Sedativa allgemein Anhang 2

 

[Max Amann]

Der Unterschied zwischen Symptomunterdrückung und Heilung ist in der Therapie der Psyche gar nicht so leicht zu erkennen. Es heißt, dass eine Schizophrenie häufig von selbst ausheilt, wobei dieser Prozess Monate bis Jahre dauert und der Kranke nach diesem Vorgang allerlei Eigenheiten der Persönlichkeit beibehält. Veröffentlichungen zur Wirksamkeit von Medikamenten bei Schizophrenie bei längerer Anwendung sind deshalb mit Vorsicht zu beurteilen.

Eindeutig sind die Beobachtungen zum Abbau der Persönlichkeit bei andauernder Anwendung hochwirksamer und hochdosierter Psychopharmaka, die eindeutig ein erhebliches Suchtpotential zeigen.

Allopathie und Homöopathie

Allopathie ist ursprünglich die Erfahrung mit Naturstoffen (Hippokratische Methode). Zunehmend wurden neue Stoffe nach den Vorstellungen von Wirkungsmechanismen konstruiert. Zwischenstadium ist die Modifizierung wirksamer Naturstoffe durch molekulare Änderungen am natürlichen Wirkstoff.

Homöopathie ist eine Erfahrungsmedizin. Außer dem Sammeln klinischer Beobachtungen sollten die Arzneien in ihrer Wirkung am Gesunden in verschiedenen Potenzen erprobt werden.

Das Arzneimittelbild entsteht aus der Integrierung einer möglichst großen Zahl von Beobachtungen aus beiden Anwendungsweisen.

Homöopathie im Wandel

Hahnemann und Schüler haben mit ihren Mitteln grandiose Erfolge erzielt; seit dieser Zeit sind 5 Generationen vergangen. Die Krankheiten und die Reaktionen der Patienten

auf die traditionellen Homöopathika haben sich in diesem Zeitraum erheblich verändert. Die bewährten klassischen Mittel nach wie vor unentbehrlich, sie müssen/können durch

neue Mittel und neue Behandlungsmöglichkeiten ergänzt werden. Zu glauben, Homöopathie könne mit 2 Dutzend Polychresten betrieben werden ist schlicht eine Illusion.

Und nur von einer winzigen Zahl Stoffe im Verhältnis zu den bekannten, von Pflanzen, Tieren, Mineralien und Synthetika existierenden ist ein einigermaßen akzeptables Arzneimittelbild aufgestellt worden.

Die synthetischen Psychopharmaka - Hunderte von bekannten Stoffen, eine wachsende Liste - sind eine inzwischen unentbehrliche Liste von Heilmitteln, die die schon lange bekannten Mittel aus der Natur ergänzen. Einen Teil der synthetischen Psychopharmaka kann mittlerweile von einigen Herstellern von Homöopathika in den verschiedensten Potenzen bezogen werden.

Homöopathie und Scharlatane

Für den ideologisch gefestigten Allopathen ist die Homöopathie wirkungslos, weil sie nicht wirken kann. Die "Wissenschaft" hat beispielsweise die Wirkungsmechanismen allopathischer Psychopharmaka in den letzten Jahren recht überzeugend aufgeklärt. Der Nichthomöopath kann daraus folgern, dass stärker verdünnte Zubereitungen aus

diesen Stoffen unwirksam sein müssen. Die gute Wirkung potenzierter Psychopharmaka z.B. an Tieren muss deshalb verneint werden. Der alte Widerstreit zwischen Deduktion

und Induktion ist damit angesprochen.

Homöopathie ist eine Form der Heilkunde der Erfahrung. Auch deshalb ist es dringend erforderlich, das spärlich vorhandene Untersuchungsmaterial schnellstmöglich zu ergänzen mit Arzneimittelprüfungen am Gesunden und Zusammenstellung aller klinischen Beobachtungen bei der Verabreichung von Potenzen. Diese zeigen bei Tieren eine nicht geringe Wirkung.

Dringend erforderlich wären z.B. die Arzneimittelbilder von Diazepam und Amitryptilin, Valproinsäure, Methylphenidat und Carbamazepin.

Psychopharmaka und die Homöopathie

Potenzierte Psychopharmaka waren zunächst wohl dafür bestimmt die negativen Nebenwirkungen dieser Stoffe in allopathischen Gaben zu lindern/aufzuheben, genau wie bei

einer Therapie mit Antibiotika oder Cortisol die Verwendung homöopathischer Zubereitungen aus diesen Stoffen.

In allen diesen Fällen tritt keineswegs eine Annullierung der Wirkung des ursprünglichen Stoffs ein, wenn man nach der allopathischen Gabe den selben Stoff als homöopathisches Mittel verabreicht; man kann sogar den selben Stoff als Allopathikum und Homöopathikum gleichzeitig verwenden, ähnlich wie die homöopathischen Potenzkomplexe aus einem Grundstoff. Diese sind erfahrungsgemäß gut wirksam und werden hervorragend und ohne Erstverschlimmerung vertragen. In grober Annäherung wirken potenzierte Psychopharmaka gewöhnlich ähnlich wie der Stoff selbst.

Psychopharmaka zeigen wie viele Stoffe beim Potenzieren das Phänomen, dass homöopathische Zubereitungen neue Heileigenschaften aufweisen, die bei manchen Stoffen wie Chloralhydrat oder Chlorpromazin so vielversprechend sind, dass man diese Stoffe in der Homöopathie als Polychreste einstufen sollte. Die ursprünglichen Heileigenschaften bleiben in der Regel, aber nicht immer erhalten, Nebenwirkungen verschwinden weitgehend, oft vollständig; die Kosten der Behandlung fallen in den Keller.

Kann man allopathische Dosen eines Psychopharmakons durch eine homöopathische Zubereitung desselben Stoffs teilweise/ganz ersetzen, so sollte man dies unbedingt tun.

Potenzierte Psychopharmaka sind eine Art Seelenbalsam, die nicht den Status zukleistern und damit stabilisieren sollen, sondern die Selbstheilungskräfte der Person aktivieren

sollen, also eine Veränderung des Status zum Besseren bewirken sollen. Dies kann natürlich auch bei starken Dosen eintreten, da sich die Person ja laufend verändert.

Müllhalde im Geist durch längere und regelmäßige Einnahme starker Psychopharmaka

Das Gehirn funktioniert Tag und Nacht mit gleicher Intensität, d.h. die Entwicklung der Person läuft ununterbrochen. Wird dieser Prozess blockiert, tritt ein (anscheinend reversibler) Persönlichkeitsabbau ein. In den Speichern des Gehirns häuft sich eine Müllhalde unaufgearbeiteter Gedanken an. Wird diese Halde dem Patienten in den Bereich

des Bewussten transformiert, kann eine Erstverschlimmerung die Folge sein. Diese muss durch ein möglichst behutsames Vorgehen und Drainage mit Stimmungsaufhellern aufgefangen werden.

Indikationen für die Anwendung von synthetischen Psychopharmaka in potenzierter Form (falls möglich)

  1. Zur Aufhebung von unerwünschten Wirkungen dieser Stoffe. Dies ist wohl der Grund, warum potenzierte Psychopharmaka überhaupt in den Handel gebracht wurden.

  2. Unverträglichkeit des allopathischen Stoffes, obwohl er therapeutisch indiziert ist. (Zunehmend bei Valium der Fall)

  3. Vorhandene Organschädigung, wenn der Stoff eine weitere Belastung für die geschwächten Organe darstellt, oder der Stoff wegen höherem Alter nicht mehr

            verwendbar ist.

  4. Bei bestehender oder geplanter Schwangerschaft um Mutter und Kind vor Schädigungen zu schützen.

  5. Suchtgefährdung

  6. Wenn das starke Allopathikum zu Handlungsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und gesellschaftlicher Isolation führt.

  7. Für Indikationen, die die Grundsubstanz nicht zeigt.

 

Ein paar Worte zu den Kosten

Allopathische Psychopharmaka gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Umsatz und Gewinn für Heilberufe und Pharmazie sind hoch. In Forschung

und Entwicklung dieser Stoffe sind viel Geld und Arbeit investiert. Dass diese interessanten Stoffe in homöopathischer Zubereitung Anwendungsmöglichkeiten bieten war

als wahrscheinlich anzunehmen.

Leider existieren bisher nur einige Arzneimittelbilder von potenzierten Psychopharmaka.

Homöopathische Psychopharmaka dürften den Markt allopathischer Zubereitungen kaum beeinflussen. Würde dieses unwahrscheinliche Ereignis auftreten, stünden uns Veröffentlichungen bevor, die Unwirksamkeit und schädliche Wirkung der homöopathischen Zubereitungen beweisen würden. In Wirklichkeit gibt es für beide Zubereitungsformen genügenden Markt; im Gegenteil, kombinierte Anwendung ist vielleicht die Methode der Wahl.

Situation am Arzneimittelmarkt

Die Vernichtung der Naturheilkunde ist in unserem Land durch behördliche Maßnahmen ziemlich weit fortgeschritten. Weitere Gefahren drohen uns aus Brüssel. Der Volkswille - 80% der Bevölkerung sind an Naturheilkunde interessiert - kümmert Politiker aller Parteien und jegliche Behörden nicht im Geringsten.

Auf die Situation des Kassenarztes, der in einer überlasteten Praxis die kniffligsten Fälle in Minutenfrist mithilfe kassenüblicher Medikamente knacken soll und diese Leistung

mehr oder weniger den ganzen Praxistag lang

erbringen soll, sei noch zusätzlich hingewiesen.

Erfahrungen mit potenzierten Psychopharmaka

Der Referent hat keineswegs mit allen potenzierten Psychopharmaka Therapieerfahrung, sondern nur mit einigen wichtigen, wobei seine Beobachtungen auf nicht allzu viele Fälle beschränkt sind.

Paradoxe Reaktionen hat er eigentlich keine erlebt, auch keine Erstverschlimmerung. Angaben im Sinn einer homöopathischen Arzneimittelprüfung fehlen bei den meisten Substanzen. Auch die klinischen Angaben sind recht

spärlich. Der Referent ist somit weit entfernt von einer gründlichen Kenntnis der Wirkung von potenzierten Psychopharmaka; er möchte die Kollegen auf die Behandlungsmöglichkeiten mithilfe dieser Stoffe hinweisen und

weitere Untersuchungen anregen, da er von seinen bisherigen Beobachtungen her einen recht guten Eindruck hat. Wir haben nicht zu viele Heilmittel, sondern zu wenige, auch in der Homöopathie. Krankheit und

Heilungsmöglichkeiten sind wie alles einer laufenden Veränderung unterworfen, mit der wir Schritt halten müssen.

Quelle: Spagyra/remedia.at

Freiname des Allopathikums             Hauptsächliche Anwendung             Name als Homöopathikum             Verfügbare Potenzen (Auswahl)

Alprazolam                                                 Tranquillizer                                                 Xanor®                                    

Amitryptilin                                                 Antidepressivum                                     Tryptizol®                                    

Bromazepam                                                 Anxiolytikum                                                Lexotanil®                                   

Tranquillizer                                                 Bromazepam                                    

Carbamazepin                                     Antepileptikum                                    Tegretol®                                    

Psychosen                                                                                               

Neuropathie                                                

Chloralhydrat                                     Schlafmittel                                                 Chloralum hydratum                        

Chlorpromazin                                     Neuroleptikum                                    Chlorpromazinum                        

Unruhe                                                                                                

Citalopram                                                 Depression                                                Seropram®                                    

Panik            

Diazepam                                                 Tranquillizer                                                Diazepamum

                                                            Anxiolytikum                                                Valiu

Flunitrazepam                                                Schlafstörungen                                     Rohypnol ®

Flupentixol                                                 Neuroleptikum                                    Deanxit®

Schizophrenie                        

Haloperidol                                                 Neuroleptikum                                    Haloperidolum

Schizophrenie

Manie                                                 Haldol®

Lamotrigin                                                 Anti - epileptikum                                    Lamictal®

Stimmungsmittel                        

Levopromazin                         Neuroleptikum

Chronische Schmerzen

Manie                           

Metoprolol                                     Betablocker                                                 Beloc®            

Midazolam                                     Narkosemittel                                     Dormicum®            

Olanzapin                                     Neuroleptikum                                     Zyprexa®                        

Paroxetin                                     Antidepressivum                                    Seroxat®

Phobien aller Art

Panik, Zwänge                        

Phenobarbital                         Anti - epileptikum                                    Acidumphenylaethyl - barbituricum            

Stark dämpfend            

Valproinsäure                         Anti - epileptikum                                    Convulex®

Akute Anfälle aller Art

Manie                        

 

Liefermöglichkeiten über die Firma Remedia.at

Beloc            

Chlorpromazinum            

Deanxit            

Diazepam            

Haldol/Haloperidol            

Metoprolol            

Paroxetin            

Seropram            

Seroxat            

Tegretol            

Valium            

 

Weitere Mittel der Firma Remedia.at

Bromperidol                         Neuroleptikum - Schizophrenie                                                                         Tesoprel®            

Carbidopa                         Parkinson                                                                                                             Nacom®            

Levopromazin             Neuroleptikum - chronische Schmerz - Manie, Unruhe, Erregung                         Levopromazinum

Nozinan®            

Lorazepam                         Tranquilizer - Angst/Spannung - Katatonie                                                             Tavor®            

Olanzapin                         Neuroleptikum - ähnlich Haloperidol                                                             Zyprexa®            

Oxazepam                         Tranquilizer - Anxiolytikum                                                                                     Oxazepam            

Pergolid                         Parkinson                                                                                                             Permax®            

Sertralin                         Antidepressivum                                                                                                 Tresleen®            

Trimipramin                         Antidepressivum - stark sedierend - Schlafmittel - chronische Schmerz             Stangyl ®            

 

Psychopharmaka, die derzeit in potenzierter Form im Handel sind

Zu Übersichtszwecken werden die allopathischen Psychopharmaka nach ihrer vorwiegenden Wirkung in folgende Gruppen eingeteilt. (Näheres in der neurologisch/psychiatrischen Literatur)

Allopathischer Freiname                                                                         Name der homöopathischen Zubereitung

Antidepressiva

Amitryptilin                                                                                                             Tryptizol

Citalopram                                                                                                             Seropram

Paroxetin                                                                                                             Seroxat

Sertralin                                                                                                             Tresleen

Trimipramin                                                                                                             Stangyl

Affektive Psychosen, Manie, etc.

Carbamazepin                                                                                                             Tegretol

Haloperidol                                                                                                             Haloperidol/Haldol

Levomepromazin                                                                                                 Levomepromazin/um

Olanzapin                                                                                                             Zyprexa

Valproinsäure                                                                                                             Convulex

Ergänzung: Wichtigstes Mittel für affektive Psychosen ist nach wie vor Lithium. Man verwendet homöopathisch D4, D6 Lith - m. o. Lith - br. Gewöhnlich ist die Wirkung gleich wie allopathische Dosen.

Neuroleptika, Psychosen, Schizophrenie

Bromperidol                                                                                                             Tesoprel

Chlorpromazin                                                                                                 Chlorpromazinum

Flupentixol                                                                                                             Deanxit

Haloperidol                                                                                                             Haloperidol/Haldol

Levomepromazin                                                                                                 Levomepromazinum

Olanzapin                                                                                                             Zyprexa

Anxiolytika/Tranquilizer, Angst, Unruhe, Panik

Chloralhydrat                                                                                                 Chloralum, Chloralum hydratum

Diazepam                                                                                                             Diazepamum, Valium

Flunitrazepam                                                                                                 Rohypnol

Lithium                                                                                                             Lith-br. D4 und höher

Midazolam                                                                                                             Dormicum

Antiepileptika

Carbamazepin                                                                                                 Tegretol

Lamotrigin                                                                                                             Lamictal

Phenobarbital                                                                                                 Acidumphenylaethylbarbituricum

Parkinsonmittel

Carbidopa                                                                                                             Nacom

Pergolid                                                                                                             Permax

Betablocker

Metoprolol                                                                                                             Beloc

 

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass dies die hauptsächlichen allopathischen Indikationen sind. Einige Stoffe sind deshalb mehrmals aufgeführt.

Psychopharmaka sind sehr komplex wirkende Heilmittel. Das Studium der bisher veröffentlichten Texte über ihre Wirkungsmechanismen im Nervensystem ist unbedingt empfehlenswert.

Es wird in naher Zukunft sicher weitere Wissensfortschritte geben, die beispielsweise die Wirkung dieser Stoffe im Hormonsystem und im Immunapparat (in beiden Regelsystemen wirken Psychopharmaka

gewöhnlich günstig) erklären. Zu Beobachtungen bei Verwendung als Homöopathika besteht nur eine lose Beziehung. Homöopathie ist wie bereits gesagt eine Sache der Erfahrung, wobei die Beobachtungen

gewöhnlich eine noch komplexere Wirkung anzeigen.

Anwendung der einzelnen Psychopharmaka

 

Diazepam - Diazepamum, Valium                                                            Quelle: Spagyra, Remedia

Im Handel: D1 - D200

Diazepamum eignet sich besonders zum Einstieg in die Therapie mit potenzierten Psychopharmaka. Es lässt sich auch als Einzelmittel verwenden, wobei die Anwendung in Mischrezepten zusammen mit

pflanzlichen Nervenmitteln (beruhigend, stimmungsaufhellend) und ausleitenden Stoffen erheblich geschickter ist.

Da auch LM 1 bis LM 30 im Handel ist, kann man auch eine Einzelmitteltherapie mit ansteigenden Potenzen versuchen.

Zu versuchen ist auch eine Therapie mit potenziertem Diazepam bei der zunehmenden Zahl von Patienten, die bei begründeter Verschreibung diese Arznei nicht vertragen. Es handelt sich anscheinend fast

immer nicht um eine paradoxe Reaktion, sondern um Unverträglichkeit.

Die Suchtgefahr bei potenziertem Diazepam ist sehr gering. Einen Persönlichkeitsabbau durch Verwendung von potenziertem Diazepam halte ich für ausgeschlossen.

Diazepamum ist ein ausgezeichnetes Anxiolytikum sowohl für Zukunftsängste als auch Schockfolgen.

Potenzen haben eine günstige Wirkung auf das Selbstwertgefühl und durchbrechen den Teufelskreis von Angst und Aggression. (Zum Vergleich: in der Ohrakupunktur Valiumpunkt und neurasthenische Furche).

Meine Angaben beruhen auf Beobachtungen an Patienten. Meine Ergebnisse bei Schlaflosigkeit nach Schock mit D6 und D8 waren gut. Als Konstitutionsmittel habe ich Diazepamum in D30 und D200 verwendet.

Will man klotzige Gaben von Valium erstzen, so schleicht man mit mittleren Potenzen ein und gleichzeitig aus den allopathischen Dosen aus. Unter keinen Umständen darf man das Allopathikum schlagartig durch das

gleiche oder ähnliche Homöopathikum ersetzen.

 

Bromazepam - "Bromazepam, Lexotanil"                                                Quelle: Spagyra

Im Handel: bis D12

Wie bei Diazepam hatte ich von der Wirkung von Potenzen einen guten Eindruck. Bromazepam stellt eine Art "Superdiazepam" dar, hat aber keine so große Wirkungsbreite wie letzteres.

Allopathisch wird es bei Angst - und Spannungszuständen verwendet, ich habe es versucht wenn hierzu noch hysterische Symptome zu beobachten sind. Der Patient hat das Gefühl, es nicht mehr zu schaffen.

Die Beziehung zur Umwelt im weitesten Sinn ist ruiniert. "Jeder Tag ist ein Scheißtag", (Qualtinger).

Wegen der Nebenwirkungen ist auch bei Bromazepam, falls möglich, das potenzierte Präparat vorzuziehen.

 

Chlorpromazin – Chlorpromazinum                                                            Quelle: Remedia Homöopathie (A - Eisenstadt), Spagyra (A - Grödig),

Im Handel: ab D3 - D200, C3 - C6

Arzneimittelbild bei Schroyens/Julian. Beim Studium des letzten AMB hat man den Eindruck, dass es sich um ein neues Polychrest handelt, außer neurologischen und psychotherapeutischen Indikationen werden

u.a. angegeben (Pathologie und Klinik) Hormonstörungen, Impotenz, M.Cushing, Alzheimer, Parkinson, Virushepatitis, aplastische Anämie und ein breites Spektrum von Hautleiden.

Ich hatte den Eindruck, dass man Chlorpromazinum nach Zusammenbruch aller Regelsysteme durch zu Schock führenden Extrembelastungen (durch zu starke Medikamentengabe; Belastung von Seele und Geist)

versuchen sollte im Sinne der Psychoneuroimmunologie und der Psychoneuroendokrinologie. Status der Passivität mit Konzentrationsschwierigkeiten, Apathie und eventuell Wahnideen.

Therapieeinstieg mit mittleren Potenzen zusammen mit Drainagemitteln für das Nervensystem.

 

Levomepromazin - "Levomepromazinum", "Nozinan"                                    Quelle: Remedia

Im Handel: ab C7

Arzneimittelbild bei Schroyens/Julian. Das AMB zeigt eine gewisse Ähnlichkeit mit dem von Chlorpromazin, ist aber nicht so vielseitig. Leiden von Nerven und Psyche aller Art.

Man hat den Eindruck wie bei Chlorpromazin, dass ein Versuch bei Problempatienten vielleicht empfehlenswert wäre. Indikationen wie Schizophrenie, Apathie, multiple Allergien,

Depression, Epilepsie, psychogenes Asthma, Parkinson und MS kämen hier in Frage. Wichtig ist die gleichzeitige Indikation bei Leiden des schizophrenen Formenkreises und Depression,

die sich gegenseitig eher ausschließen.

 

Amitryptilin, Saroten - "Tryptizol"                                                            Quelle: Spagyra

Im Handel: D3 - D30

Sollte man als Antidepressivum und zum Ausgleich in der Person von Leib, Seele und Geist versuchen, also bei "funktionellen" Beschwerden und hysterieformen Symptomen. Noch keine Erfahrung damit.

 

Chloralhydrat - "Chloralum hydratum"                                                             Quelle: DHU, Spagyra, Remedia

Im Handel: ab D2

Arzneimittelbilder bei Boericke/Tauscher und Schroyens. Chloralhydrat ist ein Beispiel dafür, dass ein zur allopathischen Anwendung veralteter Stoff (Schlafmittel) in homoöpathischer Zubereitung

durchaus interessant sein kann. Den Status des Patienten kann man am besten mit dem Wort "durchgeknallt" (bayrisch: hirnrissig) darstellen. Stichworte bei Schroyens: Delirium tremens, Idiotie, Manie, Sprachprobleme, Wahnideen, Chorea, Schlaflosigkeit z.B. durch Überanstrengung. Chloralhydrat ist potenziert eines der harmlosesten Schlafmittel. Erfahrungen waren gut.

 

Haloperidol - "Haloperidol", "Haldol"                                                            Quelle: Spagyra, Remedia

Im Handel: ab D2

Arzneimittelbilder bei Schroyens/Julian.

Das hochwirksame Allopathikum ist ± das wichtigste Neuroleptikum für Schizophrenie, Psychosen, Manie, Wahn besonders bei schubweisem Auftreten. Es wird auch bei chronischen Leiden und stationär verwendet. Wegen der Nebenwirkungen sollte man auch diese Substanz homöopathisch versuchen, wobei man im Akutfall auch an tiefe Potenzen denken sollte. Julian gibt als Indikationen an: Mimische Starre, Störung des Zeitsinns, Parästesie, Hyperalgie, Depression, Vagusstörungen, Schizophrenie, Hebephrenie, Angstneurose, Parkinson, MS, Raynaud.

 

Metoprolol - "Beloc"                                                                                     Quelle: Spagyra

Im Handel: D2 - D30

Wie allopathische Blocker verwenden bei Tachykardie etc, Dauerstress, Erwartungsangst aller Art, als Sympathikolytikum. Erstversuch mit der D6 zur Festlegung der Wirkung ob Potenz höher oder niedriger gewählt werden soll. Blocker sind relativ verträglich, schädigen in allopathischen Dosen die Psyche relativ wenig, haben aber Lungen - und Libidoprobleme.

 

Phenobarbital - "Phenobarbitalum", "Acidum Phenylaethylbarbituricum" Quelle: Spagyra, Remedia

Im Handel: ab D4

Arzneimittelbild bei Schroyens/Julian. Die Phenyläthylbarbitursäure = Luminal ist die stärkste Barbitursäureverbindung und ist deshalb im deutschen Betäubungsmittelgesetz (BTM) aufgeführt. Sie war ein beliebtes Mittel für den Freitod. Das homöopathische Arzneimittelbild zeigt keine Wirkungsumkehr, wohl aber erhebliche Veränderungen gegenüber der Grundsubstanz. So ist es kein Schlafmittel mehr.

Übererregbarkeit # Depressionen. Tendenz zu Autoimmunleiden. Allergische Symptome z.B. M. Quincke. Heftiges Jucken, nässende Ekzeme. Acidumphenylaethylbarbituricum D12 hat bei allen (!) meinen Neurodermitispatienten schnell eine wesentliche Besserung erzielt. Bei Erwartungsangst dieser Patienten wirkte es blitzartig Wunder. Phenobarbital ist in Österreich ab D4 rezeptfrei erhältlich, nach Deutschland darf es wegen BTM - Gesetz in keiner Form importiert werden. Erheiternd daran ist die Anerkennung der Wirksamkeit von Hoch - und Höchstpotenzen durch die Staatsmacht, nicht so

erheiternd ist die Unmenschlichkeit gegenüber Patienten, besonders Kindern, die dringend der Hilfe bedürfen. In München haben ein Drittel der Schulanfänger Neurodermitis.

 

Sonstige Stoffe, die im Handel sind und als Psychopharmaka verwendet werden können:

Klassische Psychomimetika, die potenziert im Handel sind, teilweise sogar in unserem Land. In Deutschland ist keineswegs schon alles verboten. Beispielsweise ist das Heilen als solches erlaubt.

Anhalonium, Yage, Codeinum, Cocainum, Morphium, Opium sind erhältlich und außer für Yage existieren hierfür ausführliche Arzneimittelbilder.

Und viele weitere potenzierte Stoffe, besonders pflanzlicher Herkunft welche auch bei Verschreibung der Psychopharmaka zur Ausleitung im Sinne der Nebeldrainage in Frage kommen.

 

Lithiumsalze

Lithiumsalze haben eine sehr gute Wirkung bei Störungen mit manisch - depressiver Symptomatik. Die Lithiumtherapie hat die Anstalten stark entlastet. Lithiumtherapie mit allopathischen Dosierungen hat starke Nebenwirkungen, wie beispielsweise heftige Hautsymptome und die Notwendigkeit, dass der Patient 11 – 12 Stunde Täglich schlafen muss. Die Therapie mit Lithiumsalzen in der D4, mehrmals täglich wirkt in der Regel wie hohe Dosen, hat aber viel weniger Nebenwirkungen. Der Ersatz der allopathischen durch homöopathische Dosierungen ist aber nicht zulässig, denn der Patient muss den Lithiumspiegel im Blut regelmäßig überprüfen lassen. Wenn der Blutspiegel zu niedrig ist, wird er wieder kaserniert!

Lith-br. D4 erwies sich (nicht immer) als recht gutes Schlafmittel. Als Tagessedativum erwies es sich als zu stark beruhigend bei beruflicher Tätigkeit und Teilnahme am Straßenverkehr.

Lith-br. D6 eignet sich (nicht immer) sehr wohl als Tagessedativum 2 - 3x täglich 5 Tropfen bei stressiger Tätigkeit im Großraumbüro etc. Ein Versuch mit höheren Potenzen (D12 und höher) bei guter Wirkung ist eventuell sinnvoll.

Arneimittelbilder bei Schroyens und Scholten.

Homöopathika als ergänzende Mittel zur gemeinsamen Verschreibung mit Psychopharmaka

 

Die Psychopharmaka ergänzenden und unerwünschte Effekte reduzierenden Mittel nimmt man häufig am besten in tiefen Potenzen (Ø - D4). In mehrmals täglich verschriebenen Mischrezepten kann man nicht wenige Mittel (höchstens aber 3) auch in D30 verschreiben.

Anwendung potenzierter Psychopharmaka

1.             zum teilweisen oder vollständigen Ersatz allopathischer Psychopharmaka, wobei keine vollständige Stoffidentität notwendig ist. Der potenzierte ähnliche Stoff sollte die gleichen Indikationen haben.

Es sei darauf hingewiesen, dass chemisch ähnliche Stoffe mit gleicher Indikation nicht selten beim Patienten recht verschiedene Wirksamkeit haben. Es ist ein schwerer Kunstfehler, eine laufende Behandlung mit allopathischen Dosen eines Psychopharmakons schlagartig durch Homöopathie, auch durch denselben Stoff zu ersetzen. Man sollte immer aus dem Allopathikum ausschleichen und dies zunehmend durch das stoffidentische/ähnliche Homöopathikum ersetzen. Klotzige Dosen derselben Substanz und gleichzeitig Gaben der homöopathischen Zubereitung sollte man auch besser unterlassen. Man hat keine Garantie, dass die Umstellung gelingt. Reduktion der oft recht harten Dosen des Allopathikums wären schon dringend wünschenswert.

2.             Im Sinne der klassischen Homöopathie als Einzelmittel nach deren Regeln. Einschränkung ist, dass nur wenige Arzneimittelprüfungen vorliegen. Potenzierte Psychopharmaka dürften sich nur teilweise für diese Art Therapie eignen. Empfohlen: Diazepam, Chlorpromazin. Drainage ratsam

3.             In maßgeschneiderten Mischrezepten zusammen mit pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Homöopathika passender Indikationen. Hier kann man die Drainage gleich einbauen. Eventuell kann ein solches Mischrezept auch zwei der chemischen Psychopharmakas enthalten, deren Wirkungsspektren sich ergänzen. Diese sollte man dann jedoch besser in verschiedenen Potenzen verabreichen.

Häufigkeit der Gabe potenzierter Psychopharmaka Abhängig davon, wie akut der Prozess ist, weniger von der Potenzhöhe. D200 in Einzeldosen. In Mischungen kann man in der Regel D12, eventuell D30 zweimal täglich verwenden.

 

Therapeutisches Vorgehen des Referenten

Ich gehöre zu der recht kleinen Zahl von Homöopathen, die für jeden Patienten maßgeschneiderte Mischrezepte machen. Ich mache in der Regel ein Rezept aus zehn Bestandteilen; in diesen Rezepten habe ich ein bis zwei potenzierte Psychopharmakas mit Nervina aus Pflanzen, Tieren und Mineralien ergänzt. In einem solchen Rezept kann man gleich ausleitende Mittel, auch im Sinn einer Nebeldrainage unterbringen. Hierbei kann man in der Regel Tiefpotenzen der in Frage kommenden Stoffe verwenden. Von den im Handel erhältlichen gemischten Fertigarzneimittel sind gar nicht wenige recht gut, sowohl gemischte Nervina (Horvi® - Psy - 4, P - sta - Pekana) oder ausleitende Mittel (Solidagoren, oder Hevert Blasen - Nierentee). Diese könnte man zusammen mit den einzelnen Psychopharmaka verschreiben.

Beispiele wie (nicht maßgeschneiderte) Mischrezepte mit Psychopharmaka aussehen könnten

Die Mittelnamen richten sich nach der Schreibweise der Firma Spagyra

Die Schizophrenie gehört zu den schwierigsten Therapiethemen

 

Lignum aquilaria. In Tibetan Medicine:

The glowing wood is used to chase away the spirits of disease [in treatment of mental diseases and psychic disturbances (depressions)]. It is used above all to eliminate Lung, which is the cause for the sadness of the heart. The inhaling of incense of wood aloe -scattered on glowing charcoal- is said to be a psychoactive for use against mental and psychic disturbances, emotional instability (caused by negative energies).

Tibetan psychiatry employs different scented woods therapeutically for mental disturbances and emotional instability, wood aloe being one of them. The patient inhales the scent of the wood that unfolds through the heating on glowing charcoal.

 

Affektive Psychosen

Anagallis dil D3

Asafoetida dil D6

Cimicifuga dil D6

Convulex dil D12

Lithium carbonicum dil D12

Menyanthes dil D6

Mercurialis dil D6

Pulsatilla dil D6

Stramonium dil D12

Valeriana dil D4

Zincum phosphoricum dil D12

Zu gleichen Teilen mischen und 2x tgl. 20 Tropfen einnehmen. Falls Levomepromazinum zur Verfügung steht, zunächst zuätzlich 2x wöchentlich D30,

Ergänzung: Anacardium D30, 2x wöchentlich

 

Da es um recht große Wirtschaftsinteressen geht, erwartet der Referent herbe Kritik an seinen Ausführungen. Außerdem erwartet er herbe Kritik von Behandlern, die der Ansicht sind,

klassische Homöopathie bestehe aus der Behandlung mit Hochpotenzen von 25 Polychresten.

 

[Pennekamp]

EMPFINDLICH, empfindliche Reizbarkeit (vgl. Reizbarkeit und Eigenliebe): ACON. alum. anac. ang. apis. Arn. Ars. bell. bov. calc. camph. canth. CARB-V. CAUST. cham. cina. Cocc. dros. iod.

Kali-c. kali-n. lach. LYC. mag-c. Mez. nat-c. nux-v. phos. plat-met. Puls. sars. seneg. Sep. spig. stann-met. staph. viol-t.

EMPFINDLICH, Übelnehmen leicht bei Melancholie, Depression (endogen): ACON. Alum. Anac. ARN. ARS. AUR-met. Bell. Calc. CAUST. CON. Dros. Lach. LYC. Nux-v. Plat-met. PULS.

SEP. Spig. Staph.

EMPFINDSAM (zart fühlende Seele): Ant-c. ars. calc-p. calc. canth. Coff. con. crot-h. IGN. kreos. lach. lyc. Nux-v. phos. plat. puls.

ENTBLÖSST sich, macht sich nackt (Exhibitionismus): bell. HYOS. Phos. phyt. See. stram Tarent. verat.

ENTFLIEHEN Neigung bei wahnsinniger Verrücktheit, Schizophrenie, Paranoia: Acon. BELL. Cupr-met. HYOS. Lach. NUX-V. PULS. STRAM. Verat.

ENTFLIEHEN Verlangen im Delirium will weglaufen: BELL. Bry. Op. rhus-t. sol-m. STRAM.

ENTFLIEHEN, versucht zu springt plötzlich aus der Bett: Ars. bell. chin. Crot-h. glon. nux-v. oper. rhus-t. Verat.

ENTFLIEHEN, versucht um wegzulaufen (schwierigen Situationen): bar-c. Bell. bry. chel. Cupr-met. dig. glon. hyos. Merc. mez. nux-v. op. rhus-t. Tub. Verat.

ENTFLIEHEN wollen und Herumlaufen bei Raserei, Tobsucht, Manie (endogen): Acon. agar. Ars. BELL. Cupr-met. HYOS. Lach. Nux-v. op. Puls. STRAM. VERAT.

ENTFLIEHEN wollen, Sucht zu entfliehen allgemein bei Geisteskrankheit: Acon. BELL. BRY. Coloc. cupr. dig. hyos. lach. Nux-v. Puls. Stram. verat.

ENTHALTSAMKEIT sexuelle (auch erzwungene) als Ursache bei Hypochondrie: Calc. CON. MOSCH. Nux-v. Petr. Sulph.

ENTHALTSAMKEIT sexuelle als Ursache bei Melancholie, Depression (endogen): Bell. CON. Hyos. Stram.

ENTHALTSAMKEIT sexuelle als Ursache bei Raserei, Tobsucht, Manie (endogen): BELL. CANTH. CON. HYOS. Lach. Phos. STRAM. VERAT. Zinc.

ENTHALTSAMKEIT sexuelle als Ursache bei wahnsinniger Verrücktheit, Schizophrenie, Paranoia: BELL. calc. Canth. CON. HYOS. kali-br. LACH. lyc. Phos. Stram. Verat. Zinc-met.

ENTMUTIGT (Mutlos wg. Mangel an Selbstvertrauen): ars. ant-c. Bar-c. calc-f. Calc-p. carb-v. carc. chin. graph. lach. Lyc. m-arct. nat-m. nat-s. nux-v. petr. ph-ac. psor. rhus-t. sep. Sil. sulph. verat.

ENTMUTIGT abends: ant-t. calc. ferr-p. Puls, ran-s. Rhus-t.

 

[Wolfgang Barck]

Die Psychiatrie ist ein spätes Kind der Medizin. Sie ist eher jünger als die Homöopathie, allenfalls gleich alt wie diese. Beide entstanden um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Zu H. Zeiten steckte die Psychiatrie noch in den ersten Anfängen. Sie hat sich größtenteils erst nach ihm entwickelt und hat dabei keine Notiz von ihm genommen, indem sie ganz

andere Wege einschlug, als sie durch H. möglich gewesen wären. Sie ahnt noch heute nicht, welche Umwege und wie viele Misserfolge sie sich sonst hätte ersparen können und wie

viele Erfolge sie sich entgehen ließ. Dabei kommt es nicht nur auf den pragmatischen »Erfolg« durch andere Arzneimittel, sondern vor allem auf den grundsätzlich anderen

methodischen Ansatz und die neuen Horizonte an, die sich dabei eröffnen.

Die Homöopathie gibt der Psychiatrie wertvolle Heilmittel an die Hand, aber eine homöopathische Psychiatrie ist nicht einfach eine Psychiatrie mit homöopathischen Mitteln, da

-wie aus dem Obigen hervorgeht- die Art der Anwendung sich grundsätzlich von der Anwendung allopathischer Medikamente unterscheidet.

Homöopathische Arzneien können nicht einfach nach den üblichen psychiatrischen Diagnosen oder »Zielsymptomen« verordnet werden, sondern immer nur nach den Prinzipien der

homöopathischen Mittelwahl, d. h. statt nach einer klinischen Diagnose nach dem Gesamt-Symptomenbild des einzelnen Kranken.

Auch wenn wir Heilmittel haben, die beispielsweise das Leitsymptom »Angst« oder »Traurigkeit« haben (z.B. Acon. Ars. Aur-met. Nat-m.), heißt das streng genommen nur, dass die

Angst oder die Traurigkeit ein wahlanzeigendes Symptom innerhalb des Gesamtbildes sein kann. Es heißt jedoch nicht, dass es spezifische Mittel »gegen die Angst« oder »gegen

die Depression« im Sinne der sonst üblichen Anxiolytika oder Antidepressiva gibt.

Es gibt zwar Versuche, die homöopathischen Arzneimittel nach klinischen Diagnosen zu verordnen, wie das etwa die Autoren Gallavardin und Nicolas tun. Das stellt jedoch grundsätzlich

einen fragwürdigen Kompromiss dar und ist allenfalls als Hilfe für den ersten Einstieg zu verantworten.

Die homöopathische Methode der Arzneimittelwahl geht durch die ganze Medizin hindurch und ist in der Psychiatrie keine andere als in der somatischen Medizin. Wegen dieser

einheitlichen, fachübergreifenden Methode kann die Homöopathie die Medizin nicht in Organgebiete aufteilen, und deshalb ist in der Homöopathie auch die Psychiatrie kein abgetrenntes

oder abtrennbares Spezialfach, sondern bleibt -zum gegenseitigen Nutzen beider- mit der gesamten Medizin verbunden und verliert da mit ihre Außenseiterstellung. Eine homöopathische

Psychiatrie ist lediglich die Anwendung der homöopathischen Methode im Bereich psychiatrischer Erkrankungen. Wie bereits erwähnt, geht die Homöopathie nicht von einer Krankheits-

Theorie aus oder zielt auf eine solche ab. Sie bietet somit auch in der Psychiatrie (von noch zu erwähnenden Ausnahmen abgesehen) keine psychopathologische Theorie im Sinne einer

Ätiologie oder Pathogenese - weder eine somatische noch eine psychologische. Sie beschränkt sich vielmehr auf die Symptomatologie der Krankheit, die ihr nur Mittel zum Zweck ist,

um das richtige Heilmittel zu finden.

Da sie nicht in klinischen Diagnosen denkt, verzichtet sie auf die in der Psychiatrie sonst üblichen Diagnosen-Schemata, die eine Art Systematik psychiatrischer Erkrankungen darstellen.

Sie misst solchen Systemen nur geringen Wert bei, weil insbesondere in der Psychiatrie kein »Fall« dem anderen gleicht und es deshalb ein vergebliches Bemühen ist, Krankheitsbilder zu

systematisieren und diesen Krankheiten spezifisch wirksame Heilmittel zuzuordnen.

Die diagnostischen Einheiten lösen sich weitgehend auf, zugunsten individueller Symptomenbilder. Das einzige, was verschiedenen Kranken gemeinsam sein mag, ist das Arzneimittelbild.

Statt von »Psychosen«, »Neurosen« usw. sprechen wir in der Homöopathie im Sinne einer Arzneimittel-Diagnose eher von »Aurum-Fällen«, »Phosphor-Fällen« usw. Es ist deshalb nicht

möglich, eine homöopathische Psychiatrie -wie sonst üblich- nach Krankheitsbildern (Diagnosen) aufzubauen. Wir können sie nur in Form von Arzneimittelbildern darstellen.

Gerade bei psychiatrischen Erkrankungen ist die personotrope Arzneimittelwahl ideal zu verwirklichen. Eine homöopathische Psychiatrie ist weitgehend eine »Konstitutionstherapie

psychiatrischer Erkrankungen«, wie es Hugbald Müller formuliert hat.

Da der homöopathische Krankheitsbegriff ein ganzheitlicher ist, sieht die Homöopathie auch psychiatrische Erkrankungen vorwiegend als Allgemeiner-krankungen an. Das ist gerade für die

Psychiatrie von besonderer Bedeutung, weil dadurch die Spaltung in psychische und somatische Erkrankungen bzw. die Abtrennung der Psychiatrie von der Allgemeinmedizin vermieden wird.

Innerhalb der naturwissenschaftlichen Medizin nimmt die Psychiatrie insofern eine Sonderstellung ein, als ihr Gegenstand mit naturwissenschaftlichen Methoden nur schwer oder gar nicht zu

fassen ist, wobei auch hier in der letzten Zeit ein Umdenken stattfindet, wiederum auf dem Hintergrund neuerer Theorien. So wendet z.B. Karl Toifl in seinem Buch »Chaos im Kopf«

die Methoden der Chaostheorie auf die Psychiatrie an. Es ist ein methodologischer »Sprung« nötig, um von der Erforschung körperlicher zu der seelischer Erkrankungen zu gelangen.

Eines der Hauptprobleme der Psychiatrie ist von Anfang an der Zwiespalt zwischen somalischen und psychischen Entstehungstheorien und Behandlungsversuchen, d. h. ein schwer zu

überwindender Methoden-Dualis-mus. Er hat seine Wurzel in der Trennung von Leib und Seele, wie wir sie bei Descartes und anderen ausgesprochen finden.

Deshalb haben wir heute in der Psychiatrie ein Nebeneinander von somatischen und psychologischen Ansätzen. Dazwischen klafft eine Lücke und herrscht oft große Unsicherheit.

Der psychologische Neurosenbegriff wird dem somatischen Krankheitsbegriff oft unvermittelt aufgesetzt. Es ist oft so, dass man in der Medizin primär somatisch denkt, bis man nicht mehr

weiter kann. Dann nimmt man plötzlich wie einen »deus ex machina« so genannte »psychische Faktoren« zu Hilfe. Oder man versucht, alles zu psychologisieren, und verliert dabei bisweilen

die realen leiblichen Gegebenheiten aus den Augen. Der Mensch scheint dabei wie in zwei Stockwerke aufgeteilt, die nichts miteinander zu tun haben. Die Psychologie hat zum Teil die Funktion eines Alibis -um nicht zu sagen, eines Papierkorbs- für die somatisch orientierte Medizin, indem man in einem prinzipiell seelenlos gedachten Organismus dann doch wieder nach »psychischen Ursachen« sucht. Oder wir haben eine »Psychiatrie ohne Leib« zu beklagen.

Die häufig geübte Unterscheidung in »organische« und »funktionelle« Störungen bedeutet oft eine Einengung des medizinischen Krankheitsbegriffs und gleichzeitig ein vorschnelles Abschieben auf die subjektiv-psychische Ebene. Der psychologische Neurosenbegriff ist einerseits ohne Zusammenhang mit dem so genannten »organischen« Krankheitsbegriff, andererseits ist er zu weit und geht über das hinaus, was man noch »Krankheit« nennen kann.

[Plato] »Das ist der größte Fehler bei der Behandlung, daß es Ärzte für den Körper und Arzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann«

(Charmenides, zitiert nach Müller, AHZ 5/86, S. 190).

[Oscar Wilde]: »Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den Körper zuheilen.«

Dieses Problem tritt in der homöopathischen Psychiatrie wegen der einheitlichen Methode der Homöopathie erst gar nicht auf. Diese ihre einheitliche Methode geht durch die körperliche wie

durch die seelische Ebene hindurch und verbindet beide miteinander. Die Homöopathie macht keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen körperlichen und seelischen Erkrankungen.

Sie ist sozusagen »monistisch«. Die Klage Platos wird damit gegenstandslos. Wir können die Beziehung Hahnemanns zur Psychiatrie in drei Schritten darstellen:

1. H. war Arzt, kein Psychologe, aber er beobachtete sehr genau die psychischen Zustandsbilder bei seinen Arzneimittelprüfungen und bei seinen Patienten. Er sah den engen Zusammenhang

zwischen somatischen und psychischen Symptomen. Er trennte nicht zwischen Medizin und Psychologie. Er kannte keine eigene Psychologie, integrierte aber den psychischen Aspekt in die

somatische Medizin. Indem die Homöopathie bei körperlichen Krankheiten auch die seelischen Symptome mit umfasst, gewinnt sie reiche Einblicke in leib-seelische Zusammenhänge.

Sie war »psychosomatische« Medizin im besten Sinn des Wortes, lange bevor es diese heute so moderne Richtung gab.

Dazu H.: »In jeder der sogenannten Körperkrankheiten ist die Gemüts- und Geistesverfassung allemal mit verändert« (Organon § 210).

Gemütssymptome sind oft ausschlaggebend für die Mittelwahl. Jedes Arzneimittelbild hat auch Gemütssymptome (Organon §§ 211; 213; 217).

Man kann es als Verdienst der psychosomatischen Medizin ansehen, gegenüber der naturwissenschaftlich-objektivierenden Medizin, das Subjekt in die Medizin eingeführt zu haben, aber selbst in dem Wort »Psycho-Somatik« steckt noch die Spaltung des Menschen in Psyche und Soma. Deshalb ist diese Psychosomatik in Gefahr, vom Psychischen her zu behandeln und dabei das Somatische zu vernachlässigen oder -überspitzt ausgedrückt- nun nicht das »Subjektive«, dafür aber das »Objektive« aus dem Auge zu verlieren. Statt einer »seelenlosen Körpermedizin« hätten wir dann eine »körperlose Seelenmedizin«. Die Homöopathie unterscheidet sich von der psychologisch orientierten Psychosomatik der Gegenwart dadurch, dass sie keine eigene psychologische Theorie aufstellt, nicht etwa fragt: Ist das Psychische die »Ursache« körperlicher Symptome oder umgekehrt? Vielmehr nimmt sie seelische Symptome eben als Symptome der Grundkrankheit, als Weg zur Mittelfindung. Der Zusammen hang der Symptome ergibt sich aus der Einheit des Arzneimittelbildes und damit der Einheit des Krankheitsbildes. Denn im homöopathischen Arzneimittelbild kommen psychische neben somatischen Symptomen vor, und die homöopathische Arznei wirkt somit auf beide, auf die psychische wie auf die somatische Ebene, oder richtiger gesagt, auf die Ganzheit des Menschen. Dabei zeigt sich, dass im Arzneimittelbild psychologische bzw. psychosomatische Zusammenhänge gegeben sind. Daraus ergibt sich eine neue eigene Psychologie und Psychosomatik, die allerdings im Einzelnen erst noch entwickelt werden muss:

eine Psychologie auf der Grundlage der Erfahrung mit homöopathischen Arzneimittelbildern. Wir gewinnen dadurch ein sicheres Fundament für die Psychologie und für leiblich-seelische

Zusammenhänge. Diese Psychologie kann nur im Zusammenhang mit der somatischen Medizin gesehen werden, verliert also nicht die Verbindung mit dieser.

2. Was die eigentlichen psychiatrischen Krankheiten betrifft, so ist H., der sich schon in seiner vorhomöopathischen Zeit intensiv damit auseinander gesetzt hat, zu einem sehr konsequenten

Standpunkt gekommen. Der Kernsatz von H.’s Psychiatrie ist die These, dass die »so genannten Geistes- und Gemütskrankheiten« eine Art einseitiger Zuspitzung körperlicher Krankheiten sind,

bei denen das jeweils »eigentümliche« psychische Symptom »unter Verminderung der Körper-Symptome« in den Vordergrund tritt »und sich endlich bis zur auffallendsten Einseitigkeit,

fast wie ein Local-Uebel in die unsichtbar feinen Geistes- und Gemüts-Organe versetzt« (§ 215).

Nach H. können sich Körper-Krankheiten in Psychosen umwandeln und umgekehrt (Organon § 216). Diese Auffassung finden wir in der Schulpsychiatrie andeutungsweise (aber nicht so

konsequent) wieder in dem Begriff der »symptomatischen Psychose«. Für Hahnemann, der diesen Begriff sehr ausweitet, heißt das, dass bei Psychosen die Körper-Symptome und vor allem

auch körperliche Krankheiten in der Anamnese nicht übersehen werden dürfen (so wie bei den Körperkrankheiten die psychischen Symptome) und dass die Psychosen nach den gleichen Grundsätzen der homöopathischen Mittelwahl behandelt werden müssen.

Er entwickelt eine eigene Theorie, nach der Psychosen, wie viele andere »chronische« Krankheiten Ausdrucksformen einer einzigen Grundkrankheit, die er »Psora« nennt und in der Sprache seiner Zeit auf ein »Miasma« zurückführt, entstehen (Organon §§ 80; 81; 210-230). Daneben unterscheidet er noch zwei andere »Miasmen«, die Sykosis und die Syphilis, für die er spezifische Heilmittel angibt. So können nach H. unterdrückte Hautkrankheiten (eben die Krätze, die Feigwarzenkrankheit und die Syphilis) in ganz anderer Form zum Vorschein kommen, und das oft erst, nachdem sie über »einige hundert Generationen (!) hinweg zu einer konstitutionellen Krankheitsanlage geworden sind« (Organen § 81).

Wenn diese Theorie stimmt, müssten sich daraus viele Aufschlüsse über die körperlichen Grundlagen psychischer Störungen (einschließlich der Konstitution) ergeben. Lassen wir es zunächst

offen, ob es eine solche »Urkrankheit«, die die »Wurzel aller Übel« ist, gibt, und lassen wir diese Theorie vorerst auf sich selbst beruhen. Um daraus kein Dogma werden zu lassen, kommt es darauf an, diese These an der Erfahrung zu überprüfen, was erst nach und nach möglich sein wird. Leider kennen wir kaum diesbezügliche Krankengeschichten H.’s, aber seine These war

sicher alles andere als eine leere Spekulation, sonst hätte er nicht so selbstbewusst schreiben können:

»Ja ich kann aus vieler Erfahrung behaupten, daß sich der erhabene Vorzug der homöopathischen Heilkunst vor allen denkbaren Curmethoden nirgend in einem so triumphierenden Lichte zeigt als in alten Gemüts- und Geistes-Krankheiten, welche ursprünglich aus Körper-Leiden oder auch nur gleichzeitig mit denselben entstanden waren« (Organon § 230).

Inzwischen sind einige von H.’s psychiatrischen Krankheitsfällen veröffentlicht. Den ersten -noch aus seiner vorhomöopathischen Zeit- veröffentlichte er selbst. Es war der Geheime Kanzleisekretär und Schriftsteller Klockenbring aus Hannover, den er 1792 in Georgenthal bei Gotha wegen einer manischen Psychose erfolgreich behandelte. Er gibt zwar -aus welchen Gründen auch immer- das Mittel nicht an, nach der sehr gründlichen Analyse von Seiler war es aber mit größter Wahrscheinlichkeit Stramonium (s. Hahnemann: Kleine medizinische Schriften. Bd. II, S. 239 ff. und Hanspeter Seiler: Die Entwicklung von Hahnemanns Praxis.).

Ein Fall einer akuten Psychose bei einem pubertierenden Mädchen findet sich ebenfalls bei Seiler (S. 215 ff.;).

Weitere Fälle aus Hahnemanns Krankengeschichten können bei Handley nachgelesen werden. (S. 154 f.).

3. Nachdem Hahnemann bei Körperkrankheiten die psychische Seite mit einbezieht und die so genannten »Geisteskrankheiten« in engem Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen sieht,

bleibt noch die Frage, ob es Erkrankungen »aus seelischer Ursache« gibt, die sich entweder nur im Seelischen abspielen oder auch bis ins Körperliche hinein fortsetzen und die deshalb

konsequenterweise nur vom Seelischen her angegangen werden können. Das ist -ganz knapp gesagt- die Sicht der heutigen Neurosenlehre bzw. Psychotherapie, die es aber zu H.’s Zeiten noch

nicht gab. H. lehnt eine rein psychische Entstehung von Krankheiten nicht ganz ab, obwohl sie bei ihm stark in den Hintergrund tritt.

»Es gibt allerdings einige wenige Gemütskrankheiten, welche nicht bloß aus Körper-Krankheiten ausgeartet sind, sondern auf umgekehrtem Wege ... vom Gemüte aus Anfang und Fortgang nehmen durch anhaltenden Kummer, Kränkung, Ärgernis, Beleidigungen und große, häufige Veranlassungen zu Furcht und Schreck. Diese Art von Gemütskrankheiten verderben dann oft mit der Zeit auch den körperlichen Gesundheitszustand in hohem Grade« (Organon §225).

So wertvoll der Hinweis Hahnemanns auf die Verquickung seelischer mit körperlichen Symptomen ist, so gibt es doch zahlreiche (nicht nur »einige wenige«) psychische Störungen, bei denen

körperliche Symptome kaum aufzufinden sind oder so in den Hintergrund treten, dass man versucht ist, von »rein psychischen« Störungen bzw. Verursachungen zu sprechen. Vielleicht wäre

es besser, von Krankheiten zu sprechen, die sich ganz oder fast ganz auf der seelischen Ebene abspielen.

Man denke beispielsweise an Verhaltensstörungen, Konfliktsituationen, Charakteranomalien u.a. Solche vorwiegend vom Seelischen ausgehenden Krankheiten, bei denen körperliche Zusammenhänge nicht oder fast nicht zu erkennen sind, sind in etwa die Zustände, die wir heute »Neurosen« nennen und die die Domäne der Psychotherapie bilden. Merkwürdigerweise lässt sich H. hier -aus welchen Gründen auch immer- die Chance entgehen, auch diese Krankheiten arzneilich zu behandeln.

Eine eigentliche Psychotherapie kennt H. nicht, obwohl er von »psychischen Heilmitteln« bei »diesen durch die Seele zuerst angesponnenen und unterhaltenen Gemüts-Krankheiten« spricht,

als da sind: »Zutraulichkeit, gütliches Zureden, Vernunftgründe, oft aber auch eine wohlverdeckte Täuschung« (Organon § 226).

»Psychotherapie« wird man das kaum nennen können, allenfalls psychische Beeinflussung. Hier liegt zweifellos nicht gerade Hahnemanns Stärke, und es scheint zunächst, als sei die Psychotherapie, die sich etwa hundert Jahre nach H. seit Freud entwickelt hat, hier wesentlich weiter gekommen. H. ging jedoch einen ganz anderen Weg, der keinesfalls als unvollkommene »Vorstufe« der Psychotherapie angesehen werden sollte. Vielmehr stecken in der Homöopathie eigene psychotherapeutische Möglichkeiten, die wohl Hahnemann selbst noch nicht gesehen

und ausgeschöpft hat. Wir wollen deshalb diesen Punkt etwas ausführlicher behandeln und versuchen, diese

Lücke auszufüllen.

 

 

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