oder -missbrauch, etc. Schlüsse aus "beobachtetem" Ernährungsverhalten zu ziehen ist also wirklich schwierig.

Antwort auf "wunsch"

 

porph

25. März 2014 13:31 Uhr

51. Evolution, Zeitspannen, Ernährungsgewohnheiten i.d. Altsteinzeit

Natürlich spielt sich Evolution in beliebig kleinen Zeiträumen ab. Dafür notwendig sind nur Selektionsdruck und eine einigermaßen kurze Generationszeit. Ersterer Faktor ist stark von den Lebensbedingungen abhängig (u.A. auch geographische Isolation wie bei den Darwinfiken) und letzterer vor allem von der Biologie der Spezies selbst. Mit einer Generationszeit von ~ 20 Minuten können Sie Evolution bei E.coli quasi live verfolgen.

Bei Menschen war aber weder die geographisch extrem isolierte Lage (und damit besondere Selektionsdrücke) gegeben noch spielt sich unsere Generationszeit in Minutenskalen ab. Daher ist die Evoltion bei uns zwingend langsamer und die Skala von Millionen Jahren ist angemessen.

Zum zweiten Teil, hier auf die Schnelle ein paar Quellen aus peer-review Fachzeitschriften für den Fleischkonsum im Paläolithikum:

http://www.ncbi.nlm.nih.g...

http://www.ncbi.nlm.nih.g...

http://www.jstor.org/stab...

http://onlinelibrary.wile...

Ich bin die Quellen jetzt nicht im Detail durchgegangen, aber dort und in den entsprechenden Verweisen in den jeweiligen Einleitungsabschnitten sollten sich eigentlich eine Fülle an Infos finden lassen.

Antwort auf "Evolution"

 

porph

25. März 2014 13:45 Uhr

52. Nicht vergessen

Nein, die Insekten habe ich nicht vergessen. Ich sprach ja nur vom Fleisch. Natürlich sind Insekten auch "Fleisch" und entsprechen in ihrer Nährstoffzusammensetzung weitgehend anderen tierischen Nahrungsmitteln.

Wir können sicher davon ausgehen, dass (gerade in Notzeiten, also z.B. wenn Früchte außer Saison waren) frühe Menschen alles an irgendwie essbaren tierischen Nahrungsmittelformen, was sie bekommen konnten, aufgenommen haben. Die Abneigung dagegen, Insekten zu essen, ist ja eher kulturell bedingt und in vielen nicht-westlichen Völkern nicht stark ausgeprägt.

Antwort auf "Vergessen."

 

tobmat

25. März 2014 15:20 Uhr

53. .............

"Daher ist die Evoltion bei uns zwingend langsamer und die Skala von Millionen Jahren ist angemessen."

Auf Millionen Jahre würde ich die Skala nicht fassen. Eher eine Einteilung in zehntausender oder 50.000 Schritten. So ist die Mutation die uns die Verdauung von Laktose erlaubt gut 10.000 Jahre alt.

Antwort auf "Evolution, Zeitspannen, Ernährungsgewohnheiten i.d. Altsteinzeit"

 

klaus trophob

25. März 2014 15:27 Uhr

54. macht sinn

sind die von Ihnen erwähnten studien, dann aber überhaupt noch beobachtungsstudien?

Antwort auf "Naja."

 

klaus trophob

25. März 2014 15:33 Uhr

55. In Ordnung

das sind aber doch eher die Ausnahmen (bei den Gemüsen meine ich)?

Zudem müssen sie ja nicht roh gegessen worden sein. Meines Wissens ist die Nutzung von Feuer seit vielen hunderttausend Jahren recht sicher belegt.

Antwort auf "................"

Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

 

tobmat

25. März 2014 15:47 Uhr

56. .................

"Meines Wissens ist die Nutzung von Feuer seit vielen hunderttausend Jahren recht sicher belegt."

Zum Glück. :D Die Empfehlung ist wohl leicht gedünstet.

Es gibt aber Rohkostfanatiker die Rohkost für den Stein der Weisen halten. Darauf war mein Kommentar gerichtet.

Antwort auf "In Ordnung"

 

klaus trophob

25. März 2014 15:47 Uhr

57. Dankeschön

Bin die Quellen jetzt auch nicht im Detail durchgegangen; immerhin gibt es wohl auch in der Wissenschaft diesbezüglich Diskussionen.

Allerdings bezüglich dem in einem Artikel erwähnten Zusammenhang zwischen Hirnentwicklung und Fleischkonsum ist es, soweit ich weiß nicht erwiesen was da was bedingt hat.

(Quelle: http://www.youtube.com/wa... ;weiß leider nicht mehr welche Folge)

Antwort auf "Evolution, Zeitspannen, Ernährungsgewohnheiten i.d. Altsteinzeit"

 

klaus trophob

25. März 2014 15:59 Uhr

58. Finde diese Skala auch deutlich realistischer

Allerdings können auch noch schnellere Veränderungen auftreten (Stichworte Epigenetik und punctuated equilibrium). Innerhalb weniger Generationen. Aber eigentlich ging es mir auch nur darum, dass die Millionen Jahre in dem Kontext eher absurd sind.

Antwort auf "............."

 

LexiK

25. März 2014 16:09 Uhr

59. Nichts für ungut ...

aber "Die frühen Hominiden haben sich rein pflanzlich ernährt" klingt schon etwas anders als "Ich habe auch keineswegs gesagt, dass die frühen Menschen nicht *auch* Fleisch aßen".

Abgesehen davon, dass Menschen eine Unterkathegorie der Hominiden sind, zeigt der gelegentliche Fleischkonsum heutiger anderer lebender Hominiden, dass diese Angewohnheit eben schon sehr alt ist.

"Allerdings ist das Bild vom edlen Steinzeit-Jäger, das in vielen Köpfen herumspukt, nicht korrekt..."

Zu dem Punkt und dem Rest stimme ich ihnen zu.

Die Jagd auf Wild kostet Energie, die nur wieder reingeholt wird, wenn die Jagd erfolgreich ist. Zudem ist sie gefährlich. Die Jäger können nicht nur vielleicht ihr Leben verlieren sondern stehen während der Jagd auch dem Rest der Sippe nicht als Schutz/Kinderaufpasser/Früchtesammler zur Verfügung.

Mein Bild vom Steinzeitjäger ähnelt eher einer Gruppe moderner Jugendlicher, die krakelend durch Großstadtstraßen ziehen und sich wichtig vorkommen.

NIchtsdestotrotz ist der Fleischkonsum ein entscheidender Faktor in der menschlichen Entwicklung. Und irgendwann waren die Jagdstrategien so gut, dass der Nutzen die Risiken bei weitem überwog. Man bedenke auch, welchen Aufwand Veganer heute betreiben müssen, um ihren Bedarf zu decken. Ich höre immer wieder von Sojamilch und Nahrungsergänzungspräparaten. Ohne die relativ leicht verfügbare fleischliche Nahrung, wäre so etwas heute undenkbar.

Unser durchschnittlicher Konsum kann trotzdem reduziert werden. ;)

Antwort auf "Fleischkonsum früher Menschen"

 

porph

25. März 2014 16:25 Uhr

60. Skalen, Ko-Evolution von Mikrobiota

Ohne jetzt über die genaue Größe der Skala diskutieren zu wollen (das bleibt letztendlich immer willkürlich - im kleinsten tritt Evolution ja schon in jeder Generation auf), ist das Beispiel der Laktosetoleranz/Lactasepersistenz (also die Mutation, letztendlich einige wenige SNPs, die Verdau von Laktose bei einigen Ethnien ermöglicht) ja genau ein Beispiel für einen recht konkreten, umgebungsgebundenen Selektionsdruck, wie ich ihn in meinem Beitrag auch nannte.

In Populationen, die in den letzten wenigen zehntausend Jahren zu einem großen Teil auf Viehzucht und damit einhergehend auch Konsum von Milchprodukten basierten (vorder-/zentralasiatischer Raum) hatten die Menschen mit dieser Mutation natürlich einen ordentlichen Selektionsvorteil der dazu führte, dass sich diese Mutation sehr schnell etablieren konnte.

Aber ich denke, die allgemeine Ko-Evolution von höheren Primaten mit ihren Verdauungstrakt-Mikrobiota ist nochmal eine andere Hausnummer und dürfte tatsächlich weniger von einzelnen starken, kurzfristigen Selektionsprozessen geprägt sein. Ich denke hier wäre es sinnvoller von den üblichen Wirt/Symbiont-Koevolutionsmechanismen auszugehen und die arbeiten selten kurzfristig, und benötigen deutlich mehr Anpassungen als ein paar wenige Mutationen.

Antwort auf "............."

 

tobmat

25. März 2014 16:30 Uhr

61. ...............

"Und irgendwann waren die Jagdstrategien so gut, dass der Nutzen die Risiken bei weitem überwog."

Tatsächlich war der Erfolg so groß, das die Steinzeitjäger mehrere Tierarten ausgerottet haben.

Antwort auf "Nichts für ungut ..."

 

Cromagnon

25. März 2014 17:34 Uhr

62. Meine Güte, ist das denn wirklich so schwer?

Wir können doch annehmen, dass unsere Vorfahren ALLES gefressen haben, was sich nicht zu sehr gewehrt hat, äußerlich mit Zähnen und klauen, innerlich durch Blähungen, Durchfall und Vergiftung. Seitdem wir mit dem Feuer umgehen konnten, haben wir's auch warm gemacht. Die edle (Koch-)Kunst, auch ursprünglich Ungenießbares essbar zu machen, haben wir vor vielleicht 15.000 Jahren mit der Töpferei gelernt ( heiße Steine im Fellsack vielleicht ein wenig früher ).

Wenn wir heute keine Grassamen mehr essen, liegt's gewiss nur daran, dass wir mäkelig geworden sind.

Einen Vorteil hatten wir damals: bei dem Stück, wo Mammut draufstand, war auch nur Mammut drin, also keine versteckten fette, kein Zusatzzucker, keine Chemikalien, die den guten Geschmack machen sollen. Also möge doch heute ein jeder zu sich nehmen, was ihm gefällt, solange er dabei nicht vom Verkäufer betrogen wird. Ob es ihm zupass kommt, merkt er am Ende ( im wahren Sinn ) auf dem Klo, wenn's dann mit einem Minimum an Klopapier abfällt. Wer dafür viel Papier braucht, ernährt sich falsch - oder ist krank.

 

Fönwelle

25. März 2014 19:14 Uhr

63. Der Unterschied zwischen früher und heute

...liegt vermutlich in erster Linie in der Menge der verschiedenen Nahrungsmittelanteile.

Früher: überwiegend Früchte, Wurzeln, Beeren, Pilze, vielleicht auch Körner. Aber wenig Fleisch - man musste selbigem ja erstmal hinterherlaufen.

Heute: eher umgekehrt und dazu noch viel zu viel zu viel.

Antwort auf "Evolutive Maßstäbe und Ernährung"

 

Fönwelle

25. März 2014 19:26 Uhr

64. Die gestiegene Lebenserwartung der letzten 100 Jahre...

...ist zum Einen der modernen Siedlungswasserwirtschaft zu verdanken (Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung) und zum anderen der Erfindung der modernen Impfstoffe.

Ein weiterer Teil geht aufs Konto der sich verändernden Arbeitsbedingungen, daraus resultieren erheblich weniger (tödliche) Unfälle.

Die Ernährung dürfte an der steigenden Lebenserwartung einen relativ geringen Anteil haben - er mag vorhanden sein, aber sehr groß ist er sicher nicht.

Antwort auf "Platitüden"

 

Aluni

26. März 2014 1:22 Uhr

65. und nicht zu vergessen

sicher eine große Vielfalt von Nüssen, Kernen und Samen. Diese ließen sich auch einigermaßen für den Winter aufbewahren, wovon Grabbeigaben und Funde in urzeitlich bewohnten Höhlen zeugen....

Antwort auf "Der Unterschied zwischen früher und heute"

 

hafensonne

26. März 2014 9:36 Uhr

66. gute frage

Weiß ich nicht. Ich kann mir aber in puncto Langzeitwirkungen von Ernährung auch nicht so recht vorstellen, was da eine "Beobachtungsstudie" überhaupt sein soll.

Antwort auf "macht sinn"

 

arno51

26. März 2014 9:47 Uhr

67. Man mußte Fleisch nicht unbedingt hinterherlaufen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten mit geringem Aufwand Fallen zu stellen. Diese können dann mit ebenfalls wieder geringem Aufwand abgegangen werden um die beute sicher zu stellen.

Ich habe einige Jahre mit indegenen Völkern gelebt und dabei auch beobachtet daß dies Abgehen der fallen häfig auch von Mitgliedern der Gemeinschaft mit einfacher Stellung, d.h. Kindern, gamcht wurde.

Antwort auf "Der Unterschied zwischen früher und heute"

 

tobmat

26. März 2014 13:32 Uhr

68. .............

"Die Ernährung dürfte an der steigenden Lebenserwartung einen relativ geringen Anteil haben - er mag vorhanden sein, aber sehr groß ist er sicher nicht."

Die Ernährung hat einen ganz wesentlichen Anteil. Frühere Generationen waren von regelmäßigem Hunger und Mangelerscheinungen geplagt. Das schlägt natürlich auf die Gesundheit und die Lebenserwartung durch.

Es schlägt auch auf die allgemeine körperliche Fitness durch und jemand der Mangelerscheinungen hat oder gar regelmäßig Hungern musste, ist anfälliger für Krankheiten.

Die Hauptursache für die gestiegene Lebenserwartung ist allerdings die moderne Medizin (inklusive Hygiene).

Antwort auf "Die gestiegene Lebenserwartung der letzten 100 Jahre..."

 

tobmat

26. März 2014 13:35 Uhr

69. .................

"Aber wenig Fleisch - man musste selbigem ja erstmal hinterherlaufen."

Sie müssen dem Fleisch in der Regel aber nur 1-2 mal pro Woche hinter her laufen. Dabei erbeutet man in der Regel soviel Fleisch, das es für die gesamte Sippe langt. (Untersuchungen an noch heute existiereneden Steinzeitkulturen)

Antwort auf "Der Unterschied zwischen früher und heute"

 

Cromagnon

gestern 15:32 Uhr

70. Wir machen immer wieder den gleichen Fehler, indem wir ...

... mit unserem durch die moderne Technik beschränkten Blickfeld und unseren technisierten Vorlieben in Bereiche/Zeiten extrapolieren, in denen es völlig anders war. Den kleinen Unterschied bemerkt man heute, wenn man - deutsche chinesische Speisen gewohnt - mal im Reich der Mitte die lokale Kost - authentisch - zu sich nimmt, von den Leckerbissen der Aborigines ( fette lebende Maden, wer's nicht weiß ) in Australien ganz zu schweigen.

Ich denke, dass wir uns heute reihenweise und heftig übergeben würden, würde man uns als geehrtem Gast an Kaiser Karls Tafel die seinerzeitigen Leckerbissen reichen.

Also bitte, nicht auf der Basis der heutigen Weltanschauung "glauben", was die Vorfahren so gemacht haben ( könnten ) - und dann, auf der Basis dieser falschen Annahmen wieder zurückrechnen, was wir heute so tun sollten. Es gibt genügend vertrauenswürdige Hinweise, für welche Zusammensetzung der Nahrung wir durch die Evolution konstruiert worden sind.

 

Cromagnon

gestern 16:10 Uhr

71. ... und wenn ich präzisieren darf:

Die gestiegene Lebenserwartung basiert hauptsächlich auf der Anwendung von Seife ( saubere Haut, saubere Kleidung ), Feuer ( geheizte Höhle, trockene Kleidung ) und der schlichten Tatsache, das Trinkwasser weit weg und vor allem stromauf von der Abortgrube zu schöpfen - und natürlich einer ausreichenden ( Menge, Qualität ) Ernährung. Die Abwesenheit von Krieg hilft natürlich auch und ebenso - zugegeben - die moderne Medizin.

Antwort auf "............."

 

 

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