Lucilla o. Phaenicia sericata = Made grüne Schmeischfliege/= green blow fly

 

Vergleich: Allant./Dros./Enzymen/Gali-a

 (schließen von Wunden)/Heringlake/Schlangengiften.

Siehe: Arthropoda + Faulgruppe

Pyrog (= verfaultes Fleisch) ó Lucillia-s (verdaut nur faulendes Fleisch/scheidet Allantoin aus/= antibakteriell ó Schlangen/Helo/Fliegen [scheiden Enzymen (= oft Gift) aus um Nahrung vor zu verdauen]

 

Allerlei: scheidet in Schleimhaut Allant. aus was Fleisch vorverdaut

Azteken legten Tuch in Blut getränkt aus/Schmeißfliegen legten darauf Eiern ab/Tuch wurde als Wundverband gebraucht Erste Hilfe.

Quelle: Apotheke/freiverkäuflich/wird auch in Beuteln verkauft

 

ZEIT ONLINE

Umwelt

Das unterschätzte Tier Wer auf Toten lebt, muss früher sterben

Maden sind weder schlau noch schön. Als weiche Hautsäcke kriechen sie ins Leben. Für Kriminalbiologen sind sie Märtyrer im Dienste der Toten.

Aus Fliegeneiern wachsen Larven heran, die sich vollfressen und später verpuppen. Im Laufe der Metamorphose wird so aus den blassen Würmern ein ausgewachsenes Insekt – zum Beispiel eine Schmeißfliege.

Für eine Fliegenmade gleicht der Magen- dem Lebensinhalt. Und er dient nur einem Ziel: Keine Fliegenmade mehr sein zu müssen. Das ist verständlich, wühlen sich die kleinen Tiere doch durch eher unschönes Terrain.

Sie ernähren sich von Fleisch, gerne schon ein wenig älter, gerne schon im fortgeschrittenen Stadium der Verwesung.

Dabei sind die Insektenlarven wenig wählerisch: Ob Maus, Meise oder Mensch, die Made macht da keinen Unterschied. Das ist nicht nur gut für die Macher von amerikanischen TV-Krimiserien, sondern auch für reale Rechtsmediziner. Denn die Maden verraten eine Menge über den Tod – jedenfalls dem, der ihre Sprache versteht.

Die forensische Insektenkunde hat eine lange Tradition. Es gibt eine Erzählung, nach der ein Mörder vor Tausenden von Jahren in China überführt wurde, weil sich Fliegen auf seine Sichel, das Mordwerkzeug, setzten.

Mittlerweile sind die Methoden ein wenig ausgefeilter. Das ist gut für die Ermittler, aber schlecht für die Maden.

Denn will man mit ihnen sprechen, muss eine gute Hälfte von ihnen zunächst abgekocht werden. Die andere Hälfte darf schlüpfen.

Die Fliegen, die eine Leiche anfliegen, suchen meist nach Ablageplätzen für ihre Nachkommen. Dabei verfolgen sie verschiedene Taktiken: Fleischfliegen (Sacrophagide) können lebendgebärend sein, wodurch ihre

Nachkommen einen Vorteil beim Wettlauf um die Nahrung haben. Entweder werfen sie dazu ihre Maden beim Flug ab oder legen kleine Eipakete an die Leiche. Solche Eipakete produzieren auch die

Schmeißfliegengattungen Lucilia und Calliphora. Unter normalen Bedingungen dauert es rund einen Tag, bis daraus kleine Maden schlüpfen. Wie viel Zeit vergeht, bis aus dieser Made eine fertige Fliege wird, hängt

entscheidend von den Umweltbedingungen wie Feuchtigkeit oder Temperatur ab.

Doch der Reihe nach: An Leichen im fortgeschrittenen Verwesungszustand – auch Faulleichen genannt – ist die Bestimmung der Liegezeit durch eine normale Sektion schwierig. In solchen Fällen untersuchen

Rechtsmediziner direkt am Fundort, was sich auf und in dem Körper des Verstorbenen tummelt.

Eine Leiche dient verschiedenen Insekten als Nahrungsquelle und Brutstätte. Fliegen legen zum Beispiel Eier auf der Leiche ab – schon nach kurzer Zeit schlüpft der Nachwuchs in Gestalt einer Made. Wenn es warm

und feucht ist, können gleichzeitig so viele Larven den Leichnam besiedeln, dass sie einen Madenteppich bilden und die abgenagten Knochen durcheinander bringen.

Wenn die Forensiker die Fliegenart bestimmt haben, die Temperatur der Leiche, das Wetter am Fundort und andere Faktoren verknüpfen, können sie anhand dessen recht genau sagen, wann eine Leiche, etwa nach einem Verbrechen, abgelegt wurde. Die Maden sind dabei die besten Mitarbeiter der Kriminalbiologen.

Ihren heroischen Einsatz bezahlen die Tiere mit dem Leben: Denn nur unter dem Mikroskop lassen sich wichtige Artmerkmale – zum Beispiel die Form ihrer Mundwerkzeuge oder Geschlechtsteile genau erkennen.

Proteinbrei mit glänzender Zukunft

Ein trauriges Schicksal, denn vor den Maden läge eine goldene Zukunft: Haben sie genug Fleisch gefressen und sich ein Fettpolster angelegt, leeren sie ihren Darm und verziehen sich in eine dunkle Ecke. Dort verhärtet

sich ihre äußere Hautschicht und wird zum "Tönnchen". Der Spruch von der harten Schale und dem weichen Kern stimmt bei den Maden wie sonst selten: Im Inneren löst sich die Made auf und wird zu einem Proteinbrei.

Daraus wächst in ein paar Wochen dann die Fliege heran: metallisch glänzende Luftakrobaten mit Super-Augen, auf der Suche nach Tod. Denn nur wo Leben geendet ist, kann neues Fliegenleben beginnen.

Besiedlung

Fliegen, die eine Leiche anfliegen, suchen meist nach Ablageplätzen für ihre Nachkommen. Dabei verfolgen sie verschiedene Taktiken: Fleischfliegen (Sacrophagide) können lebendgebärend sein, wodurch ihre

Nachkommen einen Vorteil beim Wettlauf um die Nahrung haben. Entweder werfen sie dazu ihre Maden beim Flug ab oder legen kleine Eipakete an die Leiche. Solche Eipakete produzieren auch die

Schmeißfliegengattungen Lucilia und Calliphora. Unter normalen Bedingungen dauert es rund einen Tag, bis daraus kleine Maden schlüpfen. Wie viel Zeit vergeht, bis aus dieser Made eine fertige Fliege wird, hängt

entscheidend von den Umweltbedingungen wie Feuchtigkeit oder Temperatur ab.

Kriminalbiologen können anhand der Insekten, die sich auf einer Leiche finden, recht genau den Zeitpunkt der Erstbesiedlung angeben. Die ersten Insekten, die einen toten Körper mitunter schon nach wenigen Minuten

besiedelt haben, sind die Schmeißfliegen. Darunter fasst man umgangssprachlich verschiedene Insektenfamilien zusammen, etwa Fleischfliegen (Sacrophagidae) oder echte Schmeißfliegen (Calliphoridae).

Typische Arten sind Lucilia sericata und Calliphora vicina.

Trächtige Weibchen fliegen den Körper an und legen ihre Eier in totes Gewebe, bevorzugt in die natürlichen Körperöffnungen wie Mund, Nase oder Analbereich oder auch in Wunden. Für die Fliegen muss dieses Gewebe

noch relativ frisch sein, während Teppich- oder Speckkäfer (beispielsweise Dermestiden) auch eingetrocknete Haut oder Haare fressen. Geht die Leiche in einen breiigen Zustand über, siedeln auch Käsefliegenlarven

(Piophiliden) auf ihr. Große Aaskäfer (Silphidae) nagen auch aus mumifizierter Haut Stücke heraus.

Finden Kriminalbiologen bei ihrer Arbeit ältere Maden im Genital- oder Analbereich als im Gesicht, kann dies ein Hinweis auf Verwahrlosung sein.

 

 

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 01.07.2003

[Gabriela Uhde]

Karla Moser war vor Jahren eine der Ersten in Deutschland, die die Durchblutung fördernde Wirkung von Blutegeln zu Therapiezwecken einsetzte.

Dieser Tage ergänzte sie: "Wir haben jetzt auch Maden in unserem Programm." Beide Tierarten sind beim Durchschnittsbürger in der Regel mit Ekel verbunden, während sie in Fachkreisen

wegen ihrer heilsamen Wirkung zunehmend geschätzt werden.

Ganz konkret, erklärt Karla Moser, gehe es um die Maden der Lucilia sericata, gemeinhin als Schmeißfliege bekannt. Diese gold- oder grünschimmernde Fliege lebt etwa 45 Tage lang und

legt in dieser Zeit bis zu 15x Eier ab, aus denen sich erst Maden, dann Puppen und anschließend neue Fliegen entwickeln. Zwischen 100 und 200 Eiern umfasst so ein Geschmeiß, am

gefräßigsten sind sie im Madenstadium. Da sondern sie ein Sekret ab, das die Eigenschaft hat, abgestorbenes Fleisch zu verflüssigen, vom dem sie sich ernähren.

Es sei also nicht so, dass die Maden das abgestorbene Zellgewebe fressen, vielmehr trinken sie es, saugen es in verflüssigter Form auf. Dies vereinfache auch die Behandlung. Die Maden

sind in einer Art Gaze-Verband eingeschlossen, der aber durchlässig für die Ernährungsflüssigkeit ist und einfach auf die Wunde aufgelegt wird. "Die Leute sehen die Maden noch nicht einmal“,

beruhigt die Naturheilpraktikerin. Allenfalls spüre der Patient, "dass es leicht bitzelt." Das liege daran, dass die Tiere kleine Borsten haben, die spürbar werden, wenn sie sich bewegen.

"Aber das ist alles nur ganz wenig", beugt Moser Ängsten vor. Die voll gefressene Made habe etwa die Größe eines Reiskorns, vorher sei sie keine zwei Millimeter lang.

Die Wundbehandlung mit lebenden Fliegenmaden wurde schon vor Jahrtausenden praktiziert. Maya-Indianer hängten blutgetränkte Tücher in die Sonne, in der die Fliegen ihre Eier ablegten.

Diese Tücher legten sie anschließend auf Wunden.

Heutzutage werden die Tiere in sterilen Labors gezüchtet und als apothekenpflichtiges Heilmittel vertrieben. Je nach Größe der Wunde braucht es 50 bis 300 Stück erwerben.

Allerdings nicht ganz billig: € 130 kosteten 100 Stück in 2003. Zum Einsatz kommen die Tierchen bei allen schlecht heilenden Wunden, vor allem bei "offenen Beinen". Das Wundliegen im Krankenbett

und der so genannte Diabetische Fuß sind die beiden weiteren Hauptindikationen.

Das größte Problem dieser Erkrankungen ist, dass die Wunden von einem Belag überzogen sind, der zum Großteil aus abgestorbenem Gewebe besteht. Erst wenn dieser beseitigt ist, kann die Wunde richtig abheilen.

"Die Vorstellung, man setzt die Maden rein und danach ist die Wunde zu, ist falsch", erklärt Karla Moser. Etwas Geduld müsse man schon aufbringen. Die Tiere könnten schließlich lediglich

eine Vorarbeit leisten, anschließend beginne dann die eigentliche Wundbehandlung, "zum Beispiel mit Blutegeln", schlägt die Naturtherapeutin als "optimale Ergänzung" vor. Diese förderten

die Durchblutung und damit den entscheidenden natürlichen Heilungsprozess.

 

Flies whose larvae feed on dead animals will sometimes lay their eggs on the dead parts (necrotic or gangrenous tissue) of living animals. Some maggots will feed only on dead tissue, some

only on live tissue, and some on live or dead tissue. Flies used often for the purpose of maggot therapy are "blow flies" (Calliphoridae); and the species used most commonly is

Lucilla o. Phaenicia sericata, the green blow fly. Protophormia terraenovae also notable for its feeding secretions, which combat infection by Streptococcus pyogenes and Streptococcus pneumoniae.

 

Phytologie: Werden gebraucht um nicht schließende/nekrotisierende Wunden zu heilen

 

 

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