Influenzinum Anhang

 

Interessante späte Rückmeldung zum Grippemittel Squilla maritima 13.05.2015

"ich möchte Ihnen heute meine Erfahrungen auch bei Spätfolgen der Grippe heuer mit Squilla maritima weitergeben und auch bei schon länger bestehenden und tiefgreifenderen Beschwerden.

Ende März kontaktierte mich eine Patientin wegen noch lange bestehendem Husten von ihrer Grippe im Februar und ich gab ihr Squilla maritima C200. Zum Schluss der Konsultation fragte sie mich noch, ob es denn nicht auch ein homöopathisches Mittel für ihre Großmutter mit 94 Jahren gebe. Diese hätte Stuhlabgang bei jedem Husten seit der Grippe und schon seit 30 Jahren einen Anal- und Vaginalprolaps. In der Rubrik "Unwillkürlicher Stuhl beim Husten und Niesen" fand ich nur neun Mittel und eines davon. zweiwertig, war Squilla maritima. Ich gab auch für die Großmutter Squilla maritima in C200 als Einmalgabe. Nach vier Wochen war die Stuhlhäufigkeit beim Husten um 70% gesunken und nach einer zweiten Gabe Squilla C200 geht kein Stuhl mehr ab und der Anal- und Vaginalprolaps sind auch weg!!! Auch der Husten bei der Enkelin war nach Squilla maritima sofort verschwunden."

Sabine Rosner, Heilpraktikerin und Apothekerin

Drittes Update Grippewelle - 12.3.2015

Fallschilderungen

Grippewelle hat Höhepunkt überschritten

Die Häufigkeit der Grippefälle dürfte seit dieser Woche erstmals rückläufig sein. Wir sehen in der Kanderner Praxis inzwischen häufiger Folgezustände (siehe Fallschilderungen, besonders Carb-v.

Fall 3 und 4) als frische Fälle. Es wurden im Verlauf eines Grippefalls oft mehrere Mittel benötigt, bis er ausheilt.

Einen Wendepunkt der Grippewelle legt auch die Statistik des RK-Instituts nahe, die seit dieser Kalenderwoche rückläufige Arztbesuche verzeichnet. Das können Sie hier nachlesen.

Klinische Erfahrung mit Scilla maritima verfeinert das Mittelbild

Die klinische Wirkung lehrt uns ebenso viel über ein Mittel wie die Arzneimittelprüfung. Da Scilla in der jetzigen Grippewelle oft gegeben wurde, wächst auch die Erfahrung damit. Es zeichnet sich folgende Eigenart ab: Scilla spricht besonders gut an bei Arnica-ähnlichen Patienten, die hart gegen sich und andere sind; hartgesotten; geht noch zur Arbeit mit dem Kopf unter dem Arm; krankfeiern ist das letzte; grob und hart nach außen, aber dennoch mit gewissem Feinsinn.

Fall 1

Eine schlanke, drahtige Frau ist durch ihre selbständige Tätigkeit darauf angewiesen, stets arbeitsfähig zu sein. Sie kennt die Härten des Lebens schon von Kindheit an und hat gelernt, sich manchmal auch rücksichtslos durchzusetzen. Sie gibt in nichts nach, wenn es in ihren Augen eine Schwäche ist. Das sichert ihr zwar den Erfolg, macht  sie aber auch abhängig von ihrer Gesundheit, denn "Krankheit ist Schwäche". Nun hat sie eine böse Form der Grippe erwischt. Alles tut weh, die Nase läuft, sie ist so geschwächt dass selbst sie, die nie einer Schwäche nachgibt, sich nur mit großer Mühe auf den Beinen hält. Scilla D12 alle 2 Stunden hilft ihr innerhalb eines Tages so gut, dass sie wieder voll arbeitsfähig ist.  

Fall 2

Eine Aushilfe in einem Wirtshaus ist bekannt dafür, dass sie nie krank macht und trotz Krankheit immer zur Arbeit geht. Sie ist hart gegen sich selbst. Sie geht selten zum Arzt und zum Homöopathen würde sie sowieso nicht gehen. Nun hat sie die Grippe, schwer und seit Tagen immer schlimmer, so dass sie erstmals im Bett liegt und nicht zur Arbeit kommt. Eine Bekannte sagt ihr, sie solle sich Scilla besorgen. Mittags fragt sie nach, sie hat es nicht besorgt und der Zustand ist noch schlimmer geworden. Die Bekannte fährt selbst in die Apotheke und holt das Mittel als D12, schärft ihr ein es stündlich zu nehmen. Bereits nach 3 Stunden kommt der völlig ausgebliebene Appetit wieder, die Gliederschmerzen hören auf und das Fieber geht runter. Am Abend fühlt sie sich so viel besser, dass sie am nächsten Tag wieder zur Arbeit geht. Das Mittel sei ja super, sowas hat sie noch nicht erlebt. Doch die Wirkung hält nicht an ohne Einnahme, und nach ein paar Tagen schwächt sie sich ab. Nun dominieren wieder Gliederschmerzen, Kopfweh und Halsweh. Sie erhält Eupatorium im Wechsel mit Scilla. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. 

Fall 3

Dem 60jährigen Patienten half anfangs Scilla C30 so gut, dass er nach jeder Einnahme symptomfrei war und sich wieder gesund fühlte. Das hielt eine Woche unter wiederholter Einnahme so gut, dass er dachte, die Grippe überstanden zu haben. Doch dann kehrten die Symptome nach einer Woche wieder. Bryonia D12 (rückfällig, langsamer Beginn) half ihm, doch der Husten und die Schwäche blieben, auch die Appetitlosigkeit. Erst mit Carbo vegetabilis C30 war der Schwächezustand noch am selben Tag weg. Der Patient sagte, sein Appetit sei schnell vorbei nach wenigen Bissen, der Magen fühle sich an wie ein schlecht ziehender Ofen, sobald man etwas zu viel auflegt erstickt er: ein typisches Carbo-veg Zeichen. Der Husten besteht noch leicht.

Fall 4

In einem anderen Fall von Schwächegefühl nach längerer schwerer Grippe half ebenfalls Carbo vegetabilis schon nach 30 Minuten.

 

Scilla maritima: Reizhusten mit laufender Nase; allgemein > Ruhe; siehe vollständigeres Mittelbild

Typ: In der Klemme. Hart gegen sich und andere. Geht noch zur Arbeit mit dem Kopf unter dem Arm, krankfeiern ist das letzte. Kann skrupellos sein.

 

Zweites Update der Grippewelle mit Differenzierung der Hauptmittel - 3.3.2015

Die Mittel und ihre Indikationen, nach denen wir sie in Kandern gegeben haben, sind:

 

LANGSAMER, ALLMÄHLICHER BEGINN

Gels.: Grippe beginnt langsam mit lähmender, zittriger Schwäche; die Augen tun weh, werden schwer und fallen zu; zittrig, schwindlig, unkoordiniert;  weh wie von einem Band, Druck auf den Scheitel, Kopf fühlt sich schwer an; harter, krampfartiger Husten; Kältegefühl im Rücken; will nicht sprechen; durstlos; auffallende Besserung nach Wasser¬lassen; < 10 Uhr.

Typ: ängstliche Silberserie, will die Angst aber überwinden und kann zu großen Taten fähig sein; verfeinerte Menschen mit Lam¬penfieber, Erwar¬tungsspannung; durch Schreck oder durch Prüfungsangst wie gelähmt; braucht eine starke Person, die Halt gibt.

Bry.: versetzter Verlauf, wird langsam schlimmer, hört auf, kommt wieder; durstig auf große Mengen in größeren Abständen; Kopfweh berstend; Mund und Lippen trocken; <: 21 h.; >: absolute Ruhe; Rippfellbeteiligung mit atemabhängigem Schmerz.

Typ: in geschäftige Eisenserie; es geht ums Geld, um Geschäfte und viel Arbeit. Auch die Träume drehen sich um die Arbeit, Streit und Ärger im Geschäft, im Betrieb. Schrullig, widerspricht aus Prinzip. Will nur in Ruhe gelassen werden, dreht sich weg und will niemanden sehen, nicht gestört werden, sich nicht bewegen.

PLÖTZLICHER BEGINN

Acon.: akuter Beginn mit hohem Fieber; unerklärliche Angst, Todesangst, Panik, Herz pocht wie wild; Kopfweh pochend; Nerven liegen blank; Mund und Augen trocken, brennend; Husten bellend; schlaflos. Typ: kindliche Ängste mit Panikattacken.

REIZHUSTEN MIT LAUFENDER NASE

Scilla maritima: Reizhusten mit laufender Nase; allgemein > Ruhe; siehe vollständigeres Mittelbild

Typ: In der Klemme, Qual der Wahl

MAGEN-DARMSYMPTOME IM VORDERGRUND

Ars.: Beginn oder schlimmer nach Mitternacht; unruhige, rastlose Angst, wirft sich im Bett umher; Brechdurchfall oder Durchfall; Schmerzen brennend; friert, braucht Wärme, aber Hitze im Kopf, dort Kühlungsbedarf; Durst auf warme Getränke in kleinen Schlucken; schlaflos.

Typ: schlank bis mager; Angst vor Einbrechern (allein im Haus); misstrauisch; pedantische Genauigkeit in Details.

ZERSCHLAGENHEITSGEFÜHL ALS HAUPTSYMPTOM

Eupat-p.: alles tut weh, Gliederschmerzen „Wie zerschlagen“, selbst das Bett scheint zu hart; hohes Fieber über 39° mit Schüttelfrost und Zähneklappern; Kopfschmerz wie wund, als würde der Schädel mit einer Axt gespalten; wundes Gefühl in den Bronchien; Verlangen nach kalten Getränken.

Typ: sucht väterliche Sicherheit, die ihnen verweigert wird, möchte nach Hause; die Schmerzen können eine demonstrative Komponente haben, um Unterstützung zu bekommen.

SELTENER, NICHT MIT TYPISCHEM GRIPPEBILD, NUR HALSWEH

Hep.: verfroren, zugempfindlich; Angina mit Stimmverlust.

Typ: sehr gereizt, die Zündschnur brennt, ärgerlich, drohend.

GRIPPENOSODE

Osc.:

Update zur aktuellen Grippewelle - 26.2.2015

In der Zwischenzeit hat die Grippewelle im Südbadischen eher noch weiter zugelegt und auch ihr Bild etwas verändert. Wir hatten inzwischen weit über 100 Fälle zu behandeln und setzen Scilla immer noch ein, aber nicht mehr ausschließlich, denn die Non-responder sind häufiger geworden. Bei schweren Kopf- und Augenschmerzen und wie gelähmt darniederliegenden Patienten hat sich Gels.  besonders bewährt - was wir vor allem nach dem Kommentar von Andrea Österer gern und ebenso erfolgreich gegeben haben und das inzwischen von uns noch häufiger eingesetzt wird, als

das immer noch wirksame Scilla. Die Potenz D12 hilft, doch die C200 scheint noch besser zu sein. Weitere Mittel, die sich bei uns auch öfter bewährten, sind in dieser Reihenfolge Aconit und Eupatorium perfoliatum, seltener Arsen und Bryonia.

Gelsemium

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Gelsemium sempervirens im Bönninghausens Repertorium nicht vertreten ist, man also auf dem Weg der Polaritätsanalyse gar nicht darauf kommen kann. Das ist um so problematischer, als dieses Mittel sich in der schweren Spanischen Grippe von 1920/21 als eines der besten und häufigst wirksamen Mittel bewährt hat und damit einmal mehr bewies, welche Heilkraft es bei viralen Erkrankungen mit Hirn-, Hirnnerven- und Hirnhautbeteiligung besitzt.

Eine Analyse der damaligen Hauptsymptome (zusammengestellt aus der Literatur und für diesen Artikel aus der englischen Software übersetzt) zeigt uns auch heute noch, wie wichtig dieses Mittel bei schweren viralen Grippefällen sein kann:

(historische Analyse der Spanischen Grippe von Ulrich Welte auf Englisch - Teil 1 und Teil 2)

In der momentanen Grippewelle zeigen sich in unserer Praxis alle Schweregrade, von leichten grippalen Symptomen bis zu schweren Verläufen. Auch ungewöhnlich langwierige Formen sind darunter, die sich erst zu erholen scheinen und dann doch wieder rückfällig werden. Hier zeigten sich bei uns Gelsemium und Bryonia hilfreich, während die ganz plötzlichen und heftigen Formen vor allem mit Aconit besser laufen.

 

Aktuelles zur Grippewelle: SCILLA als epidemisches Mittel 12.02.2015

Drei Fallschilderungen von Ulrich Welte

 

Fall 1

Am 21. Januar war eine junge Frau in der Kanderner Praxis. Sie hatte vor 3-4 Tagen Erbrechen und Durchfall, dann kamen Kopfgrippe mit Ohrenschmerzen und Halsweh, starkes Krankheitsgefühl.

Die PA (Polaritätsanalyse) des Grippe-Fragebogens nach Heiner Frei lieferte folgendes Ergebnis:

 

Scilla ist das erste Mittel mit höchster Polaritätsdifferenz (13) und durchgehender Deckung aller Modalitäten; Nux-v mit einer KI (Kontraindikation). Campher an 2. Stelle.

Die Patientin bekam Scilla maritima C30 (siehe Arzneimittelbild von Scilla maritima) mehrfach täglich und Perenterol. Auf einen eventuellen Konflikt angesprochen, sagt sie, sie sei in einer Zwickmühle zwischen zwei Übeln, geh ich arbeiten, steck ich die anderen an, bleib ich zuhause hab ich ein schlechtes Gewissen: die Scilla-Situation. Schon am nächsten Tag ist alles so gut wie weg, gleich nach der ersten Einnahme von Scilla war eine große Erleichterung zu spüren.

Wir dachten anfangs, dass weitere Grippefälle anders gelagert seien, weil sie nicht mit Magen-Darm-Symptomen einhergingen. Dieser erste Fall schien auch eher situativ auf das Mittel zu passen.

 

Fall 2

Doch dann kam am 26. Januar der zweite Scillafall. Hier waren es die typischen Symptome im HNO-Bereich mit Pharyngitis, Reizhusten und grippalen Gliederschmerzen. Die Polaritätsanalyse eines akuten HNO-Fragebogens sah so aus:

 

Wieder Scilla an 3. Stelle, wieder vorn Nux-v mit KI, an erster Stelle Colch, auch eine Liliacee wie Scilla. An 4. Stelle Camph: ein sehr konsistentes Ergebnis im Vergleich mit dem ersten Fall.

Scilla half auch hier erstaunlich schnell, bereits nach einer Stunde waren die Beschwerden viel besser. Die Gliederschmerzen waren noch am gleichen Tag weg, und am nächsten Tag war alles Ok.

Fall 3 und weitere

Zwei Tage später, am 28. Januar, war der Sohn der 2. Patientin ebenfalls erkältet mit Kopfweh, Reizhusten und Brustschmerzen beim Tiefatmen. Hier waren wir bereits "alarmiert" und gaben probeweise ebenfalls Scilla, obwohl die PA hier Rhus-t vorschlug und kein Scilla angab. Rhus-t war vor Wochen schon vergeblich versucht worden. Auch er sprach auf Scilla noch am gleichen Tag an, direkt nach der Einnahme wurde der Husten besser, er wachte nachts nur noch einmal auf und war am nächsten Tag Ok.

Von da an gaben wir das Mittel probeweise allen Grippepatienten, wenn Halsweh und Husten im Vordergrund standen.  Es half meist ebenso gut wie in den ersten drei Fällen. Dass ein vermeintlich seltenes Mittel wie Scilla, die Meerzwiebel, so oft hilft, verwundert eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass sie ein enger Verwandter der Küchenzwiebel ist, also Allium cepa, die bei scharfem Fließschnupfen bei Grippe sehr oft mit Erfolg eingesetzt wird. Auch Scilla maritima ist ein uraltes Heilmittel, das im gesamten Mittelmeerraum seit dem Altertum bekannt ist und nur neuerdings nicht mehr "in Mode" ist. Deshalb ist es aber nicht weniger wertvoll geworden, wenn es angezeigt ist.

So wurde das Vorgehen in der Praxis sehr einfach. Die PA wurde nicht mehr gebraucht, Scilla war das epidemische Mittel.

Inzwischen geht die Zahl der Verschreibungen an die 40 Fälle

Immer noch wirkt das Mittel, wir geben es als D12 oder D6 4x täglich. Es ist für uns verblüffend, wie oft und schnell das Mittel hilft. Wir haben noch kein epidemisches Mittel gehabt, was so schnell und zuverlässig wirkt. Selbst bei Rückenschmerzen seit Wochen hat es geholfen.

 Meist sind es Grippefälle, die mit Halsweh und Reizhusten beginnen und schnell in eine absteigende Bronchitis übergehen. Wir haben insgesamt nur 4 Fälle gesehen, in denen Scilla nicht geholfen hat, darunter zwei, in denen es verschlimmerte. Wenn es bei ersten Anzeichen gegeben wird, kann man den Verlauf auch abortieren, in einem Fall verschwanden die Symptome innerhalb einer Stunde.

Auch seltene oder seltsame Symptome zeigen inzwischen, dass das Mittel auch in Feinheiten übereinstimmt: Gestern kam eine Patientin, die das Gefühl von kühlem Wind im Hals hat. Complete Repertory: generals, sensation of wind: squil. 

Ferner kann man auch bei Magen-Darmgrippe daran denken:

Gestern, 9.Februar, kam ein junger Mann mit drückenden Bauch¬schmerzen, Durchfall und Mattigkeit. Auch er hatte grippale Gliederschmerzen, jedoch keine HNO-Symptome. Sollte das auch ein Scillafall sein? Im Complete Repertory war unter abdomen, pain pressing Scilla dabei; auch in der Besserung durch Liegen war es dabei. Nach der ersten Gabe Scilla D6 merkte er noch nichts, direkt nach der 2. Gabe nach 2 Stunden wurde es bereits besser, und heute ist er wieder auf dem Damm. Ob er die Krankschreibung bis morgen einhalten müsse? Er würde gern zur Arbeit. Na klar.

Interessant ist, dass das Robert-Koch-Institut über eine aktuelle Grippe berichtet, die gerade im Südbadischen besonders gehäuft ist. Vom Schweregrad der Symptomatik her waren alle Schwergrade dabei - von schweren Verläufen mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl bis zu leichteren grippalen Infekten. Das Mittel Scilla maritima war zwischenzeitlich nicht überall zu bekommen, verschiedene Hersteller führen es jedoch noch, manchmal ist es auch unter Urginea maritima verfügbar.

 

Fazit

Es würde uns freuen, wenn durch diese Beobachtung auch andere Praxen und deren Patienten aus einem schönen epidemischen Mittel Nutzen ziehen. Wir haben selten eine so eindeutige Wirkung nur von einem einzigen Mittel gesehen, meist haben wir in epidemischen Zuständen mehrere Mittel gefunden, unter denen wir unterscheiden mussten.

Ulrich Welte, Kandern 12. Februar 2015

 

 

[Sandra Perko]

Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien, die die Luftröhre mit der Lunge verbindet. Wenn die Bronchien entzündet sind, dann kann die Luft nicht frei von und zu den Lungen fließen. Infolgedessen wird schwerer Schleim oder Mucus gebildet, der abgehustet wird. Eine hämorrhagische Bronchitis (schwere Entzündung der Bronchien mit blutigen Absonderungen) ist eine

der möglichen Komplikation der Grippe.

Acon.: Dauernder Druck in der linken Brusthälfte. Stiche in der ganzen Brust. Heißes Gefühl in der Lunge; sehr empfindlich gegenüber der eingeatmeten Luft. Kitzeln in der Brust nach Husten. Unterdrückte Atmung bei der geringsten Bewegung. Lautes,  angestrengtes  Atmen,  Kurzatmigkeit.  < Schlafend.

Aesc.: Die Brust fühlt sich wund und eng an. Schmerzen in der Brust, im Wechsel mit Schmerzen im Bauch. Heißes Gefühl in der Brust.

All-c.: Unterdrückte Atmung durch den Druck in der Mitte der Brust. Die Schmerzen in der Brust wandern. Brennender Schmerz in den Seiten der Brust.

Am-br.: Starke Angst und Erstickungsgefühl. Scharfer Schmerz in der Lunge. Anhaltender Husten beim Hinlegen in der Nacht; hat das Gefühl zu ersticken.

Am-c.: Angestrengtes Atmen, laut und geräuschvoll, mit Blasgeräuschen. Extrem schneller Puls. Schlimmer bei körperlicher Anstrengung und beim Eintreten in einen warmen Raum.

Am-m.: Schmerzen in der Brust mit Kältegefühl im Rücken. Schmerzen zwischen den Schultern mit erschwerter Atmung. Brennender Schmerz an kleinen Stellen in der Brust. Erschwerte Atmung,

wenn die Hände nach oben und unten bewegt werden.

Ant-t.: Schleimrasseln in der Brust beim Atmen und Husten; kann den Schleim nicht abhusten; feuchtes Rasseln, es scheint, als ob der Schleim leicht ausgestoßen werden kann, es kommt

jedoch nichts hoch. Das Rasseln wird in den oberen Bronchien erzeugt und kann auch mit größerem Abstand zum Patienten noch wahrgenommen werden. Der Patient muss sich aufsetzen, um Luft

zu bekommen. < 3 h. nachts. > nach Husten und Auswurf. Der Puls ist hart, voll, stark; oder schnell, schwach und schwirrend; bei jeder Bewegung stark beschleunigt.

Arn.: Stechende Schmerzen in beiden Seiten der Brust, erschwert die Atmung. Enge in der Brust. Kurzer, keuchender Atem. Muss beim Husten die Brust halten.

Ars.: Erschwerte Atmung mit großer Beklemmung und Angst. Häufig unterdrückte Kurzatmigkeit in jeder Körperlage, wodurch Angst hervorgerufen wird. Schneller, schwacher und

unregelmäßiger Puls. Keuchende Atmung. Kann sich nicht hinlegen, muss sitzen, um zu atmen.

Ars-h.: Druck auf der Brust während des Fröstelns; „Als ob der ganze Brustraum eng zusammengeschnürt würde“, mit schneller Atmung; Schwäche und Kälte in den Gliedmaßen.

Ars-i.: Der Puls ist schnell, unregelmäßig, kraftlos und schwach.

Bapt.: Gefühl, als ob die Brust zusammengeschnürt wäre, mit starker Atemnot. Viel schlimmer beim Hinlegen. Sehnt sich nach Luft, und sucht ein offenes Fenster oder einen Ventilator, weil

die Atmung so schwer fällt. Die Lungen fühlen sich eng und zusammengedrückt an. Der Patient hat Angst, schlafen zu gehen, weil er das Gefühl hat zu ersticken, und aufgrund der fieberhaften Alpträume.

Bell.: Heftiger plötzlicher Krankheitsbeginn - Die Atmung ist unterdrückt, schnell, kurz, ungleichmäßig und schwierig. Der Puls ist voll und hüpfend mit pochenden Halsschlagadern.

Stöhnen bei jedem Atemzug. Brennen in der Brust. Schmerzen < unter dem rechten Schlüsselbein. Enge im oberen Brustbereich, verschlimmert sich sofort nach dem Hinlegen am Abend und in der

Nacht. Blutandrang mit rotem Gesicht, funkelnden Augen, erweiterten Pupillen sowie pochendem Kopfschmerz und pochenden Halsschlagadern.

Brom.: Erschwerte und schmerzhaftes Atmung. Atemnot mit großer Schwellung. Die Lungen fühlen sich an, als ob sie mit Flaum bedeckt wären. Jedes Einatmen reizt zum Husten.

Kalte Empfindung in der Brust beim Einatmen. Die Bronchien fühlen sie an, als ob sie mit Rauch gefüllt wären.

Bry.: Scharfer, stechender Schmerz unter der rechten Brustwarze, in der Höhlung der Brust, beim Ausatmen. Kurze, heftige Stiche in der rechten Brustseite, so dass der Patient den Atem

anhalten muss; so schmerzhaft, dass er nicht mal aufschreien kann.

Calc.: wirkt auf den oberen und mittleren Bereich der rechten Lunge. Wundschmerz in der Brust, „Wie von Schlägen“; < Einatmen. Die Brust ist schmerzempfindlich gegenüber Berührung.

Camph.: Kalter Atem, „Wie aus einem Grab.“ Seufzende Atmung mit großer Erschöpfung. Der Puls ist schwach; nicht wahrnehmbar; hart oder weich; schwach und langsam. Atemnot mit

dem Gefühl zu ersticken. Ausbleibende Atmung.

Carb-v.: Atem ist kalt während des Fröstelns; Kurzatmigkeit, mit kalten Händen und Füßen. Schwaches, müdes Gefühl in der Brust, vor allem beim Erwachen. Wunsch, angefächert zu

werden. Braucht mehr Luft.

Carb-ac.: Unfähig  sich  hinzulegen  aufgrund  eines  unaufhörlichen Ringens nach Luft. Röchelnde Atmung. Enges Gefühl in der Mitte der Brust.

Caust.: Die Brust ist eng; der Patient muss häufig tief einatmen. Schmerzhaftes Druckgefühl, „Als ob die Brust von beiden Seiten Richtung Brustbein zusammengedrückt würde“. Starkes

Wundheitsgefühl in der Brust. Stiche im Brustbein durch tiefes Atmen oder auch, wenn nur eine Kleinigkeit hochgehoben wird.

Chel.: Schnelle, kurze Atmung mit Beklemmung. Besser beim tiefen Einatmen. Stiche unterhalb der rechten Rippen. Wundheit in den unteren rechten Rippen.

Chin.: Atemnot mit scharfem Schmerz in der linken Lunge. Rasseln, erstickender Katarrh in der Brust. Der Atem ist kalt. Kann nicht atmen, wenn der Kopf tiefer liegt. Will angefächert werden,

aber nicht zu stark, weil ihm dadurch auch noch die letzte Luft, die er zur Verfügung hat, genommen

Cimic.: Akuter Schmerz in der rechten Lunge, schlimmer beim Einatmen.

Dros.: Das Atmen ist während der Hustenanfälle stark beschleunigt. Einengung der Brust, als ob dort etwas die Luft zurückhält, wenn der Patient hustet oder spricht, so dass der Atem nicht

ausgestoßen werden kann.

Dulc.: Sehr akuter Schmerz, als ob Pfeile durch die linke Brust geschossen würden. Starker beklemmender Schmerz in der ganzen Brust beim Ein- oder Ausatmen.

Eucal.: Die Atmung ist beschleunigt.

Eup-per.: Schwieriges Atmen mit Angstgefühl. Kann nicht auf der linken Seite liegen.

Euph.: Kribbelndes Gefühl in den oberen Bronchien, was einen Reizhusten auslöst.

Ferr-p.: Die Brust ist gestaut, < nachts; Voller, weicher, fließender Puls. < nachts/morgens/bei Bewegung/Erschütterung/Unterdrückung des Schwitzens;

Gels.: Schwache, langsame Atmung. Langsamkeit der Atmung mit großer Entkräftung. Beklemmung in der ganzen Brust.

Glon.: Der Patient fühlt eine Einschnürung im Brustbereich; Einengung und Stauung. Schweres, angestrengtes Atmen, „Als ob ein Gewicht auf der Brust säße“, das ihn zwingt tief zu atmen.

Seufzen. Einengung der Brust mit oder im Wechsel mit pochenden Kopfschmerzen.

Hep.: Das Atmen fällt schwer, < linker Seitenlage; Ängstliches Keuchen, feuchtes Atmen. Große Empfindlichkeit gegenüber der geringsten Kälte.

Hydr.: Die Brust fühlt sich rau, wund und brennend an. Die Schmerzen strahlen von der Brust in die linke Schulter. Das Atmen fällt schwer, < linker Seitenlage; „Wie ersticken < linker Seitenlage;

Hyos.: Erstickungskrämpfe, die den Patienten zwingen, sich nach vorne zu beugen. Langsames, rasselndes Atmen. Spucken von hellrotem Blut und Hustenkrämpfe. Krämpfe in der Brust mit Kurzatmigkeit.

Iod.: Entzündlicher Schmerz an der r. Lungenspitze. „Wie ein Gewicht auf der Brust“. Schmerzen in der linken Brusthälfte, „Als ob eine Hand nach dem Herzen greifen würde“.

Asthmatische Atmung mit Erstickungsgefühl. Die Atmung ist unregelmäßig; tiefes Einatmen # Atemstillstand. Unerträgliches Kitzeln in der ganzen Brust.

Ip.: Ständige Zusammenschnürung der Brust und des Kehlkopfes, < kleinste Bewegung; Die Brust scheint voller Schleim zu sein, aber er lässt sich nicht abhusten. Atemnot, ständige Zusammenschnürung der Brust. Der Patient ringt nach Luft. Blubbernde Rasselgeräusche. Lockeres, raues Rasseln in der Brust ohne Auswurf. Blutungen aus der Lunge mit Übelkeit und „Als ob die Brust zusammengeschnürt wäre“. Blutspucken bei der kleinsten Anstrengung.

 

[Peter Morrell]

Avian Flu, Social History and Medical History.

"Domesticated animals proved perennial and often catastrophic sources of illness, for infectious disease riddled beasts long before spreading to humans." [Porter, 16]

"Diseases like plague, malaria, yellow fever and others with animal reservoirs are uniquely difficult to control." [Porter, 25]

The more we ponder on it the clearer it seems that the current bird flu saga raises a number of important conceptual issues concerning any attempt we make to reconstruct the past and explain events. This applies to any sphere but especially to so-called social history and medical history. The reasons for this are quite complex but primarily revolve about how we go about reconstructing the past as it actually was and how we try to separate the real from the myriad false conceptual projections we cast from the present upon the known facts about the past. This essay attempts to delineate how we must approach any sound reconstruction of the past, the major pitfalls we are prone to fall into, the mass of unwarranted assumptions we are likely to carry with us in the process and how we might begin to deal with them.

The past in so many ways can be better understood through equipping ourselves with a deeper understanding of society today and how human beings tend to behave. This provides us with an ability to empathise more deeply with what is essentially an alien culture and to acquire a predictive method. Not only is careful analysis of the present the key to understanding the past, but we also need to become thoroughly cognisant of the actual details of times past in order to make the valuable type of interpretations historians crave. For example, in considering times past we must try to very thoroughly reconstruct the predominant conditions prevailing at the time; such a sentiment would seem to be axiomatic. We also need to be cognisant of certain 'constant aspects of human nature,' which apply in any time period. These anchor us to the most probable motivations and explanations for events as they unfold. Awareness of them very largely springs from our own life experience and study of people in our life today. It is arguable that study of people and society is vital as it invaluably and deeply enriches our understanding of people in any time period.

A good example is the lack of hygiene before about 1850 and a general ignorance of those factors in society—such as wastes—that might generate ill-health. Having untreated sewage flowing in streets and rivers, piles of decaying rubbish lying about for long periods of time. And the general prevalence of flies, rats, fleas and worms, all these have been prevalent aspects of human life from the earliest times until relatively modern times. Parasites like fleas were not as bad as we think: "it sucked me first, and now sucks thee…in this flea our two bloods mingled be…this flea's death took life from thee." [Donne]

Being less prevalent today means we are likely to ignore such aspects of everyday life when examining whatever time period we wish to understand. In other words, in our attempt to go back into the past we inadvertently carry with us the predominant attitudes and values of the present, and the modern 'conceptual tool-kit' that goes with it, which inevitably taint and distort our view. In our desire to try and see the world as it really was, we also need to divest ourselves of the way the present pervades our thinking and perception. Indeed, we cannot see the past as it really was until we remove our modern-day 'conceptual spectacles.' Unless we attempt to do this, then the so-called 'past' we reconstruct will not be real and any evaluations we might make of it are likely to be limited and misleading in their value.

As far as possible, we need to carefully reconstruct life as it was actually lived by the people of the day. This is one of the most central and difficult historical tasks, and we must constantly reflect upon and carefully reconsider every aspect of a specific time period and lifestyle in order to construct a more reliable and fully rounded picture of life as it really was. This must involve eradicating key elements of our modern life and thinking. Indeed that becomes a key aspect of the main task.

Another good example concerns personal hygiene. Very few people in the 'rich countries,' until the 1950s, cared a great deal about their personal hygiene. Most people at that time washed and bathed more or less when they felt like it, which in many cases was not that often. Their clothes and bedding were changed and cleaned much less often than today. People frequently wore the same clothes day after day without washing, or slept in the same bed for weeks or months without changing the sheets and pillow cases. These are crucial aspects of their daily lives that we are apt to ignore or forget. Likewise with dental hygiene, changing clothes, washing clothes and cleaning the house. These were broadly neglected tasks, until the 1960s, when they first started to become more important and far more widespread aspects of daily lives. For some poor people, in rural areas and especially in many poor countries, these facts still apply today. Yet even more crucially humans can live like that with impunity for years and did so. We forget this and suppose that they were dropping dead of numerous infections. The strong possibility is that most of them weren’t.

Thus it was only in the 50s and 60s that hygiene aspects of everyday life begin to shift towards modern habits a great deal and begin to take on a more prominent role in people's lives. Prior to that point most people wore the same clothes for several days and did not wash that often. Most people were also intimately associated with animals to a degree that today is almost impossible to imagine. They were closely associated with birds and pigs, dogs, cats and cattle as part of their daily lives. In many homes, especially in rural areas, chickens ran around freely in the house and kitchen and were not always barred from other parts of many households. Likewise cats and dogs and in some cases pigs and cows roamed freely about the place. This very intimate and unquestioned association between people and their domesticated animals is difficult for us today to imagine, but was so commonplace as to be uncomment-worthy at the time. How dangerous was filth really? Suspicion alone is not enough to prove this either way.

In the 16th century "some places were perceived as being unhealthy for everyone." [Wear, 188] Today we believe that in such places "are various micro-organisms such as bacteria and viruses which cause disease. But until the late 19th century, it was believed that places and their associated airs and climates were disease-making," [Wear, 189] almost as an inherent aspect of their existence. For example, "marshy, low-lying or enclosed land with foggy, thick, damp and stagnant air was considered dangerous. Its air filled with excremental humours." [Wear, 191] Plague was believed to be "caused by a poisonous air resulting from stagnant, stinking and putrefying air coming from marshes, enclosed valleys, dunghills, crowded rooms and other natural and man-made sources also contributed to the suspicion of low-lying places." [Wear, 191-2] There was a widespread "perceived association between stinking air, foul places and diseases such as plague." [Wear, 314] It was very widely believed that "filth, dunghills and stinking rubbish...may breed infection." [Wear, 315] Consequently, certain preventive hygiene measures were introduced in many towns and cities such as "a vigorous clean-up of the city." [Wear, 316] People were "aware that dirt was unpleasant and dangerous and should be avoided or expelled." [Wear, 316] This involved, for example, "sweeping of pavements and to get rid of 'nuisances' such as dunghills and the animal remains from slaughter-houses." [Wear, 316]

In London, 'scavengers' and 'rakers' were employed to keep the streets free of filth. Householders were periodically ordered to "flush the channels running through the middle of the streets which were usually full of foul refuse. In 1541 it was twelve bucketfuls three times a week; by 1583 it had risen to at least twenty bucketfuls each morning before six and another twenty after eight o'clock every evening." [Wear, 317] England "was not a hygienic country in the 16th and 17th centuries." [Wear, 317] In developed countries today we usually take for granted "that people's everyday world

is relatively hygienic." [Wear, 318] Hygiene "is now one of the hidden programmes that shapes the developed world." [Wear, 318] All "dirty foul airs and places were perceived as...sources of danger needing to be cleaned up." [318] Bad smells were regarded as "pathological, corrupting life-giving air and when breathed in, they damaged the inside of the body." [Wear, 319]

All this obviously has some kind of impact upon the health and type of sickness that was prominent, but it is hard to make any hard and fast, definite or satisfactory judgements about that without carrying into even the most recent past, those values and preconceptions that originate only in the present. Such factors must have impacted upon the immune systems of people in past centuries. Lack of basic hygiene and close proximity for much of their life to filth of various kinds must have enhanced their immune capacity and it is quite possible, for example, that humans alive in those ages were not really medically comparable to us humans alive today, who are clearly not exposed to anywhere like to so many diverse bacteria or on such a scale as they were. This raises an issue concerning causality in the realm of sickness that goes beyond modern theories. It also raises questions about the strength of the human immune system in varying conditions. Allergies in those days were virtually unheard-of.

Another good example concerns the dead. Going further back than the 1950s, and this applies in many 'poor countries' even today, dead bodies must have been quite a common sight. Furthermore, scavenging dogs and crows, for example, would find and attack dead corpses of all kinds, whether human or animal. In past centuries, when corpses were quite common, even those left hanging for months after executions, such events must have been quite commonly experienced within the lives of most people, especially in populous towns and cities. Dogs attack and feed on human remains today in places like India and south-east Asia and doubtless also in parts of Africa. This must have been a very common occurrence in Europe in the past.

It would also especially be the case in times of avalanches, floods, droughts, landslides, epidemics, heavy storms, tornadoes, and other such natural calamities, when the ability of local people to collect or retrieve and cremate/bury the dead was overstretched or inadequate, such as would most likely happen in remote and thinly-populated areas. In such situations, dogs would simply help themselves to human remains without any interference or discouragement from local people. Today we rarely see a dead person let alone dogs eating one, and so our life experience tends to be very different from people living a few hundred years ago. If you are used to seeing corpses hanging about and human remains, dismembered people and acts of great violence, then all of this has to have impacted on their values, attitudes and beliefs.

Another important aspect of human life in past centuries is that all people had fleas, lice and worms. Rats and mice were also ubiquitous: "humans were often malnourished, parasite-riddled and pestilence-smitten." [Porter, 22] "I think this be the most villanous house in all London road for fleas: I am stung like a tench…and your chamber-lie breeds fleas like a loach." [Shakespeare]

Parasites were an integral part of everyone's life. That very few people [in rich countries] carry parasites today means we are not able to fully empathise with the daily lives of our ancestors, and we do not by any means successfully imagine ourselves into the life they woke up to every single day. To what extent all these factors have impacted on the health and sickness of the people in any epoch is again quite difficult to evaluate. People lived lives much more integrated with Nature, with the soil and plants and animals than we live today. Lacking this perspective in our lives today inevitably generates many assumptions we have about their lives and their sicknesses, but many of these assumptions must be false if not at least highly questionable. As stated at the start of this essay, in order to gain a better grasp of life as it was lived centuries ago we must first divest ourselves of the encumbering preconceptions and key elements of our present life. That is a difficult but essential first step to gaining truly valuable insights about times past. We must also cultivate our imagination sufficiently to penetrate into the society of the present of which we are a part: one of the noblest and gravest tasks of any historian.

We often do not know what cause is and what effect in medicine is. Association is not causation, and mostly serves to generate assumptions. We think we know this and we spread a web of assumptions projected by us onto the world as we see it, but as indicated here, in order to reach truly insightful views we must very largely divest ourselves of these emburdening assumptions to reach the underlying truth. We do not know that worms and fleas and lack of hygiene were the root causes of many diseases in the past. It is actually an assumption we make. "The tendency of the human mind to run after things visible, that can be felt with the fingers, leads one to adopt foolish theories like the Bacteria doctrine and the Molecular theory." [Kent aphorims]

"I wonder if scientists reflect when they make statements about bacteria. Naturally they would say that the more bacteria the more danger, but this is not so." [Kent aphorims]

"Save the life of the patient first and don't worry about the bacteria. They are useless things." [Kent aphorims]

"The Bacterium is an innocent feller, and if he carries disease he carries the Simple Substance which causes disease, just as an elephant would." [Kent aphorims]

We do not know what it is like to eat 'unhygienic' food everyday and share our lives side-by-side with animals. We do not really know what it is like to drink filthy water every day and have human wastes piled up near our living place. We do not know how the immune system copes with such unsanitary conditions. How it becomes strengthened for example.

We today do not really know what human life was like with rats and mice scuttling about all over the place and chickens and dogs living intimately with human beings, and wastes lying around in heaps and eating unhygienic food and drink. We have no commonality of such experiences and so we must imagine ourselves into such life situations as best as we can. Even laying aside our strong prejudices, we do not really know whether such a lifestyle predominantly brings health and happiness or disease and misery, all the time or sometimes, for everyone or just for some. We think we know these things, but in actuality we have no idea how the delicate balance between health and disease actually functions in such conditions, and until we utilise the historical imagination and enter into this world richly and deeply as it actually was, then we shall never know these things. We shall never know such things, even though we carry with us a nexus of assumptions and preconceptions about how we think it 'MUST' have been. To know the truth must be the historians' primary task. Why then do we cling doggedly on to these absurd assumptions?

When we look at bird flu today we are faced with a similar controversy about the nature of social life and how to separate the real causes of sickness from the assumed causes. We see diseases allegedly coming from the East and becoming epidemics in Europe. To what extent these diseases truly originate in the east and follow a westwards route and to what extent they are as described is an open question. In order to better understand them, we must recreate the past as it was lived not as it was described in textbooks by people who have never travelled to those times in fact-enhanced imagination. Even in the case of major historical epidemics such as Bubonic plague and Influenza, the notion that this sickness was coming from the east along trade routes to a clean and uncontaminated Europe is a false one. Europe at that time was by no means a clean and uncontaminated place! It was just as fly, flea and rat infested as any place along those trade routes. The conditions were just as unhygienic, filthy and repulsive by modern standards as they were anywhere else. Therefore, we must be objective and face up to any unwarranted assumptions that taint the view we are painting.

We must look first to the primary balanced condition of man in order to understand the true meaning of health and sickness, not to his condition today which is far removed from that state. The primary or natural state of man was this close and largely harmonious association with animals, filth and the soil, which goes far deeper than is ever imagined by us today. This is the primary or natural state of man, just as it is the natural state of animals and plants...not in some sanitised, detached and notionally 'hygienic' state, where the balance between all the component parts, which existed so sweetly, has been disrupted and broken. In nature, for any animal or plant, there is a natural state of harmony with all its neighbours and associated organisms.

Food and diet must have had a very important bearing on the health and sickness of people in times past. What we eat and its quality and amount has a direct bearing on our state of well being, both mentally and physically. Excess is always worse than undernourishment and the ancients knew this very well. This is why regimen and restraint and fasting were such integral parts of all medical treatments even into the 19th century. Fasting, purging, emesis and temperance were the watchwords of all medical practice. It was well known empirically that emptying the bowels of wastes, and the entire digestive tract of food material, was a sure way to swiftly subdue the severity of any sickness. It also follows that much sickness was caused by overindulgence and plethora. This notion justifies not only purging and fasting but also bleeding as a successful form of medical intervention respected for centuries. Moderation in eating and strict regimen have long been recognised as the cornerstones of good health and longevity.

Diet and disease also brings with it the whole relationship between what we take into our bodies and the possible effects and imbalances that might generate. Today medicine has become overly obsessed with bacteria and viruses as if they are the root causes of all sickness, which is not the case and never has been. So much medical thinking is focused upon such alleged causes as infective particles, that pure empirical observation of the patient is not undertaken very thoroughly any more. Sickness is always a manifestation of an imbalance in the life and being of the person, and is not primarily the symptoms but a deeper underlying pattern of unhappiness or disruption. This reveals that the deeper patterns of imbalance within a person's life can be addressed and sickness abate or disappear completely.

There is no doubt that in past ages physical injuries, and one thinks especially of deep wounds and fractures, would have rendered people immobile for weeks on end, and in some cases death was inevitable even with good care from relatives and neighbours. Broken limbs require rest to heal properly and in some circumstances such rest was not possible. There is also no doubt that suppurating wounds, tooth abscesses and such like would have been almost fatal in many cases simply due to ineffective means of treatment.

Another important factor is fellowship...all animals like fellowship with their own kind and man is no exception. We need close proximity to each other and things go wrong when we lose this key aspect in our lives or societies, when we somehow become alienated from the herd. Fish have a visual and tactile field of fellowship, insects, like dogs, have a chemical or olfactory field of fellowship [as well as sound in some cases] and plants seem to have a tactile and chemical field of fellowship with one another through their roots and leaves. Many mammals and birds have tactile, olfactory and sound forms of fellowship and communication. Only when these fields become disrupted and broken do problems arise. Disease can be depicted as a loss of love or social cohesion and that idea is a very fruitful one.

We are wrong to project onto the living world our own desire for tidy, clean and sanitised relationships between organisms, and to do this is to try and impose an unnatural order on things. That is not the way things are; it is not the primary state of affairs. Man has become progressively detached from the natural world in the last millennium or so, and it is this detachment which might have engendered the deep imbalances in our relationships with other organisms, including bacteria and viruses...imbalances that do not and did not exist in the primary condition of man. These outer imbalances have created in turn internal imbalances which favour sickness over health. It was these previously delicate balances that enabled our ancestors to live healthily in spite of what appear to us to be very tough prevailing conditions. It is these delicate associations with fleas, worms and the soil, with 'filth' to some degree, which enabled their immune systems [their vital processes] to be so strong and to resist diseases. Manifestly, there was therefore less sickness then than today. Hard to believe, but almost certainly true. People in all previous times were much tougher than we are today, much hardier and used to hard physical work and long hours.

In ancient times, doctors believed that "disease comes about...through an excess of heat or cold...a surfeit or lack of nutriment...from external causes...overwork, hardship," [Nutton, 47] etc. Equally, "what preserves health is the equal distribution of [the body's]...forces," [Nutton, 47] or the "harmonious blending of qualities." [Nutton, 47] Health then "depends on a balanced mixture...[and] a complete blending together of all the body's forces." [Nutton, 47-8] Throughout the medieval period also there was a predominant "belief that good health involved an equilibrium," [Bullough, 191] and that sickness represented "a body out of balance." [Bullough, 191] The aim of medical treatment was thus always "to establish the proper equilibrium," [Bullough, 191] and so to restore harmony to the body's functions. Treatments were designed to "get the body in balance." [Bullough, 192] Given that "the sick body is in some way out of balance, it must be brought back into balance either by removing whatever is in excess or by building up whatever is deficient." [Nutton, 97] Such a sentiment has clearly underpinned medicine for centuries and seems inherent to it. The medieval physicians believed that "the welfare of the soul was dependent upon the proper mixture of the humours." [Debus, 20]

The root cause of all sickness is an internal imbalance which does not flow from any of the external conditions of a man's life. It flows from within and is primarily an internal derangement of the vital processes [susceptibility] and the body's innate capacity to live comfortably with those external conditions. Once this capacity is weakened by some inner disorder, then sickness repeatedly makes its appearance and may become chronically imbedded. We should not look to the outer condition of man for the causes of sickness, but internally for the root causes. In normal good health we live in complete harmony with prevailing conditions. It is only when we become sick that we can see that this harmony has been compromised, broken down and actually precedes and underpins the sickness state. There is an internal change that precedes the descent into sickness. Thus, healing always means to restore this internal state of balance. "The microbe is not the cause of disease. We should not be carried away by these idle Allopathic dreams and vain imaginations but should correct the Vital Force." [Kent aphorims]

Therefore, we can see that the reductionist and fragmentalist view science takes of the world, has 'polluted' medical thinking sufficiently to leave people today unable to fully comprehend the empirical nature of sickness and health in their original state...man today has detached himself from the soil and parasites to such a degree that he is in an innately imbalanced state with his surroundings and so un-health, dis-ease is rampant and he is wide open to diseases that never existed before and also his susceptibility has grown in direct proportion to the decline of his intimate engagement with the pristine world of nature, that is his primary condition. Science has encouraged our severance from the natural world and so we lack holism, we lack the deep connectedness with Nature that we need in order to live happily, contentedly and healthily.

When Porter states that "our ‘primitive’ ancestors were thus practically free of the pestilence that ambushed their ‘civilised’ successors and have plagued us ever since…together with dangers, injuries and hardships, there were ailments to which they were susceptible," [Porter, 16] he is wrong. And maybe he assumes too much. He also says: "soil-borne anaerobic bacteria penetrated through skin wounds to produce gangrene and botulism; anthrax and rabies were picked up from animal predators like wolves…game would have transmitted the microbes of relapsing fever…brucellosis and haemorrhagic fevers. Other threats came from organisms co-evolving with humans, including tapeworms, such bacteria as Treponema, the agent of syphilis, and the similar skin infection, yaws." [Porter, 16-17] This is to view the past solely through the eyes of a modern scientist and is irrational fantasy.

And further that "permanent settlement afforded golden opportunities for insects, vermin and parasites." [Porter, 19] "the scales of health tipped unfavourably, with infections worsening and human vitality declining." [Porter, 19] Why? When he says, "vermin learned to cohabit with humans, insects spread gastroenteric disorders, and contact with rodents led to human…diseases like typhus," [Porter, 21] then this is not true, as so-called vermin was there from the start. Man got caught up in "a disease net involving rats, fleas, and the plague bacillus." [Porter, 25] And when Porter says, "domesticated animals proved perennial and often catastrophic sources of illness, for infectious disease riddled beasts long before spreading to humans," [Porter, 16] they did not and are not sources of illness. This again is fantasy. He does not wish to elucidate the primary condition of man, and nor is he concerned with the harmonious association man must inevitably have had with filth, domesticated animals and with parasites for many millennia before imbalances appeared. In which case, does this not all represent the most reprehensible and wholly unjustified form of bacteriological imperialism. These are dogmas being taken into the past to 'explain' things, or even to imagine things that never actually happened. And is it not an unproven catalogue of errors deriving from a dogmatic breed of scientific reductionism utterly oblivious to social realities?

How is it really credible that in his primary state man lived in harmony with filth, animals and parasites for millennia and then suddenly for these natural factors to be invoked as the root causes of all sickness? It is illogical and inconsistent with the primary state of man. As Kent says, it is really an "idle allopathic dream," to credit such ideas with any genuine historical or medical value.

Conclusion

It is clearly very hard for us today to come to any certain knowledge about the past, and the further back we go the harder this becomes. We should always exercise great caution in making any interpretations of events in past ages. We should first purge ourselves of all modern concepts and views, preconceptions and habits of mind. We must strive very strictly to view the past as it actually was, not as we think it might have been. We must not reach for hasty decisions about the root causes of sickness in any age. The truth often requires long reflection and the tedious collection of data. Man’s integration with Nature was his primary condition, a state we today have strayed from by a very wide margin. It requires a special leap of the imagination to realistically place oneself back into the medieval or any more distant epoch.

Science, with its fragmentalist approach, is a deeply flawed historical tool, it is the "narrowness of causal approach," [Guttentag, 1186] which blinds more than it illuminates about past ages. Burdened with a heavy cargo of assumptions, it tells us little about the daily lives of human beings centuries ago, and yet it is in the daily lives of people that the causes of their sufferings lay hidden. The historian’s task is to reach into any epoch and successfully reconstruct its zeitgeist, its essential features. It is an act of empathy and imagination as much—if not more than—one about facts and figures, names, dates and places. The historian is aided by knowledge of people today and the constants in human life of any age.

So-called bird flu has arisen in a place where there is still today an intimate and largely harmonious association between man and animals, but that is man’s primary or natural state and the number of cases is minute compared to the huge numbers of people living in that intimate association. What needs to be investigated is the health status of that tiny minority of individuals who have succumbed to this sickness, which would presumably reveal the underlying internal imbalance that led to their susceptibility to a virus completely harmless to the millions of other people around them, who are also living in intimate association with animals, but for whom the virus has done nothing. Then something of value might finally emerge from the whole sorry episode.

Another key aspect concerns the similarity between medieval societies in general and the social life found in ‘poor’ countries today. Because in his primary state—as in most poor countries today—man lived in intimate contact with animals, wastes, excrement and parasites—arguably to which he is innately very well adapted—so, his general condition of health is much different from and so not very comparable with that of modern western man in so-called ‘advanced’ societies or ‘rich’ countries, where there is only minimal such exposure to pathogens and where man exists much more distant from his ‘natural state.’ Therefore, one can argue for the strong possibility that the health and sickness ‘rules’ that we derive from the study of modern man are not necessarily applicable in the far tougher and more resistant breed of people who lived in medieval times or in the ‘poor’ countries today. They were much tougher people and more resilient to germs than we are today or in the west. Therefore, in all likelihood it is inappropriate to transfer those concepts of health and disease from modern ‘sterile’ societies in rich countries to people in times past or in poor countries, as the two groups of humans are radically different in health and sickness terms. This is a powerful argument against that ingrained allopathic and reductionistic habit of treating all people as a global, homogeneous and undifferentiated mass, which they clearly are not.

Therefore in a sense, "the invading organism is not any longer considered to be the cause of the disease." [Guttentag, 1186] For, "the carrier who harbours the parasite but does not suffer from the disease reveals...the lack of justification for characterising the invading parasite as the cause." [Guttentag, 1186] We must consider "the qualitatively and quantitatively different reaction of different individuals towards the same," [Guttentag, 1186] disease, and engineer treatments for the patient, not the so-called ‘disease.’ Of paramount importance is "the differing seriousness of an epidemic among its different victims." [Guttentag, 1186] Fact is that "the reactivity of the organism, its constitution, is as important as the encountered specific external factor," [Guttentag, 1186] that triggers the sickness in any individual, such as the alleged germ.

 

[Angelica Hair]

In the 1918 avian influenza epidemic US doctors in army camps and on troop carriers reported great success when treating their men with homeopathic medicines. In Philadelpia Dr. W. Pearson collated the results from 88 homeopathic doctors who treated 26,795 influenza patients, with 273 deaths or a 1.056% mortality rate, while the old school mortality was 30%. Dr. Edmundson tells how one physician in a Pittsburgh hospital asked a nurse if she knew anything better than what he was doing, because he was losing so many cases. “Yes, Doctor, stop Aspirin and go down to

a homeopathic pharmacy, and get homeopathic remedies.” The Doctor replied: “But that is homeopathy.” “I know it, but the homeopathic doctors for whom I nursed have not lost a single case”

she replied.

Today homeopaths are as likely to be seeing patients with ADHD, anxiety states or depression as they are acute illnesses like influenza. Recent randomised controlled trials (RCTs) published in Europe looking at the use of homeopathic treatment vs placebo for children with AHDH found beneficial effects continued long after homeopathic treatment had been completed. A variety of published peer-reviewed research also demonstrates the effectiveness of homeopathic treatment over placebo for people with conditions such as fibromyaglia, asthma, diarrhea, ear complaints, musculo-skeletal problems, hayfever, and women’s hormonal problems. A summary of RCTs research can be found on the New Zealand Council of Homeopaths website www.homeopathy.co.nz

We are at an exciting time in our understanding of how the human body heals itself. Over the past 20 years many more homeopathic medicines have been researched and can now be found through powerful search engines. Through individualised consultations, our patients may develop a greater understanding about how our internal world of rational and irrational thoughts and feelings are initimately connected to our physical symptoms and story of our lives.

 

[Pam Pappas]

A discussion of the 1918 influenza, its treatment by both conventional medicine and homeopathy and the most often used remedies. Submitted by the American Medical College of Homeopathy (AMCH)

“One of the first duties of the physician is to educate the masses not to take medicine.”

                                                                                             William Osler MD 1849-1919

The year 2008 marked the 90th anniversary of the 1918 influenza pandemic, one of the greatest infectious calamities in human history. Pandemics -epidemics so large they envelop the entire world- have appeared several times in recent centuries. But in this case, 50-100 million people died, with 500,000 - 675,000 in the U.S. alone. Extremely virulent, this influenza killed people in the prime

of their lives very quickly.

Recent spread of H5N1 avian influenza viruses through Asia, the Middle East, Europe, and Africa raises wariness about another pandemic. Genetic sequencing of the 1918 virus from victims’ frozen

lung tissue shows that it, too, was an avian one (H1N1). Although wild migratory waterfowl serve as reservoirs, many feel H5N1 actually spreads through movement of domestic poultry, poultry products, or infected material from poultry farms.

However it travels, H5N1 has been getting enough air miles to be alarming.

Preparing for a pandemic generates many concerns, with probable shortages of antiviral medicines and ventilators leading the list. Despite rapid need in a pandemic, vaccines require 4-6 months to make.

Non-pharmaceutical interventions such as isolation of ill people, quarantine of those having contact with them, school and selected business closure, and cancellation of public gatherings can limit spread.

But these alone cannot stop a pandemic.

In light of these worries, we physicians might benefit from exploring all possible treatment approaches. Classical (single remedy) homeopathy, a controversial 200-year-old system of medicine developed

by H., was one of the treatments used during the 1918 influenza pandemic. Few people might realize, that although seeing equally ill patients, homeopathic physicians had much less patient mortality than their allopathic counterparts. For instance, one series of 26.795 cases of influenza treated by homeopathic physicians showed a mortality rate of 1,05%, while that of the average conventional school was ~30%. Another collection of 6602 cases treated homeopathically had only 55 deaths, showing a mortality rate of .8%.

Although a current Medline search yields 470 papers about the 1918 pandemic, none of them mentions homeopathy’s role in patient care. This omission seems less surprising in light of recent research documenting the example of desired “positive” antidepressant trials being selectively published in medical journals. Nevertheless, homeopathic medical journals did exist during this time, recording clinical material as above.

When the pandemic struck Philadelphia in 1918, Isaac Starr MD was a 3rd year student at University of Pennsylvania School of Medicine. In an essay describing his experiences tending patients, Starr noted that they often presented with fever alone but deteriorated drastically.

“As their lungs filled with rales the patients became short of breath and increasingly cyanotic. After gasping for several hours they became delirious and incontinent, and many died struggling to clear their airways of a blood-tinged froth that sometimes gushed from their nose and mouth. It was a dreadful business.”

Other symptoms included nausea with profuse watery diarrhea, intense muscle and joint aches, general malaise, and hemorrhages from nose and mouth. Disparity between pulse and temperature

(high temperature with slow pulse, or vice versa) was often noted. Victims would turn a purplish, grayish, or “strange shade of heliotrope” hue, leading some to call this influenza the “Purple Plague” or “Purple Death.” A particularly ominous sign was bilateral ptosis of the eyelids. Many, such as William Osler MD, developed fatal bacterial pneumonias; this and an ensuing empyema caused

Dr. Osler’s death. More recent research indicates that patients may have experienced “cytokine storms” with severe dysregulation of immune response, leading to a total systemic collapse. Starr writes that “the deaths in the hospital as a whole exceeded 25% per night during the peak of the epidemic.”

Conventional allopathic treatments for this illness included atropine, injections of camphor in oil, “applications of guaiac”, cupping, large doses of aspirin, quinine, “imperial powders” (a mixture of potassium bitartrate, sodium citrate, and sugar), castor oil, digitalis, and heroin for cough and insomnia.

In contrast, classical homeopaths treated patients by observing their symptoms, and matching these as closely as possible to indicated homeopathic remedies. The very name “homeopathy”, means “similar suffering”. Homeopathy holds that a substance causing certain symptoms in an overdose can cure someone ill with these symptoms when given in a precisely diluted and succussed (shaken) form. This is said to stimulate the body’s self-regulatory systems in a very specific way, throwing off the illness causing the symptoms.

Gels. and Bry. were most common homeopathic remedies used during the 1918 pandemic. Gels. (false jasmine) comes from the Loganiaceae family of evergreen twining shrubs; Bry. (white bryony) belongs to the Cucurbitaceae (gourd) family. Symptoms corresponding to Gels. include extreme muscle weakness and trembling, body aches, feelings of incredible fatigue, heaviness, and apathy, and eyes that can hardly stay open. The person almost always has a severe, throbbing headache that is relieved by urinating; also, there are cold shivers running up and down the back. With a puffy, red, and congested throat, the patient is often thirstless. Patients needing Bry. also have intense body aches, and they are immensely disturbed by movement (eyes). Oddly, > with steady pressure on the painful part, such as wearing a bandage on their aching head. They are very irritable, wanting to be left alone in quiet. Dry: mucous membranes/cough/mouth; very thirsty (unlike Gels.’s thirstlessness).

Another peculiar feature of Bryonia is desire for cold drinks during chills.

Homeopathic physicians also used other remedies such as Phos., known for its usefulness in hemorrhages, sudden prostration, and dry, hacking cough with illness going quickly to the chest.

Bell. (sudden onset; high fever; red, flushed face, throbbing headache; and dilated pupils) and Bapt. (stuporous patients with putrid, offensive mouth, stool, and perspiration odors) came in handy as well.

Besides addressing symptom pictures with appropriate homeopathic remedies, classical homeopaths differed from their allopathic counterparts by refusing to use aspirin. Many homeopaths felt this drug, which was fairly new at the time, worsened patients’ illnesses. As Frank Newton MD of Somerville MA noted, “aspirin was taken until it caused prostration and the patient developed pneumonia.”

Doses of aspirin ranged from 5 - 10 grains (64.7 mg/grain) and often more every 3 hours; today’s physicians recognize potential toxicity in such amounts. Also, physicians of that era did not know about Reye’s Syndrome, a catastrophic neurological and hepatic deterioration more common when aspirin is used in influenza. It can occur even in adults. Other potentially problematic medications included opium, coal tar derivatives, digitalis in high doses, and quinine.

Despite dire circumstances, human prejudice remained intact; this could also have affected the care patients received. For example, in “Homeopathy in Influenza – A Chorus of Fifty in Harmony,”

[W.F. Edmundson]:

“One physician in a Pittsburgh hospital asked a nurse if she knew anything better than what he was doing, because he was losing so many cases. ‘Yes, Doctor, stop Aspirin and go down to a homeopathic pharmacy, and get homeopathic remedies.’ The Doctor replied: ‘But that is Homeopathy.’ ‘I know it, but the homeopathic doctors for whom I have nursed have not lost a single case.”

Might a confluence of medical efforts improve patient outcomes in a future pandemic? Homeopathy is a low cost, low risk, accessible form of treatment that could benefit many in such a crisis. Also, influenza symptoms are often dramatic and fairly easy to characterize. In an epidemic, a handful of homeopathic remedies tends to emerge as frequently useful in a given geographic area. These remedies become known as the “genus epidemicus” for a given outbreak, and can sometimes be used preventively. Dr. Hahnemann did this with an epidemic of scarlet fever whose symptoms corresponded to Bell.; all children receiving a very small dose of Bell. early enough remained free of this highly contagious illness. Oscillococcinum is a homeopathic remedy that may decrease the intensity of -and recovery time from- influenza, even though not preventing it altogether. Another possible preventive is Influenzinum, a homeopathic remedy made from each year’s current flu vaccine. However, efficacy might not carry over to an emerging pandemic influenza strain.

 

[Lois Bergman]

            Eup-per.: very thirsty with the flu, and have a great deal of muscle pain.

            Bapt.: feels very weak and listless. The pain felt in the bones. Also flu symptoms that are centered in the stomach. Early stages of any flu.

Ars.: anxious and chills with restlessness. Burning, and while thirsty, will only drink a small amount at a time.

Gels.: feels weak and has a low fever. The person may shiver as well. After a flu without full recovery, continues to feel weak and worn out after having the flu.

 

[Hpathy.com or ‘Homeopathy 4 Everyone’]

Some “other” Remedies for the Flu

Tub.: In relapsing, unsatisfactory cases. Great changeabilitly, restless weakness, pungent sweat and breathlessness. After two or three doses, another remedy should be watched for. Pointer a family background of Tb.

Pyrog.: Serious septic cases. Restlessness is intense and there are icy chills and the pulse is out of proportion to the fever (high fever/low pulse or the reverse).

Op.: Bapt. as grave, but more chesty. Hot sweaty, sleepy, very ill but strangely uncomplaining. Imagines he is away from home (Bry.) and that there is nothing wrong with him (Arn.). Acuteness of hearing in spite of semi-stupor (elderly patients with obstinate constipation).

Cupr-met.: Grave cases. Violent cramping colic and cramps in hands and feet with bluish face and thin bloody discharge from nose and lungs. Violent suffocating spasms in chest; cough better from cold drinks.

Verat-v.: Faintness and sweating similar to Verat., but much greater congestion to the head and a dark red face. Often a red streak down center of the tongue and bad, sweetish taste. Thirst similar to Phos.

Ip.: rattling in chest and wheezing (Ant-t.), and nausea in early bronchitis, but not so ill as when Ant-t. is needed, and the condition comes earlier in the disease.

 

[Henry N. Williams]

Question: All around me people are coughing, sneezing and complaining about the flu. Suggestions for ho­meopathic remedies to take dur­ing this time.

Answer: We have just passed through the season to be jolly, now we have the season of FLU or GRIPPE. What can we do about it? The Ohio State Homeo­pathic Medical Society Newsletter of November recommends these homeo­pathic remedies for different variations of the flu.

Dulc.: symptoms come on with a change to damp, cold weather. One gets chilled, wet, or both. It should be given when there is congestion in the nose, whether or not there is a profuse, discharge. Conditions with discharge from the eyes, cough < after physical exertion, muscle pains in the neck, back, arms, and back, coldness of single parts, (fever, and sometimes diarrhea).

Hep.: Sensitivity to drafts.

Hydr.: burning, profuse nasal discharge from the nose

Kali-bi.: 2 - 3 h., with tenacious yellow or green discharges.

Merc.: profuse sweating, foul breath and excess saliva < at night.

Nat-m.: < 10 h. a profuse nasal discharge, a loss of taste and smell and frequently comes on with sneezing.

Acon.: onset of a cold, may prevent the flu.

Puls.: later stage of illness when the secretions are thick, yellow, profuse, and bland. The patient heals better in the cool open air.

In the past, Gels. was the remedy for the flu, but it is not so today. I have found that Bry. is effective more often in an epidemic.

Eupat-p.: for the bone pain.

One patient found CAMPHOR to help stop a cold or flu.

Infludo w extensively used. Combines Acon. Bry. Eupat-p. Phos. Sabad. in low potencies.

Gelsemium Comp. wa Combines Gels. Bry. and Vivianite has worked wonders at the onset of flu in weak and susceptible individuals.

These area few of the remedies that have been found helpful in treating the flu. However, once you have found the remedy that is needed for yourself or one of your family, it may work next time the symptoms recur. Many times, the same remedy, or one related, will do the trick. If you do not get clear results in a day, or if the symptoms are threatening, I advise you to consult your physician.

 

[Sven Sauter]

Die Influenza, deutsch »echte Grippe«, wird durch Influenzaviren verursacht.

Im Volksmund wird die Bezeichnung „Grippe“ häufig für grippale Infekte verwendet, bei denen es sich aber um verschiedene, in der Regel deutlich harmloser verlaufende Viruserkrankungen als die »echte Grippe« handelt.

Gattungen: Influenzavirus A, Influenzavirus B, Influenzavirus C

Die Influenzaviren existieren weltweit. Man unterscheidet grundsätzlich 3 Gattungen von Influenzaviren: A, B und den eher seltenen C-Typus.

A-Typus: der einzige, der Pandemien verursacht. Er benutzt als Wirte hauptsächlich Vögel.

Bei Vögeln ruft die Ansteckung die folgenden Symptome hervor: Allgemeine Schwäche (Apathie, Inappetenz, stumpfes, struppiges Federkleid), hohes Fieber, erschwerte Atmung, Ödeme an Kopf, Hals, Kamm, Kehllappen,

Beinen und Füßen, Blauverfärbung von Haut und Schleimhäuten, wässrig-schleimiger und grünlicher Durchfall, neurologische Störungen (sonderbare Haltung des Kopfes, Störungen der Motorik). Die Legeleistung sinkt, die

Eier sind dünnwandig oder schalenlos. Die Mortalität in Hausgeflügelbeständen ist sehr hoch. Infizierte Wasservögel und Schweine erkranken selbst meist gar nicht oder werden zumindest nicht schwer krank.

B-Typus: befällt nur Menschen.

C-Typus: befällt Mensch und Schwein. Er führt bei Menschen jedoch nur zu milden Erkrankungen.

Als Reservoir für Grippeviren und Hauptüberträger der Krankheit gelten Wasservögel.

Die Zugvögel unter den Wasservögeln tragen dabei logischerweise am stärksten zur Verbreitung bei.

Die Wasservögel infizieren Meeressäuger (Seehunde, Wale, Delphine), Nagetiere (Ratten, Mäuse, Marder), Haustiere (Katzen), Nutztiere (Pferde, Schweine) andere Vogelarten und Geflügel.

Da die Grippe von Tieren auf Menschen übertragen werden kann, gehört sie zu den Zoonosen.

Es sind jedoch nicht alle Virentypen auf den Menschen übertragbar. Zudem sind bestimmte Erreger-Typen zwar von Tieren auf Menschen übertragbar, aber nicht von Mensch zu Mensch.

Grippeviren verändern ihre genetische Struktur ständig. Wenn ein Vogel oder ein Schwein von unterschiedlichen Viren zugleich befallen wird, kann es zu einer Durchmischung des Erbguts der Erreger kommen, wodurch ein neuer Erreger-Typus entsteht.

Grippeepidemien haben ihren Ursprung immer in Gebieten, in denen Menschen sehr nahe mit Geflügel und Schweinen zusammenleben.

Die Ansteckung geschieht über eine Tröpfcheninfektion, durch Kot und über den Kontakt mit kontaminierten Organen (Fleisch, Haare, Gefieder) und Objekten (Gläser, Teller, Besteck usw.). Influenzaviren können mehrere Stunden außerhalb des Körpers überleben und sind vergleichsweise unempfindlich gegen Austrocknung.

Die Grippe hat in den nördlichen Zonen einen saisonalen Höhepunkt im Herbst/Winter.

In den Tropen gibt es keine saisonale Ausprägung der Erkrankung.

Menschen, die sich mit einem Grippevirus infiziert haben, können andere Menschen, lange bevor sich die ersten Symptome der Krankheit zeigen, anstecken. Der Zeitpunkt, ab dem ein infiziertes Individuum in der Lage ist, andere Lebewesen anzustecken, wird mit 2,5 - 4 Tagen geschätzt.

Gefährlich ist die Krankheit in den Industriegesellschaften vor allem für Kleinkinder und alte Menschen. Zudem sind Menschen, die an chronischen Herz-Lungen-Erkrankungen, Nierenschwäche oder an Stoffwechsel-krankheiten (Diabetes mellitus, Sichelzellen-Anämie) leiden und Menschen mit Immundefiziten (Aids-Patienten und Patienten im Rahmen einer immunsuppressiven Behandlung) stärker von Komplikationen betroffen.

Jedes Jahr erkranken nach Schätzungen der WHO 10 - 20% der Weltbevölkerung. Jährlich sterben ca. 250.000 Menschen an der Grippe. Die Sterberate in Europa wird auf 0,3% der offiziell Infizierten geschätzt.

Die Grippe hat auch eine politische Dimension: Eine drohende Pandemie erlaubt es den Regierungen, den Notstand auszurufen. Dadurch kommt es zu einer Einschränkung der Grundrechte der Bürger. So kann die Versammlungsfreiheit reduziert werden und die Post und die Wohnung von Bürgern dürfen ungefragt durchsucht werden. Weiter kann es zur Verordnung von Zwangsmassnahmen wie Behandlung, Impfung, Absonderung in entsprechende Einrichtungen (Quarantäne) kommen.

Symptome treten nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis Tagen auf. Da die Krankheitsanzeichen relativ unspezifisch sind, können sie mit vielen anderen akuten Atemwegserkrankungen verwechselt werden.

In der Regel halten die Symptome 7 - 14 Tage an.

• Appetitlosigkeit

• Atemnot

• Augen, tränende

• Augenschmerzen

• Cyanose.

Die „Spanische Grippe“ 1918 wies als untypisches Symptom eine blau-violette Verfärbung des Gesichts auf, die vom Ohr ausging. Zum Teil beschränkte sich die Cyanose jedoch auch lediglich

auf die Lippen. Wenn sie sich auf andere Körperteile ausdehnte wurde dies als sicheres Zeichen für den bevorstehenden Tod des Kranken bewertet.

• Diarrhoe

• Erbrechen

• Fieber

- hohes Fieber (bis 40°)

• Gelenkschmerzen

• Gliederschmerzen

• Husten

- trocken

• Kehle, trockene

• Kopfschmerzen

- Schädeldach

- Stirn

• Krankheitsgefühl im ganzen Körper, ausgeprägtes

• Magenschmerzen

• Müdigkeit

• Muskelschmerzen

• Photophobie

• Schleimhäute geschwollene

• Schnupfen

• Schüttelfrost

• Schwäche

• Übelkeit

Komplikationen

A) Typische oder Bekannte

• Encephalitis.

In seltenen Fällen, vor allem bei Kindern, kann es zu einer Encephalitis kommen.

• Herzbeschwerden

- Arythmie

- Endocarditis

- Myocarditis

• Pneumonie.

Eine grippebedingte Lungenentzündung (Influenzapneumonie) kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

• Suprainfektion.

Sekundäre Infektionen mit Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae. Dadurch kann es zu den folgenden Erkrankungen kommen:

- Encephalitis ( Gehirnentzündungen) und

- Meningitis (Hirnhautentzündung)

- Myokarditis (Herzmuskelentzündung)

- Myositis (Entzündung der Skelettmuskulatur)

- Pneumonie

• Nierenversagen

B) Untypische oder Unbekannte

• Augenerkrankungen

• Encephalitis Lethargica = eine Form der Hirnhautentzündung, die mit unkontrollierbaren Schlafanfällen und temporären, an die Parkinson-Krankheit erinnernde Störungen einhergeht.

• Nagelveränderungen

• Neurologische Erkrankungen, resp. Funktionsstörungen

• Psychosen.

Der Oberstabsarzt Friedrich Münter schreibt in einem Sanitätsbericht über das Deutsche Heer im Weltkrieg 1914/18, dass keine Seuche so viele akute und chronische Psychosen hervorruft wie die Grippe.

 

 

Vorwort/Suchen                Zeichen/Abkürzungen                                   Impressum