Adler

 

Vergleich: Pflanzen (die durch ihren Namen oder im Volksglauben einen Bezug zu den Adlern haben.)

• Adlerbluem - Akelei (Aquiliegia vulgaris): Nerven, Lunge, Herz. Atemnot, Krämpfe, Herzbeschwerden.

• Adlerfarn (Pteridium aquilinum): Adlerfarn besitzt im Volksglauben eine apotropäische Wirkung. Darm, Magen, Lunge, Gelenke. Diarrhoe, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Würmer, Rheuma, Tb.

• Adlerholz (Aquilaria agallocha): Adlerholz wird als sehr teures und exklusives Holz für kurative und aromatische Räucherungen verwendet. Indikationen TCM: Lunge, Darm, Magen. Spannungs- und Beklemmungsgefühl in der Brust und im Unterleib, Erbrechen, Schluckauf. Adlerholz hat in klinischen Versuchen einen inhibitorischen Effekt auf Mycobacterium tuberculosis und Shigellia flexneri gezeigt (Bensky/Gamble).

Aqui. = Garden columbine (= Harlekin)/= Culver wort (culver = Taube)/= Jack-In-Trousers/= Mary’s Bells/= Granny’s Bonnet/= European Crow-foot/= meeting houses/= Klockenblome/= Handschuh/= Narrenkappen/= Weiberkappen/= Schlotterhose/= Adlerblue

• Beinwell (Symphytum officinale): Galt früher im Volksglauben als eine für den Adler tödlich giftige Pflanze (Bächtold-Stäubli). Augen, Knochen, Bindegewebe, Darm, Magen, Lunge.

Augenverletzungen, Knochenerkrankungen, Bänderverletzungen, Darm- Magengeschwüre, Blutungen, Bronchitis (chronische).

• Eisenhut (Aconitum napellus): Einer Sage der griechischen Antike zufolge, wuchs der erste Eisen-, oder Sturmhut an der Stelle, an der das Blut des Prometheus.x auf den Felsen tropfte, nachdem

der Adler seine Leber zerhackt hatte (Gallwitz 1992). Eine der wichtigsten Pflanzen im tantrischen Arzneischatz. Lunge, Nerven, Herz. Sedativum, Erkältungen, Husten, Neuralgien, Herzbeschwerden.

Lignum aquilaria agallocha

Verat. = Weiße Germer/= Nieswurzwurzel/= Hammerwurz/= Gonos aetou (= Adlerbrust)

Verat. Germer Gonos aetou (griechisch »Adlerbrust«) genannt (Rätsch). Nerven, Gehirn, Herz, Darm, Magen, Lunge. Kollaps, Meningitis,

Hydrocephalus, Psychose (depressive), Neuralgien, Angina pectoris, Herzschwäche, Sonnenstich, Cholera, Asthma, Bronchitis.

• Pteridium aquilinum = Adlerfarn

Siehe: Aves

Aquila.x

Haliae-lc.x = Weißkopfseeadler

 

[Sven Sauter]                                         

Adler jagen ihre Beute, indem sie hoch in der Luft am Himmel kreisen und von dort Ausschau halten. Damit sie ihre Beute aus dieser großen Distanz erkennen können, benötigen sie sehr gute

Augen und einen weiten Blickwinkel. Die Adler sehen achtmal schärfer als Menschen. Durch ihr enormes Sehvermögen können sie einen Hasen noch aus einer Höhe von 1500 Metern erspähen.

Die Augen des Adlers decken einen Blickwinkel von 300° ab.

Um ein Beutetier zu schlagen, stoßen sie im Sturzflug herab und packen es mit ihren Fängen. Die stark ausgeprägten Krallen dringen dabei in den Brustkorb oder Schädel der Beute ein.

Die Beute wird durch diese Verletzung und durch den Druck der Krallen getötet. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen und mittelgroßen Säugern, seltener Vögel und Reptilien.

Die Adler erlangen die Geschlechtsreife erst relativ spät im 5. Lebensjahr. Adler sind treu und leben meist das ganze Leben mit einem einzigen Partner zusammen. Das Paar, welches sich gefunden hat,

sucht sich ein Revier, dem es zeitlebens treu bleibt. Seinen Horst errichtet das Adlerpärchen an einer steilen Felswand, seltener in einem Baum. Die Paarung ist sehr abenteuerlich und ekstatisch,

denn sie geschieht im Flug. Das Männchen krallt sich dabei an der Brust des Weibchens fest.

Da die Adler in dieser Stellung nicht fliegen können, stürzen die beiden ineinander verkrallten Vögel in rasender Geschwindigkeit der Erde entgegen. Anscheinend sind die Adler manchmal so

sehr in ihr Liebesspiel vertieft, dass sie im Liebesrausch zu Tode stürzen.

In der Regel brüten Adler nur einmal im Jahr. Im März legt das Weibchen 2 Eier und brütet 44 Tage.

Nach dem Ausschlüpfen dauert es weitere 3 Monate bis die Jungtiere flügge werden. Doch auch nachdem sie fliegen gelernt haben, bleiben die Jungadler bis in den Winter hinein bei ihren Eltern.

Die Adler sind also ausgeprägte »Nesthocker«. Adler erreichen ein Alter von ca. 40 Jahren.

Besonderheit: Kainismus.x

Eine Besonderheit der Adler ist der bei ihnen vorkommende »Kainismus«: Als Kainismus bezeichnet man das Phänomen, dass das Schwächere (meist das Zweitgeborene) der beiden Küken oft

zugrunde geht, da es sich bei der Fütterung gegen das Stärkere nicht durchsetzen kann. In manchen Fällen ist es sogar so, dass das erstgeborene Adlerküken sofort nach dem Durchstoßen der

Eierschale das Ei des Zweitgeborenen attackiert. Es hackt dann solange auf das Zweitgeborene ein, bis dieses stirbt. Danach wird es von dem Erstgeborenen meist aufgefressen.

 

Die Adler und die Sterne

Nach dem Adler ist das kleine, schöne Sternbild »Aquila« (latein. »Adler«) benannt, welches sich südlich vom Sternbild »Schwan« befindet. Seinen höchsten Stand erreicht das Sternbild im

Hochsommer. Dann scheint es, als ob der Adler über die Milchstrasse nach Osten durch den Himmel fliegen würde. Sein hellster Stern, der »Atair« - von an-nasr at-tair (arab. »der fliegende

Adler«), bildet zusammen mit der »Wega« - von an-nasr al-waqi (arab. »der herabstürzende Adler«) und dem Stern »Deneb« das hell leuchtende Sommerdreieck der nördlichen Hemisphäre.

Astrologisch wird der Adler der Sonne zugeordnet, die Eule dem Mond.

 

Mythen:

Die Adler und die Isländer, Germanen, Kelten

Ein isländischer Mythos berichtet, dass ein Adler das erste Ei legten aus dem die Erde entstand. Als der Held Vainamoinen die Wälder der Erde zu roden beginnt, lässt er für die Adler Birken als

Ruheplatz stehen. In der Kalevala wird Puhuri, der »Nordwind«, als mächtiger Adler dargestellt.

Die germanische und isländische Mythologie beschreiben die Adler als mit prophetischen Gaben versehene Tiere, welche den Lauf der Dinge vorhersagen können. Dem mythischen Weltbild der

nordischen Stämme zufolge, sitzt hoch oben im Geäst der Welten-Esche Yggdrasil ein allwissender Adler. Seine Visionen und Botschaften werden von dem Eichhörnchen Ratatöskr

zu dem unten an der Wurzel des Weltenbaumes sitzenden Drachen Niddhögg gebracht (Gylfaginning, 16).

Eine nordische Sage berichtet, dass Adlerinnen zu dem Helden Sigurd sprachen, nachdem er den Drachen Fafnir, den »Umarmer« wegen eines Goldschatzes erschlagen hatte (Skaldskaparmal, 62).

Das Gold und die Adler haben vieles gemein. Sie werden weltweit in den Mythen und im Symbolismus miteinander in Verbindung gebracht, so spricht man z. B. oft vom »goldenen Adler«.

Der Gott Odin zeigte sich in der alltäglichen Welt zuweilen in Gestalt eines Menschen mit einem Adlerkopf. Deshalb wurde er in einigen Gegenden Arnhofdi - »Adlerhäuptiger« genannt.

Die Griechen der Antike und die Germanen hielten die im mythischen Norden beheimateten Adler für die Erschaffer des Windes.

In der jüngeren Edda wird beschrieben, dass der Riese Hräsvelger, der »Leichenschlinger« in Gestalt eines Adlers im nördlichen Himmel sitzt. Immer wenn er sich in die Lüfte erhebt, entsteht

durch die Bewegungen seiner Flügel der kalte Nordwind (Wafthrudnirlied, 36).

Die nordischen Riesen scheinen eine gewisse Vorliebe für die Adler gehabt zu haben, denn auch der Riese Thiassi wählte oft das Aussehen eines Adlers, um die Erde zu besuchen:

“Eines Tages flog Thiassi in Gestalt eines Adlers hoch am Himmel, da entdeckte er unter sich in einem Wäldchen die Asen-Götter. Als Thiassi sich auf einem Baum neben ihnen niederliess, waren

die Asen gerade dabei einen Ochsen zu kochen, doch da das Feuer an diesem Tag nicht brennen wollte, wurde die Brühe im Kessel nicht heiss. Da bot Thiassi den Asen an, das Fleisch mit seiner

Hitze zu kochen, wenn er dafür an ihrem Festmahl teilnehmen durfte. Das liessen sich die hungrigen Asen nicht zweimal sagen und so stimmten sie dem Angebot des Riesen erfreut zu. Doch als

nun das Fleisch fertig gekocht war und alle speisen wollten, beugte sich der Adlergestaltige über den Kessel und begann die besten und größten Stücke für sich aus dem Kessel zu fischen.

Dieses anstand- und respektlose Verhalten des Adlers erzürnte den Asen Loki so sehr, dass er ihm voller Wut einen Speer in den Leib stieß. Der überraschte Thiassi schreckte durch den unerwarteten

Angriff auf und flog mitsamt dem sich an seinem Speer festhaltenden Loki hoch in die Lüfte. Da bekam es Loki mit der Angst zu tun und er versprach dem Adler, ihm jeden Wunsch zu erfüllen,

wenn er ihn nur wieder heil auf die Erde zurück brächte. Der adlergestaltige Thiassi überlegte eine Weile und wünschte sich dann von Loki die Asin Idun (die »Verjüngende«), die Göttin der Jugend

und Fruchtbarkeit zur Frau. Obwohl dieser Wunsch ausgesprochen unverschämt war, da eine Asin unter normalen Umständen niemals einen Riesen heiratete, sah sich Loki der durch sein

Versprechen gebunden war, wohl oder übel dazu gezwungen, dem Adler seinen anmaßenden Wunsch zu erfüllen. So wurde kurze Zeit später die Hochzeit zwischen dem ungleichen Paar mit

großen Feierlichkeiten begangnen. Doch die Ehe zwischen dem adlergestaltigen Riesen und der Göttin der Jugend war eine schwierige und oft auch traurige Angelegenheit , da sie zu gegensätzlich waren,

um als Paar glücklich zu werden. Ihre Beziehung endete damit, dass die Asen den adlergestaltigen Riesen mit Hilfe des Feuers vernichteten (Skaldskaparmal, 56).

Der Riese Suttungr, der »vom Trank beschwerte« besaß ein Hemd aus dem Gefieder eines Adlers. Als Odin dem Riesen den trunken machenden Met stahl, verfolgte ihn der zornige Suttungr

In Gestalt eines Adlers. Doch da auch Odin eine Verbindung zu den Adlern besaß, verwandelte auch er sich in einen Adler und entkam dem aufgebrachten Riesen auf diese Weise (Skaldskaparmal, 58).

Bei einigen germanischen Stämmen war es Brauch, den im Kampf unterlegenen Feinden mit einem Messer die Zeichnung der Flügel eines Adlers in den Rücken einzuritzen (Bächtold-Stäubli).

Der keltische Mythologie zufolge besitzen die Adler gerechtigkeitsschaffende und ausgleichende Kräfte.

Die englischen Kelten assoziieren Taranis, den »Donnerer« mit dem Adler. Die Energien mit denen sie Taranis in Verbindung brachten waren Kraft, Bewegung, Wissen, Magie, Führung (Conway).

In einigen Gegenden wird der Adler mit Lleu, dem »Leuchtenden« in Verbindung gebracht. Als Blodeuwedd, die »Blütengeborene« (walis. Blodeu = Blume) ihren Mann den jungen Lleu mit

einem Speer tötet, weil sie lieber mit dem dunklen Jäger Gronw, den sie auf der Hirschjagd kennenlernte, leben möchte, verwandelt sich Lleu in einen Adler und fliegt in die Weiten des Himmels

davon. Später kehrt er zurück um Gronw zu töten und Blodeuwedd in eine Eule zu verwandeln (Mabinogion).

Einer anderen walisischen Sage zufolge sitzt Lleu zur Zeit des Mittsommers in Gestalt eines Adlers im obersten Wipfel der riesigen Welten-Eiche, während er sich im Winter abgemagert bis auf die

Knochen in ihrem untersten Geäst verbirgt.

Einer keltischen Sage aus England zufolge leben die ersten Menschen; - Adam und Eva, in der Gestalt von Adlern weiter auf der Erde (Matthews, 1988). Die Adler und die griechische Antike

Im antiken Griechenland glaubte man, dass sich Adler und wilde Tauben um den Gott Zeus kümmerten, nachdem sie den Säugling einsam und verlassen unter einem Baum in der Wildnis gefunden hatten.

In Erinnerung an seine Zieheltern nahm Zeus (der römische »Jupiter«), der mächtigste aller Götter, als Erwachsener zuweilen die Gestalt eines Adlers an, wenn er die Erde besuchte. Bei einem dieser

Aufenthalte auf der Erde als Adlergestaltiger, verliebte er sich in den schönen Jüngling Ganymed, welchen er entführte und zu seinem Geliebten machte. Ein anderes Mal erblickte er aus luftiger Höhe

Ägina, die Schönste der zwanzig lieblichen Töchter des Flussgottes Asopos und verliebte sich unsterblich in sie. Da die Liebe von dem mächtigen Gott stets heftig Besitz ergriff, stürzte er sich in

Gestalt eines Adlers auf die Nymphe und entführt sie durch die Lüfte zu einer Insel, die seither nach dem Namen der Geraubten »Ägina« genannt wird.

Als die Titanin Asteria den stürmischen Nachstellungen des Zeus in Gestalt einer Wachtel zu entfliehen versuchte, verwandelte er sich in einen Adler, um sie zu verfolgen. Pfeilschnell flog er der

kleinen Wachtel hinterher und sie schien angesichts des blitzschnellen Verfolgers in den schutzlosen Weiten des Himmels hilflos verloren. Doch in dem Augenblick als Zeus sie mit seinen Klauen

ergreifen wollte, besann sich die Wachtel auf einen Trick und liess sich ins Meer fallen, wo sie sich in die Insel »Ortygia« (Delos) verwandelte.

Eine andere Göttin die sich zuweilen in einen Adler verwandelte, war Pallas Athene, die Göttin der Weisheit und des Kampfes.

Der Gott Prometheus wurde zur Strafe dafür, dass er den Göttern das Feuer gestohlen hatte, um es den Menschen zu bringen, von Zeus an die Berge des Kaukasus gefesselt. Da Zeus diese Strafe

noch zu gering erschien, sandte er jeden Tag einen Adler aus, um dem gefesselten Prometheus die Leber zu zerhacken. Obwohl die Leber stets nachwuchs, litt Prometheus dadurch doch große

Schmerzen. Dieser Mythos ist von großer Bedeutung, da er einer der wenigen ist, in denen sich ein Gott selber gegen die bestehende hierarchische Ordnung zwischen Menschen und Göttern auflehnt.

Das Geschenk des Feuers, mit dem Prometheus die Auflösung der Hierarchien herbeiführen wollte, wurde von Zeus durch die Adler besonders hart bestraft. Das Ende der Folter wurde schliesslich

durch den menschlichen Helden Herakles herbeigeführt, der den Adler mit einem Pfeil tötete.

Damit bewahrheitete sich eine Prophezeiung von Prometheus, in welcher er der Io verkündet hatte, dass ihr Enkel in dreizehnter Generation ihn von einem Adler erlösen werde (Aischylos).

Eine andere antike Sage handelt von Daidalion, einem Sohn des Lucifer. Er versuchte sich vom Berg Parnassos zu stürzen, nachdem seine Tochter getötet worden war. Das Mädchen war von der

Göttin Diana mit einem Pfeil getötet worden, weil es sich den anderen Göttinnen gegenüber hochmütig verhalten hatte. Doch der Versuch des Daidalion sich umzubringen misslang, da er von den

Göttern im Fallen in einen Adler verwandelt wurde (Ovid, Metamorphosen XI, 295).

Eine Legende des Altertums berichtet davon, dass Alexander der Große, als er im Zuge seiner Eroberungen ans Ende der Welt gelangt war, von dort versuchte, in den höchsten Himmel zu Gott

zu gelangen. Für diesen Aufstieg in den Himmel bediente er sich der Hilfe von zwei Adlern. Es heißt, dass es ihm auf diese Weise zwar gelang Gott zu erreichen, dass Gott ihn jedoch wieder auf

die Erde zurück schickte, da ihm der Himmel nicht der geeignete Ort für Alexander zu sein schien.

Die Adler und die Römer

Der Adler galt als tierisches Symbol des höchsten römischen Gottes Jupiter. Den antiken Berichten zufolge, wurde bei den apotheotischen (Apotheose = Vergöttlichung eines irdischen Wesens)

Feuerbestattungen der römischen Kaiser auf dem römischen Marsfeld, jeweils ein Adler in die Lüfte entsandt. Der hoch in den Himmel zur Sonne auffliegende Vogel sollte die Seele des ver-

storbenen Kaisers zu den Göttern hinaufgeleiten (Biedermann, 1994:15/ Bellinger, 1996:42).

Der mit ausgebreiteten Flügeln auf einer Stange thronende Adler wurde mit dem Feldherrn Marius (100 v. Chr.) zum Feldzeichen der römischen Legionen erkoren, um deren Mut zu betonen.

Diese Verknüpfung zwischen Mut und Adlern wurde in der Neuzeit von den Militärs verschiedener Nationen übernommen. Auch sie verliehen Adler-Orden für besonders mutige Taten in

Kriegshandlungen. Der Feldherr Napoleon betrieb viel Aufwand, um seine Verbindung zu den Adlern zu verdeutlichen. Die Adler als „Könige der Lüfte“ wurden zudem von vielen

Herscherfamilien und Großmächten als tierisches Symbol ihrer Macht verwendet. So übernahmen die vereinigten Staaten von Amerika den Seeadler 1782 in das Staatswappen der USA,

das »Great Seal«. In das Wappen des russischen Zarenhauses gelangte der Doppeladler durch die Heirat von Iwan III. mit der byzantinischen Prinzessin Sophia. Er sollte die Unabhängigkeit und Macht

Russlands aufzeigen. Seine beiden Köpfe schauten wachsam über den östlichen und den westlichen Teil des Reiches. Einen einköpfigen Adler ernannte Karl der Grosse im Jahr 800 zum Wahrzeichen

der deutschen Kaiser und im 12. Jh. wurde er zum deutschen Nationalwappentier.

1950/51 wurde der Adler in das Wappen der deutschen Bundesrepublik mit übernommen.

Der Adler wurde in früheren Zeiten ganz allgemein für ein sehr hitziges Tier gehalten. So schreibt Conrad Gesner in seinem Thierbuch, die Bruthitze sei beim Adler so groß als wenn man Eier kochte und:

„Der Adler ist also hitzig, dass er die Eier mit dem brüt gar verkochte, wenn er nit den allerkeltesten stein dazu legte.“ (Gesner, 1669)

Die Adler und das Christentum

In der Bibel wird der Adler als ein Symbol der Fürsorge Gottes beschrieben; - Er ist es, der die Seinen auf Adlerflügeln trägt (2. Mose 19.4). Eine weitere Bedeutung in der christlichen Ikonographie

erhält der Adler als Sinnbild für die Taufe und somit die spirituelle Wandlung des Menschen (der Täufer trug den Namen »Johannes«, der im Zusammenhang mit den Adlern immer wieder auftaucht).

Das wichtigste religiöse Mysterium, welches der Adler im Christentum verkörpert, ist jedoch die Auferstehung und Wiedergeburt Christi. Dadurch wird er zugleich zum Sinnbild für die Erneuerung der

körperlichen und geistigen Kraft aller Geschöpfe durch Gott. So singt König David in Psalm 103.5: „Durch seine Gaben sorgt ER (Gott) für mein Leben und schenkt mir neue jugendliche Kraft.

Gleich einem Adler schwinge ich mich auf.“

In Jesaja 40.31 steht geschrieben: „Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde. Sie laufen und brechen nicht zusammen.“

Früher glaubte man im christlichen Kulturkreis, dass die alt und müde gewordenen Adler hoch zur Sonne fliegen, um in ihrer Hitze ihr altes Gefieder zu verbrennen. Nach der Läuterung im Licht der

Sonne, sollen sie sich ganz nackt und rein auf die Erde zurückfallen lassen, wo sie dreimal in die Tiefe einer gesegneten Quelle tauchen, um sich mit neuer Lebenskraft zu versehen.

Die Erzengel der Weisheit (Cherubim), welche der biblische Prophet Hesekiel in seiner Vision sah, hatten vier Gesichter: Vorne das eines Menschen, rechts das eines Löwen, links das eines Ochsen

und hinten das eines Adlers (Hesekiel 1.10).

Der Evangelist Johannes, der Prophet Elias und der heilige Vitus besitzen in der christlichen Ikonographie als Attribut einen Adler.

In Anlehnung an die immerwährende Dualität von Gut und Böse, betrachtet die christlichen Mystik den Adler als ein tierisches Symbol für Jesus Christus und die Schlange als ein Symbol des Bösen.

Da der Adler aber ein Raubvogel ist und andere unschuldige Tiere tötet, wird er von christlichen Autoren zuweilen auch als eine Verkörperung des gierigen, räuberischen Teufels gedeutet, welcher

den Menschen in der edlen Gestalt des Adlers erscheint, um sie zu blenden und zu versuchen.

Von den sieben Todsünden wird dem Adler der Hochmut zugeschrieben.

Die Adler und die Anthroposophie

In einem Vortrag vom 29. 10. 1908 in Berlin befasst sich R.S. mit dem Begriff der »Gruppenseelen«. Er beschreibt in dem damaligen Referat die vier hauptsächlichen Gruppenseelen, die auf diesem Planeten wirken und ihre physischen Entsprechungen; - Mensch, Adler, Löwe und Stier. Dabei scheinen die beiden letzteren u. a. von besonderer Bedeutung für die Ausformung der körperlichen Erscheinung des Menschen gewesen zu sein. Den Angaben von Steiner zufolge, besaßen die Menschen, als sie begannen eine körperliche Form zu entwickeln, in ihrer Gestalt eine große Ähnlichkeit mit der Gestalt der Rinder. Wäre die Evolution zu diesem Zeitpunkt stehen geblieben, besässen wir Menschen heute möglicherweise die Gestalt von Kühen.

Doch die formbildenden Kräfte wirkten weiter auf die Menschen ein, so dass sich ihre Gestalt in einer späteren Epoche unter dem Einfluss der Katzenartigen veränderte. Durch den Einfluss der formgebenden Kräfte der Katzen, insbesondere derjenigen der Löwen, entwickelten sich u. a. die Fortpflanzungsorgane der Menschen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nur durch das aufeinander folgende Einwirken der gestaltenden Kräfte der verschiedenen Tierseelenkräfte, die komplizierte heutige Gestalt des Menschen entstehen konnte (Steiner, Rudolf: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 1O7, Sechster Vortrag, Berlin, 29. 10. 1908).

In einem späteren Vortrag weist R.S. auf die Herkunftsorte der einzelnen Tierkräfte hin. Dabei schildert er, dass die Stierkräfte und die Löwenkräfte, die Menschen bei ihrer Entwicklung auf der Erde, aus dem Innern der Erde heraus, unterstützten. Die Vogelkräfte hingegen kamen aus der entgegengesätzten Richtung. Sie wirkten aus dem äußeren Weltenraum auf den Menschen ein.

In diesem gegensätzlichen Wirken sieht Rudolf Steiner auch den Grund für die Verschiedenheit in der Organisation der Fortpflanzung bei den Tieren. Die Säugetiere (Rind, Löwe), beziehen ihre Kräfte aus dem Inneren der Erde und diejenigen Tiere, welche Eier legen (Vögel, Reptilien), erhalten ihre Kraft aus dem kosmischen Weltenraum.

R.S. berichtet weiter, dass die energetischen Körper der einzelnen Tiergruppen verschieden stark entwickelt sind. So verfügen die Säugetiere über einen besonders ausgeprägten Astralleib (= Seelenleib), während bei den Vogelwesen der Ätherleib (= Lebenskraftleib) am stärksten entwickelt ist. Die Feder und das Gefieder sind für ihn Formen, die durch den Ätherleib, der wiederum von außen, durch die Kräfte des Weltenraumes angeregt wurde, gestaltet werden. Nur der Schaft der Feder unterliegt, den Angaben von Steiner zufolge, Kräften die aus dem Inneren der Erde kommen.

Somit ist eine Feder als etwas ganz anderes zu verstehen als ein Haar, welches durch Bildekräfte der Erde geformt wurde. Dies obwohl Federn und Haare sehr ähnliche Strukturen besitzen, da es sich in beiden Fällen um abgestorbenes und verhorntes Eiweiß handelt. Aufgabe von beiden Strukturen ist es, den Körper ihrer Träger zu bedecken und zu isolieren. Durch diese Eigenschaften sind sie zudem an der äusseren Erscheinung der einzelnen Wesen beteiligt (Steiner: Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, GA 129, 1977:182 ff., München, 26. 08.1911).

In einem Referat, welches Steiner 1923 in Dornach hielt, finden sich ergänzende Angaben zu den Gruppenseelen der Adler, Löwen und Rinder. Steiner spricht darin von den Beziehungen der Gruppenseelen zu bestimmten Organen des Menschen. So besitzen, der geistigen Schau von Steiner entsprechend, die Kopforgane des Menschen die stärkste Verbindung zu den Adlerkräften;

- den Kräften der Löwen am nahesten verwandt sind die Brustorgane des Menschen und seine Fortpflanzungsorgane, - den Kräften der Rinder am ähnlichsten sind die menschlichen Verdauungsorgane und der Gliedmaßenapparat. Aufgrund dieser Angaben lässt sich eine Verbindung zwischen den Adlern und den Gedanken, also der Fähigkeit des Menschen zu Denken, erkennen. Die menschlichen Gefühle entstehen dementsprechend durch die Löwenkräfte und die Gruppenseele der Rinder hat einen Bezug zu den Willenskräften des Menschen, welche von seinem Stoffwechselsystem getragen werden (Steiner: Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, GA 230, Dornach, 1923).

Aufgrund der Angaben von Rudolf Steiner lässt sich erkennen, dass zwischen dem Flug der Vögel und der Fähigkeit des Menschen zu denken, eine bestimmte Verwandtschaft besteht. Die Feder und der Flug erscheinen als ein mächtiges, an das menschliche Denken erinnerndes Formprinzip.

Die Adler und Indien

In den uralten, vorvedischen Erzählungen, die im ganzen nordasiatischen Raum Verbreitung fanden, ist die Rede von einem riesenhaften Ur-Vogel namens Garuda, der zu Beginn der Zeit für alle Menschen und Tiere sichtbar zuweilen am Himmel erschien. Die Geschichtenerzähler berichten einmütig, dass der mächtige Sternenvogel heutzutage nur noch von einigen ganz wenigen Lebewesen gesehen werden kann. Zu diesen auserwählten Wesen gehören die Schamanen vom Stamm der Tamang in Nepal. Deshalb schnitzen diese Schamanen in die Griffe ihrer magischen Dhyangru-Trommeln Abbildungen von Garuda, um sich so seiner Hilfe bei all ihren Ritualen zu versichern. Der allwissende Vogel unterrichtet sie über all die Geheimnisse der sie umgebenden, alltäglichen, dörflichen Welt. Zugleich wirkt er als magischer Bote, der die Botschaften der Götter und Geister zu den Menschen hinunter trägt. Als Heimat von Garuda bezeichnen die nepalesischen Schamanen den Norden.

In der hinduistischen Mythologie gilt Garuda als Reittier von Vishnu und Krishna. Als Zeichen seiner Unabhängigkeit raubte Garuda vor langer Zeit dem Gott Indra das »Soma«, oder »Amrita«, den mächtigen, berauschenden Trank der Unsterblichkeit. Auffällig an dieser Geschichte ist ihre Ähnlichkeit zu dem germanischen Mythos, in dem Odin in Gestalt eines Adlers, dem Riesen Suttungr den trunken machenden, göttlichen »Met« stiehlt.

In ganz Asien gilt der Adler als eine Verkörperung des mythischen Vogels Garuda, (aus der Sanskritwurzel-gri = »herunterschlingen«). Die Inder glauben, dass der lichtgefiederte Adler als ein Vertreter der Sonnenkräfte auf der Erde wirkt und die Menschen vor den im Dunkeln und Feuchten agierenden "verlogenen" und "intrigierenden" Schlangenwesen schützt. Deshalb bitten gläubige Hindus, wenn sie Opfer eines Verrates oder einer Intrige geworden sind, den adlergestaltigen Gott Nagantaka, den »Schlangen-Töter« um Hilfe. Wie die europäischen Mystiker, sehen auch die Hindus in Adler und Schlange zwei mächtige

Kontrahenten, welche in dem ewigen, mystischen Kampf zwischen Wahrheit und Lüge, Licht und Finsternis miteinander ringen. Dabei wird der Adler im Hinduismus als der männlichen Kraft, dem Licht, Leben, Tag, Feuer und der Sonne zugehörig verstanden, während die Schlange die weibliche Kraft, die Finsternis, den Tod, die Materie, die Nacht, das Wasser und den Mond repräsentiert.

Die Adler und die Indianer

Der Adler ist für die Indianer ein Geschöpf des Ostens, dem Ort, an dem die Sonne aufgeht.

Sie bewundern an ihm seine Behändigkeit und seinen Mut, wirklich hoch zu fliegen. Der Adler gilt als eines der Tiere, welches ein tiefes Interesse an der Erkenntnis über die wirklichen Bedingungen dieser Welt besitzt. Als schwierig empfinden die Indianer den beinahe unersättlichen Machthunger des Adlers (Pazzogna, 2002).

Die Mythologie der nordamerikanischen Menomini beschreibt, dass sich über der Erde, vier himmlische Sphären ausdehnen. In jedem dieser Himmelsräume sind bestimmte geistige Wesen beheimatet. Je weiter der Himmelsraum von der Erde entfernt ist, desto mächtiger sind die Wesenhaftigkeiten, die dort leben. In dem am weitesten von der Erde entfernten Himmel lebt der Große Geist (Mätc häwä'tuk) selbst. Dann folgt der Himmel in dem die Geister des Krieges, die Donnervögel zuhause sind. Mit ihnen lebt der Morgenstern (Venus). Darunter liegt der Himmel in dem der Steinadler (Aquila chrysaetos) und der Schwan (Cygnus) leben. Der Himmel, der am nahesten bei der Erde liegt, wird von Vögeln aller Art bewohnt, die vom Weißkopf-Seeadler (Haliaeetus leucocephalus), einigen Greifvögeln und den Schwalben angeführt werden (Smith, 1923).

Die Indianer befestigten, als für jedermann erkennbare Zeichen ihres Charakters und Temperaments, Adlerfedern in ihrem Haar. Die Würdenträger des Stammes, die Häuptlinge, hatten das Recht, während der Rituale den allseits bekannten Haubenschmuck aus Adlerfedern zu tragen.

Als besonders wirksam für rituelle Zwecke galten die gesprenkelten Federn von jungen Adlern.

Bei den Tlingit und Kolosh begaben sich die Mädchen, nachdem sie das erste Mal menstruiert hatten, für mehrere Monate in eine abgelegene Hütte. Während dieser Zeit durften sie Wasser nur durch den hohlen Flügel-Knochen eines Weißkopf-Seeadlers trinken, da sie sonst die Geister des Wassers erzürnt hätten.

Für die Cheyenne gehört der Adler, zusammen mit dem Schwan, Kranich und der Elster zu den vier heiligen Vogelarten der Oberen Welt, in der Maheo, der Schöpfer lebt. Die Adler sind für die traditionell lebenden Stammesmitglieder auch heute noch die wichtigsten Vermittler zwischen den Menschen und dem Höchsten Wesen (Schlesier, 1985).

Aus Adlerknochen geschnitzte Pfeifen werden von den Plains-Indianern während des Sonnentanzes geblasen, um die Kraft und die Gunst der Geister für den Tanz zu erbitten.

Der Sioux-Indianer Schwarzer Hirsch sagt dazu: „Bei jedem Sonnentanz tragen wir Adlerfedern und Kränze aus Sage (Artemisia ludoviciana) auf unseren Köpfen, als Zeichen dafür, dass unsere Gedanken

und Herzen dem Grossen Geist und seinen Mächten nahe sind, weil der Kranz die Dinge des Himmels, die Sterne und Planeten darstellt, die geheimnisvoll und heilig sind.“

Bei der Hunka genannten Adoptionszeremonie der Sioux werden die maßgeblichen Teilnehmer mit Adlerflaum geschmückt. Die Hunka bietet einem älteren Stammesmitglied die Möglichkeit, einen jüngeren Freund als seinen Bruder zu adoptieren. Nach dieser Zeremonie sind die beiden Männer ein Leben lang miteinander brüderlich verbunden. Fortan müssen sie alles miteinander teilen und in Zeiten der Not füreinander sorgen. Interessant ist, dass sich diese Zeremonie letztendlich in einer energetischen Sphäre bewegt, die einen Bezug zum »Kainismus« der Adler besitzt. Die Hunka, bei der ein Wesen geschwisterlich adoptiert wird, wirkt wie eine Versöhnung der Energie die beim »Kainismus« der Adler wirkt, wo das geschwisterliche Küken von dem Stärkeren getötet wird.

Der Umgang mit dem Leib eines getöteten Adlers bedurfte nach Ansicht der Indianer besonderer Sorgfalt. So kannten die Schwarzfuß-Jäger eine rituelle Speisung der von ihnen erlegten Adler.

Dabei fütterten die Jäger die Seelen (nach Ansicht der Indianer besitzen alle Lebewesen mehrere Seelen) des toten Körpers mit Fleischstückchen, so dass sie zu den Hütern der Adler aufsteigen konnten, um ihnen zu berichten, wie gut und respektvoll die Schwarzfuß-Indianer die Adler und alle anderen Tiere auf der Erde behandelten (Frazer, 1922).

Die Azteken sahen in den Adlern Gesandte des Sonnengottes Tonatiuh. Nur mit Hilfe der Adler konnten die Wärme und Leben spendenden Strahlen der Sonne ihren Weg durch die Wolken hindurch zu den Menschen finden. Im Kalender der Azteken belegte der Adler - Quauhtli, das 15. der zwanzig Zeichen. Menschen, welche in diesem Zeichen geboren wurden, besaßen nach Ansicht der Azteken die Begabung große Krieger zu werden, gleichzeitig wurde ihnen aber ein Hang zum Diebstahl nachgesagt.

In Lateinamerika gilt der Adler noch heute als Glücksbringer und Schutzgeist der Reisenden. Aus diesem Grund werden in Autos und Lastwagen Adlerfedern und -füße aufgehängt, welche die Insassen vor entgegenkommenden Autos und andere Gefahren auf der Fahrt schützen sollen.

Die Adler und Sibirien

Nach Auffassung der Tschuktschen verhalten sich die Tiere in der Nicht Alltäglichen Wirklichkeit wie Menschen. Jedes Tier imitiert dabei aber nur bestimmte Verhaltensweisen von Menschen. So besitzen die Adler Sklaven, welche für sie das Essen kochen (Czaplicka).

Die sibirischen Enet nannten den Adler Minley, was »Sohn Gottes«, »Herrscher des Windes«, oder »Der die Gestalt eines Menschen annehmen kann« bedeutet (Prokofyeva, 1963:133).

Die Burjaten kennen die folgende Legende, über die Abstammung der Schamanen von den Adlern: „Vor langer Zeit betrachtete das Höchste Wesen seine Schöpfung und es war zufrieden mit ihr. Doch als es den Menschen, bei ihrem Leben zuschaute, wurde es ganz traurig. Denn die Menschen litten an etwas sehr Sonderbarem, was sie "Krankheiten" nannten. Da das höchste Wesen Mitleid mit ihnen hatte, versuchte es ihnen zu helfen. Also wählte es den mächtigen Adler als Sendboten aus, um die Menschen über das Wesen der Krankheiten zu unterrichten. So kam es, dass der Adler hinunter zur Erde flog und versuchte, den Menschen den Umgang mit den Krankheiten beizubringen. Doch wie sehr er sich auch bemühte, sie verstanden seine Sprache nicht. Nach vielen vergeblichen Versuchen kehrte der Adler enttäuscht in den Himmel zurück, um dem Höchsten Wesen von seinem Misserfolg zu berichten. Als das Höchste Wesen seinen Bericht vernommen hatte, strich es dem Adler sanft über die Federn und flüsterte ihm ein Geheimnis ins Ohr. Daraufhin flog

der Adler wieder zurück zur Erde. Eines Tages erblickte er eine Burjatin, die friedlich unter einem Baum schlief. Da ihm die Schläferin gut gefiel, ließ er sich in einiger Entfernung von der Frau zu Boden gleiten. Nachdem er die Frau eine lange Zeit stumm betrachtet hatte, näherte er sich ihr vorsichtig mit tanzenden Sprüngen. Dabei dehnte und spreizte er seine Flügel weit, so dass alle Lebewesen sein wunderschönes Federkleid sehen konnten. So tanzte er um sie herum, bis der Windhauch seiner Flügel die Frau schließlich aufweckte. Da war die Frau ganz erstaunt über den mächtigen Vogel, der da um sie herumhüpfte.

Noch etwas schlaftrunken, setze sie sich halb auf und betrachtete den Adler sorgfältig. Da er ihr gefiel, streckte sie ihm ihre Hand entgegen und als er näher kam, begann sie sanft über seine samtenen Federn zu streicheln. So kam es, wie es so oft geschieht, wenn zwei Wesen einander mögen. Bald lagen die beiden eng aneinandergeschmiegt unter dem Baum und schliefen miteinander. Einige Zeit später bemerkte die Frau, das ihr Bauch sich zu wölben begann und sie erkannte, dass sie schwanger war. Als die Wochen und Monate der Schwangerschaft vorüber waren, gebar sie ein ganz außergewöhnliches Kind, welches der Liebe

zwischen einem Adler und einer Menschenfrau entstammte. Das Kind wuchs heran und schon bald bemerkten die anderen Stammesmitglieder, dass es über besondere Fähigkeiten verfügte. Es konnte viele Dinge

und Wesen sehen, welche anderen Menschen verborgen blieben. Doch all dies geschah vor langer Zeit und heute wissen wir nur mehr wenig über das Kind. Vielleicht war das Kind scheu, vielleicht waren seine Beine bedeckt von Federflau. Wer kann das schon mit Sicherheit sagen? Oder könnt ihr, denen ich diese Geschichte erzähle, euch daran erinnern? Doch was auch heute noch jeder weiß und was das Wichtigste war; - das Kind verstand die Sprache seines Vaters, des Adlers. Deshalb konnte es, mit Hilfe seines Adlervaters viele Krankheiten mit großem Erfolg behandeln. Das Kind war bald weit herum berühmt und die Burjaten nannten es ihren ersten Schamanen.“

Der Homöopath Jonathan Shore stellte in einem seiner Seminare eine Patientin vor, der die Einnahme einer homöopathischen Zubereitung des Adlers gut geholfen hat. Diese Frau erzählte in der Anamnese, dass sie öfters von Adlern träumte und dass sie von ihnen in den Träumen alle wichtigen Informationen erhielt, die sie für ihr Leben brauchte. Dieser Bericht erinnert an die Fähigkeit bestimmter Schamanen, die für ihre Arbeit wichtigen Informationen von ihren tierischen Hilfsgeistern im Traum zu erhalten.

 

Volksglaube, Bräuche, Sprichwörter, Träume:

Etymologisch leitet sich das Wort »Adler« von »edler Aar« (germ. Aar = »großer Vogel«) ab. Der Adler galt in vielen Gegenden der Welt als König der Vögel. Aus diesem Grunde wurde der Adler von menschlichen Herrschern und Königen als Wappentier beansprucht.

Die Adler gelten transkulturell als Verbindung der Menschen zum Göttlichen. Dem Volksglauben zufolge erscheinen zudem die verschiedensten Götter, Dämonen, Hexen und sogar der Teufel in Gestalt des Adlers auf der Erde.

Für die Menschen in früheren Zeiten war der Adler ein Gehilfe des Donners. Wenn ein Gewitter tobte, glaubten sie zu sehen, wie er mit den Blitzen in seinem Schnabel zur Erde hinunter stürzte. Da die Adler den Weg von der Erde in die höchsten Himmel sehr gut kannten, galten sie in den alten "heidnischen" Kulturen als Seelenvögel, welche die Seelen der Verstorbenen ins Reich der Toten geleiten.

In Ostpreußen galt es als Glück verheißendes Zeichen, wenn man einem Adler begegnete. Doch spielte bei diesem Orakel auch die Richtung aus der der Adler kam eine Rolle: „Nähert sich ein Adler von rechts,

so bringt er Glück, nähert er sich von links, so bedeutet dies Unglück (Wie die Katze).“ (Bächtold-Stäubli)

Tauchte während einer Geburt ein Adler auf, so kündigte dies die Ankunft eines zukünftigen Helden oder Fürsten an. Doch die Adler waren für die kleinen Kinder auch gefährlich. So halten sich die Geschichten

von Adlern die unbeaufsichtigte, kleine Kinder rauben, im gesamten Alpenraum hartnäckig bis in unsere Tage.

Weiter heißt es in den Alpen, dass denjenigen Menschen die einen Adler mit einem Huhn in seinen Fängen erblicken, ein reicher Kindersegen bevorsteht. Ein Adler, der eine Schlange in seinen Klauen trägt, gilt jedoch als Unglück verheissendes Zeichen. Der Schrei des Seeadlers galt in Frankreich als Unheil verkündend. In Deutschland wurde der Zank zwischen einem Krähenschwarm und einem Adler als schlechtes Omen gedeutet. Als im Jahr 1879 ein Attentat auf den deutschen Kaiser Wilhelm I. verübt wurde, berichteten Bürger, zur selben Zeit über Berlin einen Adler gesehen zu haben, der von Krähen verfolgt wurde. (Bächtold-Stäubli)

Im Mittelalter glaubte man, die Adler würden nicht durch das Alter sterben, sondern dadurch, dass sie der Versuchung erlägen, Wasser zu trinken. Da man damals glaubte, dass die Adler nie Flüssiges zu sich nehmen, vermutete man, dass der Kontakt mit dem flüssigen Element ihren sicheren Tod herbeiführte.

Die Adler besaßen den Ruf, mit den anderen Vögeln nicht unbedingt auf gutem Fuß zu stehen. Dies zeigte sich, wie man früher glaubte, u. a. schon daran, dass die Federn von anderen Vögeln, wenn man sie mit den Federn eines Adlers mischte, sogleich zerfielen. Plinius (23-79 n. Chr.) merkte zu dem Zwist der Adler mit den anderen Vögeln an, dass die Adler und die Schwäne nie in Frieden, sondern stets in Zwietracht miteinander leben (Plinius, X/95/1).

Die einzelnen Körperteile des Adlers besaßen, dem Volksglauben zufolge, magische Kräfte: So wusste man in Island, dass derjenige, der eine Adlerkralle besaß, vor Feuer geschützt war. Da die Adler, wenn sie nahe der Sonne kreisen, nicht von ihr versengt werden, glaubte man, sie seien gegen die Kraft des Feuers immun.

Wer den rechten Flügel eines Adlers bei sich trägt, ist dadurch vor dem Hagel geschützt, glaubten die Menschen in den Alpen.

Die Federn des Adlers waren dafür bekannt, Wanzen zu vertreiben.

Der Mist des Adlers soll Schlangen vertreiben.

Wer Adlerfleisch aß, von dem glaubte man, dass er danach zaubern konnte.

Die Adlerzunge trug man im Tirol an einem Anhänger über der Brust, um ohne Atemnot in die Berge aufsteigen zu können. Plinius (23-79 n. Chr.) gibt an, dass die Adlerzunge bei Husten hilft.

Weiter glaubte man im Tirol, dass Adlerflaum am Hut getragen, die Augen schärft und Mut zum Raufen machte. (Bächtold-Stäubli)

Eine heute noch gebräuchliche Redewendung besagt, dass Menschen die sehr gut sehen »Adleraugen« besitzen.

Die bedächtigen Schildkröten galten im Mittelalter als Lieblingsnahrung der Seeadler.

Eine Fabel von Äsop lautet wie folgt: Eine Schildkröte bat einen Adler, ihr Unterricht im Fliegen zu erteilen. Der Adler suchte es ihr auszureden, aber je mehr er sich bemühte, der Schildkröte das Törichte ihres Wunsches klarzumachen, desto stärker beharrte sie darauf. Als der Adler des drängenden Bittens müde war, nahm er sie schlussendlich mit sich in die Luft und ließ sie von weit oben auf die Erde herabstürzen.

Dort zerbrach ihr schöner Panzer in tausend Stücke, - so musste sie für ihre Torheit büßen. Der Sinn, der Fabel von Äsop ist der Folgende: „Trachte nicht nach Dingen, welche die Natur dir versagt hat; denn was die Natur dir versagt, kann niemand dir geben.“

 

Sprichwörter:

„Auch der Adler fliegt nicht höher als die Sonne.“ (Russland)

„Adler fliegen hoch unter den Wolken, Schmetterlinge niedrig über dem Gras.” (Estland)

„Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.“

„Wo ein Adler nicht fort kann, findet eine Fliege noch zehn Wege.“ (Deutschland)

„Ein Wurm weiß nicht woran sich ein Adler freut und freut sich dennoch seines Lebens.“ (China)

„Der Adler des einen Hauses ist in einem andern nur ein Dummkopf.“ (Frankreich)

„Ein Adler fängt keine Mücken.“ (Spanien)

„Ein Adlertag ist ein Fliegenjahr.“

„Adler legen ihre Eier nicht in Spatzennester.“

„Der Adler erzeugt einen Adler, die Eule gebärt eine Eule.“ (Russland)

„Der Adler fängt keinen Krieg mit den Fröschen an.“ (Italien)

„Der Adler fliegt allein, der Rabe immer scharenweise.“

„Der Adler fliegt auf keinen Misthaufen.“ (Griechenland)

„Der Adler frisst nicht aus dem eigenen Nest.“ (China)

„Der Adler, der Fleisch frisst, wartet nicht auf seine Gefährten.“

„Der Mist vom Adler vertreibt die Schlangen.“

„Der Adler fliegt allein, die Kühe und Schafe gehen miteinander.“

Aus den Tiroler Alpen stammt die folgende schöne Geschichte, welche das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Individuum und Masse, dem der Adler ständig ausgesetzt ist, gut illustriert: „Vor langer Zeit fand ein Bauer in den Bergen einen jungen Adler, der noch nicht flügge war. Er nahm ihn mit zu sich nach Hause und sperrte ihn dort zu den Hühnern in den Hühnerhof. Der Adler lernte schnell, wie die Hühner, nach den Körnern zu picken und gedieh prächtig, und es schien, als fühle er sich wohl unter all den Hühnern.

Da kam eines Tages ein seltsamer, alter Mann aus den Bergen des Weges und fragte den Bauern, warum er denn einen Adler in seinem Hühnerhof halte.

„Nun, weshalb sollte ein Adler nicht unter Hühnern leben?“, antwortete der Bauer.

„Ein Adler ist ein Adler und ein Huhn ein Huhn, guter Mann.“, sprach der Alte. „Das Leben unter den Hühnern wird ihn über kurz oder lang krank machen. Gib ihn mir und ich werde ihn zurück in die Berge bringen.“

Der Bauer, der schon seit einer Weile darüber nachgedacht hatte, dass der Adler von geringem Nutzen für ihn war, da er zwar viel fraß aber keine Eier legte, willigte ein. So kam es, dass der Alte den Adler mit zu sich in die Berge nahm. Doch als er ihn hoch oben auf einem Gipfel aussetzten

 

Die Adler und die Heilung

Traditionelle Heilung mit den Adlern

In den indischen Veden wird von einem mythischen Vogel namens Haridrawa berichtet, der sich zu den an Gelbsucht erkrankten Menschen begab, um ihre Krankheit mit sich zu nehmen. Er soll die Gelbsucht hoch zur Sonne getragen und sie in ihrem Feuer verbrannt haben.

Auch der europäische Physiologus erwähnt einen solch wundertätigen Vogel namens Charadrius, der Krankheiten heilte, indem er sie auf sich lud und mit ihnen zur Sonne flog, um sie in deren Feuer zu verbrennen. Weiter heißt es dort, dass ein Kranker, von dem sich der Vogel Charadrius abwendet, unweigerlich stirbt.

Im Physiologus wird, vermutlich in Ahnlehnung an die Bibel, beschrieben, wie der Adler durch den Flug zur Sonne und das nachfolgende Bad in einer heilsamen Quelle seine eigene Kraft erneuert.

Ein Ruppiner Zaubersegen zur Vertreibung der Hautflechte lautet folgendermaßen: „Der Adler und die Flechte / flogen beide zur Richte / der Adler der gewann / die Flechte, die verschwand.“

Manche Apotheke trägt noch heute, in Erinnerung an die heilenden Kräfte dieses Vogels, den "Adler" in ihrem Namen.

 

Volksmedizin:

In der Volksheilkunde hielt man verschiedene Organe des Adlers für heilkräftig:

Adlerfedern: Adlerfedern haben den Ruf, das Gedächtnis zu stützen und stärken. Nach Plinius (23-79 n. Chr.) hilft das über den Bauch gelegte Adlergefieder bei Verdauungsbeschwerden.

In der Volksmedizin legte man den Gebärenden Adlerflügel unter die Füße, um ihnen so die Geburt zu erleichtern.

In beiden Fällen werden die Adlerflügel demzufolge als spasmolytisches Mittel eingesetzt. Diese Anwendung fand insofern in den Begegnungen Bestätigung, als dass es dabei zu Krämpfen in den

Extremitäten kam. Krämpfe in den Händen traten auch bei der AMP von Sherr auf. Auffällig ist diesbezüglich auch die Verwendung des Adlers in der Volksmedizin zur Behandlung von Epilepsie.

Adlerfett: Die Bulgaren benutzen das Adlerfett zur Behandlung der Schwindsucht (Tuberkulose).

Adlerflaum: Bei dem nordamerikanischen Indianerstamm der Bella Coola behandelte man eitrige (Schnitt-) Wunden mit einem Umschlag aus Weidenrinde und Adlerflaum.

„Wer Adlerflaum am Hut trägt, bekommt scharfe Augen.“, weiß man in den Alpen.

Adlergalle: Von der Galle des Adlers hieß es, sie stelle die verlorene Sehkraft wieder her (Frazer, 1922). Sie wurde aber auch zur Behandlung von Aussatz und anderen Hautkrankheiten verwendet.

Adlerhirn: Im Tirol verwendete man Adlerhirn zur Behandlung von Gelbsucht, Schwindel und Harnbeschwerden.

In Schwaben kurierte man die Koliken der Pferde mit Adlerhirn.

Adlerleber: Die Adlerleber hatte den Ruf, die Fallsucht (Epilepsie) zu heilen.

Adlerzunge: Plinius (23-79 n. Chr.) gibt an, dass die Adlerzunge bei Husten hilft.

Im Tirol trug man die Adlerzunge bei sich, um ohne Atemnot in die Berge aufsteigen zu können.

Die Adler und die Homöopathie

Ätiologien einer Adlererkrankung

Folge von plötzlichem Tod von Angehörigen durch Unfall  (Haliaeetus leucocephalus)

(Quelle: http://www.homoeopathieforschung.de/mittel.php?reper=15)

Das Wesen der Adler Allein-sein: Adlermenschen sind aufgrund ihres empfindsamen Wesens gerne allein. Das Verlangen nach Allein-sein fand Bestätigung bei Schadde, Schulz, Sherr und ist nach Shore1 ein

Verlangen aller Vögel. Gleichzeitig besteht aber auch Angst und Abneigung vor dem Allein-sein.

Androgynität: Der Adler hilft, die weibliche Seite mit der Männlichen zu verbinden. Adlermänner zeichnen sich möglicherweise über eine androgyne Erscheinung aus. Der Patient von Schadde

wirkte nach der Behandlung "männlicher".

Ego:

Adlermenschen sollten lernen, mit ihrem mächtigen Ego umzugehen. Dieses Ziel ist aber gerade für sie besonders schwer zu erreichen. Man findet sie oft vollständig in Selbstbetrachtung versunken. Sie sind sehr auf die eigenen Bedürfnisse fixiert und lassen sich gerne bedienen. Ihr Handeln ist in vielerlei Hinsicht nur auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse ausgerichtet.

Dieses Thema fand Bestätigung in der germanischen, sibirischen und indianischen Mythologie und bei Schadde und Shore2.

Eigensinnigkeit: Adlermenschen sind sehr eigensinnig und eigenbrötlerisch. Ihr schönes und freies Wesen wird oft verunstaltet durch ihre Sturheit und Dickköpfigkeit.

Einfühlsam und gleichgültig: Aufgrund ihres hellfühligen Wesens spüren Adlermenschen sehr gut, was in anderen Menschen vorgeht. Gleichzeitig ist es ihnen manchmal erstaunlich gleichgültig, wie es anderen Menschen geht. Das einfühlsame Wesen fand Bestätigung bei Shore: Alle Vögel und Bernstein in Shore.

Einsamkeit, Einzelgängertum: Adler sind Einzelgänger. Ihr großes Verlangen nach Freiheit beschert ihnen ein Leben, in dem die Einsamkeit ein steter Begleiter ist. Dies ist der Preis, den sie für ihre Unabhängigkeit bezahlen. Es ist für sie sehr wichtig, andere einsame Könige und Königinnen zu finden, mit denen sie ihr Schicksal teilen und ihre Ansichten über das Leben teilen können. Dieses Thema fand Bestätigung in den Erfahrungen der Prozessorientierten Homöopathie und bei Schadde, Sherr und Shore. Es ist laut Sankaran ein Thema aller (Greif)-Vögel.

Empfindungslosigkeit, Gleichgültigkeit:

Adlermenschen entwickeln in krankem Zustand eine erstaunliche Gleichgültigkeit gegenüber sich selbst und den Gefühlen anderer. Diese Empfindungslosigkeit spiegelt sich in übertragenem Sinn in den Symptomen der Multiplen Sklerose wider. Das Thema der Gleichgütigkeit fand Bestätigung bei Sherr und Shore.

Erhabenheit: Adlermenschen haben etwas Tiefgründiges und verborgen Leuchtendes an sich. Sie wirken erhaben, sowohl über andere Menschen, wie auch über das Leben selbst. Die christliche Kirche wiederum stellt die Adler in einen Bezug zum Hochmut, der negativen Ausprägung der Erhabenheit. Das Gefühl der Erhabenheit fand Bestätigung in den mythischen Überlieferungen der Stämme weltweit und bei Müller, Schulz, Sherr, Shore und ist nach Shore1 ein Thema aller Vögel Erleuchtung:

Adlermenschen besitzen eine große Erleuchtungssehnsucht. Sie möchten zum Höchsten fliegen. Erleuchtung ist jedoch kein Ziel und Erleuchtung ist auch kein Ende.

Erleuchtung ist eine Technik und ein Weg. Dies zu erkennen, kann für Adlermenschen heilsam sein.

Das Thema der Erleuchtung fand Bestätigung in der Erfahrungen der Prozessorientierten

Homöopathie und bei Schulz, Sherr und Shore.

Familie: Adlermenschen sind, wie alle Vögel, sehr familienorientiert. Bei den Adlern kommt aber zu dieser Grundausrichtung hinzu, dass sie sich gleichzeitig durch die Familie sehr eingeengt fühlen. Das Thema der Familie fand Bestätigung bei Sherr und Shore.

Geborgenheit, Schutz: Adlermenschen besitzen ein großes Verlangen nach Aufmerksamkeit, Schutz und Geborgenheit, was ihnen aber oft nicht bewusst ist und was sie auch oft gut verstecken.

„Wie gefangen-sein“: Adlermenschen fühlen sich schnell gefangen in den alltäglichen Zwängen von Beruf und Familie. Gleichzeitig sind Familie und Beruf ganz wichtige Elemente ihres Lebens.

Nach Shore ist das Gefühl des Gefangen-seins ein Thema aller Vögel. Dieses Thema fand Bestätigung bei Müller, Schulz, Sherr. Es ist laut Sankaran und Shore1 ein Thema aller Vögel.

Gefühle: Die Lösung der Konflikte in ihrem System ist über die Gefühle nicht möglich. Solange sie nach ihren Gefühlen handeln, steigt die Verwirrung. Dies mutet seltsam an, da ihre Lebenskrisen oft mit einer Verletzung ihrer Gefühle beginnen.

Die Aufforderung an die Adlermenschen lautet: „Schafft klare Verhältnisse!“

Geschwindigkeit, die Zeit vergeht zu schnell: Besonders wichtig für Adler ist es, dass sie die für sie richtige Geschwindigkeit finden. Die Vögel besitzen insgesamt einen sehr viel schnelleren Stoffwechsel als die Menschen. Subjektiv entsteht dadurch bei Adlermenschen der Eindruck, dass die Zeit zu schnell vergeht. Dieses Thema fand Bestätigung bei Schulz und Sherr.

Getrennt-sein: Adlermenschen fühlen sich in erkranktem Zustand auf eine sehr seltsame Art von sich und der Welt getrennt. Wenn sie sich jedoch mit sich und der Welt im Einklang befinden, verfügen sie über eine friedliche Gelassenheit, große Eleganz und sanfte Bestimmtheit. Eine der in Shore beschriebenen Patientinnen hatte das Gefühl von der alltäglichen Welt getrennt zu sein, weil sie in Gedanken ständig "abdriftete". Das Thema des Getrennt-seins fand Bestätigung bei Sherr und Shore. Es ist laut Sankaran und Shore1 ein Thema aller Vögel.

Individuum und Kollektiv: Es ist für Adlermenschen schwierig, eine Verbundenheit mit einer Gruppe oder anderen Menschen herzustellen. Dieses Thema fand Bestätigung in der Erfahrungen der Prozessorientierten Homöopathie und bei Müller, Sherr, Shore1 und Shore. Am ehesten gelingt ihnen dies als Leiter von Gruppen, als Lehrer, usw.

Klarheit: In krankem Zustand mangelt es den Adlermenschen an Klarheit. Dieses Thema fand Bestätigung bei Schulz und Sherr.

Kontakt, körperlicher: Zwei der in Shore beschriebenen Patienten empfanden den körperlichen Kontakt zu anderen Menschen als unangenehm. Eine Patientin vermied den körperlichen Kontakt zu ihren Haustieren.

Lehrer, Anführer, Leiter: Oft haben Adlermenschen ein Verlangen nach jemandem, der sie führt. Sie bewegen sich z. B. gerne in Gesellschaft von einem prominenten, spirituellen Lehrer oder einer bekannten Therapeutin, welche sie verehren können. Gleichzeitig verfügen sie auch selbst über Führungsqualitäten und können andere Menschen gut motivieren. Das Thema des Lehrers fand Bestätigung bei Sherr.

Mitgefühl, Mitleid: In krankem Zustand verlieren sie jegliches Mitgefühl für ihre Mitmenschen. Sie lehnen Mitleid ab, da es ihnen die wahren Zusammenhänge um sie her zu verschleiern scheint.

Dieses Thema fand Bestätigung bei Sherr.

< Naivität: Ein Adlermensch kann Naivität als Bedrohung empfinden. Der Adler versteht erstmal nicht, dass Naivität eine Haltung ist, die aufgrund von Liebe und Sorglosigkeit entstehen kann.

Dies ist für ihn ein Lernprozess, denn erst mal ist die mit Naivität oft einhergehende Unachtsamkeit und Arglosigkeit für ihn äußerst bedrohlich. Sie erscheint ihm fahrlässig. Adler haben keinen Zugang zum Arglosen, da sie ständig alles voller Weitsicht zu analysieren versuchen.

Opfer: Adlermenschen sind bereit, sich für etwas zu opfern, für Sex, für eine Idee, für ein höheres Ziel, das Vaterland, das Reich. Sie ziehen es vor, sich für eine Sache zu opfern, anstatt für sich selbst zu schauen. Dieses Thema fand Bestätigung in der Erfahrungen der Prozessorientierten Homöopathie.

Religiosität, Spiritualität: Adlermenschen haben eine stark religiöse und spirituelle Ader. Der Bezug zum Religiösen, rsp. Spirituellen fand Bestätigung in der Prozessorientierten Homöopathie.

Schokolade abgeneigt: Aquila ist eines der wenigen Mittel, das eine deutliche Abneigung gegen Schokolade besitzt. Diese Abneigung fand Bestätigung bei Bernstein in Shore.

Schuld: Die Adler helfen uns mit der eigenen Schuld zu leben und mit der Schuld unserer Ahnen. Das Thema der Schuld war in der Begegnung präsent und fand Bestätigung bei Shore1 und Shore.

Schwere vs. Leichtigkeit: Dieses Thema fand Bestätigung Sankaran, Schulz und Shore.

Spiritualität vs. Weltlichkeit: Die Greifvögel helfen uns, mit dem Konflikt zwischen der Sehnsucht nach Spiritualität und den Einschränkungen durch die alltäglichen Pflichten und gesellschaftliche Normen zu leben. Manchmal erscheint den Adlern alles "Weltliche" zu oberflächlich.

Doch an die ihnen eigene Heiterkeit gelangen sie erst, wenn sie mit den kleinen Dingen des Alltags ihren Frieden gefunden haben.

 

„Greifvögel wollen den Überblick. Sie rufen nach dem Wissen hinter den Dingen und verlangen Freiheit im Denken.”, bemerkt die Homöopathin Elisabeth Schulz.

Überblick: Der Adler lehrt die Menschen Klarheit zu bekommen. Wenn Menschen emotional voll in eine Situation einsteigen, verlieren sie sich leicht darin. Der Adler lehrt uns, in die Distanz zu gehen und dadurch den Überblick über die Verhältnisse in denen wir leben zu erlangen.

Verstand vs. Herz: Die Aufgabe des Adlers ist es, parallel zu seinem kühlen Verstand seine Herzensqualitäten zu entwickeln. Sein steriles, strenges Wissen kann nur durch Liebe für die anderen Lebewesen fruchtbar gemacht werden.

Welt, eigene: Adlermenschen tendieren dazu, in einer ganz eigenen Welt mit eigenen Gesetzen und Freuden zu leben.

Zielgerichtetheit: „Zielgerichtetes Handeln führt zum Erfolg.“

< Zwänge: Adlermenschen haben eine große Abneigung gegen sämtliche Formen von gesellschaftlichen Zwängen.

Zweifel: Obwohl Adlermenschen viele Begabungen besitzen, verfallen sie leicht in Zweifel.

Die Sexualität der Adler

Adlermenschen mögen es, spirituell zu leben und trotzdem auch attraktiv und sexuell zu sein. Manche sind bereit, für den sexuellen Rausch alle Grenzen zu überschreiten und alles zu opfern.

Adlermenschen können ein unglaubliches Sehnen in ihrem Gegenüber entfachen. Die Verbindung zu den anderen Menschen entsteht über die Augen, über ihren Blick. Sie besitzen Augen, in denen sich viel von den eigenen Wünschen derjenigen, die in sie schauen, spiegelt.

In krankem Zustand führen sie ein Leben, in dem die Liebe nur noch als Idee existiert. Die ständig

wechselnden Partner werden unter dem Siegel der Spiritualität sexuell ausgebeutet. Hält der

kranke Zustand an, werden Adlermenschen zu ausgesprochen schein-heiligen Wesen, die vorgeben,

die göttliche Liebe zu leben, in Wirklichkeit aber die völlige Absenz von Liebe verkörpern.

Tantra: Oft besitzen Adlermenschen einen starken Bezug zur Welt des Tantra. Sie tragen in sich (ähnlich wie die Schlangen) die Vision, durch die Sexualität zu geistiger Erleuchtung und Erlösung zu finden

(DD.: Lach. Naja).

Wem und bei was helfen die Adler?

Angstneurose, Panikattacken:

Die Ängste der Adlermenschen beziehen sich häufig auf ihr Verhältnis zu anderen Menschen. Der Patient von Schadde hatte Angst, andere Menschen zu verletzen. In der Prüfung von Sherr kam es zu dem Symptom: Abneigung, das Haus zu verlassen. Der Homöopath Andreas Krüger berichtete von einem Fall von Angstneurose bei einer jungen Frau, bei dem Aquila C40 half. Die Symptome waren: Furcht, das Haus zu verlassen. Sammelt Vorräte. Angst im Dunkeln. Sieht bedrohliche Geister. < Fernsehen. Brustschmerz links:

Auffällig viele BegegnungsteilnehmerInnen verspürten Schmerzen in der linken Brust. Auch in der Prüfung von Sherr kam es zu linkseitigen Brustschmerzen.

Depression: Alle TeilnehmerInnen der Begegnung mit dem Adler begegneten der Trauer. Ihrer eigenen aber auch derjenigen der Welt. Dieses Thema fand Bestätigung in der griechischen Mythologie und den Erfahrungen der Prozessorientierten Homöopathie, sowie bei Schulz, Sherr und Quirk in Shore.

Existenzangst: Der Adler schützt davor, nicht in der Spirale der Existenzangst unterzugehen. Auch in der Prüfung von Sherr kam es zu Momenten tiefer Verzweiflung über die eigene Existenz anhand von realen und eingebildeten Bedrohungen. Die nordamerikanischen Indianer bewundern nicht umsonst den Mut der Adler.

Hepatitis?: Die Gelbsucht war kein Thema der Begegnung. Dennoch gibt es mehrere Hinweise auf eine Verbindung der Adler zur Leber. In den Veden und der Volksmedizin wird ein heilender Effekt der Adler auf die Gelbsucht erwähnt. Der Patient von Schadde war früher an einer Hepatitis erkrankt gewesen. Prometheus wurde die Leber von einem Adler zerhackt.

Herzbeschwerden: In der Begegnung kam es zu Herzrasen und Herzschmerzen. Möglicherweise waren auch die prominenten, linksseitigen Brustschmerzen in der Begegnung ein Hinweis auf Herzprobleme.

Der Homöopath Andreas Krüger berichtete von einem Fall von Herzneurose bei einem Manager, bei dem Aquila C40 half. Die Verschreibung geschah aufgrund eines Traumes, indem der Patient auf einen hohen Berg stieg und dort Gott traf. Er wurde daraufhin im Traum selbst zu Gott und erfreute sich sehr am Betrachten der Schöpfung.

Hitze: Auffällig war, dass in der Begegnung trotz des zeitweiligen Hitzegefühls im Körper, Wärme besserte. Der Bezug der Adler zur Hitze fand Bestätigung in der germanischen Mythologie und bei Schulz und Sherr. Zudem betonen die Hl. Hildegard und andere Autoren des Mittelalters den hitzigen Charakter der Adler.

„Wie hoffnungslos“: Adlerpatienten wirken in der Behandlung ausgesprochen hoffnungslos.

Husten, trocken: Über kurz oder lang hatte jede TeilnehmerIn der Begegnung zeitweise einen trockenen Reizhusten. Der Bezug der Adler zum Husten fand Bestätigung bei Schulz, Plinius und in der Volksmedizin.

Isolation: Die Adler sind von Natur aus große Einzelgänger. Wird diese Tendenz zu stark, so führt sie zu gesellschaftlicher Isolation. Die homöopathische Adlerfeder hilft, sich mit den anderen Menschen wieder zu verbinden.

Konzentrationsschwäche: Die Schwierigkeit, sich auf etwas zu konzentrieren oder gesteigerter Konzentrationsfähigkeit.

Kopfschmerzen: Migräne vor Menstruation.

Krebs?: Der anthroposophische Naturwissenschaftler Milos Brabinek entdeckte bei seinen Forschungen eine große Übereinstimmung zwischen den Formkräften im Blut eines an einem Lungen-Carcinom und eines an einem Astrozytom (Gehirn-Carcinom) erkrankten Patienten und dem Blut eines Bussards. Brabinek bedauert in den Anmerkungen zu seiner Studie, dass er kein Adlerblut zur Verfügung hatte. Er glaubt jedoch, dass alle Greifvögel einen Bezug zur Kopfregion und zum Atemsystem des Menschen besitzen (Brabinek).

Der Bezug der Adler zu bestimmten Arten von Krebs war kein Thema der Begegnung. Er wird hier im Sinn einer interdisziplinären Verknüpfung erwähnt. Die Krankheit Krebs war Thema bei Schulz.

Ein Bezug der Adler zum Nervensystem (Astrozytom) ergibt sich aus den Heilerfolgen in der Behandlung der Multiplen Sklerose, die von Schadde dokumentiert wurden.

Lungenerkrankungen?: Über kurz oder lang hatte jede(r) TeilnehmerIn der Begegnung zeitweise einen trockenen Reizhusten. Zudem gelten die Adler in der Volksmedizin als Heiler von Lungenkrankheiten.

Der Bezug der Adler zu Lungenerkrankungen fand insofern Bestätigung, als das Milos Brabinek erstaunlicherweise bei seinen Forschungen eine große Übereinstimmung zwischen den Formkräften im Blut eines an einem Lungen-Carcinom erkrankten Patienten und dem Blut eines Bussards entdeckte.

Brabinek bedauert in den Anmerkungen zu seiner Studie, dass er kein Adlerblut zur Verfügung hatte. Er glaubt jedoch, dass alle Greifvögel einen Bezug zur Kopfregion und zum Atemsystem des Menschen besitzen.

Dieser Ansicht ist auch Eugen Kolisko, der schreibt: „Der Adler ist.... wie ein fliegender Kopf.

Natürlich tritt innerhalb des Vogelgeschlechts selbst (Sauter: welches als Gesamtheit eine starken Bezug zum menschlichen Nerven-Sinnes-System besitzt) auch wieder eine Dreigliederung auf. Die Singvögel bilden mehr die Sinnesorganisation aus; - den Gesang, den Nestbau, die (Sauter: feinmotorische.) Geschicklichkeit. Die Raubvögel mit dem Adler, wo die Schwingen besonders ausgebildet sind, wo Fliegen und Atmen ganz in eine wunderbare Einheit verwoben sind, das rhythmische System (Sauter: Also Herz, Kreislauf und die Lunge. Die Flügel des Adlers als Entsprechung der menschlichen Lungenflügel.). Überall wo die Vögel gleichzeitig das Wasser und die Erde berühren, tritt ein Überwiegen des Stoffwechsel-Gliedmassen-Systems ein.“ (Eugen Kolisko, Gedanken zur anthroposophischen Tierkunde, in Gäa-Sophia, Dornach, 1926).

Weiter glaubt Kolisko, dass das Atmungssystem beim Vogel den ganzen Körper bis zu den Knochen durchdringt.

R.S. ergänzt das Gesagte durch den folgenden Hinweis zum Adler: „...dasjenige, was in seinem Atem lebt, lebt zugleich in seinem Kopf. Der Vogel ist ganz Kopf...(er) hat ein so überwiegendes Leben in der Atmung, dass das andere, die Blutzirkulation und so weiter, fast verschwindet. Alle Schwere der Verdauung ist nicht da.“ (R.S. Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, GA 240, Dornach, Vortrag vom 19.10.1923)

Für weitere Hinweise zur Arbeit von Milos Brabinek, siehe bei den Hirschen im Kapitel: Wem und bei was helfen die Hirsche? unter Gehirnerkrankungen.

Mitgefühl, Mangel an: Die Adler helfen das Mitgefühl mit den anderen Menschen zurückzuerlangen, wenn es einem abhanden gekommen ist. Der Verlust, rsp. die starke Präsenz von Mitgefühl für andere Menschen waren auch Themen der Prüfung von Sherr und fanden Bestätigung bei Shore.

Multiple Sklerose: Anne Schadde berichtet in der HZ I/03 über einen Fall von Multipler Sklerose bei einem jungen Mann, bei dem die Schübe durch Gaben von Weißkopfseeadler (Haliae-lc.) in C30 und C200 gestoppt werden konnten. Während der Substanzbegegnung kam es bei einem Teilnehmer zu einer Taubheit in den Beinen, welche an die Symptome der MS erinnerten.

Themen und Symptome des Falles, welche eine Bestätigung in der Begegnung erfuhren, sind: Einzelgänger, egoistisch, majestätisch, hasst es Regeln zu befolgen, mangelndes Mitgefühl, Gefühl eine Feder im Wind zu sein (dies obwohl die körperliche Erscheinung von Schwere geprägt ist), Spaltung/Gegensätzlichkeit, unscharfes Sehen, Schwere und Kälte der Glieder, kein Verlangen mehr nach Süßem, Verlangen danach bedient zu werden, Verlangt: Gefahr/Bergen/tanzen;

Modalitäten: > Bewegung. Eine Verbindung der Adler zur Multiplen Sklerose, die ja eine Erkrankung der Nerven ist, findet zudem Bestätigung in dem anthroposophischen Weltbild, da dem anthroposophischen Verständnis gemäß die Adler einen Bezug zum menschlichen Nerven-Sinnes-System besitzen.

Nackenschmerzen und -verspannung: waren eines der herausragenden Symptome während der Begegnung. Sie stellen sich bei Adlermenschen vielleicht in Erinnerung an die verlorenen Flügel oft ein. Dieses Symptom scheint sehr bezeichnend für Adler zu sein, da es in vielen Prüfungen und klinischen Fällen Bestätigung fand, wie z. B. bei Schulz, Sherr: links, Bernstein in Shore, Quirk in #Shore: rechts

PMS: Jonathan Shore stellte in seinem Seminar zu den Vögeln einen Fall von PMS vor, bei dem Weisskopfseeadler (Haliae-lc.) C1000 half. Die Patientin klagte jedoch weiterhin über Rückenschmerzen und Müdigkeit. Diese Symptome konnten durch die Einnahme von Haliae-lc. nicht beeinflusst werden (Shore).

Prüfungsangst (mündliche Prüfungen): In dem von Elisabeth Schulz verfassten Artikel zu den Adlern berichtet sie über eine positive Beeinflussung von Prüfungsangst durch die Einnahme der homöopathischen Adlerfeder. Dieses Thema fand Bestätigung bei Shore.

Psychose: Sowohl in den Begegnungen, als auch in der Prüfung von Sherr waren der Wahnsinn ein Thema. Zwei der in Shore beschriebenen Patientinnen hatten das Gefühl, verrückt zu werden.

Rückenschmerzen: Adler haben einen Bezug zu Rückenschmerzen. Am deutlichsten zu solchen im Lumbalbereich und im Becken.

Schmerzen, brennende (wie Feuer)

Schmerzen, krampfartige:

Schulterschmerzen:

Sehen, verschlechtert: Die Adler haben einen Bezug zum Sehen. Das Thema der Verschlechterung des Sehvermögens (Volksmedizin).

Selbstmordneigung: Das Symptom fand Bestätigung in der griechischen Mythologie. Zudem kam es in der Prüfung von Sherr bei mehreren PrüferInnen zu der Überlegung, sich selbst umzubringen.

Selbstzerstörung: Auch in der Prüfung von Sherr zeigte sich die selbstzerstörerische Tendenz.

Verspannung und Verkrampfung: Da die Adlermenschen immer sehr hoch hinaus wollen, neigen sie dazu, sich zu verkrampfen. Hals-, Nacken-, Schulter-Schmerzen sind die Folge davon.

Dieses Thema fand Bestätigung bei Sherr Shore und in der Volksmedizin.

 

Adler - systemisch

Großmütter, die alles haben aufgeben müssen (z.B. auf der Flucht) und aus Traurigkeit darüber gestorben sind. Vielleicht auch aus Verbitterung. Eine Teilnehmerin beschrieb es folgendermaßen:

„Ich konnte meinen Ahnen sagen: Ich bin wie ihr, jetzt bin ich bei euch angekommen. Ich tue das, was ihr tun musstet (den Verzicht auf Besitz), ganz aus meinem freien Willen heraus.“

Eltern

Religiöse Eltern. Damit ist nicht nur die Staatskirche gemeint, sondern auch esoterische und natur mythische (Animismus, Schamanismus) Formen von Religiösität. Bestätigung bei Shore.

Weibliche Seite

Depression der Mutter. Mütter, die hoch hinaus wollen. Mütter, die erfolgreich sind oder sich danach sehnen.

Auftrag der Mutter: Unser Kind soll ein Heiliger, eine Heilige werden. Unser Kind soll etwas besonderes, erfolgreich und berühmt werden, so gibt es wenigstens jemanden in der Familie, der/die was taugt.

Dieser Auftrag der Mutter entsteht oft als Folge der Ehe mit einem (vielleicht nur aus der Sicht der Mutter) schwachen und erfolglosen Mann.

Scham und Schuldgefühle der Tochter, weil sie ihre Mutter nicht liebt.

Männliche Seite

Schwacher und erfolgloser Vater. Alkoholismus des Vaters. In dem von Anne Schadde geschilderten Fall war der Vater des Patienten Alkoholiker und die Mutter eine superintellektuelle Ärztin mit

sieben Uni-Abschlüssen. Auch der Vater und Bruder einer in Shore beschriebenen Adler-Patientin waren Alkoholiker. Obwohl dieser Mann Alkoholiker war, arbeitete er als Richter. Er übte also eine

Tätigkeit aus, bei der er über Schuld und Unschuld entschied und andere Menschen zu Gefangenschaft verurteilte.

 

DIE ADLER UND DIE MIASMEN

Carcinosinie

Aufgrund der Forschungsarbeit des anthroposophischen Naturwissenschaftlers Milos Brabinek wird erkennbar, dass die Greifvögel einen Bezug zur Carcinosinie besitzen.

Er entdeckte bei seinen Untersuchungen eine große Übereinstimmung zwischen den Formkräften im Blut eines an einem Lungen-Carcinom und eines an einem Astrozytom (Gehirn-Carcinom)

erkrankten Patienten und dem Blut eines Bussards.

In der Begegnung selbst zeigte sich kein Bezug zur Carcinosinie, hier standen eher syphilitische Symptome und Modalitäten im Vordergrund.

Syphilinie

Der Bezug der Adler zur Syphilinie ergibt sich u. a. daraus, dass er in einem Fall von Multipler Sklerose half. Die Multiple Sklerose besitzt in ihrer Krankheitsästhetik eine große Ähnlichkeit

zur Tabes dorsalis, die sich im tertiären Stadium der Syphilis manifestiert.

Zudem hat der Adler in der Begegnung mehrere für die Syphilinie typische Symptome hervorgerufen: Die Neigung zum Selbstmord, die tief sitzenden, brennenden Schmerzen, die soziale

Isolation, der Versuch der Gottwerdung. Berge >.

Sankaran ordnet alle Greifvögel der Syphilinie zu.

Tuberkulinie

Die Tuberkulose wurde in der Begegnung erwähnt: „Adlerzuckerln. Welche Kinder würden so was gerne essen? Ausgemergelte, ausgehungerte, schwindsüchtige Kinder.”

Berge >.

Der Bezug der Adler zur Tuberkulinie fand Bestätigung in der Bulgarische Volksmedizin.

Eine generelle Verbindung zwischen den Vögeln und der Tuberkulinie besteht nach Ansicht von Sankaran, Sherr und Shore.

 

 

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