Bovista lycoperdon (Bov) = Riesenbovist/= Teufels Schnupftaback.dose/= Flaschen.-Stäubling/= Wolfsfurz./= Vesse de Loup/= Warted puff-bal

/= Teufelsasche

 

= Lach.-ähnlich ohne Neid/Bosheit + < Menses fröstelt;

Thema: ; Lösung: positiv: Das Leben empfinden; negativ: Denken bis Leere entsteht;

Kind: Stottern, < enge Kleidung;

[H.C. Allen]

Discharge from nose and all mucous membranes very tough, stringy, tenacious (Kali bi.). Unusually deep impression on finger, from using blunt instruments, scissors, knife, etc. Intolerance of tight

clothing around the waist (Calc, Lach., Sulph.). Sweat in axilla smells like onions. Antidotes effects of local applications of tar, suffocation from gas.

Negativ: A. Durchfall geht andere Beschwerden (Periode + während) voraus, B. Vergrößertes Empfinden irgendwo (+ Hautauswuchse), C. Ungeschickt, D. Schwellung + Druck lässt Dellen,

E. Periodefluss nur nachts, F. Stumpfe Werkzeuge, „Wie Schere“, macht LEICHT Delle;

 

Nimmt alles falsch auf/unbeholfen in Sprache und Betätigung (lässt Dingen fallen)/abwesend/starrt in der Ferne; stottert, ängstlich/unruhig/erregt, ernster/offenherziger Redeschwall. heftige Gefühlen

z.B. Zorn # Aufheiterung/lacht # weint, Ödem, laute Blähungen, unterdrückte Hautbeschwerden zeigen sich im Hirn, < enge Kleidung/Beschränkung, > Gesellschaft/irgendwelche Absonderung/Ventil (außer Menses = < während/nach Menses)/Zusammenkrümmen/heiße Nahrung/essen, < heißes Wetter/warm werden/Menses/kalte Nahrung/Coff/Wein/Vollmond, Wein/Coff berauschen stark, Gelenke “Wie locker“/SCHWACH, Haut (Pusteln wässrig + Kruste/Auswüchse irgendwo), Fröstelt/Schmerz macht Frösteln, Kreislauf/Blutung unter Haut;

1. Dünner Stuhl,

2. PMS (heftig),

3. Menses = >>;

Ursache: Kosmetika;

 

Komplementär: Calc. Rhus-t. (wenn Bov. versagt), Sulph.

 

Folgt gut: Verat.                                          

Gut gefolgt von: Alum. Rat. Sep. Verat.

 

Vergleich: Enthält: Al; Statt Rhus-t (wann versagt).

Comparison: Agar. + Bov. + Sec. + Ust. + Psil. + Moni. + Bol-la. + Stict.

Comparison: 19 Fungi + 2 von Fungus befallene Pflanzen

DD.: Apis. Mag-c.

Siehe: Fungi + Teste Sulphurgruppe + Anhang (Hering)

 

Unverträglich: Coff.                        Kaffee

 

Antidotiert: Carb-v. Tatent. Tarent-c.                     Äußerlich angewandte Teerbehandlung,

Carbn-o. (= Holzkohlenrauch)/Kohlmonoxydvergiftung         

Antidotiert von: Camph. Coff.               Kaffee

 

Wirkung: 7 - 14 Tage             r. o l. seitig                                        

phlegmatisch/sanguinisch/tuberkulin/psorisch/sycotisch

Allerlei: Venusgeprägt.

 

Phytologie: Wunde/Blutung/stottern

 

Repertorium:

BOVISTA LYCOPERDON (bov.)   [Hartlaub]

Geist/Gemüt: Wendet Worte sprechend o. schreibend verkehrt an. - - Langsam im Verstehen und Begreifen. - - Traurig, niedergeschlagen und verzagt, wenn er allein ist.

- Ungeschickt, lässt Gegenstände fallen.

- Geistesabwesen und Schwierig, seine Aufmerksamkeit zu fixieren.

- Empfindlich, reizBAR, nimmt alles übel. - - Mürrisches Wesen. Üble Laune, allem abgeneigt.

Schwindel: Starrt ins Leere. - - Früh Morgens Schwindel/fällt um/verliert eine Weile die Besinnung

Kopf: Schmerz tief im Kopf. „Als wäre Kopf VERgrößert

- Nachts Kopfschmerz, < Aufsitzen - - Kopf scheint ihm gequetscht.

- Im Kopf drückende Schmerz. - - Kopfschmerz, r. Morgens; l. Abends.

Besonders warm werdend JucKEN der Kopfhaut; kratzt sich an Stirn, bis sie wund ist + nicht > - - Bei Berührung ist Kopfhaut empfindlich. - - Haar fällt aus

Augen: Entzündete Lider mit nächtlichem Zukleben. - - trüb, ohne Glanz.

- Hinstarren auf einen Punkt. - - Blind auf r. Auge durch Lähmung der Sehnerven.

- Gegenstände erscheinen zu nah.

Ohren: Hört undeutlich, so dass er vieles, was gesprochen wird, falsch versteht.

- Jucken in den Ohren wird > durch Hineinbohren mit dem Finger.

- Ausfluss stinkenden Eiters. - - Im r. Ohr Geschwür mit Schmerz schluckend.

- Dicke Schorfe sondern Flüssigkeit ab.

Nase: Während des Morgenschlafes Nasenbluten mit Schwindel.

- Grindige Nasenlöcher. - - verstopft, kann nicht einatmen.

- Wässriger Schnupfen keinen, benommen; beim Schnauben kommen Tropfen Blut.

Gesicht: roh # blass. - - Vor Asthma krampfhafte Bewegung der Gesichtsmuskeln.

- Heiße Backen, „Als ob sie platzen sollten“. - - Nach Zahnschmerz blasse Backengeschwulst.

Lippen aufgesprungen, an einigen Stellen mit Bläschen bedeckt. - - Wunde Mundwinkel.

- Blasse Geschwulst der Oberlippe. - - In Lippen Stechen „Wie von Nadel o. Splitter“.

Zähne: Skorbutisches Zahnfleisch, das leicht blutet. - - Reißen im Unterkiefer vor den Ohren; in den Drüsen unter dem Kiefer Geschwulst und Klopfen.

- In kariösen Zähnen heftiger, ziehender Schmerz, geringer in der Luft und Wärme; < Abends.

Mund: Zunge etc: Geschmack: faulig, bitter .- - Stammelnde, stotternde Sprache.

- Vor Asthma ein schneidender Schmerz in Zunge „Wie vom Messer“.

Taub. - - Fauliger Mundgeruch - - Vermehrter Speichelfluss -- Morgens erwachend Zunge steif „Wie Holz“.

Schlund: Brennen -- TrocKEN im Hals;

- < Hals mit Kratzen und Brennen im Ösophagus. - - Stechen im Hals.

Magen: Verlangen, Widerwillen: Kein Appetit auf gekochtes Essen, verlangt nur Brot.

- Zum Frühstück keinen Appetit, Neigung zu andern Mahlzeiten.

- Hunger, selbst nach den Mahlzeiten. - - Verlangt kalten Getränken.

Essen und Trinken: Wenig Wein berauscht schon.

Übelkeit und Erbrechen: Schluckauf vor und nach dem Mittagessen.

- Häufiges leeres Aufstoßen. - - Ganzen Vormittag Übel mit Schauern.

- Morgendliches Übelbefinden, erbricht nur Wasser; immer >.Frühstücken

Druck und Vollheit in Herzgrube; Spannung in Schläfen; innerliche Angst.

- „Als ob ein Eisklumpen darin“, mit Schmerz.

Hypochondrien: Stiche in Gegend der letzten Rippe einer Brustseite.

Bauch: Um Nabel schneidender Schmerz. - - Greifen, < in Ruhe. - - Stechen im Bauch.

- Schneidende Kolik mit Kälte, Zähneklappern, Gliederzittern; < nach Stuhlgang.

- Kolik mit hellrotem Urin; > essend. - - Bauch geschwollen; teilweise aufgetrieben.

Stuhl etc. Zur Durchfall geneigt, häufige Anfälle, auf jede Ausleerung folgt Tenesmus; Durchfall vor und während Menses. - - Fruchtloser Stuhldrang. - - Durchfall mit schneidenden Schmerz, - Stühle 1. hart und schwierig; 2. dünn, selbst wässerig mit BauchSCHMERZ.

- Nach Stuhl Tenesmus und Brennen am Anus; das letztere dauert lange nach wässerigen

Stuhlausleerung. - - Stinkende Blähungen. - - Im Rektum Jucken „Wie von Würmern“.

- Stechen von Perineum erstr. Rektum/Genitalien.

Harnorgane: Häufiges Verlangen zu urinieren, selbst unmittelbar nach Harnabgang.

- Urin: hellrot; mit violettem Bodensatz. - - In Urethra Stechen, Jucken, Brennen; Orificium

entzündet, wie zugeklebt; harte Knoten in der Urethra.

Männliche Geschlechtsorgane: Beschwerden von geschlechtlichen Ausschweifungen.

- Samenergüsse. - - Nach Koitus Taumeln und wirr im Kopf.

Weibliche Geschlechtsorgane: In Zwischenzeiträumen gelegentliche Spuren von Blut

- Leukorrhoe: eiweißartig, einige Tage vor und nach Menses; gehend; gelb-grün/scharf/ fressend/grüne Flecke in Wäsche/dick/schleimig/zäh.

- Wollüstiges Gefühl in Genitalien. .- - Brennen in Genitalien.

- Menses: alle 14 Tage viel dunkles und klumpiges Blut; zu spät; nur Nachts o. morgens.

- Nach Mitternacht schmerzhaftes Hinabdrängen in Vulva und Schwere im Kreuz.

Larynx: Heiser morgens .- - Morgens Rau im Halse, mit katarrhalischem Sprechen.

- Im Larynx kratzendes Gefühl, mit klebrigem Schleim.

- - Druck auf Brust, möchte Kleider lockern. - - Lacht und weint krampfhaft beim Asthma mit dunkelrotem Gesicht.

Husten: Abends locker; Morgens trocken. - - Trockner Husten von Kitzel im Halse.

- Morgens, nachdem man aus kalten Luft in warme Zimmer kommt, durch Kitzel auf Brust

Atmung. Kurzatmig nach jeder Anstrengung mit Händen.

Brust: Stiche an verschiedenen Stellen der Brust.

Herz, Puls: Herzklopfen mit Zittern der Hände. - - Beschleunigter Puls. - - Sichtbares Herzklopfen nach Treppensteigen; „Als arbeite Herz im Wasser“; nach Überanstrengung.

Hals, Rücken: Stechen im Hals. - - Morgens steifen Hals.

- Nach Bücken Rückenschmerz mit Steifheit desselben. - - Durchschießendes Stechen/ Schmerz zwischen Schultern Schulterblattsränder entlang; > sich gerade streckend

- Unerträgliches Jucken an Spitze des Os coccygis; kratzt, bis Teile rot und wund werden.

Glieder: Stechende, bohrende und reißende Schmerz.

- Schwere und Kraftlosigkeit in Armen und Händen, lässt selbst leichte Gegenstände fallen.

- Gelenke an Armen und Händen sind wie kraftlos und verrenkt.

- Jucken an Armen. - - Feuchte Flechte auf dem Handrücken. - - Panaritien.

Wundheitsgefühl in Hüftgelenken. - - Glieder schlafen ein, -.- In Knien stechendes Schmerz. - - „Als ob Wadenmuskeln zu kurz“, Morgens Krämpfe

- Ödematöse Geschwulst des (r.) Fußes, selbst Jahre lang nach einer Verrenkung desselben.

- StecHEN im äußern Malleolus r. Fußes, während l. schmerzt.

SCHWÄCHE in Gelenken

- „Wie zerschlagen“/lahm/schmerzhaft/reißend/spannend; stechend.

Nerven: Lässt Gegenstände „Wie aus Schwäche“ fallen.

- Rheumatische Lähmigkeit.- - Allg. Mattigkeit und Entkräftung, besonders in Gelenken.

Schlaf: Vor dem Asthma krampfhaftes Gähnen, mit Schweiß des Morgens im Bett.

- SchläfRIG Nachmittags und Frühabend. - - Nachtruhe gestört durch Brennen und Jucken bei

Nesselsucht. - - Unruhiger Schlaf mit viel ängstlichem, schreckhaftem Träumen. - - Erwachend schmerzt der Kopf wie von zu vielem Schlafen; blasses Gesicht beim Aufstehen.

Frost, Fieber, Schweiß: Überwiegend Frost, selbst nahe an einem warmen Ofen, Morgens und Abends und selbst Nachts, im Allgemeinen mit Durst. - - Frost mit Schmerz.

- Täglich 19 h. Hitze. - - abends Frostschauer ausbreitend vom Rücken, ziehende Schmerz in Gedärm - - Meist Nachmittags Frostschauer # fliegende Hitze, mit brennendem Durst, mehr während des Schauers. - - Schweiß jeden Morgen 5 - 6 h. - - Sehr profus auf Brust. - - Schweiß in Achselhöhlen riecht nach Zwiebeln.

Gewebe: Wallungen mit viel Durst.

Berührung, Verletzungen etc Ungewöhnlich tiefer Eindruck am Finger vom Gebrauch stumpfer Instrumente. - - Empfindlich bei Berührung; Druck mit Hand ist schmerzhaft. Kann Kleider nicht ertragen.

Haut: Urticaria bedecken fast den ganzen Körper (einige beinahe 2 Zoll Durchmesser)

- Ausschlag, Pickel mit brennendem Jucken.

- Warzen und Hühneraugen mit durchschießenden Schmerzen.

- Beim Warmwerden Jucken, was nach Kratzen fortdauert. - - Bei heißem Wetter und Vollmond erscheint an Oberschenkeln und Kniebeugen ein roter, krätziger Ausschlag.

- Feuchter o. trockner Herpes; die Bläschen bilden dicke Krusten.

- Flechte auf Handrücken; aus hellroten Pickeln entstehen rote, dunkelrote, feuchte Stellen.

Lebensalter und Konstitution: Alte Jungfern; Herzklopfen - - Kinder: Stottern.

 

BOVISTA LYCOPERDON (bov.)

MIND: - -  Hysterical element + menstrual problems. - - Alternating moods.

  -  Loquacity and unreserved conversation. Openhearted, tell the plain truth. Naive.

  -  Quarrelsome. Takes everything in a bad part. - -  Restless.

  -  AWKWARD in speech & action: stutters, drops things.

  -  Staring, look fixed on one point. Absent minded. Dull - -  Fear of contagious disease.

  -  Closed, can't connect, go in and out of eye contact, sensitive, < criticism.

GENERALITIES: - -  < Before and during menses. - -  < Tight clothing.

  -  Perspiration smells like onions. - -  Sensation of enlargement or swelling (head, heart).

FOOD AND DRINKS: - -  Desires: bread.

FACE: - -  Acne < summer, from use of cosmetics, bathing.

STOMACH/ABDOMEN: - -  < Tight clothing.

AFTER: - -  DIARRHEA before or during Menses.

FEMALE GENITALIA: - -  Menses ONLY at night (Mag-c). - -  Dysmenorrhea Metrorrhagia between menses, < exertion. - -  Leucorrhea, < before or during menses.

EXTREMITIES: - -  AWKwardness hands, drops things. Clumsy before menses.

SKIN: - -  General puffiness; bloated body surface, causing EASY indentations with blunt instrument (scissors etc.).

  -  Herpetic eruptions. Eczema.Urticaria < excitement, bathing.

 

Bov.

Gemüt: Zorn (Arbeit abgeneigt/# Hochgefühl/abends/nachmittags/morgens)

Zerstreut

Weinen - krampfhaft, spasmodisch bei Asthma

Wahrheit; sagt (vorbehaltlos, rücksichtslos) die reine

Wahnidee (kriechenden Würmern/Wasser/vergrößert (Kopf/Gegenstände/Entfer-nungen/sieht Ungeziefer herumkriechen/sonderbar, merkwürdig - Vertrautes scheint fremd/

Teile des Körpers (Herz) scheinen zu groß/Gespenster, Geister, Gestalten/sei geschwollen)

Verwirrung, geistige (weiß nicht, wo er ist - nachts/nach Wein/im Stehen/mit Schwindel/nach Koitus/> nach Frühstück/erwachend/beim Bücken/nach Aufstehen/durch alkoholische Getränke/abends/morgens (erwachend)

Verwegen

Vergesslich

Unzufrieden (nach Essen)

Ungeschicklichkeit (äßt Dinge fallen)/Unbesonnen

Traurig (> Gesellschaft/bei arbeitsscheuen Personen/wenn allein/abends/tagsüber)

Suizidneigung; Neigung zum Selbstmord

Stumpf (< Stehen/mit Kopfschmerz/erwachend/abends)

Streitsüchtig

Stimmung, Laune - wechselnd, wechselhaft/veränderlich

Sprache - undeutlich/durch Rucke/langsam

Spaßen abgeneigt

Sinne - Vergehen, Schwinden/abgestumpft, stumpf

Selbstbetrachtung

Schweigsam/Schmollen

Schreien bei Schmerz/Schlagen

Ruhelos (während Schweiß/während Frost/ängstlich/nachts/abends/tagsüber)

Reizbar, gereizt (mit .Traurigkeit/nimmt alles übel, sieht alles von der schlechten Seite/Bei Kopfschmerz/nach Koitus/erwachend/# Fröhlichkeit, Frohsinn/abends/nachmittags (14 h)/.morgens (erwachend/nach Aufstehen)

Redselig, geschwätzig (offenherzig)

Naiv/Mutig

Mürrisch (nach Essen/# Fröhlichkeit, Frohsinn/abends/nachmittags/morgens)

Milde

Lebensüberdruss

Launenhaft, launisch (abends/morgens)

Lasziv, lüstern

Lästig, geht auf die Nerven (abends)

Lachen - # Weinen

Kummer

Konzentration - schwierig (unmöglich sich zu konzentrieren)

Kämpfen, möchte

Indiskretion, Taktlos

Imbezillität

Ideen, Einfälle - Mangel an

Hoffnung, voller - # Verzweiflung

Hochgefühl (morgens)

Hast, Eile

Gleichgültig, Apathie (mürrisch/gegen Leben/.Gesellschaft (in/>)/gegen Gesellschaft (>)/gegen Äußerlichkeiten, Äußerliches/allem; gegenüber)

Gesellschaftliche Ereignisse >

Gesellschaft - verlangt (> in Gesellschaft/< allein)/abgeneigt (> wenn allein)

Geisteskrankheit, Wahnsinn

Geistesabwesend/in Gedanken versunken

Geheimnistuerisch, verschlossen

Gedächtnisschwäche (getan hat; für das, was er eben)/Gedächtnis - gut, aktiv

Froh (in Gesellschaft/morgens (erwachend)

Fluchen

Fehler; macht (in Bezug auf die Zeit/sprechend (stellt Worte an die falsche Stelle/benutzt falsche Worte)schreibend (lässt Silben /falsch Worte)/in Bezug auf Raum (und Zeit)/in Bezug auf Orte/durch Traurigkeit/nach Essen)

Faul

Erschöpfung; geistige

Ernst

Empfindlich

Delirium - während Schmerz/Blick auf einen Punkt fixiert

Chaotisch

Bewusstlos (vorübergehend/“Wie im Traum“, weiß nicht, wo er ist - nachts/im

Stehen/bei Schwindel/starren, stieren/morgens)

Betäubung (während Schwindel/abends/morgens nach Aufstehen)

Beschwerden durch Sexexzesse

Beleidigt, leicht

Auf-/zusammenfahren aus einem Traum/durch o. im Schlaf

Asthma durch Lachen

Angst [mit Untätigkeit/treibt von einer Stelle zur anderen/vor Stuhlgang/mit Kopfschmerz/um eigene Gesundheit/mit Furcht/während Frost/während Fieber/erwachend/nach Ärger, Verdruss/nachts/abends/nachmittags/tagsüber]/Qualvolle Angst/Furcht [treibt ihn von einem Ort zum anderen/von Nadeln/vor drohender Krankheit (ansteckenden, epidemischen Krankheiten)/vor Infektion/Geisteskrankheit/erwachend aus einem Traum/Ansteckender Krankheit/Ansteckung/allein zu sein]

Alkoholismus

Abscheu vor dem Leben/Allem abgeneigt

 

[Olaf Posdzechs C4-Pool]

Lycoperdon perlatum gehört zur Klasse der Boviste. Der zunächst weiße Fruchtkörper gleicht einer umgedrehten Birne mit dickem Hals und wird 4 bis 9 cm hoch. Während der junge Pilz noch eine breiig-nasse Konsistenz hat, gleicht der reife Pilz einer Mumie. Die Hülle ist dann papierartig graubraun, und sämtliche Feuchtigkeit ist aus dem Gewebe verschwunden. Der Fruchtkörper ist in diesem Zustand staubtrocken und fasst gewichtslos. Beim Aufschneiden sieht man ein schwammartiges trockenes Stützgewebe, welches mit Porenstaub gefüllt ist.

Tritt man auf den Pilz oder treffen ihn Regentropfen, so pufft aus einer Scheitelöffnung eine olivbraune Sporenwolke hervor. Die volkstümlichen Bezeichnungen beziehen sich wahrscheinlich auf dieses Verhalten. Im Volksmund heißt dieser Pilz „Des Teufels Schnupftabackdose“, „Flaschen-Stäubling“ oder „Wolfsfurz“.

Die Verreibung

Teilnehmerin A: Gefühl, die Verreibung solle um 8 h. beginnen, obwohl sie selbst gern später aufsteht. So wurde der Termin auf 8 h. festgesetzt.

Als Teilnehmer B einige Minuten zu spät kam, fragte er, ob dies schlimm sei, weil sich dadurch die Anfangszeit der Verreibestufen leicht verschöbe.

C1

A: (mit geschwollenem Hals) Ich kann gar nicht so viel sagen. Diese Diskussion, die wir um die Uhrzeit hatten, die hat mich total in diese Stimmung herein gebracht - und das hat sich dann auch von dieser Auseinandersetzung gelöst. Ich habe so einen Hals! (zeigt ihren angeschwollenen Hals und lacht sarkastisch) Das ist genau das, was der Pilz da hat (eine Schwellung, von der birnenartige Form her)!

Ich könnte das gar nicht in Worte fassen, … es ist eine Mischung aus Frustriertheit und vielleicht auch ein bisschen Ärger. Ich habe gedacht, das ist ja schlimmer als Bryonia oder sowas - eine solche Unzufriedenheit!

Ich habe zwischendurch mal ein bisschen Kopfschmerzen gehabt so auf der linken Seite.

Aber ansonsten ist es nur so ein unbestimmtes Gefühl von …

Ich habe mich dann auch ein bisschen schuldig gefühlt, dass ich mich jetzt nicht hundertprozentig an die normalen zeitlichen Vorschriften halte. Und ich habe gedacht, ich bin irgendwie … ich bin gleich total in die Silber-Röhre reingekommen, in diese unendliche Unglücklichkeit - die wird sich auch nicht auflösen lassen durch eine Diskussion. Das würde es höchstens schlimmer machen.

 

B: Unzufrieden eher mit dir oder mit mir oder mit der Situation?

A: (nachdenklich) Ja, mit der ganzen Situation eigentlich! Ich meine, du warst jetzt der Auslöser, aber … Dieses Gefühl (ich meine, ich kenn das auch, dass ich das ab und zu mal habe), aber das ist so massiv! Ich habe gedacht, ich würde am liebsten gleich wieder aufhören. Das ist wirklich eine Zumutung! Das ist alles so … (ringt nach Worten) …

Ich frage mich wirklich, warum ich mir das antue? Und das habe ich selten, dass es so stark ist. (Fassungslos). Und das reißt mich völlig raus aus meinem Trott. Es passt auch dazu, so früh aufzustehen.

Und wie gesagt, die Energie ist irgendwie total im Hals, so Hals-aufwärts! (zeigt auf ihren Hals)

 

B: Warum lächelst du dabei?

A: (mit verlegenem Lachen) Ich weiß auch nicht. Das ist eine gute Frage! Kann sein, dass es mir irgendwie auch Freude macht, das zum Ausdruck zu bringen, weil sich sonst so selten Gelegenheit dazu habe? (denkt nach, erstaunt) Also, da ist eine ganz starke Energie drin!

B: (ernst) Du hast zwischendrin mal irgendwann gelacht und da dachte ich, „Nee, also jetzt muss ich gehen!“ Denn meine Stimmung ist ja ganz anders, als zu lachen! Das halt ich jetzt gar nicht aus!

Denn wenn du jetzt lustig bist, fühle ich mich minderwertig, weil ich gerade überhaupt nicht lustig bin.

A: Nee, das war nicht lustig. Sondern ich habe darüber gelacht über den dicken Hals und ich habe mir das (den Pilz) dann kurz angeguckt und gedacht: Ist ja wirklich verrückt - genau so fühlt sich mein Hals an! Deshalb war das Lachen. Komisch ist mir überhaupt nicht.

 

B: Also mit der Verreibung bin ich gar nicht sicher, ob ich schon etwas spüre. Aber drum herum fühle ich mich seit gestern früh, seit dem Aufwachen - todtraurig. Ich weiß überhaupt nicht warum.

Weiß keinen Auslöser! Und es ist so: Normalerweise, wenn ich traurig bin, ist da in der Regel sehr viel Trotz mit darin, und Vorwurf auch an andere … Das ist jetzt überhaupt nicht!

Ich fühle mich weich und traurig, fast wie ein kindliches Weinen möchte es aus mir raus, ohne Trotz ohne Anklage. Vielleicht will sich etwas Tiefes in mir lösen?

Ich weiß aber überhaupt nicht, was … Im Bewusstsein ist einfach nichts Konkretes da, kein Auslöser.

In der Nacht vor der Verreibung hatte ich Träume, in denen ich mich sehr unwohl fühlte. Ich fühlte mich irgendwie Kräften ausgeliefert, die in das eigene Leben hinein schlagen, ohne dass man weiß, was man selbst damit zu tun hat. Zuletzt: Ich musste für ein Amt polizeiliche Urkunden über meine Wohnorte vorlegen. Die habe ich an den Wohnort meiner Eltern geschickt, weil ich wusste, dass ich mich dort aufhalten werde. Und ich schaue dann jeden morgen bei meinen Eltern in den Briefkasten, ob das schon angekommen ist. Den ersten Morgen als ich runter komme hat jemand von den Briefkästen die Oberteile abgerissen, der wahrscheinlich einfach klauen wollte. Manchmal schicken ja Leute Geld oder so etwas, oder Päckchen stecken darin. Am zweiten Morgen waren die Briefkästen komplett abgerissen und geplündert. Da war bloß noch das Grundholz vorhanden, wo die mal dran hingen. Dieser Brief mit der Urkunde war dann zwar da - der hing da noch so, den hat jemand da an dieses Brett ran genagelt. Aber es waren ganze Stücken rausgerissen, weil Räuber den Brief nach etwas Wertvollem durchsucht haben. Die Urkunde war einfach nicht mehr zu gebrauchen, höchstwahrscheinlich.

Ich stand da mit so einem Ohnmachtsgefühl „Jetzt musst du auf diese ganzen Ämter, höchstwahrscheinlich sogar in verschiedenen Städten, noch mal hinrennen und da Stunden zubringen, um irgendwie wieder diese ganzen Urkunden und Unterschriften zusammen zu kriegen!“

So ein Gefühl: Da bricht irgendwas ein in dein Leben - du kannst gar nichts dafür! Das passt jetzt auch so ein bisschen wahrscheinlich zu der Steinkohle, die du mal verrieben hast.

Jedenfalls hat das eigentlich auf der bewussten Ebene gar nichts mit mir zu tun. Du musst das jedenfalls ausbaden, und du bist der Angeschissene und … Tja … Du denkst, du hast etwas erledigt, und du fängst wieder von vorn an.

Mein Gefühl zur Zeit, auch heute früh, ist ein etwas trauriges Gefühl. Ich habe das Gefühl, nichts zu leisten, oder nicht genug zu leisten. Es fällt mir im Moment ziemlich schwer, mich selbst wert zu schätzen. Jedenfalls die letzten beiden Tage.

(nachdenklich) Ich habe - allerdings so eine ganze Weile - seit ungefähr einem halben Jahr immer wieder Nierenschmerzen, was mir Angst macht, weil ich weiß, was es energetisch bedeutet. Da weiß ich auch nicht so recht, wo es her kommt, und was ich tun kann, um da gesundheitlich die Kurve zu kriegen.

In der Verreibung hatte ich jetzt nur zwischendurch Gedanken an einen unglaublich lieben alten Mann, den ich einmal vor 15 Jahren kennen gelernt habe. Ein Stimmbildner aus Weimar, der eine solche Liebe ausgestrahlt hat in seiner Arbeit mit den Menschen! Er ist schon eine ganze Weile tot.

Meine Stimmung jetzt nach der C1 ist bedeckt, zurück gezogen und latent traurig. Allerdings bin ich nicht mehr so stark traurig, wie vorhin, als ich hier her gekommen bin.

(langes Schweigen beider)

A: (ernst) Also ich bin - das fällt mir das dazu ein - gestern morgen auch mit so einem Einbruch sozusagen aufgewacht. Ich habe das jetzt nicht darauf zurückgeführt. Aber es kann schon sein, dass das mit dem Mittel zu tun hat. Ich war eigentlich so ganz gut mit meinem Selbstwertgefühl gerade. Und, hm, dann hat es mich wieder voll runter gezogen!

 

B: Auch ohne dass du weißt, warum? Oder gab es einen Auslöser?

A: Nee, es gab keinen Auslöser. Theoretisch ist es die Dauer-Situation, meine Dauersituation. Aber eigentlich habe ich neulich auch festgestellt, die ist eigentlich immer da, die Grundsituation. Und es ist eigentlich ganz unabhängig davon, ob ich ne gute Laune habe oder eine schlechte.

(Ganz leise) Also diese Trauer oder das. (sehr nachdenklich) Also das mit dem Selbstwert, das kann ich so nachvollziehen, dass das da drin steckt in dem Mittel …

(Pause)

Ich habe ja auch gedacht, das ist der Bovist der kleinen Leute, dieser Bovist. Witold hat, glaube ich, einen Riesenbovist verrieben.

Beide Teilnehmer kosteten ein wenig von der C1-verriebenen Substanz.

C2

Teilnehmer B:

drückende Schmerzen im rechten Halsmuskel an verschiedenen Stellen mit dem Bedürfnis, darauf herum zu drücken, um es nicht so zu spüren (Druck bessert). Im Muskel war keine Verspannung tastbar.

Ich habe so etwas wie ein rechts-links Störung: Gefühl, mein rechtes Auge sei ganz klein geworden (und mumifiziert) und mein linkes Auge sei groß und feucht = lebendig, viel mehr als vorher. Als bekäme es eine stärkere Präsenz.

Ich fühle mich dann links betont (das ist bis zum Schluss so geblieben, also schon 50 Minuten lang!).

Die Herzseite des Körpers ist jetzt viel wuchtiger und viel mehr im Fleisch, die rechte zurückgezogen und gewichtslos wie aus trockener Watte oder wie ohne Substanz. Es fühlt sich für mich gut an.

Das Mittel kommt mir vor wie eine Seelennahrung für die linke Seite des Körpers! Meine linke Seite fühlt sich an, wie mit lebendigem Wasser vollgesogen. Wie saftiges Moos an einem frischen Waldbach.

„Nur wenn man genährt ist, kann man lieben. Nur wenn mein eigenes Herz von guten Körpersäften umspült ist, kann ich nach außen Liebe abgeben.“ Ich habe das Gefühl, dieser Pilz lädt die linke Seite meines Leibes wieder auf oder hilft mir, mich selbst zu nähren, das wahrzunehmen.

Ich habe in den letzten Monaten mehr Liebe ausgestrahlt, als ich selbst in mir aufbauen konnte. So ist meine Batterie immer leerer geworden. Ich habe mich in den letzten Monaten aufgebraucht und ausgetrocknet, und habe trotzdem überlebt. Ich komme mir fast vor, wie dieser kleine braune Pilz. Er hat nur noch als Hülle überlebt, als schwammartiges trockenes Etwas, aus dem alles Wasser fort ist.

Vielleicht hilft mir das Mittel aus diesem Pilz, es nicht so weit kommen zu lassen? Besser darauf zu achten, wie ich mit mir selbst umgehe?

Mich wundert, dass ich wenig Emotionen hatte. Es hat sich für mich alles sehr körperlich angefühlt, wie eine C1. Mein Verstand fragt sich, ob ich wohl ein Gefühl unterdrücke? Ich bin verblüfft, dass sich die Trauer scheinbar so schnell auflöst. Das kann ja eigentlich in der C2 nicht sein.

Ich muss an eine Freundin denken, die vor Jahren einmal einen Pilz verrieben hat. Ihre Mutter lag damals mit Krebs im Krankenhaus. Diese Freundin machte zu der Zeit eine Ausbildung in Homöopathie, arbeitete abends und fuhr dann noch mehrmals in der Woche mit dem Zug zu ihrer kranken Mutter. Sie verrieb einen Pilz, den sie an einem Baum sah, und dessen Anlick ihr durch und durch ging, weil er sie an ein Krebsgeschwür erinnerte. Von der Verreibung erhoffte sie sich Hilfe für ihre Mutter. Doch der Pilz warf sie ganz auf sich selbst zurück. Er sagte ihr „Du bist nur ihre Tochter! Versuche nicht, dich über deine Mutter zu heben und sie zu retten! Gib ihr ihre Tochter zurück. Du hast die Aufgabe, auch zu dir selbst gut zu sein!“

A: Du fühlst dich jetzt ziemlich gut, oder wie?

 

B: Nicht unbedingt gut. Aber ich habe das Gefühl, mein Bewusstsein ist jetzt in der linken Seite des Körpers drin, die ich eindeutig ausgezehrt habe über die letzten Monate. Und ich bin jetzt in Kontakt damit und spüre, was jetzt gut ist oder wo ich mich abblocken muss. Bin besser verbunden mit dieser Wahrnehmung, damit es wieder gesunder werden kann in mir.

Als wäre meine innere Aufmerksamkeit ganz auf diese linke Seite im Körper gerichtet. Und die rechte ist erst einmal unwichtig, die merke ich gar nicht. Die ist wie gewichtslos. Aber das empfinde ich nicht als krank, sondern einfach „Die ist jetzt nicht so Thema. Ich muss mich jetzt einfach der linken Seite zuwenden!“

(Deshalb habe ich jetzt die meiste Zeit auch mit links verrieben, obwohl es für mich anstrengender ist. Aber es war so ein Gefühl, das ist jetzt stimmig.)

Teilnehmerin A: (sehr ernst) Mein erstes Bild war: Ich sitze zusammengekauert in einer Ecke. Es ist wirklich hoffnungslos, da kommt niemand ran!

Ich habe das Gefühl, dass dieser dicke Hals sich ein Stück weit auflöst zu dem Gefühl, heulen zu wollen. Ich habe eine ganz starke Anspannung im Kiefer.

Dann habe ich auch mein Herz gespürt, ein paar Mal in der ersten Runde, dass es so ganz stark gepocht hat. (Da habe ich gedacht, vielleicht ist das Zeug ja doch ein bisschen giftig?) (lacht erschrocken, weil sie es gegessen hat)

Das Schweigen fällt mir unglaublich schwer in der Verreibung! Ich habe laufend das Gefühl, irgendwie sofort etwas rauszu… dem Ausdruck zu verleihen, was da ist!

Es ist bleischwer und traurig.

 

B: (erstaunt) Du willst sprechen?

A: (stockend, unsicher) Ja? Während der Verreibung!

 

B: Das ist eigentlich überhaupt nicht deine Art!?

A: (zustimmend) Nee. Staubtrocken. Ruhelos. Ich will nicht mehr!

Ich kann aber auch das, was passiert, wirklich kaum in Worte fassen! (Ich frage mich immer, ob das so ähnlich ist, wie bei dir? Oder weswegen …) Dann sah ich zur Seite und sah diese Karte von Stonehenge und dachte. „Da möchte ich jetzt sein! Da ist irgendwie Freiheit und Weite.“

Dann in der vierten Runde habe ich tatsächlich auch an das Mumifizierte gedacht.(Da sind tatsächlich auch so ein paar Mal Übereinstimmungen mit dem, was du jetzt gesagt hast.) Mir ist eingefallen, als ich diesen Pilz mitgebracht habe von Amrum, hatte ich das Buch „Einweihung“ mitgenommen. Da geht es ja darum! Elisabeth Haich beschreibt da ein früheres Leben als ägyptische Pharaonin, wo sie hinterher mit ihrer Seele zusammen im Sarg … also die Seele kommt nicht mehr raus aus irgendeinem Grunde und ist da gefangen. Das Buch beschreibt, wie sie da 3000 Jahre gefangen ist in diesem Sarg!

Dieses Nicht-da-sein hatte ich in der Form, dass ich gestern abend mit einer Freundin telefoniert habe, die hat im Moment irgendwie ein Problem. Und ich habe schon das zweite Mal am Telefon das Gefühl gehabt, die ist überhaupt nicht da, die war völlig weg! Das hat mich so aufgeregt - ich habe die total zusammen geschissen! Sie hat über ihre Gefühle gefaselt, und ich hatte das Gefühl, es ist nur Gerede! Dann habe ich sie irgendwie so fertig gemacht, bis sie wieder da war. (lacht verlegen) Natürlich nicht aus Bösartigkeit, sondern einfach schon als Reaktion darauf.

Ich merke schon, dass es immer noch schwer ist. Es fällt mir unglaublich schwer, das durchzuhalten! Ich habe immer den Impuls, ich will weg! Die Zeit ist mir so lang!

In der vierten Runde dachte ich, Oh Gott, war das jetzt erst die zweite Runde? Ich habe dann auch die Zeit vergessen … Ich … kanns wirklich kaum aushalten!

Das ist irgendeine Energie im Kopf, die extrem unruhig ist … (nachdenklich) … es ist wirklich schwer zu beschreiben. Es ist irgendetwas, was ich nicht aushalten will!

 

 

B: Das im Kopf - scheint mir - könnte eher eine Reaktion sein auf ein Problem. Also diese Unruhe ist ja so ein Weglaufen wollen?

A: (zustimmend) Ja. … Im Grunde genommen ist die Unruhe auch im ganzen Körper.

 

B: Um welche Gefühlsqualität es jetzt genau geht, kannst du nicht so richtig herausfinden?

A: Es ist immer noch eine totale Unzufriedenheit!

 

B: Du weist nicht, mit was?

A: Nee. (nachdenklich, ratlos) Ich würde sagen, mit meinem ganzen Leben!

… So … irgendwie, mich nicht ausdrücken …

Also es ist wirklich eine total gestaute Energie! Dass irgendwas nicht zum Ausdruck kommt. Oder irgendwas nicht frei gesetzt wird!

 

B: Kommt das als Symptom von dem Pilz, oder ist es etwas wo du das Gefühl hast, das hat tatsächlich mit dir zu tun?

A: Es ist beides. Es hat was mit mir zu tun! Aber das ist ein Symptom, das der Pilz jetzt anspricht.

Das scheint ein bisschen anders zu sein, als bei anderen (Stoffen). Denn sonst bei Verreibungen kommt mir das so vor, als ob ich einen Teil, der in mir drin ist, wieder entdecke. Und jetzt ist es dieser Teil, der mich … wo in mir drin vielleicht auch meine Lebendigkeit gestaut ist … die irgendwie raus will, aber nicht kann? Oder … ?

(denkt nach)

Deswegen passt das Bild mit der Mumie, die im Sarg liegt und nicht raus kommt oder der Seele, die nicht raus kommt, ziemlich gut!

Es ist auch eine Verzweiflung da, eingeschlossen zu sein und … hm, keine Möglichkeit zu haben!

(Pause)

 

B: Wenn du in deinen Körper spürst, hast du dort auch ähnliches wie ich, dass links-rechts unterschiedlich präsent ist?

A: Ja, es fühlt sich unterschiedlich an. Das fiel mir beim Verreiben nicht auf. … Doch ich könnte jetzt nicht sagen, dass die linke Seite mehr durchflutet wäre. Aber die rechte Seite fühlt sich irgendwie so … fast dichter an. (erstaunt) Eigentlich fühlt sich eher die rechte Seite wie geschwollen an. Aber nicht gesund geschwollen, sondern wie zu gepackt. …

 

B: Es kann ja sein, dass dieser Pilz jeden von uns auf eine Inbalance hinweist in uns.

Bei dir geht es mehr um den Stau. Das hast du ja auch gerade ausgedrückt?

A: (zustimmend) Ja.

 

B: Das dich nicht ausdrücken können, was eigentlich an Lebendigkeit in dir steckt. Dass es keinen Ausdruck findet, oder nicht weiß, wie es raus kann?

A: Ja.

 

B: Und bei mir geht es eher um über meine Grenzen gegangen sein in der letzten Zeit. …

Also wo wir beide das Tao verletzen, nicht im Tao sind, einseitig sind.

A: Ja.

(Nachdenkliche Pause)

 

B: Das ist ja auch ein völlig obskure Geschichte mit diesem Pilz, dass der so als Mumie stehen bleibt!

 

C3

Teilnehmerin A

Langsam stellt sich ein etwas zufriedeneres Gefühl ein. Ich habe das Gefühl, ich kriege da jetzt etwas (im Kopf) zusammen.

Ich drifte immer mehr in dieses Mumien-Dings und Pyramiden und so ab. Irgendwie habe ich den Eindruck, ich verstehe, warum dieser Pilz so trocken steht (der hat ja auf Kiefernnadeln gestanden, nicht im Waldboden)!

Mein Zusammenhang ist: Ich habe auf Amrum die Kellerassel verrieben, und da geht es darum, man befindet sich auf einer Grenzreise und bestimmt sein Schicksal selbst. Das ist ja direkt die Grenze zur

8. Dimension.

Am Anfang kamen noch so Gedanken (von denen ich jetzt nicht weiß, was genau sie damit zu tun haben).

Ich merke, … Ich habe, was du vorhin über dich sagtest, als so ganz persönlich empfunden. Und ich habe den Eindruck, oder es wird mir immer klarer - wenn ich in Verreibungen was über mich erzähle, ist es eigentlich wie unpersönlich! Ich bin es zwar, aber irgendwie … bin ich es auch nicht!

In der dritten Runde habe ich mich über deine Formulierung aufgeregt. Du hättest mehr Liebe gegeben, als du bekommen hättest! Da habe ich gedacht, „Was hat denn das mit Liebe zu tun?! Also … das kriegt sowas Materielles irgendwie, so von viel oder wenig.“

Teilnehmer B: Ja, „Liebe“ war vielleicht auch nicht der richtige Ausdruck. Vielleicht eher „Zuwendung“ oder „Aufmerksamkeit“.

A: Irgendwie habe ich gedacht, „Komisch!“ In dem Zusammenhang da kam bei mir der Gedanke, dass bei dir wahrscheinlich auch ganz viel gestaut ist und nicht fließen kann? Und deswegen dieser Energiefluss nicht frei da ist, dass du dich dann so verausgabst oder so?

Dann fing es an, dass ich immer mehr in diese Einweihung abgetaucht bin. Ich habe als Kind mal einen Film gesehen, wo sie einen Pharao beerdigt haben und die Leute dann mit eingeschlossen worden sind in der Pyramide. In dem Buch von der Einweihung … soweit ich das verstanden habe, hat diese Elisabeth Haich das wirklich erlebt in einem früheren Leben. Sie wollte halt eingeweiht werden, obwohl sie noch nicht wirklich ins Leben eingetaucht ist, auch mit Sexualität und so. Dass sie dann ganz viel Wissen erlangt hat. Und dann irgendwann hat sie sich doch in einen Mann verliebt und konnte dann offensichtlich ihre Energie nicht halten und ist dann von einem Löwen zerrissen worden, weil sie die sozusagen nicht mehr unter Kontrolle hatte. Das war wie so eine Prüfung. Weil sie dann ihre Kräfte nicht mehr benutzen konnte.

Da habe ich gedacht, das hat Ähnlichkeit mit dem, was bei mir so ist. (lacht verlegen) Ich habe im Moment auch das Gefühl durch meine ganzen Verreibungen: Ich kriege ganz viel Wissen und habe wirklich das Gefühl, meine Intuition wird auch immer besser. Aber irgendwas fehlt einfach, was ich nicht lebe! Wo ich auch manchmal denke, das ist auch ein Risiko, völlig abzustürzen.

Ich dachte auch an den Scarabäus, den wir mal vor einem Jahr verrieben haben. Der war ganz alt, kam aus einem Museum. Da ging es nicht um Mumifizierung. Da ging es um den Schutz der Mysterienbereiche, dass man nicht in andere Mysterienbereiche rein kommt, als in den, der für einen zuständig ist.

Ich finde das ganz merkwürdig, dass das so auftaucht. Das war wirklich das Letzte, was ich erwartet habe von diesem Pilz (dieses Thema)!

Ich merke, ich schlafe wie weg. So langsam geht diese Unruhe aus mir aus und es kommt irgendwie so ein ganz angenehmes Gefühl.

 

B: Das habe ich jetzt nicht verstanden. Hat sich etwas geklärt bei dir? Hast du etwas verstanden? Hat sich ein Ventil gefunden?

A: Nee, das noch nicht! Es taucht zwar jetzt so ein Gefühl von „irgendwie ist es ganz okay“ auf, aber ich mache mir auch immer wieder Gedanken dazu „Warum eigentlich C4 verreiben und nicht C3?“ Denn es fühlt sich schon ganz gut an jetzt, aber irgendwie merke ich auch: Da fehlt noch was.

 

B: (gewiss) Ja, es fehlt noch was!

A: Ich kann das so aushalten, dass man auf dieser Stufe meint, irgendwie ist das schon ganz in Ordnung. Aber die Tiefe fehlt irgendwie!

 

B: Oder ist diese Ahnung „Es kann ja sein, dass ich einen Bereich überbetone und den anderen vernachlässige“ - hat das was geklärt? Ist das wie so ein Aha?

A: (eingeschränkt) Ja. Aber ich würde es noch nicht „Erkenntnis“ nennen!

 

B: Anders gesagt: Ist es eher ein Gedanke, oder hast du das Gefühl, es geht wirklich durch dich durch, so ein Aha-Erlebnis?

A: Nee, das ist es noch nicht! Das ist das, was fehlt!

… Das kommt irgendwie und ich merke auch, es dringt in mein Bewusstsein ein, aber ich merke noch nicht „Ach das ist es!“.

 

B: Die beiden Welten zusammen zu bringen ist wirklich schwer!

Ich mache ja nun schon seit meiner Crotalus-Verreibung das Entgegengesetzte wie du. Ich habe mich aus dem „Wissen wollen“-Weg immer mehr zurück gezogen und mich immer mehr dem Irdischen zugewandt mit Familie und Kind - und jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich mir sage: „Irgendwie will ich das Wissen auch wieder rein holen. Weil ich mir langsam doof vorkomme.“ Aber es ist ganz schwierig, die beiden Leben miteinander zu verbinden - vor allem, wenn man es mit jemand teilen will!

Ich merke, dass ich immer wieder so zaghafte Ansätze mache, diese Erfahrungen mit meiner Partnerin teilen zu wollen (was ja im Grunde auch nicht geht - Du kannst eine Erfahrung ja nicht durch erzählen mit jemand teilen. Er macht sie auch, oder er macht sie nicht!)

So dass es im Moment erst Mal darauf hinauslaufen würde, dass ich den Erfahrungsweg erst mal allein wandeln müsste, wenn ich ihn wieder gehen will. Und gleichzeitig irdisch in der Familie drin bin. Aber das wäre wie so eine innere Zweiteilung …

Das ist aber jetzt nicht bei mir hochgekocht als Thema.

Teilnehmer B: Ich sah noch einmal auf den Pilz und dachte „Der ist ja auch überhaupt nicht im Tao, wenn er so mumifiziert stehen bleibt!“ (zustimmendes lächeln von A)

Es bleibt das Gefühl, mehr Aufmerksamkeit oder achtsamere Wahrnehmung für meinen eigenen Zustand zu haben.

Das mit der Liebe war nicht gut formuliert von mir. Es geht nicht darum, dass ich keine Liebe kriege. Sondern ich habe mich übernommen mit der Zuwendung, die die Familie braucht. Es gibt jemand, der alle paar Monate einen epileptischen Anfall hat, so dass ich jede Nacht auf Lauer liege, ob ich einen Schrei höre, ob ich helfen muss. Und sowas schlaucht alles! Natürlich auch das Kind. Ich bin immer da, und versuche aufzufangen - und habe mich selbst zuwenig aufgefangen.

Ich habe mich auch gefragt, ob eine C4 jetzt noch was bringt. Aber egal, ob dort noch tieferes Verständnis kommt - sie gehört einfach mit dazu!

A: Also ich könnte hier nicht wirklich aufhören. Mir fehlt so dieses Gefühl von Erleichterung oder „jetzt habe ich es durchdrungen“ oder sowas.

 

B: (nachdenklich) Nee, das haben wir noch nicht.

A: Neulich bei Natrium arsenicosum hatte ich das schon in der C2. Da hatte ich das Gefühl, ich habe etwas verstanden und da hätte ich aufhören können. Das haben wir nur bis zur C3 verrieben.

 

B: Ich habe übrigens - für dich interessanter Weise - neulich Besuch gehabt von jemand, der Leute kennt, die einmal in so eine Pyramide reingegangen sind und dann einen Trunk aus verschiedenen DMT-haltigen Pflanzen getrunken haben (so eine Art Ayahuasca). Das ist ein Stoff, der Neurotransmittern verwandt ist, mit dem man in so eine Art höheres Bewusstsein oder Gruppenbewusstsein hinein kommt, also wo du in einer höheren Ebene drin hängst und Sachen wahrnimmst, die du sonst nicht wahrnimmst. Die haben es als Gruppe geschafft, wirklich in einer dieser Pryramiden übernachten zu dürfen und das da drinnen zu machen. Die haben dann übereinstimmend wohl wirklich erlebt, dass da mehrere recht machtvolle Wesenheiten auftauchten, die sie wahrgenommen haben.

Wobei ich mich dann gefragt habe als ich das hörte, ob das nicht Anmaßung ist oder ob es wie so eine Art Trip ist? Sind diese Leute, die da zufällig dabei waren, nun wirklich die gereiften Botschafter unserer Welt, die bereit sind, so einen Schritt zu gehen?

Oder … ist das nicht auch so eine Art Trip und vielleicht Anmaßung?

A: (nachdenklich) Aber ich meine, da gehört doch schon etwas dazu wahrscheinlich, das so hinzukriegen, das man da übernachten kann! Da muss man ja schon Energie hinein stecken, und das muss einem auch wichtig sein!

 

C4

Teilnehmerin A: (ergriffen) Was in so einem Pilz so drin steckt! …

Ich habe gerade das Gefühl, es ist was ganz Heiliges im Raum. Ich mag gar nicht reden.

Willst du nicht anfangen?

Teilnehmer B: Das Gefühl, wie du sagtest, „das hat was Heiliges“ - das hatte ich auch.

Erst kam die Vorstellung, wir würden der Seele des mumifizierten Pilzes jetzt diesen Tunnel öffnen, so dass sie endlich frei werden kann. Sie würde durch unserer Verreibung erlöst. (So ähnlich wie dein Pharao.)

Später der Gedanke, die C4 habe etwas mit dem Lichttunnel zu tun, der sich für einen Sterbenden öffnet.

Zum Schluss habe ich versucht, den Pilz etwas zu fragen. Es kommt mir relativ banal vor. Aber meine Essenz ist halt nicht anders:

Und was hat das (Befreien des Pilzes) mit mir zu tun?

„Sei du selbst!“

Aber wer bin ich selbst? Wie soll ich denn sein?

„Das darfst du mich nicht fragen!“

Was darf ich dich fragen?

„Wo du nicht mehr im Tao bist. Du hast die Freiheit, über deine Grenzen zu gehen - doch nur, um sie zu erkunden. Es ist kein Dauerzustand gut. Ich bin nicht dazu da, dir eine Vision oder so etwas zu geben. Ich zeige nur, wo dein Nicht-Fließen ins Absurde kippt. So kann ich ein Krankheits-Erkenntnis-Mittel sein.“

A: Wieso findest du das banal? …

 

B: … Naja. …

Es geht also um irgendeinen Lebensbereich, wo man in einem Muster drin ist, wo es sich nicht mehr bewegt. Tao ist ja so ein Fließgleichgewicht. Es geht also darum, wo man irgendwie in einer Seite feststeckt.

Der Unterschied in meiner Selbstwahrnehmung ist: Dieses Ungleichgewicht, das ich habe im Moment was die Fürsorglichkeit angeht, das ist mir vorher auch schon klar gewesen die letzen Tage. Jetzt ist anders: Ich habe einen besseren Kontakt zu meinem Körper. Ich spüre ihn einfach deutlicher. Ich nehme ihn einfach besser wahr: Dass er da ist. Und dass ich auf ihn achten muss.

Vorher war das so ein Stück abgespalten. Ich konnte es vom Kopf her eben übergehen, meinen eigenen Körper übergehen. Denn „du musst ja einfach diese und jene Rolle für die Familie ausfüllen“. Ich habe mich selber nicht mehr gehört. Jetzt hat der Körper einfach mehr Gewicht, er hat mehr Präsenz, er ist mehr da.

(lange Pause)

A: (ganz ruhig und gesammelt) Also ich stecke da so drin, dass ich deine Sätze jetzt als so eine Art Erklärung für mich empfinde.

Mein erster Gedanke ist, „Die Götter sind wütend auf mich. Und gleichzeitig beschützen sie mich.“ Ich habe so dieses Bild, dass ich irgendwie eingekerkert bin, oder sowas. Dann kam da so kurz der Gedanke an unsere eigenartige Geschichte miteinander und ich fragte mich, warum ich ausgerechnet dich gefragt habe, mit mir diesen Pilz zu verreiben.

Dann taucht so auf, „Ich heile hier etwas. Auch mein Alkohol-Geschichte.“ (verwundert) Ich fühle mich irgendwie, wie im Kopf berührt! Das ist so ganz eigenartig. Normalerweise ist man ja im Herz berührt - aber es ist, wie als ob ich im Kopf berührt werde.

Ich habe am Ende gedacht, vielleicht kennen wir uns aus Ägypten oder sowas? Denn ich hatte neulich, als du mir auf den Anrufbeantworter gesprochen hast, wieder so einen komischen Flash. Da passiert irgendetwas in meinem Kopf - ich kann das gar nicht beschreiben. Ich hatte das schon mal, als wir uns das erste Mal gesehen haben. Ich weiß nicht, was das ist?

Dann bin ich sehr traurig geworden, weil ausgerechnet jetzt während der Verreibung laufend das Telefon klingelt. Denn die letzten drei Tage war hier absolut Sendepause, es hat keiner angerufen!

Dann schrieb ich auf „Tausend Jahre Einsamkeit!“ Ich sitze wirklich seit tausend Jahren in diesem Gefängnis - und meine Seele kommt nicht raus. (leise) Das macht mich einfach furchtbar traurig, aber ich habe das Gefühl, es stimmt.

(ernst) Und dann ist da wieder sowas … ja, so eine Peinlichkeit, was ich ganz häufig in Verreibungen habe, was immer etwas verschieden ist, nämlich das Gefühl (ich habe das vorhin schon angesprochen) ich decke hier nur etwas auf, was schon in mir drin ist. Es ist nicht etwas Neues … Da kommt mir der Gedanke, dass mir tatsächlich irgendwie bei so einem Absturz das alles in mir verschüttet worden ist und dass ich das tatsächlich nur aufdecke oder nur reaktiviere in mir.

 

B: Dass du in einem Trauma-Zustand bist?

A: Ja. Ich habe das ja neulich auch beim Tragoporon erlebt. Da kam dann raus, dass meine Seele völlig paralysiert ist.

 

B: So eine Art Seelen-Opium-Zustand?

A: Ja.

 

B: Wo du jetzt darum kämpfst, wieder an die Lebendigkeit und and das schon Gelebte ran zu kommen … ?

A: Ja.

 

B: … also an das, was du eigentlich bist.

A: Und es ist mir wirklich unangenehm, dass ich jedes Mal denke, „Ach, das bin ich auch schon!“ (lacht verlegen) Mir hat ja mal jemand vorgeworfen, ich wolle alles sein, um andere platt zu machen. Aber das ist es gar nicht!

Oder ich bin größenwahnsinnig, das ist die andere Möglichkeit.

„Lebendig begraben. Das Schlimmste, was einem passieren kann.“

„Hier ist nicht die Person A. betroffen, sondern die Seele.“

 

B: Wie bringst du das jetzt mit meinem Erleben zusammen?

A: (denkt länger nach)

Naja, irgendwie ist bei mir ja auch etwas wie abgeschnitten oder unterbrochen!

 

B: Hm. Aber du kriegst es doch noch nicht deutlicher zu fassen, oder?

A: Nee. Aber ich habe dieses Bild wie eingeschlossen zu sein und aus diesem Sarkophag nicht raus zu kommen. Aber es ist ein bisschen so, als ob da etwas aufgeht ein bisschen gerade.

 

B: Vielleicht will das ja noch weiter arbeiten in dir.

A: Ja.

 

B: Hast du das Gefühl, dass wir das weiter verreiben müssen dafür?

A: Nee.

Wie ist das bei dir?

 

B: Ich weiß es nicht. Ein klares „Nein“ habe ich aber auch nicht.

A: Ich werde es auf jeden Fall weiter verschütteln.

 

B: Ich denke auch, dass man das hoch schütteln sollte. Dass es ein Mittel sein kann, das einen sich selbst in Erinnerung holen kann ab und zu, wenn man so neben der Rolle ist.

A: Ja. Und das mit „Krankheits-Erkennungs-Mittel“ passt für mich auch, weil ich ja so das Gefühl habe, ich habe jetzt den Zustand erkannt, in dem ich mich befinde.

 

B: Und das ist neu für dich?

A: Ja, mit diesen Bildern schon! Und mit diesem Bewusstsein dazu und mit diesem Gefühl … fast wie ein inneres Einverständnis, dass es so ist. Sonst ist es ja eher ein Kampf dagegen.

 

B: (zustimmend) Hmhm.

Auch mit dem Gefühl, es könnte sich tatsächlich auflösen!

 

B: Und die Stimmung dazu?

A: (Spürt rein, nachdenklich) Also ich bin jetzt nicht fröhlich. Aber ich fühle mich wieder ein Stück weit wie angekommen.

 

B: Also ein bisschen traurig oder betroffen?

A: Ja, betroffen würde ich sagen.

 

B: … aber es ist trotzdem gut, weil man das Gefühl hat, man ist mehr in Kontakt.

A: Ja!

 

B: So geht es mir auch.

(gemeinsames Schweigen)

A: Das komische ist, es schwangt in mir immer so hin und her das Bild zwischen einem frischen Bovist und diesem hier. Ich habe so das Gefühl (es gibt ja einen C4-Text zu einem Bovist) - irgendwie ist es nicht ganz anders, aber es ist auch anders. In jenem Text geht es um eine bestimmte Art von Gold-Dasein, ganz in sich selbst zu sein, noch vor jeder Außen-Beeinflussung. Die Boviste sind ja auch so rund und in sich …

 

B: Wahrscheinlich war das mit der Mumifizierung wohl wirklich ein Stück drin in diesem Pilz?

A: Ja, sieht so aus. Stehen geblieben.

Stimmt. (befremdet) Ich habe mir am Anfang auch Gedanken darüber gemacht, wie man eigentlich auf die Idee kommt, Menschen zu mumifizieren? Also sozusagen den Körper festzuhalten, der ja bloß die Form für die Seele ist. Eine ganz eigenartige Idee, finde ich!

Da ist wirklich so das Gefühl, da bleibt auch ein Stück Seele drin hängen, wenn man das so festhält!

 

B: Also ich habe dieses Gefühl selbst dann schon, wenn ich versuche, Momente festzuhalten durch Fotos, Tonbandaufnahmen, … was auch immer.

Ich habe zum Beispiel auch mal mit dem Gedanken gespielt, meine kleine Tochter aufzunehmen. Das ist ja so niedlich, wenn sie so anfangen zu plappern und wenn so die ersten Worte kommen. Dann hatte ich immer das Gefühl, ich darf das nicht - so, wie du sagst! Mein Gefühl ist, ich würde ein Stück ihrer Lebendigkeit in diese Konserve reinziehen und von ihr abziehen!

Es ist ganz wichtig, dass ich das im Herzen behalte, aber dass ich nicht versuche, das technisch einzusperren.

A: Ich habe auch so vor kurzem das erste Mal gedacht, ich kann verstehen, dass Leute nicht fotografiert werden wollen (früher fand ich das immer ganz merkwürdig). (C4-Pool: Beim Abschreiben stand hier zuerst das Wort „fototgrafiert“, was ja irgendwie die Sache sprachlich trifft.) Wo ich dachte, irgendwas wird da fest gehalten. Und irgendwie geht ja auch die Energie da rein.

 

 

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