Begleiter der Menschen = Ruderalpflanzen und andere

                                              

[Margret Madejsky]

Ruderalpflanzen zeigen gegen Trittschäden auch gegen Umweltgifte beachtliche Resistenz. Sie vertragen Abgase, Reifenabrieb, metallverseuchte Böden und sauren Regen erstaunlich gut. In dieser Anpassungsfähigkeit ist auch ihre gemeinsame Signatur verborgen. Damit beweisen sie, dass sie Widerstandskräfte gegen Umweltproblemstoffe in sich aufgebaut haben, die möglicherweise auch dem Menschen nützlich sind. Die Pflanzen am Wegesrand sind daher als potentielle Heilpflanzen gegen sog. "Zivilisationskrankheiten" anzusehen; bspw. Allergien, Asthma, Atemwegsreizung durch Benzol oder Ozon, Fettsucht, Infektanfälligkeit und Virusleiden, Hautleiden wie Neurodermitis und Schwermetallbelastung.

Im Grunde genommen sprechen diese Gewächse eine eindeutige Sprache. Betrachtet man einmal die Wegwarte (Cichorium intybus) - sie blüht sogar neben vielbefahrenen Straßen und selbst auf den Mittelstreifen der Autobahnen. Versetzen wir uns einmal in eine Wegwarte hinein, die an einem derart lebensfeindlichen Ort gedeiht. Dort stinkt es nach Abgasen, und der Boden ist vergiftet von Schwermetallen und wer weiß wie viel weiteren Problemstoffen. Müssten wir an ihrem Standort ausharren, dann hätten wir bald hochgradige Vergiftungssymptome. Die Pflanze hält der Belastung jedoch stand und blüht scheinbar unverzagt weiter, während die Zivilisation um sie herum tobt und stinkt. Sie muss also etwas in sich haben, das die unheilvollen Umwelteinflüsse neutralisiert.

In jedem Fall besitzt sie eine Anpassungsfähigkeit, die dem an der Umwelt erkrankten Menschen fehlt. Ein solches Gewächs muss Heilkräfte gegen Umwelterkrankungen in sich bergen. Dennoch erscheint es einfältig zu glauben, die Wegwarte sei nur wegen uns hier, um uns zu heilen. Wahrscheinlicher ist, dass die gesamte Ruderalflora die Aufgabe hat, die Erde zu heilen, und ihre Nützlichkeit für den Menschen ist möglicherweise nur ein glücklicher Nebeneffekt.

Zurück zur Wegwarte, der vielleicht "schönsten Hässlichen" unter den Wegrandkräutern. Wenn ihre bezaubernden Blüten gegen Nachmittag verschrumpeln, bleibt ein gräuliches Stängelgerippe zurück, worin sich ihr saturnales Wesen offenbart. Ihr meist sonniger und trockener Standort deutet dagegen auf Jupiter hin, der im Menschen über die Leber regiert. Wobei Weg- oder Straßenränder sowie Bahngleise ebenso den alles verbindenden Merkur anzeigen. Der hohle Stängel zeichnet den Korbblütler als Antidyskratikum aus, und der bittere Geschmack zeigt die verdauungsfördernde und reinigende Wirkung an. Alles in allem haben wir es mit einer bedeutenden Heilpflanze zu tun, die zur Anregung der großen Entgiftungsorgane (Bauchspeicheldrüse, Leber-Galle und Nieren) in der Volksmedizin wie auch in der modernen Phytotherapie Anwendung findet. Einst gehörte sie auch zu den Entgiftungspflanzen der Bergarbeiter. Die Wegwarte, so heißt es bei Tabernaemontanus, "thut Widerstand aller Vergiftung", und eben diese Heileigenschaft lässt sich bereits aus dem Standort ableiten.

 

Blat-o. = Kakerlake

Chel.

Culx-pipiens.

Ephestia kuehniella = Mehlmotte Arthropoda. 

Felix. = cat domesticated itself for its own survival

Laps. = Gemeinen Rainkohl

Mus muculus. = Maus

Musc-d. = Hausfliege

Onis. = Kellerassel

Panaeolus mushrooms [= Düngerlinge/= Tinterlinge/= Coprinaceae)]/an grasbewachsenen Standorten mit Dungablagerungen (auf Weideflächen mit Viehzucht)/Kulturfolger Fungi.x

Pariet. = Aufrechtes Glaskraut/wächst an/in Mauern/sucht Menschennähe

Passer.x domesticus = Spatz

Plan-m. = Breitwegerich

Procyon. = Waschbär

Sanguis-s. = Rattenblut

Tarax.

Thlas. w = Hirtentäschlein/= Sheperd’s purse/Sprossteile/= Blutwurz/= Herzel/= Bauernsenf

Tineola bisselliella = Kleidermotte Arthropoda.

Tyto-alba. = Schleiereule

Wolf. ist geschaffen. als erste Begleiter des Menschen.

Urt.

 

Zaunkräuter:

 

Feldhasen./Feldmaus/Kohlweißling./Feldhamster/Rebhuhn/Wachtel/Feldlerche/Kiebitz/Rauch-/Mehlschwalbe/Gartenrotschwanz

Städtischen Kulturfolger: fels-/höhlenbewohnende Arten, für die die Gebäude der Menschen „Kunstfelsen“ darstellen: Stadttaube./Mauersegler/Dohle/Turmfalke./Hausrotschwanz/Winkelspinnen./Große Zitterspinne, Heimchen/Silberfischchen./Wanderratte./Eichhörnchen/Amsel

 

Vergleich: Siehe: Gemeinschaftsgruppen + Schattenbäume + Anhängsel (Margret Madejsky)

 

 

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