Melissa spp.

 

Vergleich: Siehe: Lamiales

 

Melissa officinalis (Melis) Ätherisches Öl = Citronella./= Bienesaug/= Englische Brennessel./= Herzbrot./= Honigblum/= Spanischer Salbei./= Wanzenkraut/= Zitronemelisse/= Citronelle/

= Lemonbalm/= Mutter.kraut/= Elixier des Lebens (Paracelsus)/= Bienenkraut/= Frauenwohl,

Positiv: Gesellig/viele Freunden/freundlich/kann leicht aufgeben/zart/feinfühlig/ hilfsbereit/unkonventionell/Interesse an Allem/lacht viel;

Negativ: A. Herpes, B. Blutungen/Menopause/Mensesprobleme/Vaginismus, C. Nackenbeschwerden; Krämpfe;

Träge/depressiv/pessimistisch/hoffnunglos/ruhelos/Weltverbesserer Menarche spät/Periode kurz + spärlich. Herz/Nerven/Magen,

 Unterdrückte Menses ;

Heimat: Östliches Mittelmeer.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Melissenöl mit Citronellal, Citral und Caryophyllen. Labiaten-Gerbstoffe, Flavonoide.

Verwendung: In erster Linie beruhigend. Ein Melissentee am Abend hilft nervösen Menschen, die nicht einschlafen können.

Ebenso beruhigt Melisse einen nervösen Magen und Darm, hier kommt zusätzlich die krampflösende und entblähende Wirkung der Heilpflanze zum Zuge. Diese dreifache Wirkung hilft ebenfalls bei Galleerkrankungen. Melisse unterstützt in Kombination mit

anderen Heilpflanzen zudem die Herz-Kreislauf-Funktion bei nervöser Belastung. Auf den Labiaten-Gerbstoff-Gehalt der Melisse

ist wahrscheinlich ihr antiviraler Effekt zurückführbar, zum Beispiel gegen Herpesviren.

Wissenswertes: Der Name leitet sich vom griechischen Melissa = Honigbiene ab und beschreibt trefflich unsere Pflanze als Bienenfreund. Früher pflanzten die Imker gerne Melissen vor die Bienenstöcke und rieben den Stock mit Melissenöl aus, um ihn

zu reinigen.

Bereits in der Antike war die Heilwirkung der Melisse bekannt, wobei auch Irrtümer, wie ihr Einsatz gegen Skorpionsbisse, unter

den Indikationen zu finden waren. Richtig lag hingegen der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert) mit seiner Empfehlung

der Melisse als Klistier bei Darmstörungen. Der persische Arzt Avicenna (980-1037) erkannte eine stimmungsaufhellende Kraft der Melisse.

Die Karmelitinnen der französischen Abtei St. Juste setzten Melissa ihrem Melissen- oder Karmelitergeist zu, den sie unter dem Namen „Eau de Carnes“ für Karl V. von Frankreich (1338-1380) gegen drohende Erkältungen und Magen-Darm-Probleme herstellten.

Eine gedächtnisfördernde Wirkung beschrieb der englischer Autor, Architekt und Gartenbauer John Evelyn (1620-1706), eine

angebliche Eigenart der Melisse, die am Rhein und Main Melissengeist auf Grundlage geheimer Rezepturen florieren ließ, der das Gedächtnis stärken sollte.

Melissenblätter duften am intensivsten, wenn sie frisch sind. Nach dem Trocknen verringert sich ihr zitroniges Aroma innerhalb weniger Monate. Es lohnt sich deshalb, für eine Melissenstaude ein nicht allzu sonniges Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon zu reservieren. Denn die frischen Blätter ergeben nicht nur einen heilsamen Tee, sondern schmecken erfrischend in Salaten und Süßspeisen. Der stark flüchtige Duft lässt sich übrigens so schwer einfangen, dass ätherisches Melissenöl sehr teuer ist.

Als Melissenöl gehandeltes ätherisches Öl ist deshalb meistens aus dem ähnlich duftenden indischen Zitronengras (Cymbopogon flexuosus) gewonnen und heißt dann korrekterweise Indisches Melissenöl.

Wegen ihrer harmonisierenden Kraft steht die Melisse im Mittelpunkt der ausgleichenden Dr. Hauschka Melissen Tagescreme, die empfindliche Mischhaut dabei unterstützt, zu ihrem gesunden Gleichgewicht zurückzufinden, und ist Bestandteil des Lavendel Sandelholz Körperbalsam. WALA Melissenöl* enthält einen Ölauszug aus getrockneten Melissenblättern. Es hilft bei Blähungen und Bauchkrämpfen.

Melissenöl

Anregung der Wärmeorganisation im Stoffwechsel-Gliedmaßen-Bereich, z.B. Blähungen (Meteorismus), Bauchkrämpfe.

 

PerfektioNIST kompensiert mit overdoing in Arbeit + tiefes Misstrauen bei Sozialkontakten/Ärger/Kummer; Auseinanderfallen des phosphorisch zugewandten Erscheinungsbildes zu einer emotional tief verschlossenen gegenüber Autoritäten innerlich ablehnend misstrauischen Persönlichkeit; sehr viel Ärger im Leben von Melissen-Patienten, explodieren fast, aber können sich gerade noch kontrollieren,

was auf Dauer zu Müdigkeit + Hilflosigkeit, Machtlosigkeit führt; können letztendlich tyrannisch werden mit viel Hass;

[Dr. rer. nat. Frank Herfurth]

Melisse, Zitronen-Melisse, Zitronella, Frauenkraut, Garten-Melisse, Herzkraut, Zitronenkraut, Bienenfang, Bienenkraut, Darmgichtkraut, Englische Melisse, Englische Brennnessel, Frauenwohl, Hasenohr, Herzbrot, Herztrost, Honigblum, Ivenblatt, Limonikraut, Mutterkraut, Mutterwurz, Pfaffenkraut, Riechnessel, Salatkräutle, Spanischer Salbei, Wanzenkraut, Zahnwehkraut.

Melisse gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae, Labiatae). Lamiacea kommt vom griechischen Wort „lamos“ = der Schlund, der Rachen; Labiatae vom lateinischen Wort „labium“ = Lippe.

Melisse bedeutet „Honigbiene“ (gr.: „meli“ = Honig), da sehr bald nach dem Auftauchen der Melisse in Südeuropa (die Melisse wurde im 11. Jahrhundert von den Arabern nach Spanien gebracht) beobachtet wurde, dass Melisse bevorzugt von Bienen aufgesucht wird.

Im März oder April sprießt Melisse aus dem Boden und sieht dann zunächst wie Minze aus. Sie lässt sich aber durch den zitronenartigen Geruch deutlich von dieser unterscheiden. Ihre eiförmigen Blätter sind am Rand eingekerbt und gegenständig am Stängel angeordnet.

Die Zitronenmelisse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 25 bis 30 Jahre alt werden kann.

Die Melisse-Pflanzen erreichen in der Regel Wuchshöhen bis 90 cm, manchmal sogar 120 cm und mehr. Sofern die Pflanze genügend Platz hat, verzweigt sie sich. Zwischen den Blattetagen in den Blattachseln bilden sich weiße Lippenblüten.

Die Zitronen-Melisse ist im östlichen Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet. Das natürliche Areal reicht von Anatolien über den Kaukasus, Irak und Iran bis nach Pakistan. Sie wird heute weltweit in den gemäßigten und warmen Zonen kultiviert. Dabei verwildert sie regelmäßig. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, warmen und trockenen Standorten mit humusreichem, sandigem Lehm- oder lehmigem Sandboden. In Mitteleuropa ist sie daher verwildert vor allem auf Waldschlägen und an Forststraßen zu finden.

Teeaufgüsse, Flüssig- oder Trockenextrakte aus der Melisse wirken sedativ (beruhigend) und spasmolytisch (krampflösend). Die Melisse kann gegen fast alle Arten von Beschwerden verwendet werden. Durch ihr angenehmes Zitronenaroma eignet sie sich sehr gut zur Anwendung als Tee (zum Entspannen und Einschlafen sowie morgens oder bei Abgespanntheit belebend, erfrischend und stärkend).

Bei Erkältung hilft die Melisse, Fieber besser auszuhalten und verbessert die Atmung. Sie wirkt entkrampfend auf Magen und Darm, fördert die Verdauung und kann den Appetit nach längerer Krankheit steigern. Reizungen des Nervensystems und Kopfschmerzen können gelindert werden, ebenso Neuralgien, Reizbarkeit, Unruhe und Schmerzen während der Periode.

Neben der innerlichen gibt es auch eine äußerliche Anwendung: (Echter) Melissengeist wird bei rheumatischen Beschwerden, Prellungen oder Gliederschmerzen angewandt. Cremes, Salben oder Öle mit ätherischem Melissenöl helfen gegen Lippenherpes und andere Herpesformen, zumindest lindern sie die Beschwerden. Die Melissensalbe trägt man 3 bis 4x täglich auf die zu behandelnde Stelle auf. Ebenfalls ist eine Anwendung des Melissenöls bei Fuß- und Nagelpilz oft sehr wirksam. Melissenöl ist eines der Öle, das auch eine starke pilztötende und antivirale Wirkung hat!

Die wichtigsten Anwendungsgebiete:

    Unterstützung der Magenfunktion

    bei nervlicher Belastung

    bei Einschlafstörungen

    Bäder bei Entzündungen der Haut oder der Genitalorgane

    Entspannungsbäder

    Gallenleiden

    Fieber

    Grippe

    Herpes simplex

    Pilzerkrankungen

Warnhinweise!

Die Anwendung hoher Dosen Melisse kann die Reaktionsfähigkeit vermindern. Daher gilt: Achtung im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen!

Allergische Reaktionen auf Bestandteile der Melisse sind denkbar. Ebenso Vorsicht ist geboten bei Allergien auf andere Lippenblütler (Minzearten, Thymian, Oregano, Majoran, Rosmarin, Basilikum, Salbei, Bohnenkraut u. a.).

Es wurde eine Wirkung einzelner Melissen-Inhaltsstoffe auf die Schilddrüse festgestellt. Bei Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen daher immer den Therapeuten fragen, bevor man Melisse einnimmt.

Wirkstoffe:

4 bis 7% Hydroxyzimtsäure-Derivate, vor allem Rosmarinsäure (Labiatengerbstoffe), Bitterstoffe, Glykoside, Saponine, Thymol, Chlorogensäure, Kaffeesäure, ätherisches Öl (relativ wenig, lediglich 0,05 bis 0,3%, in Zuchtsorten bis zu 0,8%).

Wichtigste Komponenten:

– Citral (mit 40 bis 70%, als Gemisch aus Geranial und Neral)

– Citronellal (zwischen 1 und 20%)

– Caryophyllen (5 bis 15%)

Weitere Bestandteile sind: Caryophyllenepoxid, Germacren D, Methylcitronellal, 6-Methyl- 5-hepten-2-on, Geranylacetat, a-Copaen, Nerol, verschiedene Aldehyde.

Die Zusammensetzung des ätherischen Öls ist stark abhängig von der Herkunft, den klimatischen Bedingungen, vom Erntezeitpunkt und dem Alter der Pflanze.

Aufgrund des hohen Preises (ca. 6.000 Euro pro kg) ist reines Melissenöl im Handel selten erhältlich, meist sind es Ersatzöle wie Citronellaöl, Lemongrasöl oder Verfälschungen (Indisches Melissenöl).

Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze pro 100g Frischgewicht beträgt 253mg.

Welche Teile der Pflanze werden verwendet?

Alle oberirdischen Teile der Pflanze, also das ganze Kraut. Medizinische Verwendung finden aber nur die Blätter und Triebspitzen vor der Blütezeit (Juni bis August), da durch die Blüte der Geruch und der Geschmack der ganzen Pflanze negativ beeinflusst werden. Dadurch verliert die Pflanze u.a. ihr charakteristisches Zitronen-Aroma.

Vom Tee sollte man mehrmals täglich eine Tasse frisch gebrüht trinken. Hierzu werden zwischen 11/2 und 41/2 Teelöffel = ca. 11/2 oder 41/2g. mit 150ml siedendem Wasser übergossen. Das Ganze lässt man 10 Minuten stehen. Anschließend abseihen.

Verwendung außerhalb der medizinischen Anwendung (in der Küche):

Die Zitronen-Melisse wird als Gewürz-, Arznei- und als Bienenweidepflanze verwendet. Die Blätter dienen als Küchengewürz, Extrakte aus den Blättern werden zu Kräuterlikören verarbeitet (Klosterfrau-Melissengeist, der aber heute kaum noch Melissenextrakt enthält!).

Die Melisse findet Verwendung als Ersatz für Zitronengras in exotischen Gerichten oder als erfrischendes Gewürzkraut in Salaten. Melissenblätter eignen sich gut als Würze für Fisch, Geflügel und Salat, sie werden auch gerne als Aroma für Getränke oder einfach nur als Dekoration genutzt. Viele Obstsorten, vor allem Äpfel oder apfelhaltige Desserts, werden mit der Melisse verfeinert;

Ursachen: Sexueller Missbrauch/Verlust einer großen Liebe;

Repertorium:

Gemüt: Beschwerden durch (sexuellen) Missbrauch, Misshandlung

Hysterie

Vergleich: Eucal-citridora (enthält Citronella als ätherisches Öl). Bad Pfäfer (= Melis.- + Hell-n.- + Verat.- + Agri.- + Arum-i.-ähnlich);         

Kölnisches Wasser (Melis = Teil)   

Wirkung: aphrodisisch                                  

Allerlei: Mittelmeer            verlangt Wärme (Weinbau)/wehrt Mucken                 

ätherisches Öl = Distillat von Zitronenöl über Melissekraut

Frei nach: Michael Schmid

Die Melisse und ihr Geist

Eines der "Lebenswässer" ist Melissengeist, eine komplexe Mischung aus Gewürz- und Heilpflanzen. Die unterschiedlichsten Präparate kann man bis heute in fast jedem Lebensmittelladen und in jeder Apotheke finden.

Verkörpert Venuskraft/ Harmonische Verhältnis von Sonne und Venus.

Melissa cupro culta w mit Kupfer gedüngte Melisse

"Melissa erneuert alle Kräfte des Körpers" (Paracelsus: III/448)

"Melissa ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, die beste Pflanze für das Herz." (Paracelsus: III/452)

Der Melissengeist ist aus einer Vielzahl von Substanzen zusammengesetzt, den Mittelpunkt macht jedoch immer die Melisse aus, die der Arznei ihren Namen gab.

Blätter riechen (nicht Blumen).

Melissa schützt vor Bienenstichen.

Melisse nervenstärkend in jedem Sinne/krampfwidrig/belebend (Herz/Uterus/Magen-Darm-Trakt).

Harmonisiert das Rhythmische im Menschen (Störung aus dem Magen/Atmungstrakt/Herz/Gehirn/Unterleib entstammt).

Verdauungsstörungen (Blähungen)/Menstruationsbeschwerden/Herz-Rhythmus-Störungen/Herzrasen/pektanginösen Zuständen. Die Bezeichnung Mutterkraut weist auf Frauenkrankheiten wie Amenorrhoe, unregelmäßige Blutungen oder Unfruchtbarkeit hin. Schlafstörungen/Alpträumen, Insektenstichen, rheumatischen Zuständen oder Atembeschwerden. Ist ein Geriatrikum, tonisiert

Leib und Seele, hellt die Stimmung auf/bessert das Gedächtnis und wirkt allgemein lebensverlängernd.

Die Melisse war eines der Lieblingsmittel des Paracelsus. Beispielsweise als Nervinum und Psychotherapeutikum - vor allem in Verbindung mit Antimon -, gegen den Wahnsinn ein und verwendete

sie als Bestandteil des Aurum pothabile, der Materia perlarum, des Elixiers Subtilitatis oder mischte sie in seine verschiedenen Pestmittel. Ebenfalls ist sie integriert im "Rezept der Erhaltung

für zwei oder drei Alter bei Männern und Frauen" (Paracelsus, III/116), und als Wein zubereitet verwendete er sie als "ein Sekretum bei Asthma" (Paracelsus I/1000).

In alten Kräuterbüchern: Indikationen wie Epilepsie, "Biss des wütenden Hundes", Skorpion-/Spinnenstiche, Lähmungserscheinung, Zittern/traurig/Mundgeruch.

Phytologie: Sammeln: (blühendes Kraut/oberste blühende Sprossen/dicht am Boden schneiden/21 Juni (- Sep)/erste Nachmittagsstunden)/wenig berühren/kein Metall

verwenden/im Schatten trocknen)

Herz/Angst/Depression/schlaflos/Verdauung (Magen)/Asthma/Schmerz

Wechseljahre

Geist anregend + Herz stärkend/Herzklopfen/entspannend/krampflösend/Panikanfälle

Schilddrüse hemmend

Bei unruhigen Träumen/Tee trinken o. reiben Sie Schläfen und Herz mit dem Tee, der Tinktur oder Melissengeist ein.

Melissa indicum w Ätherisches Öl

Negativ: ‡ Unterdrücke Menses/Ausfluss/Nabelkolik ‡;

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