Sanguis soricis o. souris (Sanguis-s) = Rattenblut von gezüchtetem Ratte = Rattus norvegicus           

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[Nancy Herrick]

Ratten gehören zu den am meisten verschmähten Geschöpfen auf diesem Erdenrund. Sind auch eine der am meisten verbreiteten Spezies. Die Hälfte aller lebenden Säugetiere sind Nagetiere, und Ratten gehören zu den fruchtbarsten. Eine drei Monate alte weibliche Ratte kann 22 Rattenjunge zur Welt bringen. Die Hälfte des Wurfes sind Weibchen, die wiederum innerhalb von drei Monaten trächtig sein können. In diesem Fortpflanzungsprozess werden innerhalb eines Jahres 200.000 Jungtiere geboren, die alle von einer einzigen Ratte abstammen. Die menschliche Bevölkerung auf der Erde entspricht der Zahl nach in etwa der Rattenbevölkerung. Im Unterschied zu den meisten Tieren gedeihen Ratten überall dort, wo Menschen gut leben, weil ihre Grundbedürfnisse im Wesentlichen dieselben sind. Beide brauchen Nahrungsvorräte, Unterkunft, Wasser und ein gewisses Maß an Schutz und Privatsphäre.

Ratten müssen ständig nagen, andernfalls werden ihre Schneidezähne zu groß für ihr Maul. Was sie nicht fressen, wie etwa Pfosten an Gebäuden und Gebäudefundamente aus Beton, wird häufig zerkaut und zerstört. Ratten verursachen Zerstörung, wo auch immer sie hinkommen: Sie nagen Löcher, um sich Zugang zu Gebäuden zu erschaffen, zerfetzen Kleidung und zerkleinern Möbelstücke, um Nester zu bauen. Sie richten auch große Verwüstung in den menschlichen Nahrungsvorräten an — zum einen, indem sie alles fressen, zum andern, indem sie ihren Kot darin hinterlassen. Sie können viele Tiere auf dem Bauernhof töten und fressen – ausgewachsene Hühner und sogar Ferkel und Lämmer. Es kommt vor, dass sie Menschen im Schlaf in die Glieder beißen (bei Krankheiten leiden, die Taubheitsgefühl erzeugen, etwa Diabetes/Lepra).

Am Grauenhaftesten jedoch ist die Tatsache, dass sie Säuglinge töten können.

Die in dieser Arzneimittelprüfung verwendete Ratte war ein Vertreter der Rattus norvegicus, als „Norwegische Ratte" bekannt. Diese Art ist als die gefürchtetste aller Nagetiere berüchtigt. Besonders die Weibchen sind sehr gewalttätig, sie sind wesentlich aggressiver als die Männchen. Sie springen einander gegenseitig an, schlagen einander mit den Vorderpfoten und beißen bösartig, wobei sie einander schwere Wunden zufügen.

Daher kommt der Ausdruck im Englischen: „Kämpfen wie eine Ratte, die in die Enge getrieben ist."

Norwegische Ratten baue unterirdische Nester, in denen sie die Jungen gebären und aufziehen. Viele haben weitläufige unterirdische Tunnel, in denen sie leben, ohne jemals an die Oberfläche zu kommen: Sie paaren sich, füttern ihre Jungen und gehen auf Nahrungssuche - alles in völliger Dunkelheit und im Verborgenen!

Ihre Lebenserwartung ist nur kurz, weil sie viele Feinde haben. Bereits mit zwei Jahren gilt eine Ratte als alt.

 

Analyse der Arzneimittelprüfung

Nachdem ich neun Monate lang über die Komplexität dieser äußerst dramatischen Arzneimittelprüfung nachgegrübelt habe, sind mir einige Gedanken gekommen, die ich mitteilen möchte.

Dies sind meine persönlichen Gedanken zu dem Thema sind (und die Gedanken von Jessica Jackson, die im Prozess dieser Arzneimittelprüfung mit mir eng zusammengearbeitet hat).

Hauptthema: Es geht um Geheimnisse. Beachten Sie die Worte der Prüfer: »Wollte nicht gesehen werden... Menschen, die den ganzen Tag dasitzen und aus ihrer geheimen Welt hinausschauen...

Wir haben eine heimliche Affäre. Etwas von diesem Zeug will im Verborgenen bleiben...« Dies sind tiefe dunkle Geheimnisse: »Nicht richtig verrückt, aber auch nicht das normale Alltägliche...«

Zweite Thema: Sexualität: »Sehr sexuell und leidenschaftlich. Ich wollte, dass Männer mich anstarren.... im Bett mit meinem Liebhaber. Ich bin keine Prostituierte. « Ich glaube, dass dieses Arzneimittel sich bei Patienten als nützlich erweist, deren Pathologie sich um ein tiefes Geheimnis dreht, das in irgendeinem Zusammenhang mit Sexualität steht. Sie haben dieses Geheimnis vielleicht vergraben, wie die Arzneimittelprüfung sagt, in einem „trüben, dunklen Becken" oder „unterirdischen Tunnel" des Unterbewussten. Steven Levine berichtete von einem Seminar, indem er und seine Frau Ondrea die Teilnehmer zu einer Art Bekenntnis aufforderten. Sie sollten ihn oder Ondrea in einem freien Feld treffen und ihnen ihr schmerzlichstes, lange im Verborgenen gehaltenes Geheimnis zuflüstern. 85% der Geheimnisse, die bei dem Experiment enthüllt wurden, standen im Zusammenhang mit Sexualität. Eindeutig eine Schmerz- und Leidensquelle für viele Menschen.

Dritte Thema: die Schwarzen Göttin.

Wie lässt sich das Thema der Schwarzen Göttin mit Ratten, Sexualität und Geheimnissen vereinbaren? Sie repräsentiert den weiblichen Aspekt des Erdigen (SCHWARZ / GÖTTIN). Sie ist die destruktive Energie, die tötet, um neues Leben, neues Wachstum hervorzubringen - das lodernde Feuer, das den Wald zerstört, aber sie ist auch die einzige Kraft, die den Tannenzapfen öffnen kann, um die Samen freizugeben.

Marian Woodman und Elinor Dickson schreiben in The Fire Within: »Die Göttin ist die Lebenskraft in der Materie... Sie hat immer Autorität. Sie lenkt.. .und handelt mit absoluter Klarheit. Der Tod, den die Göttin bringt, ist die Transformation der drei Gifte: Lust, Zorn und Unwissenheit.« (KLARHEIT)

Kali ist der hinduistische Name für die Schwarze Göttin. In Sacred Sexuality, von A.T. Mann und Jane Lyle ist Kali als „schwarz wie der unendliche Nachthimmel" beschrieben. Sie repräsentiert den tiefsten und dunkelsten weiblichen Aspekt des Göttlichen. Sie ist die Verkörperung alles Verborgenen, Mysteriösen und Sexuellen.

Sie ist die große Mutter — die Schutzherrin der Jungfrauen ebenso wie der Prostituierten. Sie ist unerbittlich in ihrer Suche nach der Wahrheit, und sie wandelt alles um, was mit Täuschung im Zusammenhang steht.

»Kali tanzt und lacht im Überschwang, berauscht von dem Mysterium ist sie.« schreiben Woodman und Dickson (TANZEN).

Die Degradierung von Hebammen und Heilerinnen zu Sündenböcken im 14. Jahrhundert war weitgehend ein Versuch, weibliche Energie zu kontrollieren. Aus diesem Drang entwickelten sich später die Hexenverfolgungen und das Hexenmorden im 18. Jahrhundert. Als Folge davon lernten Frauen, ihre wahrsagerischen und intuitiven Fähigkeiten zu verbergen, denn es ging darum zu überleben (KLARHEIT).

Dies führte zur Unterdrückung anderer wichtiger Aspekte ihrer Kreativität. Einer der wichtigsten davon war ihre Sexualität (SEXUALITÄT / SINNLICHKEIT).

Eine Frau konnte nur heilig sein, wenn sie asexuell war: zum Beispiel als asketische Nonne im Kloster. Weibliche Heilige aus dieser Zeit hatten eine bemerkenswert strenge Haltung gegenüber dem Körper. Lange Fastenzeiten, Geißelung und körperliche Züchtigung waren die Regel. Kali war in dieser geschichtlichen Ära hinter Schloss und Riegel verborgen.

Während dieser Zeit war es nur gestattet, die Weiße Jungfräuliche Göttin anzubeten. Die Schwarze Göttin war zum Exil im Unterbewussten verurteilt, mit dem Exil kam die Rache der Ratte - die schwarze Pest (SCHWARZ / WEISS). Die Pest wurde über den Zwischenwirt, den Floh, von einer Ratte zur nächsten übertragen, und der Floh übertrug sie auf Menschen (SCHMUTZIGKEIT / SAUBERKEIT).

Während der Massenhysterie zur Zeit der Pest war es der einzige Schutz der Gesunden, die Kranken in Quarantäne zu halten (VERBORGEN). 50% der Bevölkerung Europas starben während der Pestepidemie.

Schätzungen zufolge haben durch Ratten übertragene Krankheiten mehr Menschen getötet als alle Kriege zusammengenommen. Erst jetzt, in den Jahren unmittelbar vor dem Ende des 2en Jahrtausends, erleben wir einen Wandel in der Haltung gegenüber dem Körper, weiblicher Kraft, Spiritualität und der Farbe Schwarz. Unsere Fähigkeit, die Ganzheit in der Polarität zu sehen, beginnt, sich zu entwickeln — männlich / weiblich, schwarz / weiß, Sonne / Mond. Nur durch diese Bereitwilligkeit, alles was ist, so zu sehen und zu akzeptieren, wie es ist, lässt sich die Göttin befriedigen. Die Zahl Sieben, die in dieser Arzneimittelprüfung auftauchte (».. .es ist sehr wichtig ... sieben Unterröcke«), scheint ebenfalls mit der Ratte und dem Thema der Göttin im Zusammenhang zu stehen. In seinem Buch The Art ofLife by Number schreibt Jerry Terranova, dass die Zahl Sieben eine ehrliche Nachforschung im eigenen Innern symbolisiert. Er sagt, dass Furcht und Heimlichtuerei uns in Isolation halten, weil wir glauben, dass es »irgendein tiefes dunkles grauenhaftes Ding

1 Fühle mich ständig schmutzig; kann mir nicht oft genug die Hände waschen, oder will dauernd baden.

2 Traum:... Er sagt mir, ich solle mich duschen. Es ist ein riesiges Zimmer mit einem Duschkopf. Ein junger Mann war da. Er wollte mir helfen. Er betete meinen Expartner an. Er war eine Art Idiot, leicht schwachsinnig. Ich duschte, aber es war kein Shampoo da, also riss er den Seifenbehälter aus der Wand und brachte ihn mir. Mein Expartner kommt und sagt, er wolle mir den Rücken schrubben. Ich sage: »Bemüh' dich nicht!«, aber er erklärt, wie »eng verwickelt« alles sei, Nerven angespannt; ich müsse mich nicht beeinflussen lassen, sagt er. Ich sage: »In Ordnung. « Ein anderer Mann kommt, um zu duschen, und nur eine Dusche...

Traum: ... Es war ein Gruppenbadezimmer dort. Es war überfüllt und schwierig, hineinzukommen und die Zähne zu putzen und so weiter. Es war mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden, Gedränge, Durcheinander und Verwirrung selbst bezüglich der einfachsten Dinge. - - - -

3 Traum: Das Wasser im Schwimmbecken ist trübe, dunkel und braun. Ich will nicht hineingehen. Mein Mann will es mit einer großen Maschine reinigen. Sie fährt ins Wasser hinein, und wir reiten darauf. Er deutet nach oben auf eine Wolke — die Tigerwolke, wie er sie nennt — und sagt, sie werde kommen und in das Schwimmbad regnen und es sauber machen. - - - - -

3 Abneigung zu baden. Reizbar und ungeduldig, weil es so lange dauert, mich zurecht zu machen, Haare zu waschen, Zähne zu putzen usw. — wann bin ich endlich fertig?

4 Dinge dauerten zu lange, z.B. Zähne mit Zahnseide reinigen.                              

 

Repertorium:

Gemüt: erträgt es nicht, angesehen zu werden

Angst (Gewissensangst)/Reue (über vergangene Indiskretion)/Furcht (man würde seinen Zustand bemerken)

Verlangt beobachtet zu werden (von Männern bei einer Frau)

Bewusstheit erhöht (des Körpers)

Distanziert

Dunkelheit verlangt danach

“Wie Einswerden, Vereinigung, Unio“

Empfindlich (gegen Gerüche/gegen Sinneseindrücke)

Entfremdet (von Gesellschaft)

Faul (mit Schwere der Glieder)

Fluchen

Gedächtnis gut, aktiv (für vergangene Ereignisse)

Gedanken an die Vergangenheit/Verweilt bei vergangenen unangenehmen Ereignissen

Geheimnistuerisch, verschlossen

Geschäftig, betriebsam

Gesellschaft </abgeneigt (verlangt nach Einsamkeit)

Gleichgültig, Apathie (gegen geschäftliche Angelegenheiten/gegenüber Pflichten)

fühlt sich high

Hitzig, feurig/kurz angebunden/spricht barsch

Klarer Verstand

Langsamkeit [morgens (erwachend)/bei Entschlüssen, Entscheidungen]

Licht abgeneigt (meidet es)

Meditieren, Nachdenken

Reizbar, gereizt (durch Geräusche)

Sitzen (geneigt und zu starren)/gedankenloses Starren/Stumpf

Ungeduld

Ungesellig

großes Verlangen nach Anonymität/versteckt sich

Wahnideen [würde beobachtet/alles sehen sie an/Bilder, Phantome/ist von der Welt getrennt/Insekten/sei ein Jäger/Körper sei kleiner/ist klein/Körper leichter als Luft/alte Männer - einsam und verloren nach dem Tod ihrer Frau/sei schmutzig/schwarze Götter/Tiere/sieht Ungeziefer (kleine, schwarze Tiere, die in Hunderten über den Fußboden laufen)/würde verfolgt, nachgestellt (konkret)/ängstliche Gedanken und Dinge sind gegenwärtig i.B. auf Vergangenes/Visionen/von einer Göttin]

Verlangt sich im Wald aufzuhalten/zu wandern, herumwandern (nachts)

Verlangt zu waschen (die Hände)

vermehrtes Gefühl von Weiblichkeit

große Willenskraft, Anstrengung des Willens

Zeit scheint länger; vergeht zu langsam

Schwindel: < Bewegung/< Gehen

Kopf: „Wie ausgedehnt“/“Wie ein nach oben gehender Kegel“

Schmerz [vormittags - 11 h/+ schläfrig/pulsierend/> nach Schlaf/schneidend/[l.(erst. r)]/erstr. von einer Schläfe zur anderen/+ Schmerz im l. Auge/l. erstr. zum äußeren Hals/in Stirn (l.)/

vormittags - 11 h/pulsierend/l. über den Augen/in Mitte]

Auge: Schmerz l.

Gerstenkörner (l.)

Sehen: Überempfindlich (nachts - Dämmerungssehen, Nachtsehen/für Einzelheiten Details

Ohr: Schmerz (r.)/morgens erwachend/< liegend auf em Ohr

Hören: Überempfindliches Gehör

Nase: Schnupfen (anhaltend/< im Freien)

Äußere Hals: Pulsieren in Karotiden

Magen: Schmerz (< nach Essen)

Bauch: Auftreibung

nimmt Becken bewusst wahr/„Wie Vibration und Kraft“ im Becken

Schmerz [nachmittags (15 h)/< Abgang von Flatus/krampfartig/durch Obstipation/schneidend/r.]

Rektum: Durchfall/Hämorrhoiden/Obstipation

Rücken: Steifheit in Zervikalregion [l./(morgens) erwachend/> Strecken, Ausstrecken/erstr. r. Arm nach unten

Schlaf: Unterbrochen

Erwacht häufig

Ruhelos

Schlaflos vor Mitternacht bis 2 h

Schläfrig  während Kopfschmerz

Stuhl: Blutig (hellrot)

Weibliche Genitalien: Jucken in Vagina

Sexverlangen vermindert

Husten: Nachts (22 - 6 h) - nach Mitternacht - 3 h

Bellend (nachts)/weckt aus demSchlaf:

Brust: Zusammenschnürung des Herzen („Wie greifend, packend“/“Wie Hand um das Herz“)

Glieder: Gefühllose, taube Arme (r.)

Hautausschläge - abschilfernd/an Füße/an Hände

Kribbeln (in Füße/in Fußsohlen/in Hände/in Handflächen)

Rissige Finger

Träume: Ängstlich/kann das Auto nicht finden/Eifersucht/weiß/Frauen (riesige, schwarze Frau mit einem wilden und entschlossenenGesichtsausdruck)/Gefahr/Gewalttätigkeit/von  Göttinnen/von der  Hölle/von Kindern (schwarzen/ihr Kind zu vernachlässigen)/über 

Klarheit/Koitus/von Licht/Männer/(schwarze) Menschen/merkwürdig, wunderlich/religiöse Musik aus dem mittleren Osten/Mutter/Räuber, Diebe, Einbrecher/Schmutz/Schuhe hochhackig, mit hohen Absätzen/zu Schweben/sexuell/Singen/Skorpione/voller Sorgen um die eigenen Kinder/Spinnen (Tiere)/Tanzen/Tiere/Überschwemmung/von Ungeduld/verworren, wüst/Wasser (große Mengen von dunkelem, trübem Wasser)/Swimmingpool/wild (Emotion)/Zahl 7/weiß/Zorn

Haut: „Als ob die Haut dick ist“

Jucken (> Baden)

Trocken

Allgemeines: Zu Allergien geneigt

> körperliche Anstrengung/körperliche Träge

„Wie Ausdehnung, Erweiterung“

Baden, Waschen abgeneigt

< nach Essen

Verlangt nach Aufenthalt im Freien

Kalte Luft abgeneigt

Schweregefühl äußerlich

Speisen und Getränke: Abgeneigt: Süßigkeiten; <: Süßigkeiten;   Verlangt: Fleisch/Mehlspeisen, Teigwaren/Süßigkeiten/trockene Speisen;

Schwäche (nachmittags - 14 h - 14 - 15 h)

 

Vergleich: Columba. livia f. domestica (= Straßentaube/= „Ratte der Lüfte“). Equis-a. (= Ackerschachtelhalm/= Mu zei/= Queue de rat/= Kattensteert/= Zinnkraut/= (field) horsetail/= Akkerpaarden-/= Katte-/= Vossenstaart/= Schaafstro/= Tinkruid/= Dutch rush/= Szinkraut/= Akkerpest/= Frogpipe/= Horse Pipe/= Holpipen/= Puzzelkruid/= Legoplant).

Siehe: Mammalia + Begleiter der Menschen

                                            

Allerlei: China: People born in this year are expected to possess following qualities creativity/honesty/generosity/ambition/quick temper/wastefulness.

Indien: the vehicle of Lord Ganesh and a rat's statue is always found in a temple of Ganesh.

Western: generally negative. Vicious/unclean/parasitic/stealing food and spread disease.

Rats are frequently blamed for damaging food supplies and other goods or spreading disease. Rat is betraying/unattractive/suspicious/breaker of union contracts

hinterhältig, feige und verschlagen.

Schimpfwort: Ratte

„Rattenfänger von Hameln“.

 

 

ZEIT ONLINE

Umwelt

Das unterschätzte Tier Wir Rattenmenschen

Vieles von dem, was wir über menschliches Verhalten wissen, verdanken wir Ratten. Wir sollten sie für ihre Leistungen ehren, statt sie zu jagen.

Ratten haben ein eher schwieriges Image. Völlig zu Unrecht allerdings. Immerhin sind sie ziemlich schlau, sozial und neugierig, geradezu menschlich also. Weswegen wir auch tatsächlich

viele der Dinge, die wir über uns und unser Zusammenleben wissen, nur wissen, weil wir Ratten beobachten.

Unterschätzte Tiere

Na gut, Ratten und Mäuse stellen den größten Teil der Versuchstiere in den Laboren der Welt. Ungezählte letztlich tödliche Experimente lassen sie jedes Jahr klaglos über sich ergehen,

viele davon zum Schrecken von Tierschützern. Wobei Ratten allerdings eine besondere Aufgabe zukommt. Sie dienten vielen Psychologen als billiger und leicht zu haltender Menschenersatz.

Der amerikanische Verhaltensforscher und Psychologe Burrhus Frederic Skinner zum Beispiel wurde berühmt, weil er Ratten in einen leeren Käfig setzte und zusah, wie sie lernten, beim Aufleuchten einer Lampe einen Hebel zu drücken, um an Futter zu kommen.

Wie Belohnung und ihr Aufschub funktionieren, wie Strafe wirkt, ja wie wir überhaupt Verhaltensweisen erlernen und verlernen – wir wissen es dank der namenlosen Ratten in der bis heute sogenannten "Skinner-Box".

Verhaltensforscher wie Skinner, im Englischen Behavioristen genannt, hielten Ratten überhaupt für gute Substitute menschlichen Handelns. John Broadus Watson beschäftigte sich in seinem

1914 erschienenen Buch Behavior: An Introduction to Comparative Psychology ausführlich mit ihnen und ihrem Lernverhalten und leitete daraus ab, wie Menschen sich Dinge aneignen.

    Von der Wander- zur Laborratte

    Ungefähr 65 Arten gehören zur Gattung der Ratten. Zwei davon, die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die etwas kleinere Hausratte (Rattus rattus), leben in enger Beziehung zum Menschen und haben sich zusammen mit ihm auf der ganzen Welt angesiedelt.

    Laborratten sind sämtlich gezüchtet. Das erste Institut, das damit begann, war 1906 das Wistar Institute for Anatomy and Biology der University of Pennsylvania. Ziel war es, aus der Art

Rattus norvegicus standardisierte Labortiere zu züchten. Schätzungsweise die Hälfte aller Ratten, die heute weltweit in den Laboren Dienst an der Menschheit leisten, stammen von diesen

Wistar-Ratten ab.

    Inzwischen sind Ratten auch als Haustiere akzeptiert. Auch sie basieren auf einer Züchtung, den sogenannten Farbratten (Rattus norvegicus forma domestica).

Noch ein Beispiel? William McDougall ließ in den zwanziger Jahren Ratten durch Labyrinthe laufen. Und stellte dabei fest, dass sie das schneller schafften, wenn Artgenossen bereits hindurch gerannt waren. Offensichtlich hatten sie einen Weg, Wissen weiterzugeben. Wie genau, das konnte McDougall nicht klären. Die Beobachtung aber motivierte andere, das Thema weiter zu bearbeiten.

Psychologiestudenten haben Ratten abgelöst

Damit wir mehr über uns selbst erfahren können, hungern, kämpfen und rennen Ratten bis heute für uns. Sie werden sogar für uns süchtig.

Bruce Alexander, Psychologe aus Kanada, stellte in einem Experiment 1981 Ratten vor die Wahl, Wasser oder Morphin-Lösung zu trinken. Selbstverständlich taten sie letzteres, bis zum Tod.

Dann aber fragte Alexander sich, ob seine Laborratten vielleicht unglücklich sind (angesichts der sterilen Lebensbedingungen in Laboren keine dumme Frage), und ob auch glückliche Ratten schnell abhängig werden. Sie wurden es nicht. Hatten sie Auslauf, Spielzeug, Freunde und Futter, interessierten sie sich kaum für den Rausch, mieden ihn sogar. Die meisten zumindest. Einige wenige Ratten dröhnten sich trotzdem zu. Auch das offenbar ein treffendes Gleichnis für uns Menschen.

Lernen, Sucht, Erinnerung, Erziehung – viele Erkenntnisse der modernen Psychologie haben Ratten für uns erarbeitet. Zwischendurch waren einige Jahrzehnte lang Affen modern, um Verhalten zu erforschen. Inzwischen aber gibt es gegen Experimente mit ihnen zu Recht viele Vorbehalte. Sie wurden daher durch Psychologiestudenten ersetzt.

Denn auch sie sind billige und problemlos verfügbare Versuchsobjekte für psychologische Verhaltensexperimente. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nein, die eigentlichen Helden der Verhaltenspsychologie sind die Ratten. Wir sind ihnen zu Dank verpflichtet. Statt sie zu jagen, sollten wir sie verehren, ihnen Orden umhängen und ihre Fressnäpfe vergolden.

 

 

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