Miasma Tuberculinum (Sykosis o. Psora ó Tuberkulose Syphillinum) = Pseudo-psora Anhängsel

“Die Hoffnung stirbt zuletzt” 

 

[Sankaran]

Hectic (Intense) activity Suffocation Trapped Closing in Change Freedom Defiant Tuberculosis Oppression Desire to change

[Leon Vannier]: collected 530 observations grouped into 2 categories:

Tuberculinics (those predisposed):

1st the febrile (without apparent? reason);

2nd subject to colds (has cold after cold, coryza after coryza during the winter);

3rd dental patients (persons predisposed to tuberculous seem to make a rendezvous with the dentist's chair);

4th constipated persons;

5th cardiac patients (functional heart disease).

6th tuberculous person.

 

Tuberculinum                                          (Sykosis o. Psora Tuberkulose Syphillinum) 

                                                                                  (Tuberulinie Nat-p. Sykose)

 

Aspects: Stimulation/travel/expressive/dancing (>)

                            Fears/control/Obsessive - compulsive disorder - - Fear (apprehension/dread)

Tubercular Miasm: Intense oppression and a desire for change. The reaction is intense, hectic activity in order to break free from this oppression. hectic; suffocation; trapped; change;

activity; freedom; defiant; tuberculosis; oppression

Often called pseudo-psora. Tubercular Miasm has its own identity, but can become combined with the other three miasms. (AIDs and hyperkionesia are related to this miasm).

Ear, nose and throat, lungs, and kidneys. Always tired, averse to work, and wants constant changes. He may suffer from recurrent colds, ear infections and catarrh, and have thick yellow/

green discharges, and have a hard, dry cough during sleep. May be thin but hungry, may have a china doll face, and be constantly chilly.

There may be a history of tuberculosis in the family. There may be childhood eczema and itching, < bathing/undressing.

He will be constantly chilly, have a very active mind, be discontented and restless, and loves travel. He may have a fear of animals, especially cats and

 dogs, and have an unreasonable fear of medical examination.

He will like the open air and open windows, there may be thick, yellow discharges which smell cheesy, and there may be constant catarrh.

He may thrive better on fats and fat food, not be able to easily digest starched, and may have an intolerance to milk, but crave cold milk. Symptoms may be

<: cold/wet weather/dampness;

 

[Todd Rowe]

A suggestion: toasted or burned remedies tend to be more Tubercular (refer Spongia tosta).

 

Schlüsselwort: Eigensinn; Lösung: negativ: Sich ausgenützt empfinden/unzufrieden; positiv: Ändern;

Positiv: Eiserne Konstitution;

Negativ: Leitsymptome:

   Periodische Kopfschmerzen

   Schnelles Wachstum

   Erkältung, Ateminfektionen, Pneumonien

   Immer wiederkehrende Erkrankung/Schweißneigung (nachts)

   Unzufrieden/ständig auf der Suche

   (Innere) Ruhe-/Rastlosigkeit

   Will immer neue, stärkere Reize

   Angst vor Stillstand

   Zielgerichtet, berechnend, rücksichtslos

   Überaktive, aber schnell erschöpfte, kollapsige Menschen

   Angst vor großen Tieren (Pferde/Kühe)

Tubercular subject over-sensitive to everything (weather/cold drafts). Tuberkulinie tobt sich im Ohr und Zähnen aus.

Desire to travel/desire for change, ennui, fear of things remaining the same or getting stuck, the need to break free, frenzied activity, weight loss and emaciation, feeling of suffocation and narrow tight places,

desire for open air, and restlessness. The feeling of being trapped and wanting to escape was particularly prominent. This manifested in several provers in the idea of needing to rise to the surface in order to breathe.

These ideas are characterized further in the proving themes.

Starrsinn, verfolgt Ziele mit eisernem Willen bis zur Selbstzerstörung, hat immer Recht, will eigene Vorstellung exakt umgesetzt sehen (Hilfeleistung an anderen). Kennt höheren Gesetzen/Autorität nicht an

(kann sich nicht an Diätrichtlinien halten), kann sie mit diebischer Freude unterwandern. Gehemmt werden löst Ärger bis Zerstörung aus. Kinder essen nur, wenn Menge ihrer Vorstellung entspricht.

Voller Hoffnung, von sich selbst überzeugt.

Sehr warm.

Lebt am Rande der Legalität (obdachlos/Nomade)/will in eine Höhle (Ähnliches) leben.

Heißer Konstitution/weigert sich zu schützen/erkrankt durch Kränkung. Krank sein löst Angst aus. Entzündung mit Eiter/ Heat flushes + desires fanning and cold bath Würmerbefall

Ever encroaching and eventually fatally suffocating infection. Rebels, struggles, longs for freedom from his condition. He hurries to live his life even as he intuits that it is burning away from him.

He feels the walls closing in upon him. His loved ones cannot be trusted. He suffers from respiratory conditions, persecution complex, deformative arthritis.

< nachts/Gefangenschaft; >: abends/nachts/Bergen/Wärme/Licht (in Maße)/Reiten;

 

Tuberkulin: Blau. Calc-p. Dros. Kali-c. Phel. Phos. Puls. Spong. Stann-met. Tub.

Abrot. Acal-i. Agra. Ant-t. Aphis. Apis. Apisin. Aran. Aran-ix. Aran-s. Arg-p. Ars-i. Atrax. Atro. Aur-p. Avic. Bac. Bals-p. Bar-c. BCG. Bomb-chr. Bomb-pr. Bruc. Bromium. Calc-i. Calc-p. Canth.

Canthin. Cere-b. Cimic. Cimx. Cist-c. Cit-v. Coc-c. Cocci-s. Coff. Culx. Dor. Dros. Elat. Euon. Ferr-i. Ferr-p. Fl-ac. Form. Gall-p. Gins. Guai. Helo. Jug-c. Iod. Kali-p. Kreos. Lac-eq. Lat-h. Lat-k.

Lat-m. Lepidoptera. Lith-p. Mag-p. Myg. Myris. Myrt-c. Nat-p. Ol-j. Olnd. Ped. Phel. Phos. Pix. Plb-p. Prun-c. Pulx. Rumx. Ruta. Salx-n. Samb. Scol. Seneg. Spong. Stann-met. Suc-ac. Tarent.

Tarent-c. Tela. Teucr-s. Ther. Thiosin. Triat. Trom. Ust. Verb. Vesp. Zinc-met.

Eucal. Menth-p. Ol-j. Pix-l. suc-ac. Thios.

Nosoden Tuberculinum-Gruppe: Brucella, Hippocaeninum, Tuberculinum Bovinum, Tuberculinum Koch, Bacillinum, Tuberculinum Avis, Mycobacterium Avium Paratuberculosis (MAP), Leprominium, Diphtherinum

Nosode: Tuberculinum + Tuberculinums allgemein

Vergleich Psora - Sykose - Syphillinie - Tuberkulinie

Stuntman/Märchen: Rotkäppchen

 

[Sven Sauter]

Das tuberkuline Miasma - die Tuberkulinie

• Abwechslung verlangt danach

Die Tuberkulinie

muss immer etwas Neues haben und machen.

• Armut. Tuberkuline Menschen haben in ihrem Leben oft eine Zeit grosser Armut kennengelernt. (DD.: Psora)

• Ausdauer, mangelnde.

90% der Wegstrecke schafft der tuberkuline Mensch wie von selbst, aber auf den letzten 10% verlässt ihn die Kraft und er benötigt Unterstützung von anderen.

• Avantgarde. Die Avantgarde in den Künsten ist ohne die Hilfestellungen der Tuberkulinie nicht denkbar.

• Berge, alpiner Raum. Der Aufenthalt im alpinen Raum bessert die Beschwerden der Tuberkulinie. (DD.: Syph.)

• „Born to be wild“.

Die Tuberkulinie widersetzt sich den gesellschaftlichen Normen, Regeln und Zwängen.

• Drogen:

- Amphetamine, »Speed«.

- Coffein (Guarana, Kaffee)

- Kokain

• Emigration, Migration, Exil, Fremd-Sein.

Die Tuberkulinie ist das Miasma des Exils, sie ist eine Begleiterin der Fremden. Wer sich dauerhaft fremd fühlt; - auf der Erde, in seiner Gegend, in der Gesellschaft, in seiner

Familie, entwickelt Symptome der Tuberkulinie.

Historiker vermuten, dass die Besiedlung des amerikanischen Westens in direktem Zusammenhang mit der Tuberkulose steht. Man schätzt, dass um 1900 ein Viertel der Emigranten in Kalifornien,

auf der Suche nach Heilung von der TBC (und anderen Krankheiten) in den »Sunshine-State« (oder »den heißen Ofen« = »California« = aus dem spanischen La Caliente Fornella) gekommen waren.

Modalität: Wärme >

• Exkarnation.

• Euphorisch, optimistisch

• Farben:

- Blau.

Die Farbe der Tuberkulinie ist Blau

Diese Farbzugehörigkeit findet Bestätigung in der Farbskala von Hugbald Müller, der jahrelang die Farbvorlieben seiner Patienten studierte und dabei entdeckte, dass Patienten, welche dasselbe Mittel

benötigten, interessanterweise auch dieselben Farben auswählten.

Bei der Berührung der Tuberkulinie mit dem Gelb der Sykose entsteht Grün als Mischfarbe

              - Rosa.

Das Sputum der Tuberkulosekranken erhält durch die blutigen Beimengungen eine rosa Färbung.

• „Fieberhaftes“ Arbeiten und Leben.

• Flucht, fliehen.

Das bevorzugte Mittel zur Lösung von Konflikten ist in der Tuberkulinie die Flucht. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass der Flucht als Mittel der Konfliktlösung hier nichts Negatives anhaftet,

wie das von psychologisierenden Kreisen oft behauptet wird. Das Gegenteil von dem, was sich der Psychologe am Kopfende der Couch ausgedacht hat ist richtig: Es ist ausgesprochen vernünftig zu fliehen,

bevor einem eine Situation umbringt.

• Flüchtlinge.

Flüchtlinge und Vertriebene sind besonders durch Tb. gefährdet.

• Furcht

              - Armut (aber auch völlige Gleichgültigkeit gegenüber materiellen Dingen)

              - Tiere: Hunde, Katzen, Pferde (aber auch tierliebend)

• Furchtlosigkeit. Eine beeindruckende Unbekümmertheit gegenüber bedrohlichen Situationen.

• Gefangenschaft <, fühlt sich schnell gefangen.

Die Rate der Erkrankungen an Tb. ist in Gefängnissen überdurchschnittlich hoch.

• Hilfe, Hilfestellung für andere Menschen.

Der Homöopath Boocock träumte während der Prüfung von Bacillinum, dass er während einer Diphtherie-Epidemie eine grosse Zahl von Patienten versorgen musste. Er erwachte verschiedene Male und träumte,

nachdem er wieder eingeschlafen war, immer denselben Traum weiter.

Ein zentrales Thema in der Prüfung von Sankaran war: Menschen in Gefahr Hilfe zu leisten.

• Hoffnung vs. Hoffnungslosigkeit

• Höhle, Hohlorgane, Kavernen.

Der tuberkuline Patient neigt dazu, sich in Höhlen einzurichten.

Die Kavernenbildung, der im Inneren der befallenen Organe entstehende Hohlraum, ist typisch für die Tuberkulinie. Die Tuberkulinie hat eine große Affinität zu den Hohlraum-Organsystemen des menschlichen

Körpers, weil sie den Gestaltungskräften der Tuberkulinie am ähnlichsten sind: Die Lunge, das Mittelohr, der Darm, die Gallenblase, die Niere, die porösen Anteile der Knochen, das Gefäßsystem, das Herz, die

Gehirnventrikel. Alles, was Hohlraum-Organsystem ist, ist von grosser Anziehungskraft für die Tuberkulinie.

Das bevorzugte Habitat der Tuberkulinie ist jedoch die Lunge.

• Intensität. Die Kerze des Lebens wird an beiden Enden angezündet. „Live fast, love hard, die young“.

• Kachexie, „Auszehrung“, „Schwindsucht“. In der Tuberkulinie verliert der Mensch seinen Körper. Der tuberkuline Patient ist oft sehr abgemagert. (DD.: Parasitose.)

• Kälte, Frösteligkeit

• Kreativität. Die Tuberkulose geht mit Schüben von ungewöhnlicher Kreativität und Schaffenskraft einher.

• Leichtigkeit vs. Schwere.

• Licht.

Die Tuberkulinie ist eine Suche nach Licht. Das tuberkuline Kind findet beim Computerspiel vor dem lichtgefüllten Monitor ein kleines, artifizielles Paradies. Lichtmangel verstärkt die Tuberkulose. Die dunklen

Hinterhöfe, die zu Beginn der Industrialisierung als Wohnstätten dienten, begünstigten die pathologische Seite der Tuberkulinie. Licht heilt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Lungen-Tuberkulose gut auf moderate Dosen

von Licht reagiert (zu hohe Dosen können wieder schädlich sein), während die Tuberkulose an anderen Organen auch auf hohe Dosen Licht positiv reagiert.

• Meerreisen, Kreuzfahrten, Seefahrerei.

Im 19. Jh. war es üblich, dass sich vermögende Tb.-Patienten zur Kur auf Seereisen begaben. Wer kein Geld besaß, suchte sich eine Anstellung auf einem Schiff.

• Motorrad. Die ziellose Fahrt mit dem Motorrad ist das Eldorado der Tuberkulinie.

• Motten. Die Tuberkulose wurde umgangssprachlich auch als »die Motten« bezeichnet. Die Motten gehören zur Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Die Schmetterlinge weisen als Gruppe viele Themen und

Symptome der Tuberkulinie auf.

• Neugier. Sogar Tiere entwickeln in der Tuberkulinie eine ausgeprägte Neugier.

• Nomaden.

• Obdachlosigkeit. Obdachlose sind besonders durch Tb. gefährdet. 1995 waren ca. 30% der Obdachlosen in San Francisco und 25% der Obdachlosen in London infiziert.

• Passiv-destruktiver Prozess.

Durch die Schwellung kann es zu Gewebezerstörung kommen (z. B. können Nervenzellen durch den Druck, den ein Ödem im Gehirn bei einer Meningitis erzeugt, zerstört werden). Im Gegensatz zur Syphilinie

(= aktiv-destruktiv) handelt es sich hier aber um einen passiv-destruktiven Prozess.

• Psychose

 - Manisch-depressive Störungen

              - Pityriasis, mit (Bac.)

• Reisen verlangt danach; - professionelle Reisende, Handlungsreisende, Traveller.

• Reiten. Im 17. Jh. empfahl der englische Arzt Thomas Sydenham seinen Tb.-Patienten, sich auf ausgedehnte Wanderritte zu begeben. Reiten bessert die Symptome.

• Rennen, Joggen bessert. Die Tuberkulinie besitzt einen ausgeprägten Lauftrieb.

• Romantik, romantisch.

• Reizbarkeit

• Ruhelos, rastlos (Kind: Tub-a.)

• Sanatorium, Kuraufenthalt.

• Sehnsucht.

Witold Ehrler: Tuberkulinie das Miasma der Sehnsucht. Durch das Sehnen kommt man in die Gefahr, sich in Handlungen zu verlieren. Wichtig ist jedoch nicht, was man getan hat, sondern wie man es getan hat. Alle Individualisierung macht nur Sinn im Bezug auf ein Gegenüber, für das man sie entfaltet.

• Sex. Sexualisiert, promiskuitiv. Die orgiastischen Feiern in den Tuberkulose-Sanatorien der Lungenkurorte waren berüchtigt.

• Tierliebend (Hunde, Katzen, Pferde)

• Träume

- Hilfestellung für andere Menschen

- Reisen

- Schüchtern oder prüde zu sein

- Tiere, schwarze

• Unruhe, unruhig, nervös

• Unterwegs-Sein ist ALLES, Umherschweifen, »Wanderlust«.

Sobald der tuberkuline Mensch unterwegs ist, geht es ihm besser. Bewegung beruhigt. Bahnhöfe und Flughäfen sind die Kathedralen des tuberkulinen Reisenden. An diesen Orten besteht dann folgerichtig auch

die größte Gefahr, sich anzustecken.

• Unzufriedenheit, unerfüllt, unausgefüllt.

Die Suche nach dem „Mehr“. Es fehlt der Tuberkulinie immer noch etwas, um glücklich zu sein. Sie ist unzufrieden mit sich und mit anderen. Sie vermittelt Ihren PartnerInnen den Eindruck, nicht zu genügen. Aber das täuscht, denn Nichts und Niemand genügt je vollständig.

• Veränderung verlangt danach

• < Verpflichtungen

• <: Abends und Nachts (DD.: Syph.: Nachts)

• Verschwinden, Schwinden.

Die Tuberkulose wurde früher auch als »Schwindsucht« bezeichnet. Sowohl das situative „Verschwinden“, wie auch das körperliche „Dahin-schwinden“ sind tuberkulin.

• Vitamin D. Vitamin D-Mangel begünstigt die Erkrankung an TBC.

• Wachstum in die Länge. Alle Glieder und auch der Körper selbst, sind länglich und schmal in ihrer Gestalt.

• Wechsel, steter verlangt danach

Das Verlangen nach einem steten Wechsel des Berufs, Wohnorts, Partners, Behandlers.

• Wechselhaftes Temperament, launisches Gemüt.

• Weglaufen, davonrennen, verschwinden, verlassen, sich aus dem Staub machen, abhauen verlangt danach Väter und Mütter, welche die Familie verlassen. Kinder, die von zu Hause weglaufen.

• Werfen. Wirft im Streit Dinge gegen andere Menschen oder an die Wand, wirft sich aus Wut auf den Boden.

 

Repertorium:

Kopf:

• Haarausfall (Allopezia areata) (Bac.)

• Hautausschläge (Bac.)

              - feucht (Bac.)

              - juckend (Bac.)

              - Pityriasis versicolor (Bac.)

              - schuppig (Bac.)

• Kopfschmerz

              - > Bewegung (Bac.)

              - < Hitze

              - Obstipation, mit (Tub.)

              - periodische (Tub.)

• Meningitis (tuberkulöse Meningitis) mit einem schleichenden Beginn, begleitet von Verwirrtheit und den typischen meningealen Zeichen.

• Milchschorf?

Gesicht:

• Farbe: gesunde Färbung oder Leichenblässe # plötzliche, hektische Röte

• Hautausschläge, Akne-artig, Knötchen auf den Wangen, lange andauernd (Bac.)

• Hohlwangigkeit; - das Fett des Gesichts wird von der TBC verbrannt.

• Rosacea (Bac./Tub-m.)

Augen:

• Choroiditis

• Blutungen

• Ekzeme der Augenlider (Bac.)

• Netzhautablösung

• Ringe, bläuliche um die Augen

              - während der Menses (Tub.)

• Sehen: Blau

Ohren:

• Hautausschläge hinter den Ohren und in den Gehörgängen (Bac.)

• Mittelohr

- Eiterungen und Zerstörungen der Gehörknöchelchen (Mittelohr)

- Entzündungen

                                           Nase:

• Heuschnupfen (Gräser)

• Nasenbluten

Mund:

• Zähneknirschen

Hals:

• Geschwüre

• Halsschmerzen, unspezifische

• Heiserkeit

• Kehlkopf (Larynx), Beschwerden (DD.: Sykose)

- Geschwüre

• Tonsillitis, chronische, rezidivierende

Brust:

• Atemnot

              - < Anstrengung

• Bronchitis

              - einseitige (Tub-a.)

• Husten

              - < nachts

              - alte Menschen (Bac.)

- anhaltender

- Appetitlosigkeit + Schwäche (Tub-a.)

- blutiger

- eitrig (Bac.)

- Erbrechen, nach dem Husten

- feucht (Bac.)

           - Husten nach Grippe oder nach Masern (Tub-a.)

- Kinder

- schleimig

- trocken

• Keuchhusten

• Lunge, Beschwerden

- Blutungen

• Pericarditis

• Pleuritis

• Pneumonie

- einseitige (Tub-a.)

- obere Lunge (Tub-a.)

• Reizhusten (Bac.)

• Tachykardie, leichte, anfallsweise

Abdomen:

• Leber, Abzesse

• Peritonitis (Tub-m./Tub.)

Rektum:

• Blutungen

• Darmverschluss

• Diarrhoe

- blutige

- grüne

- schleimige

• Fisteln

• Geschwüre

• Koliken

• Obstipation (tub.)

              - Kopfschmerzen periodisch (Tub.)

Harnwege:

• Blutungen

• Cystitis (DD.: Syk.)

              - chronische

• Enuresis nocturna

• Harn

- Albuminurie

- Hämaturie

- Leukozyturie

• Harndrang, vermehrt

• Harnmenge, verringert

• Nephritis (Tub.)

• Nephrotisches Syndrom

• Nieren, Beschwerden

              - einseitige

• Urinieren, Schmerzen

Genitalien:

• Zysten. Eierstock- und Hodenzysten sind tuberkuline Heilungsreaktionen einer sykotischen Belastung.

Genitalien weibliche:

• Amenorrhoe

Rücken:

• Behaarung, stellenweise, übermässige (der Kinder) (Tub.)

• Wirbelsäule

- Brüche

- Exostosen der Wirbelknochen (Pott-Gibbus)

- Fisteln

- Schmerzen

Glieder:

• Erythema nodosum

• Gelenke, Entzündungen, Schmerzen

- grosse

- Knie

- Schwellung und Verdickung der dritten Fingergelenke

              - Wirbelsäule

• Knochen

- Brüche

- Exostosen

- Fisteln

- Röhrenknochen, lange

- Schmerzen

• Langgezogene, schmale Glieder

• Nägel

              - biegsam

              - dünn

              - klauenförmig

              - löffelförmig

• Schmerzen

Haut:

• Furunkel (DD.: Merc-Syph.)

• Gougerot-Syndrom (Oberbegriff für Hauterkrankungen unklarer Genese), wie z.B.:

- Blum-Syndrom: Eine flechtenartige, purpurische Dermatitis mit Hyperpigmentierungen.

- Carteaud-Syndrom: Hautausschlag, papulös mit harten Hautknötchen und fleckigen Blutungen.

- Hailey-Hailey-Syndrom: Gutartiger, chronischer, familiär-vererbter Pemphigus, mit Blasenbildung im Rahmen von entzündlichen Prozessen, der sich im Nacken, in der Achsel, der Leiste und am Anus lokalisiert.

Es kann zu Pigmentveränderungen und Verfärbungen der Haut kommen. Die Hauterscheinungen gehen oft mit starkem Juckreiz einher und neigen zur Superinfektion. Scheuernde Bewegungen und Schweiß

verschlechtern.

- Sjögren-Syndrom: Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, die mit morphologischen Veränderungen der Speichel- und Tränendrüsen einhergeht. Symptome: Chronische Parotitis,

Keratokonjunktivitis sicca, trockene Nasenschleimhäute und Mundtrockenheit. Die Erkrankung tritt bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern auf (Verhältnis 9 : 1).

Bei Frauen gehäuft in Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen (Schwangerschaft, Klimakterium).

• Hautausschläge

- < Baden, Arbeit im Wasser oder Waschen

- chronische

- flechtenartige

- Füsse (Fußsohlen) (DD.: Syph.)

- Hände (Handflächen) (DD.: Syph.)

- juckend (aber auch nicht juckend) (DD.: Syph.)

- Knie

- Knöchel

- Kalte Luft im Freien <

- schuppige, squamöse

- vesikulöse

• Herpes circinatus (Ringelflechte) (Bac.) (DD.: Para.)

• Lungenbeschwerden in der Familienanamnese

• Lupus vulgaris. In Mitteleuropa sehr seltene Hautform der Tuberkulose.

• Milchschorf?

• Pemphigus. Eine autoimmune und/oder vererbte Hautkrankheit mit Bläschenbildung.

• Petechien

• Pilzerkrankung zwischen den Oberschenkeln, ringförmig (DD.: Carc.)

• Pityriasis rosea (Tub.)

• Pityriasis versicolor (Bac.)

              - mit Psychose (Bac.)

• Rosacea ((Bac./Tub-m.)

• Sklerodermie

• Tuberculosis verrucosa cutis. Hautkrankheit, die bei Menschen auftritt, die bereits eine tuberkulöse Primärinfektion durchgemacht haben. Die Krankheit beginnt mit Warzen-ähnlichen Hauterscheinungen,

die sich schuppig verändern und zur Eiterung neigen. Die Reinfektion geschieht durch Tiere. Die Mycobakterien dringen beim Kontakt mit infiziertem Fleisch oder Milch durch winzige Verletzungen

der Haut in den Körper ein. Am häufigsten sind Tierärzte und Metzger betroffen.

- Füsse (Fußsohlen)

- Gesäß

- Hände (Handflächen)

- Knie

- Knöchel

• Warzen: Dellwarzen

Allgemeines:

• Allergien;

- nur die flüchtigen, z. B. durch Insektenstiche. (DD.: Syk. Die fixierten Allergien sind sykotisch.)

- Heuschnupfen (vor allem Gräser)

- Milch

- Staub

- Tierhaare (besonders auf die Haare von Tieren, die ständig eingesperrt sind: Wohnungskatzen, Zootiere)

• Anorexie

• Appetitlosigkeit

• Behinderung, geistige, in Familien mit Tb.

• Blutungen

- Darm

- Lunge

- Nase

- Nieren

• Cyanose

• Entwicklungsstörungen (Tub.)

• Epilepsie (DD.: Syph.)

• Fieber

- < Abends/nachmittags, abends

- anfallsweise

- hektisch

- leichtes

- subfebril

- + Tachykardie

• Fisteln (DD.: Syph., Merc-Syph.)

• Geruch: Moderig, wie altes Heu. (DD.: Brucellose)

• Ikterus (Gelbsucht)

• Kachexie (Gewichtsabnahme)

- trotz gutem Appetit

• Koma. Das Exkarnieren daran ist tuberkulin, aber es hat auch sykotische Anteile. Sykotische Mittel helfen, wieder zu inkarnieren.

• Lupus erythematodes. Lupus erythematodes basiert auf einer tuberkulinen Grundlage. Es handelt sich um eine systemische Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen. Symptome sind:

Schmetterlingserythem im Gesicht, Photosensibilität, Geschwüre der Mundschleimhaut, Gelenk-Schmerzen und -Schwellungen, Entzündung der serösen Häute, Nierenbeschwerden (Albuminurie),

ZNS-Beschwerden (Epilepsie, Neurosen, Psychosen), Anämie (hämolytische), Leukopenie, Lymphopenie, Thrombozytopenie.

• Lymphadenitis

• Lymphknoten, Schwellung

• Meningitis (tuberkulöse Meningitis) mit einem schleichenden Beginn, begleitet von Verwirrtheit und den typischen meningealen Zeichen.

• Metastasierung der Beschwerden

• »Miliartuberkulose«. Durch die Streuung kann es zur Bildung von hirsekorngroßen (miliaren) Herden im ganzen Organismus kommen. Hauptsächlich betroffene Organe sind: Lunge, Hirnhäute (Meningen), weiterhin

Darm, Knochen, Nieren, Nebennieren, Leber, Milz und die Aderhaut (Choroidea) des Auges.

• Morbus Addison (Bac.)

• Morbus Boeck (siehe Sarkoidose) (Tub-m.)

• Müdigkeit

• Nachtschweiße (DD.: Parasitose)

              - färben Gelb

• Nekrosen

• Sarkoidose (Morbus Boeck) (Tub-m.)

Die Sarkoidose ist eine systemische Erkrankung des Bindegewebes mit Granulombildung. Das röntgenologische Bild des Lungen-Hilus, welches bei der Sarkoidose entsteht, ist dem der Miliartuberkulose sehr ähnlich.

Spinedi: „Ich habe alle Sarkoidose-Fälle mit Lycopodium behandelt.“

• Schmerzen

              - brennende, in der Tiefe (DD.: Syph.)

• Schüttelfrost

• Schwäche

• Schweiße vermehrte

• Schwellungen, Ödeme; - nur die flüchtigen Ödeme.

• Sekrete

- blutig

- gelblich-grün

- schleimig

• Sepsis. Landouzy-Sepsis (= Sepsis tuberculosa acutissima). Die Landouzy-Sepsis ist eine fulminant verlaufende, septische Form der Tuberkulose. Sie tritt gehäuft bei Abwehrschwäche (Aids) im Rahmen

einer Primärtuberkulose auf. Symptome: hohes Fieber, Milzschwellung, Kopfschmerz. Die Sterblichkeit ist hoch.

• Wachstum; - schnelles, ausgeprägtes Längenwachstum bei Kindern und Jugendlichen

Modalitäten:

>: Berge/Bewegung/Licht/frische Luft/Meer/Reiten/Umzug/Unterwegs-Sein/Wärme/Wind (Fahrtwind);

<: Abends/nachts/Dunkelheit/Eingesperrt-Sein/Gefangenschaft/Hormonelle Veränderungen (Pubertät/Schwangerschaft/Stillzeit)/Meer/geschlossene Räume/Überanstrengung/kalt-feuchtes Wetter/Wind/Zugluft;

 

SPEISEN

Abgeneigt: Fett/geräuchertes Fleisch/Hühnerfleisch (Bac.)/Kaffee/Milch/Süßigkeiten;

Verlangt: Trockenem Brot/geräuchertem Fleisch/Delikatessen/Milch (Tub.)/Süßigkeiten;

<: geräuchertes Fleisch/Hühnerfleisch (Bac.)/Kaffee/Milch/Süßigkeiten;

 

Topographie der Tuberkulinie

Typische Manifestationsorte der Tuberkulinie am Körper sind:

• Darm

• Gelenke, grosse (DD.: Syk.: Gelenke, kleine)

• Haut

• Hoden

• Kehlkopf (Larynx) (DD.: Syk.)

• Knochen (lange Röhrenknochen, Wirbelknochen)

• Leber

• Lunge

• Mittelohr (DD.: Syk.)

• Milz

• Nasennebenhöhlen

• Nieren

• Stirnhöhlen

• Wirbelsäule, Wirbelknochen

 

Handlungen und Situationen, welche das tuberkuline Miasma aktivieren können

• Alkoholismus

• Armut

• Dunkelheit

• Emigration

• Exil

• Flucht

• Gefangenschaft

• Kälte

• Nahrungsmangel

• Obdachlosigkeit

• Wohnungen, dunkle, feuchte, kalte, schlecht gelüftete, zugige

 

Die Krankheit Tuberkulose

Die Erreger der Tuberkulose sind (in absteigender Folge bezüglich der Erkrankungshäufigkeit): Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium bovis, Mycobacterium africanum und Mycobacterium microti.

Mycobacterium tuberculosis ist ein stäbchenförmiges, gram-positives, aerobes, zur aktiven Bewegung unfähiges Bakterium aus der Familie der Mycobacteriaceae.

Die Erreger können ausserhalb des Körpers stundenlang in der Raumluft überleben und sind resistent gegenüber schwachen Desinfektionsmitteln. Zudem kann das Bakterium in Makrophagen

(Fresszellen des Immunsystems) überleben und sich weiter vermehren.

M. tuberculosis benötigt Sauerstoff. Es ist empfindlich auf Temperaturen unter 29° und über 42°. Es verträgt kein Sonnenlicht.

M. tuberculosis teilt sich nur alle 16 bis 20 Stunden, was verglichen mit anderen Bakterien, die z. T. Teilungsraten im Minutentakt haben, extrem langsam ist.

Es besitzt eine wächserne Oberfläche, durch die es vor chemischen Bedrohungen und den Reaktionen des menschlichen Immunsystems geschützt ist.

Tiere infizieren sich mit M. tuberculosis stets über den Kontakt mit erkrankten Menschen. Gefährdet sind Rinder, Schweine, Pferde, Schafe und Ziegen. Hühner sind weitgehend resistent gegen

M. tuberculosis.

Da die Tb. von Tieren zurück auf Menschen übertragen werden kann, zählt sie zu den Zoonosen.

Neben M. tuberculosis umfasst die Gattung Mycobacterium weitere, für den Menschen pathogene Erreger:

Mycobacterium bovis ist ein beim Rind vorkommendes Bakterium und ist Erreger der Tuberkulose der Rinder.

M. bovis kann auch auf den Menschen übertragen werden. Die Infektion des Menschen erfolgt vor allem durch nicht-pasteurisierte Milch.

Verwandtschaftliche biologische Beziehungen bestehen zum Mycobacterium leprae, dem Erreger der Lepra, das auch aus der Familie der Mycobakterien stammt.

Historie der Tuberkulose

Die Tuberkulose ist vermutlich die älteste seuchenhaften Krankheit, an der Menschen erkranken.

Bei Untersuchungen an einem ca. 500.000 Jahre alten Fossil eines Frühmenschen (Homo erectus) aus der Türkei, fanden sich am Schädeldach Spuren, einer durch Tuberkulose ausgelösten

Hirnhautentzündung (Leptomeningitis tuberculosa). Dieser Beleg für eine Erkrankung an Tuberkulose, die allerdings nur auf morphologischen Skelettveränderungen beruht, gibt Grund zu der Vermutung,

dass die Tuberkulose nicht erst in der Jungsteinzeit, während der Domestikation der milchgebenden Tiere, von diesen auf den Menschen übertragen wurde, sondern schon zu einem wesentlich früheren

Zeitraum Begleiterin der menschlichen Entwicklung war.

An den ca. 9000 Jahre (also dem Zeitpunkt, zu dem die Domestikation der milchgebenden Tiere begann) alten Leichnamen einer Frau und eines Kindes, die man bei Grabungsfunden im östlichen

Mittelmeerraum barg, stellte man mehrere, für Tuberkulose typische Veränderungen fest. Bei den nachfolgenden Untersuchungen konnten Genstrukturen von M. tuberculosis isoliert werden.

Quelle: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0003426

Zeichen eines tuberkulären Zerfalls an den Schädel- und Wirbelknochen fanden sich auch bei ägyptischen Mumien. Einem Forscherteam aus München gelang es, 1997 Tuberkulose-Bakterien aus einer solchen

Mumie zu isolieren.

Vergleichbare Befunde aus dem Zeitraum um 2000 v. Chr. gibt es aus Lateinamerika.

Hippokrates beschrieb um 460 v. Chr. die von ihm als »Phthisis« (griech. = »Schwund«) bezeichnete Krankheit Tuberkulose bis ins Detail. Seinen Aufzeichnungen zufolge, war die Phthisis die am weitesten

verbreitete Krankheit seiner Zeit und verlief beinahe immer tödlich.

Die Tuberkulose scheint aber, auch wenn viele Menschen an ihr starben, von der Antike bis ins frühe Mittelalter hinein, in Europa keinen wirklich seuchenhaften, epidemischen Charakter entwickelt zu haben.

Die erste Tuberkulose-Epidemie brach erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Italien aus ganz kurz, bevor die erste Syphilis-Epidemie Europa heimsuchte).

Eine zweite Epidemie folgte um 1700 herum und erreichte ihren Höhepunkt im 18. Jahrhundert. Erst ca. 1700 erkannte man, dass es sich bei der Tuberkulose um eine ansteckende Krankheit handelt. Historiker vermuten,

dass zu diesem Zeitpunkt jeder vierte Todesfall auf Tuberkulose zurückzuführen war. Als Konsequenz aus der Einsicht in die Kontagiösität der Erkrankung führte die Republik Venedig Mitte des 18. Jahrhunderts

als erste die schriftliche Meldepflicht von Erkrankungen an Phthyse und die zwangsweise Vernichtung der persönlichen Habe, der an der Erkrankung verstorbenen Personen ein.

Weitere, temporäre Epidemien fanden kurz nach dem 1. und 2. Weltkrieg statt.

1720 veröffentlichte der Engländer Benjamin Martens seine Schrift: „A New Theory of Consumption“, in der er als Ursache der Erkrankung eine Infektion durch Mikroorganismen beschrieb.

1839 wurde der einheitliche Krankheitsbegriff »Tuberkulose« von Johann Lukas Schönlein geprägt.

1882 beschrieb der deutsche Mediziner und Mikrobiologe Robert Koch als erster das Bakterium Mycobacterium tuberculosis. Er erhielt für diese Entdeckung 1905 den Nobelpreis in Physiologie (Medizin).

1906 gelang die Entwicklung der ersten wirksamen Impfung gegen Tuberkulose, der BCG-Impfung. Der Impfstoff ist nach seinen Erfindern Albert Calmette und Camille Guérin benannt.

Der Impfstoff wurde das erste Mal am 18. Juli 1921 in Frankreich am Menschen angewandt. Tragische Ereignisse, wie das „Lübecker Impfunglück“ verhinderten die weiträumige Nutzung des Impfstoffs bis nach dem

Zweiten Weltkrieg. Das Lübecker Impfunglück hat jedoch nichts mit Impfschäden zu tun. Irrtümlicherweise kam es in dem Labor, in dem der Impfstoff hergestellt wurde, zu einer Kontamination des Impfstoffs mit

infektiösen Tuberkulosekulturen, die zeitgleich im selben Labor verarbeitet wurden.

Nach dem Erscheinen der HIV-Epidemien in den 1980er Jahren hat die TBC ein anderes Muster entwickelt.

Während zuvor die Lungen-Tuberkulose 80 % aller Fälle ausmachte, kommt es seit den HIV-Epidemien in 66% der Fälle zu extrapulmonalen Manifestationen.

Die Namen der Tuberkulose

Hippokrates bezeichnete die Tuberkulose als »Phthisis«, aus dem griechischen = »Schwund«.

Die Tuberkulose (kurz TBC) wurde früher auch als »Schwindsucht« bezeichnet, da der Körper des Erkrankten immer mehr dahin schwindet. Der Mensch löst sich in der Tuberkulose auf. Er verschwindet.

Eine andere, zeitweilige Bezeichnung war »Morbus Koch«, was auf den Entdecker der Tuberkulose-Erreger Bezug nimmt. Im Volksmund wurde die Tuberkulose auch als »die Motten«, »Auszehrung« bezeichnet.

Die Ansteckung mit Tuberkulose, resp. Tuberkulinie Ansteckung

A.) Die erworbene Tuberkulose. Es sind verschieden Ansteckungswege möglich:

• Aerogen. Die häufigste Form der Ansteckung geschieht auf aerogenem Weg (80 % der Fälle). Sie erfolgt also durch eine Tröpfcheninfektion der Lungen über erkrankte Menschen in der Umgebung.

• Gastral. Durch den Verzehr von mykobakterienhaltigen Nahrungsmitteln (Milch, rohes Fleisch etc.) kommt es zu einer Ansteckung. Da Rinder, Ziegen, Schafe ebenfalls an der Tuberkulose erkranken können,

war die Ansteckung durch nicht-pasteurisierte Milch früher in Europa eine verbreitete Infektionsquelle. In der dritten Welt stellt diese Ansteckungsform noch heute ein ernsthaftes Problem dar.

Da die Tb. von Tieren auf Menschen übertragen werden kann, zählt sie zu den Zoonosen. Übertragung:

• über den Blutweg oder über andere Körpersekrete (Speichel, Harn, Sperma).

• sexuell. Bei einer Tuberkuloseerkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane.

• durch Schmierinfektionen über Läsionen in der Haut.

• parenteral über blut- und sekretkontaminierte diagnostische und therapeutische Instrumente (Transfusionen, Spritzen, Nadeln, Skalpelle, Lanzetten, Biopsienadeln, Endoskope etc.)

• transplantationsbedingt durch Transplantationen von infiziertem Gewebe (Nieren etc.)

B.) Tuberkulose connata (kein offizieller Fachbegriff), die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, infolge einer Urogenitaltuberkulose der Mutter, auf das Kind übertragen wird.

C.) Die in geistartiger Form vererbte (hereditäre) Tuberkulose. Die „hereditäre Tuberkulinie“ von der in der Homöopathie gesprochen wird, ist erregerlos!

Diejenigen Stadien der Tuberkulose, bei denen Keime im Auswurf (Sputum) nachweisbar sind, werden als „offene“ Tuberkulose bezeichnet. Wenn Keime in anderen Körpersekreten vorhanden sind, spricht man von

„potentiell offener“ Tuberkulose.

Diagnose

• Anamnese: Bei der Infektionsanamnese wird nach Kontakten (auch lange zurückliegenden) zu Personen, die an Tuberkulose erkrankt sind oder zu Personen mit hohem Tuberkuloserisiko und nach Aufenthalten in

Ländern mit hoher Häufigkeit an Tuberkuloseerkrankungen gefragt.

• Test: Der indirekte Nachweis einer Infektion erfolgt mit einem Hauttest (Tine-Test). Der Test ist bereits sechs Wochen nach einer Infektion mit Tb. positiv. Eine positive Reaktion besagt aber lediglich, dass

schon einmal Kontakt zu Tb., resp. eine Infektion stattfand. Über eine Erkrankung sagt der Test allerdings nichts aus. Auch Falsch-positive Reaktionen sind nach einer Tuberkulose-Schutzimpfung möglich.

Falsch negative Ergebnisse sind verwirrenderweise gerade bei schweren Verläufen, wie z. B. einer Miliartuberkulose möglich.

• Labor: Der direkte Erregernachweis erfolgt im Labor durch Anlegen einer Kultur. Dies ist jedoch nur mit infizierten Sekreten aus den Bronchien, Harnwegen oder dem Darm bei einer offenen Tuberkulose möglich.

Bei einer geschlossenen Tb. wird deshalb Material durch Punktionen mit Nadeln oder direkt durch Entnahme von Gewebe gewonnen.

Seit 2005 steht eine weitere Diagnosemöglichkeit, der so genannte »

-Interferon-Test« zur Verfügung. Dabei werden Abwehrzellen aus dem Blut mit einer Mischung aus Antigenen von M. tuberculosis stimuliert. Wenn diese aufgrund einer T.-Infektion schon mit den Erregern

Kontakt hatten, bilden sie vermehrt den Botenstoff Interferon. Die Durchführung der Tests ist jedoch mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden.

• Bildgebende Verfahren: Wenn aufgrund von Symptomen +/o. der Vorgeschichte der Verdacht auf eine Tuberkulose besteht, so werden auch bei negativem Tuberkulin-Test eine Röntgenuntersuchung oder

ein CT der Lunge durchgeführt. Da die Infektion mit TBC ein charakteristisches, mottenfraßartiges Muster in der Lunge verursacht, kann sie so, auch bei geschlossener Tuberkulose relativ leicht erkannt werden.

Allerdings muss immer noch zwischen der Tb. und möglichen anderen Lungenerkrankungen differenziert werden.

 

Der Verlauf der Krankheit Tuberkulose

Einteilung der Tuberkulose in 3 Stadien

1.) Primärtuberkulose

2.) Sekundärtuberkulose

3.) Organtuberkulose

Die Einteilung der Tuberkulose in die hier definierten Stadien, ist keine schulmedizinisch relevante. Sie erfolgt an dieser Stelle, um die einzelnen Stadien der Tuberkulose im Sinne der Miasmatik zu verdeutlichen.

1.) Das Primärstadium der Tuberkulose

Nur etwa 5 - 10% der mit M. tuberculosis Infizierten erkranken im Laufe ihres Lebens an Tuberkulose, besonders betroffen sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer genetisch bedingten

Anfälligkeit.

Nach der Ansteckung über infizierte Tröpfchen bilden sich in der Lunge in den folgenden 3 - 6 Wochen kleine Entzündungen, die mit einer Schwellung der regionalen Lymphknoten (Primärkomplex) einher gehen.

Wenn die Ansteckung auf anderem Wege geschieht (siehe oben), kommt es an den Eintrittspforten der Erreger in die Organe zu Entzündungen. Aus diesen Entzündungsherden entwickeln sich kleine, knötchenförmige,

spezifisch ausgeformte Granulome, die „Tuberkel“.

Solange die Erreger in den Tuberkeln abgekapselt bleiben, verursachen die Tuberkuloseherde keine oder nur geringe Beschwerden. Man spricht von einer „geschlossenen Tuberkulose“, die definitionsgemäß nicht

ansteckend ist, da keine Krankheitserreger ausgeschieden werden.

Wenn es dem Immunsystem eines infizierten Menschen nicht gelingt, die Erreger abzukapseln, tritt eine aktive Infektion mit zumeist erst uncharakteristischen Symptomen auf:

• Appetitlosigkeit

• Atemnot

              - < Anstrengung

• Fieber, leichtes

              - < Nachmittags/abends

• Gewichtsabnahme

              - trotz gutem Appetit

• Halsschmerzen, unspezifische

• Heiserkeit

• Husten

- anhaltend

- trockener

• Lymphknoten, Schwellung

• Müdigkeit

• Nachtschweiß

• Reizhusten

• Schmerzen

- Brust

- Schulter

• Schwäche

• Tachykardie, leichte, anfallsweise

 

2) Das Sekundärstadium der Tuberkulose

Bei mindestens 10% kommt es nach diesem Stadium zu einer mehr oder weniger schnellen Vermehrung der Tuberkulose-Bakterien in der Lunge (oder den befallenen Organen). Die Bakterien beginnen dabei,

das Gewebe zu zerstören. In der Lunge gelangen die Bakterien durch das zerstörte Gewebe in die Äste des Bronchialbaumes und somit auch in die Atemwege. Der Auswurf, der nun ausgehustet wird,

enthält jetzt Bakterien. Deshalb spricht man in diesem Stadium von einer „offenen Tuberkulose“.

Die Symptome des 2. Stadiums sind (zusätzlich zu den Symptomen des 1. Stadiums, die weiter bestehen):

• Atemnot

              - < Anstrengung

• Brust, Schmerzen

• Cyanose

• Erbrechen

              - Husten, nach dem

• Fieber

- < Abends

- hektisch

- Nachmittags

- Tachykardie, begleitet von

• Gesicht

- gesunde Färbung # Leichenblässe.

- Röte, hektische

• Hals, Geschwüre

• Heiserkeit

• Husten

- anhaltender

- blutiger

- eitrig

- schleimig

• Kehlkopf, Geschwüre

• Lymphknoten, Schwellung

• Müdigkeit

• Nachtschweiß

• Nase, Nasenbluten

• Schwäche

• Sekrete

- blutig

- gelblich-grün

- schleimig

• Tachykardie, anfallsweise, plötzliche

 

3) Das Tertiärstadium der Tuberkulose

In der Folge kommt es, vor allem bei geschwächten Personen, zu einer Streuung der Mykobakterien über die Blutbahn oder Lymphgefässe von den primär betroffenen Organen hin zu anderen Organen.

Diese Tuberkulose an multiplen Organen geht mit der Entstehung von Kavernen und Nekrosen einher. Zusätzlich zu der Entzündung der Organe, kommt es zu entsprechenden organspezifischen Symptomen.

Die Symptome des 3. Stadium sind (zusätzlich zu den Symptomen des 1. & 2. Stadiums, die weiter bestehen können):

• Anorexie

• Blutungen

- Darm

- Lunge

- Nieren

• Choroiditis

• Cystitis, chronische

• Darm, Beschwerden. Darmtuberkulose (durch Infektion mit Mycobacterium bovis)

- Blutungen

- Darmverschluss

- Fisteln

- Geschwüre

- Koliken

• Diarrhoe

- blutige

- grüne

- schleimige

• Erbrechen

• Fieber

              - < Abends

• Gelenke, Entzündungen, Schmerzen

- Grosse

- Knie

- Schwellung und Verdickung der dritten Fingergelenke

              - Wirbelsäule

• Gesicht, Hohlwangigkeit, das Fett des Gesichts wird von de TBC verbrannt

• Harn

- Albuminurie

- Hämaturie

- Leukozyturie

• Harndrang, vermehrt

• Harnmenge, verringert

• Haut

- Furunkel

- Gougerot-Syndrom (Oberbegriff für Hauterkrankungen unklarer Genese), wie z.B.

— Blum-Syndrom

— Carteaud-Syndrom

— Hailey-Hailey-Syndrom

— Sjögren-Syndrom

- Lupus vulgaris. In Mitteleuropa sehr seltene Hautform der Tuberkulose.

• Ikterus (Gelbsucht)

• Knochen (hauptsächlich lange Röhrenknochen, Wirbelknochen)

- Brüche

- Exostosen der Wirbelknochen (Pott-Gibbus)

- Fisteln

- Schmerzen

• Leberbeschwerden

- Abszesse

• Lymphknoten, Schwellung

• Meningitis (tuberkulöse Meningitis).

• »Miliartuberkulose«.

• Morbus Addison

• Nägel, klauenförmige

• Nekrosen

• Nephrotisches Syndrom

• Nieren, Beschwerden

- Blutungen

- einseitige

• Pericarditis

• Peritonitis

• Pleuritis

• Schüttelfrost

• Schwäche

• Sepsis. Landouzy-Sepsis

• Tachykardie, anfallsweise, plötzliche

• Übelkeit

• Urinieren, Schmerzen

 

Epidemiologie

Die Tuberkulose führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an.

Der jährliche Zuwachs an Infizierten wird weltweit auf etwa 10 Millionen Fälle geschätzt, davon 95% in Entwicklungsländern.

Zurzeit ist rund ein Drittel der Menschheit mit Tb. infiziert, davon werden 5-10% im Lauf ihres Lebens krank.

In anderen Worten heisst dies, dass 90% der Infizierten ein Leben lang nicht an der Krankheit erkranken.

In Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Tb.-Fälle rückläufig. So wurden in den Jahren Jahr 2000 - 9064 Fälle, 2006 - 5372 Fälle und im Jahr 2007 - 4916 Tuberkuloseinfektionen gemeldet. Diese Angaben dürften

jedoch nicht ganz den realen Zahlen entsprechen, da die Dunkelziffer aufgrund der häufig unspezifischen Symptome relativ hoch ist. Eine aktuelle Studie aus Deutschland besagt, dass bei lediglich einem Drittel der

postmortal diagnostizierten Tuberkulosen zu Lebenszeiten eine entsprechende Diagnose gestellt worden war.

Großstädte sind von der Tb. mehr betroffen, als ländliche Gebiete und in den Städten erkranken Arme, Obdachlose, Alkohol- und Drogenabhängige am häufigsten.

Ein erhöhtes Risiko an Tb. oder einer Reaktivierung zu erkranken, besteht zum Zeitpunkt von hormonellen Veränderungen (Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit, (evtl. im Klimakterium Sauter), für Kleinkinder

unter 2 Jahren und alte Menschen über 70 Jahre. Zudem sind Menschen mit endokrinen Störungen (Diabetes, Hypothyreose), mit Nierenfunktionsstörungen, HIV-Infektion oder Krebs (Leukämie, Lymphome) und

Patienten, die über längere Zeit mit Kortikosteroiden, Immunsupressiva behandelt werden, stärker von Tb. gefährdet. Chronische Mangelernährung und chronischer Alkoholismus erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Während in der heutigen Zeit, in den Industriegesellschaften mehr Männer als Frauen an Tb erkranken (in den USA ist die Häufigkeit bei Männern doppelt so hoch, wie bei Frauen), waren im 19. Jh. rund 60%

mehr Frauen als Männer betroffen. In den Entwicklungsländern von Afrika und Südamerika sind Frauen zwischen 15 und 44 auch heute noch anfälliger für eine Erkrankung, als Männer in der gleichen Altersgruppe.

Die Tuberkulose war von Mitte des 19 Jh. bis ins frühe 20. Jh. hinein so verbreitet, dass sich 80% der Bevölkerung infizierten, bevor sie das 20. Lebensjahr erreichten. Nachdem die Infektionen mit Tb. aufgrund

von flächendeckenden Impfungen und der Verbesserung der hygienischen Verhältnisse vom Ende des 2. Weltkriegs an bis in die 80er Jahre rückläufig waren, steigen sie seither weltweit wieder an. In den Jahren von

1985 bis 1991 nahmen die Ansteckungen mit Tb. in den USA um 12%, in Europa um 30% und in Afrika um 300% zu.

Die rasante Zunahme der Tb. in der Dritten Welt wirkt sich auch auf Europa aus. So machen in vielen Industrieländern die im Ausland geborenen Personen die Hälfte der von Tb. Betroffenen aus.

Zudem tragen infizierte Flüchtlinge aus der Dritten Welt zur Verbreitung der Krankheit bei.

1993 erklärte die WHO die Bedrohung durch die Tb. zu einer globalen Notsituation. Dies war das erste Mal in der Geschichte der Organisation, dass eine solche Erklärung abgegeben wurde.

2006 forderte die Infektionskrankheit Tuberkulose nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), etwa 1,5 Millionen Menschenleben.

Nach heutigen Schätzungen der WHO werden sich zwischen 2000 und 2020 beinahe 1 Milliarde Menschen neu an Tb. infizieren. Davon werden 200 Millionen erkranken und 35 Millionen sterben.

 

Die Behandlung der Tuberkulose

Die schulmedizinische Behandlung der Tuberkulose

Prophylaxe

Die Impfung wird wegen mittlerweile unzureichender Wirksamkeit in Deutschland seit 1998 nicht mehr empfohlen und ist auch nicht mehr verfügbar.

Die Primärprophylaxe mit einem antituberkulösen Medikament wird in Deutschland nur bei Kindern oder schwerst immunologisch beeinträchtigten Kontaktpersonen durchgeführt.

Eine Sekundärprophylaxe wird bei immunkompetenten Erwachsenen, nach der frühzeitigen Erkennung einer Infektion, durch Gabe eines antituberkulösen Medikaments durchgeführt.

Behandlung

Die Therapie der Tb. erfolgt durch eine Kombination von verschiedenen spezifisch gegen die Erreger wirksamen Antibiotika (Antituberkulotika: Isoniazid, Rifampicin, Ethambutol und Pyrazinamid).

Diese müssen zur Vermeidung von Resistenzentwicklungen und Rückfällen unbedingt über mindestens ein halbes Jahr, also weit über das Bestehen der eigentlichen Beschwerden hinaus eingenommen werden.

Die zur Behandlung verwendbaren Medikamente besitzen eine Reihe von Nebenwirkungen.

Die häufigste Nebenwirkung von Isoniazid ist eine periphere Polyneuropathie. Zudem kann es wie bei Rifampicin und Pyrazinamid zu Leberschäden kommen. Ethambutol kann eine Entzündung des Sehnerven

(Nervus opticus) hervorrufen, Streptomycin kann Nieren und Innenohr schädigen.

Zudem erschweren Resistenzen gegen die Medikamente die Behandlung:

A): Von einer Resistenten Tb. spricht man, wenn das M.tuberculosis gegen eines der First-line-Tuberkulostatika: INH, Rifampicin, Pyrazinamid, Ethambutol resistent ist.

B): Von einer Multi resistenten Tb. (MDR-TB) spricht man, wenn das M. tuberculosis mindestens gegen INH und Rifampicin resistent ist.

Sobald eine Infektion mit multiresistenten Bakterienstämmen vorliegt, müssen die Standardmedikamente um mindestens zwei wirksame Substanzen erweitert werden. Hierbei stehen zur Auswahl:

1. Aminoglycoside - Kanamycin - Amikacin - Capreomycin

2. Thioamide - Ethionamide - Prothionamide

3. Fluoroquinolone - Ofloxacin - Ciprofloxacin - Levofloxacin

4. Cycloserine

5. Para-Aminosalicylic-Säure (PAS)

C): Von einer Extrem resistenten Tb. (XDR-TB) spricht man, wenn das M. tuberculosis mindestens gegen INH, Rifampicin, Fluorochinolone und entweder gegen Aminoglycoside o. Capreomycin o. gegen beide resistent ist.

Von den 17.690 Bakterienstämmen aus 49 Ländern, welche zwischen 2000-2004 analysiert wurden, waren 20% MDR-TB-Fälle und 2 % XDR-TB-Fälle. Die extrem resistente Tb. (XDR-TB) geht mit einer sehr hohen

Sterblichkeit von 99% einher

Im März 2007 warnte die WHO vor der Ausbreitung von multiresistenten Bakterienstämmen, welche die Behandlung von Tuberkulose massiv erschweren. Durch unzureichende Medikamenteneinnahme steigen die

Fälle von multiresistenter Tuberkulose in den Entwicklungsländern ständig.

Zudem beobachten Ärzte die Ausbreitung mehrfach arzneimittelresistenter Tb.-Erreger bei HIV-Infizierten. Die steigenden HIV-Raten sorgen dafür, dass auch die Zahl der Todesfälle durch Tb. rasant wächst. Schon jetzt ist

weltweit Tuberkulose unter HIV-Infizierten mit 12% die häufigste Todesursache. Der Grund: HIV-Infizierte haben ein 50-fach erhöhtes Risiko an Tuberkulose (Tb.) zu erkranken. In Staaten mit hoher HIV-Infektionsrate

wie Lesotho oder Südafrika sind mehr als 80% der Tb.-Patienten auch HIV-infiziert.

Quelle: www.news4press.com, 25.11.08

 

Die homöopathische Behandlung der Tuberkulose

Als Beispiel für eine Auswahl von homöopathischen Mitteln, die sich bei der Behandlung der Tuberkulose bewährt haben, mag die folgende Auflistung von 4- und 3-wertigen Mitteln dienen:

ABR. Acal. Acon. All-u. Aq-mar. ARS. Aur-ars. Bar-c. BELL. BRY. CALC. Carb-ac. Carb-v. Cetr. China, CON. Cupr-met. Dros. Dulc. Ferr-met. Graph. Hydr. Hydrc. Hep. INUL. JOD. Jod-Verbindungen (besonders Ars-i.).

Kalium-Verbindungen (besonders KALI-C.), Kreos. Laur. Led. LYC. Nat-m. Nit-ac. NUX-V. PHOS. Phyt. Psor. PULS. RUB-T. RUTA. SAMB. SEP. SIL. STANN-met. SULPH. Teucr. THUJA

Klassische Drainage-Mittel nach Nebel (Lausanne)

(Quellen: Nebel, A: On the Causes and Treatment of malignant Disease, BHJ 1929; Berliner Homöopathische Zeitschrift, 1915). Bitte beachten Sie, dass es sich dabei nur um eine kleine Auswahl von Mitteln handelt, die

Nebel als besonders hilfreich empfand. Die Liste kann heute um eine Vielzahl von anderen Mitteln, die sich in der Behandlung der Tuberkulose bewährt haben, ergänzt werden:

• Apis • Bapt. • Bell. • Bry. • Chel. • Chin. • Cund. • Con. • Crat. • Hydr. • Kali-i. • Lach. • Nux-v. • Phyt. • Puls. • Scroph-n. • Sed-a. • Tarax.

 

Die Tuberkulinie und die Kulturgeschichte

Verschiedene Kulturhistoriker glauben, dass die Tuberkulose die Kreativität und Assoziationskraft der Kranken steigert. Das intensive Erleben, was durch die Krankheit begünstigt wird, findet seinen Ausdruck in

schöpferischer Tätigkeit oder philosophischer Abstraktion. Da der erhöhten Lebenslust und Neugier, die sich in den primären Stadien der Krankheit oft einstellt, in den fortgeschrittenen Stadien nicht mehr nachgegangen

werden kann, kommt es zu einer erhöhten schriftstellerischen oder kompositorischen Produktivität.

Die Entwicklungen, welche in der Malerei, Musik und Philosophie zwischen dem 18. und 20. Jh. stattfanden, wären möglicherweise ohne den Einfluss der Tuberkulinie nie möglich gewesen. Ein solcher Eindruck entsteht

jedenfalls, wenn man die Liste der prominenten Tuberkulosekranken betrachtet. Betroffen waren u.a.:

Beethoven, Thomas Bernhard, die Bronte-Schwestern, Lord Byron, Albert Camus, Frederic Chopin, Gilles Deleuze, Descartes, Goethe, Maxim Gorki, Grieg, Franz Kafka, Immanuel Kant, John Keats, D. H. Lawrence,

Nelson Mandela, Katherine Mansfield, Modigliani, Novalis, George Orwell, Paganini, Purcell, Friedrich Schiller, Spinoza, R. L. Stevenson, Dylan Thomas, Thoreau, Anton Tschechow, Voltaire, Carl Maria von Weber.

Tuberkulinie in der Kunst:

Literatur: Thomas Mann: „Zauberberg“, Alexandre Dumas: „Die Kameliendame“, Leo Nikolaievitsch Tolstoi: „Anna Karenina“, Fjodor Dostojewskij: „Der Idiot“, Arthur Schnitzler: „Sterben““

Filme: John Schlesinger: „Asphaltcowboy“

Die Aufgaben des tuberkulinen Miasmas

Die Tuberkulinie hat viel mit Exkarnations-Prozessen zu tun. Die Tuberkulose wurde früher auch »Schwindsucht« genannt. Sie hat die Tendenz, sich zu verflüchtigen, zu fliehen, zu verschwinden.

Die Tuberkulinie hat auf der positiven Ebene die Aufgabe, eine Höhlung, eine Wölbung im Aussen zu schaffen, in die das Gesunde, das Neue wie von selbst hineinwachsen kann.

Ihre Ideen sollen aus dem Schatten hinaus treten ans Licht. Sie ist das Miasma der Avantgarde. Ihr Auftrag ist es, das Neue, das Noch-nie-Gedachte, Noch-nie-da-Gewesene in die Welt zu bringen.

 

 

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