Gunpowder (Gun) = Kali-n. (75%) + Carb-v. (aus Alnus/15%) + S. (10%)/= Schwarzpulver

 

Negativ: Karbunkel/Infektionen/Sepsis.x/Wunden, die nicht heilen, Psoriasis (wenn bessere Simili versagen);

[Shirley J. Casey, WildAgain Wildlife Rehabilitation]

Wildpfleger sehen häufig wilde Tiere in der Wildlife-Station, die mit einer großen Bandbreite an Wunden zu ihnen kommen. Es gibt viele Ursachen für diese Wunden: Angelhaken, Stacheldraht, Rasenmäher, Fallen, Äste, Katzen, Hunde, Kugeln oder Verletzungen durch andere wilde Tiere. Dazu zählen Abschürfungen, Schnittwunden, Stiche, Verstauchungen, andere Hautverletzungen, Verbrennungen, komplizierte Knochenbrüche und mehr. Einige der Wunden sind neu und noch frisch, andere sind älter. Einige der Wunden sind relativ sauber und es ist unwahrscheinlich, dass

sie sich infizieren, wenn sie unbehandelt bleiben, andere können eine Infektion entwickeln. Einige Tiere kommen mit schwerwiegenden Abszessen oder Sepsis.

Die Wildpfleger arbeiten eng mit Tierärzten daran Wundversorgungsprotokolle zu etablieren. Kleinere Wunden werden von den Wildpflegern in der Regel gründlich gereinigt und gespült.

Ernsthaftere Wunden müssen hingegen vom Tierarzt gereinigt und weiter versorgt, z.B. genäht oder operiert werden. Die Folgebehandlung kann Einweichen, Entfernung abgestorbenen Gewebes

und andere Behandlungen beinhalten. Die Tierärzte können Antibiotika für Wunden verschreiben, insbesondere für die, die schwerwiegend oder bereits infiziert sind.

In den letzten Jahren wurden die Wildpfleger und Tierärzte gleichermaßen mit Problemen in Zusammenhang mit Antibiotika konfrontiert. Es war nicht unüblich, dass Wildtiere in antibiotischer Behandlung ihren Appetit verloren haben oder Magen-Darm-Probleme (Durchfall) bekamen. In vielen Fällen wurden die Antibiotika verschrieben, ohne dass zuvor eine Bakterienkultur angelegt

wurde - die Wirksamkeit war daher beschränkt. Es wächst nun die Besorgnis über den Anstieg der Resistenzen in den Wildtierpopulationen. Ganzheitlich arbeitende Tierärzte haben zudem Bedenken bezüglich der Unterdrückung von Symptomen geäußert.

Zwar gibt es Fälle, in denen Antibiotika erforderlich sind, aber oben genannten und andere Bedenken haben die Wildpfleger veranlasst, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu suchen.

Vor einigen Jahren las die Autorin über das homöopathische Gunpowder in Morgan's Homöopathic Medicine: Erste Hilfe und Notfallmedizin und Sheppard'sThe Magic of the Minimum Dosis“.

Nach der Lektüre von Dr. John Clarke's Monographie „Gunpowder as a War Remedy“ erörterte die Verfasserin dieses homöopathisches Arzneimittel mit einer kleinen Gruppe von Wildpflegern. Gunpowder war nicht gut in den homöopathischen Repertorien repräsentiert, aber Clarke und ein paar andere Homöopathen beschrieben das homöopathische Gunpowder als hochwirksam bei

infizierten Wunden.

[Sigrid Häse]

Das Schwarzpulver ist ein hochexplosives Mittel und homöopatisch eine Mischung von Opium und Thea. Es ist ein hervorragendes Schockmittel, wie Opium, besonders nach Zuständen von

Sonnenstich, hat berstende Kopf­schmer­zen, wie Thea. Es verliert das Erin­nerungsvermögen in Bezug auf Örtlichkeiten, wie Opium, und hat Hallu­zi­nationen (Funken sehen, Lichtblitze), wie Thea.

Es ist Zündschnur und Pul­ver­fass in einem, ein Möchtegern, der sich aber nur in seiner Phantasie traut. Be­währt hat sich das Mittel bei drohendem Apoplex und im Klimakterium, wenn uns hoher

Blutdruck und Wallungen quälen, und uns das Blut zu Kopf steigt.

 [Clarke]

„Der hauptsächliche Wirkungsbereich von Schwarzpulver sind Fälle von septischen Vereiterungen oder, in anderen Worten, von Wunden, die mit Fäulniskeimen verunreinigt worden sind. ...

Schwarzpulver kann aber auch prophylaktisch angewendet werden.

Das heißt, es heilt nicht nur septische Vereiterungen, wenn sie vorhanden sind, sondern bietet dem Organismus ebenso Schutz gegen schädliche Keime, so dass es weniger wahrscheinlich ist,

dass Wunden septisch werden, wenn jemand es eingenommen hat. ...“.

Der wichtige Punkt an Gunpowder ist, das es eine deutliche und klare Indikation hat, die kaum einer missdeuten kann: Blut - Vergiftung.

„Das Gift gelangt rasch ins Blut - Furunkel, Karbunkel, Ausschläge, Abszesse oder andere Erscheinungsformen zeigen sich und weisen unmissverständlich auf vergiftetes Blut hin. In all diesen

Fällen wirkt Gunpowder als Gegengift.“

Diese Gruppe von Wildpflegern war insbesondere an Gunpowder interessiert, weil es prophylaktisch verwendet werden kann - zumindest nach Clarke. Viele sehr kleine Tiere, wie junge Vögel,

Kaninchen und Eichhörnchen werden oft mit Wunden, die durch Tiere verursacht wurden, in die Station gebracht. Auch nach einer intensiven Wundreinigung und der Verwendung von Ledum, Hypericum und sogar Antibiotika infizierten sich trotzdem einige Wunden, insbesondere Wunden, die durch Katzen beigebracht wurden. In einigen Fällen infizierten sich auch Wunden, die mit

Antibiotika behandelt wurden. Auf die Entwickelung von Symptomen bei einer Infektion zu warten, die auf Lachesis, Hepar sulfuris oder andere homöopathische Arzneien schließen lassen, bedeutet,

dass die Infektion sich weiter etablieren kann und schwerer zu behandeln ist – insbesondere bei so kleinen oder jungen Tieren. Eine homöopathische Arznei, die direkt nach der Verwundung gegeben werden könnte, bevor eine Infektionen ernst geworden ist, war daher von höchstem Interesse.

„Beim Schwarzpulver, das für uns von Interesse ist, handelt es sich um das traditionelle Schwarzpulver, das hauptsächlich aus Schwefel, Kohle und Salpeter besteht. ...

Da Schwefel, Kohle und Salpeter drei wirksame Mittel sind, die in der Pharmazie und der Physik wohlbekannt sind, ist es nicht verwunderlich, dass eine Kombination aus den dreien ebenfalls eine

Medizin mit hoher Wirkungskraft ist. Die Tatsache, dass Schwarzpulver ein Medikament für Kriegsverletzungen ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, ...“.

Clarke und Sheppard beschrieben, dass homöopathisches Gunpowder in niedrigen Potenzen genutzt und häufig wiederholt werden sollte. Allerdings wollten die Wildpfleger die Behandlung der

Wildtiere auf ein Minimum reduzieren um Stress und Risiko zu minimieren. Zudem kommen Wildtiere häufig mit einer starken Lebenskraft und mit schweren, akuten Verletzungen, die eine sofortige Behandlung erfordern. Daher kam die Gruppe zu dem Resultat, dass höhere Potenzen angemessener sein könnten. Deshalb bestellten sie homöopathisches Gunpowder in den Potenzen C30 und C200 bei Natural Health Supply (Santa Fe, NM);

Zusammenfassung:

Zwei der oben genannten Fälle zeigen, wie homöopathisches Gunpowder zur Prophylaxe vor Infektionen eingesetzt wurde. In den beiden anderen Fällen wurde Gunpowder bei bereits infizierten

Wunden eingesetzt, in einem davon gab es eine Verschlechterung nach Antibiotika-Gabe. Es gibt weitere Fälle, in denen die Wildpfleger homöopathisches Gunpowder eingesetzt haben. Z.B. den

Pelikan mit der 14 Inch langen Risswunde an der Brust und dem Ziesel mit dem septischen Bein, welches nicht auf Antibiotika reagierte.

Man kann nicht sagen, dass homöopathisches Gunpowder bei allen Wunden angezeigt ist oder ein Ersatz für Antibiotika sei. Auch gibt es keine Garantie, dass der Einsatz von homöopathischem Gunpowder erfolgreich ist. Aber diese Fälle zeigen, dass homöopathisches Gunpowder und klassische homöopathische Verschreibungen weitere Optionen sind, die bei der Wundversorgung als Teil

der Behandlung berücksichtigt werden sollten.

Obwohl Gunpowder in den Repertorien nicht gut repräsentiert ist und auch nicht für alle Wunden passt, scheint es bemerkenswert zu sein. Wie Lyle Morgen in Homeopathic Medicine - Erste Hilfe

und Notfallmedizin, über homöopathisches Gunpowder sagt: „... ist (es) ein wertvolles, aber allzu oft ignoriertes Mittel.“ Diejenigen, die an diesen Fällen arbeiteten, können die segensreiche Wirkung

von homöopathischem Gunpowder nicht ignorieren oder vergessen;

Repertorium:

Rektum: Fistel

Allgemeines: Abszesse, Eiterungen

Entzündung nach Operation/äußerlich/des Knochenmarks/der Lymphgefäße

Beschwerden während Genesung, Rekonvaleszenz nach septischem Fieber

Lebensmittelvergiftung

(Beschwerden durch) Sepsis

- Abszess. Akne. Bisse. Blutvergiftung. Efeuvergiftung. Furunkel. Karbunkel. Osteomyelitis. Schnittwunden, vergiftete Tonsillitis, septische. Vakzinose. Würmer.

The Homoeopathic World schreibt, Gun. würde verwendet, um bei der Herstellung die Körner einzuhüllen. In seiner Rohform ist es ein alteingeführtes Mittel in der Armee bei Gonorrhoe/Syphilis/allgemeine Störungen des Blutes (Furunkeln). Auch die Londoner Polizeikräfte kennen es als Mittel bei Furunkeln. "Kaufe Schießpulver für Sixpence und nimm soviel davon, als auf einem Sixpencestück Platz hat, 4 Tage lang nachts und morgens ein, und dann lasse es für die selbe Zeit weg, dann fahre damit fort, wenn nötig" ist eine der Verschreibungen für wiederkehrende Furunkel, die mich von den "Streitkräften" erreicht hat.

Canon Roland Upcher schilderte die Erfahrungen von Schäfern aus Norfolk und Suffolk, die Schießpulver auf ihr Brot und ihren Käse streuen, um eine Infektion zu verhindern, wenn sie mit Schafen zu tun haben, die von Fäule ["rot"] befallen sind.

Es gibt keine Prüfung von Gun, ich führte selbst ein Experiment mit der 2x durch, wie in meinem Artikel zu Kali-n. bereits erwähnt. Die Einnahme führte zu einem heftigen Anfall von Herpes der r. Augenbraue und r. Nasenseite und hinterließ dauerhafte Narben. Ich benutzte es fast ausschließlich in der 3x Trituration, die ich in Gaben von 0,26 - 0,52 g verschrieb, 3x o. 4x täglich, entweder in

Pulver- o. Tablettenform. [Gunpowder as a War Remedy].

Indikationen für Gun. sind weit und klar und ohne feine Differenzierung der Symptome möglich. Die Liste der Krankheiten im Abschnitt Klinik wird ein ausreichender Führer sein, verbunden mit der breiten Indikation "Blutvergiftung".

Gun. entspricht vielerlei Formen von Eiterungen (septisch).

Canon Upcher veröffentlichte kürzlich Fälle von Hautausschlag, die fälschlicherweise für Krätze gehalten, die in Wirklichkeit durch den Umgang mit Efeu hervorgerufen wurden und mit Gun. C 3 geheilt wurden. In ländlichen Distrikten wird Kindern ein Aufguss von Schießpulver bei Würmern (Askariden) mit Erfolg gegeben.

 

Komplementär: Calen. Hep. Thuj.

 

Vergleich: Bar-c. Kali-n. Hell. Iod (Schusswunden). Kali-p. Silene capensis (= Melandrium undulatum = african dream. root/= gunpowderplant Caryophyllales.). Sil. Trinit.

Siehe: Carbon + Sulphur + Sprengstoffen + Etheogen + Anhang (Shirley Casey)

Opium [Schockmittel (durch Sonne)/Erinnerungsvermögenverlust vor Örtlichkeiten] Glonoinum Thea [berstende Kopfschmerz/Halluzinationen (Funken sehen, Lichtblitze)]

 

Unverträglich: ist nicht bekannt/gut abwechselnd mit indizierte Mitteln

 

Antidotiert: Gins. Hed. Prim.

 

Wirkung: destruktiv/psorisch/sycotisch/syphillitisch

 

Allerlei: Das Schwarzpulver ist hochexplosiv und eine Mischung von Opium und Thea. Es ist ein hervorragendes Schockmittel, wie Opium, besonders nach Zuständen von Sonnenstich, hat berstende Kopfschmerzen, wie Thea. Es verliert das Erinnerungsvermögen in Bezug auf Örtlichkeiten, wie Opium, und hat Halluzinationen (Funken sehen, Lichtblitze), wie Thea. Es ist Zündschnur und Pulverfaß

in einem, ein Möchtegern, der sich aber nur in seiner Phantasie traut. Bewährt hat sich das Mittel bei drohendem Apoplex und im Klimakterium, wenn uns hoher Blutdruck und Wallungen quälen, und

uns das Blut zu Kopf steigt. Glonoinum möchte Bomben legen, um etwas zu verändern, greift dann aber doch lieber zu Silvesterknallern.

 

 

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