Seifegruppe

                                              

http://www.kappus-seife.de/de

Seifen sind, chemisch betrachtet, Natrium- oder Kalium-Salze von Fettsäuren.

Kurz und gut:

    Seifen = fettsaure Salze, hergestellt aus tierischen (Rindertalg/Schweineschmalz) oder pflanzlichen (Palm-/Kokos-/Olivenöl/- Palmkernöl) Fetten mit Hilfe von Laugen

            (Natron-/Kalilauge)

    Seifen werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt

    Seifen sind biologisch gut abbaubar

    Seifen sind toxikologisch unbedenklich

    Seifen belasten deshalb das Ökosystem nur gering

 

Chlorogalum pomeridianum = California soaproot/= Amole/= "wild potato." Aspargales.

Gallseife

Kernseife hergestellt mit Natriumsalzen

Quillaja saponaria = Soap bark tree 

Sapindus.

Saponaria ocymoides = Muurzeepkruid Caryophylalles.

Saponaria officinalis = Echtes Seifenkraut/= Soapwort

Saponinum.

Schmierseife hergestellt mit Kaliumsalzen

Silberseife = Kreide + grüner Seife

Speckstein [Mg3Si4O10(OH)2 = Talg/= Stearin/= Talcum/= grüne Seifenerde/= Seifenstein/= Bronzit. durch Verwitterung. geändert]

 

Vergleich: Siehe: Fetten

Allerlei: Soap scum [(= Schaum./= Krätze.) = white solid resulting from the addition of soap to hard water/contains calcium stearate and magnesium. stearate].

 

Seifengold. = aus dem Gestein ausgewaschenes Gold

„Seifenoper.

Seifeschaum.

 

ZEITonline

[Christoph Drösser]

Werden die Hände sauberer, wenn man sie mit warmem statt mit kaltem Wasser wäscht?

... fragt Kristina Holzner aus Stuttgart.

18. März 2016, Editiert am 19. März 2016, Nr. 11/2016, 3. März 2016 40 Kommentare

Wäscht man die Hände nur mit Wasser, dann ist warm tatsächlich besser als kalt. Insbesondere fettiger Schmutz löst sich in warmem Wasser besser, weil es mehr Energie enthält

als kaltes und so schneller eine Fett-Wasser-Emulsion entsteht.

Richtig gelöst wird der Schmutz aber erst mit Seife, die eine Brücke zwischen den Fett- und den Wassermolekülen herstellt. Und wenn es nicht nur um Schmutz geht, sondern um krankheitserregende Bakterien, dann bringt reines Wasser überhaupt nichts, egal welche Temperatur es hat.

Das ergab ein Test der Universität Regensburg im Jahr 2010. Die Forscher schmierten ihren Probanden eine Bakterien-Suspension auf die Hände, dann ging’s ans Waschen - warm

und kalt, mit und ohne Seife. Das Ergebnis: Ohne Seife nützte auch das heißeste Waschen nichts, die Bakterien blieben an der Haut haften. Als "Psychohygiene" bezeichnete der

Studienleiter diese eher rituelle Art der Reinigung.

Benutzten die Testpersonen dagegen Seife, dann beseitigte auch kaltes Wasser 99,9% der Bazillen. Allerdings mussten sie dabei gründlich vorgehen: 30 Sekunden lang, so schrieb

es das Studienprotokoll vor, musste die Waschung dauern. Wohl eher eine praxisferne Bedingung, wie schon oberflächliche Beobachtungen auf öffentlichen Toiletten zeigen.

 

Hygiene

Richtig Wäschewaschen

Die Spülgänge allein entfernen viele Bakterien. Wer sicher gehen will, sollte Keime am besten nur durch heißes Wasser vernichten. Das ist umweltschonender und wirksamer als Hygiene-Waschmittel.

Etwas mehr als 60° C reichen. Zusätzlich die Wäsche in den Trockner werfen oder in der Sonne aufhängen – das mögen Keime nicht. Einmal im Monat sollte die Waschmaschine einmal heiß durchlaufen. Eine Wäsche bei 90° C und die Verwendung von Desinfektionsmitteln ist nur nötig, wenn ein Haushaltsmitglied akut an einer übertragbaren Krankheit erkrankt ist.

Richtig desinfizieren

In Krankenhäusern ist es sinnvoll, Desinfektionsmittel zu verwenden. Auch gesundheitlicheSonderfällekönnen erfordern, dass im Haushalt regelmäßig desinfiziert werden muss. Sprechen Sie mit ihrem Arzt darüber. Er kann ihnen das richtige Desinfektionsmittel empfehlen.

Damit die Mittel überhaupt wirken, sollten sie nicht zu gering konzentriert sein. Ein Desinfektionsgel mit 40-prozentigem Alkoholgehalt wird kaum einen Effekt haben.

Richtig Händewaschen

Die Hände 30 Sekunden lang unter lauwarmem Wasser mit Seife waschen, macht sie sauber. Eine Richtlinie: Im Kopf zwei Mal Happy Birthday singen, dann sind die Hände sauber.

Seifen enthalten Tenside. Sie lösen Fett von der Haut und damit auch die Bakterien. Der Hautflora setzt diese Prozedur nicht so zu wie die Behandlung mit Desinfektionsmitteln. Schlimmer ist dagegen die Kombination von Seifen und Desinfektionsmitteln.

Richtig kochen

Rohkost sollten stets von Lebensmitteln getrennt werden, die noch erhitzt werden müssen. Alles was bei über 70 Grad zubereitet wird, ist danach so gut wie keimfrei. Vor allem tierische rohe Produkte bergen ein höheres Infektionsrisiko. Deshalb sollte man beispielsweise nicht das gleiche Messer für rohes Fleisch und Salat benutzen.

Zum Putzen reicht ein herkömmliches Reinigungsmittel. Wichtig ist, Lappen und Trockentücher mindestens einmal pro Woche zu wechseln und bei mindestens 60° C zu waschen. In ihnen sammeln sich die meisten Bakterien. Auch wichtig: Abtrocknen. Erreger pflanzen sich in Feuchtigkeit gut fort. Mehr Informationen zur Lebensmittelhygiene hat das BfR zusammengefasst.

 

[Lara Malberger]

Wascht euch nicht krank!

Hygienespray, Desinfektionsgel, antibakterielles Waschmittel: Damit fühlen wir uns sauber. Doch Desinfektionsmittel sind keine Hilfe, sondern eher ein Gesundheitsrisiko.

27. Juni 2017, 9:18 Uhr 226 Kommentare

Hygiene: Bakterien, dargestellt durch ein Rasterelektronenmikroskop – diese Mikroben kommen natürlich auf der Zunge vor.

Bakterien, dargestellt durch ein Rasterelektronenmikroskop – diese Mikroben kommen natürlich auf der Zunge vor. © Steve Gschmeissner/Science Photo Library/Getty Images

Es ist noch keine 200 Jahre her, da starb jede zehnte Schwangere bei der Geburt ihres Kindes. Kindbettfieber war eine häufige Diagnose. 1840 fanden Ärzte in einem österreichischen Krankenhaus heraus, dass die gefährliche Infektion vor allem dann ausbrach, wenn sie vor der Geburtshilfe noch mit Leichen hantiert hatten – und dann, ohne sich die Hände zu waschen, zu den Gebärenden wechselten. Versuche mit Chlorkalk brachten den Wechsel: Sie senkten das Sterblichkeitsrisiko der Schwangeren von zwölf auf knapp zwei Prozent. Das Desinfektionsmittel war erfunden.

Seitdem hat sich viel getan. Desinfektionsmittel kommen im Operationssaal zum Einsatz. Verletzungen werden damit behandelt, um gefährlichen Wundinfektionen vorzubeugen. Trinkwasser wird in Aufbereitungsanlagen desinfiziert, damit wir damit bedenkenlos kochen und duschen können. In diesen Bereichen ist Desinfektion sinnvoll.

Doch viele Menschen wollen auch ihr Zuhause möglichst keimfrei machen. Sie reinigen ihre Wäsche mit Hygienewaschmitteln, reiben sich die Hände mit Hygienegelen ein und desinfizieren täglich Küchenablagen, Kinderspielzeuge, Nuckelflaschen, Türgriffe und Toiletten. Antibakterielle Mittel finden sich in Zahncremes, Deos und Kleidung. Keimfrei, das ist für viele Menschen heute ein Synonym für sauber und gesund. Im Krankenhaus mag das stimmen, doch im Alltag ist das falsch. Denn statt dem Immunsystem zu nützen, kann die übertriebene Hygiene krank machen.

Manche antibakterielle Stoffe wirken nicht einmal gegen Bakterien

"In privaten Haushalten sind Desinfektionsmittel weitgehend überflüssig", sagt Ralf Dieckmann vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "Wägt man Nutzen und Risiko von Desinfektionsmitteln gegeneinander ab, überwiegen ganz klar die Risiken", sagt der Chemiker. Das BfR, das Robert Koch-Institut und das Umweltbundesamt raten schon lange davon ab, Desinfektionsmittel zu benutzen. Aus vielen Gründen.

Ein Problem ist etwa, wie die antibakteriellen Stoffe in unserem Körper wirken: Der Inhaltsstoff Triclosan, der in Zahnpasta, Reinigungstüchern und Deos enthalten sein kann, steht im Verdacht, den Hormonhaushalt zu stören und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Außerdem könnte Triclosan Muskeln schädigen, Allergien auslösen und die Gehirnentwicklung beeinflussen. Das schlussfolgern Forscher aus Tierversuchen (Toxicological Sciences: Zorilla et al., 2009). Die Wirksamkeit gegen Bakterien ist dagegen sogar zweifelhaft. In den USA wurde der Stoff bereits verboten. In Deutschland ist er nur in Produkten, die lange auf dem Körper bleiben, nicht mehr erlaubt: Lotionen etwa.

Auch andere Inhaltsstoffe bergen Risiken: Diethylphthalat, das in antibakteriellen Reinigungstüchern vorkommt, kann die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Die 2012 verabschiedete Biozidverordnung regelt inzwischen immerhin sehr streng, welche Stoffe, die schädliche Organismen abtöten, von der EU anerkannt und genehmigt werden.

Kein Mittel tötet alle Viren und Bakterien

Für Produkte, die bereits lange auf dem Markt sind, gibt es allerdings noch Ausnahmeregelungen. Das heißt, sie dürfen in gewissen Fällen trotzdem weiterverkauft werden. Der Grund dafür liegt in der Biozidrichtlinie, die vor 2012 galt. Sie regelte die Zulassungen der Mittel noch nicht so streng. Bis 2024 sollen aber auch die alten Stoffe reguliert werden. Auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gibt es eine Datenbank, in der man alle zugelassenen Produkte nachschlagen kann.

 

Ob neue oder alte Substanzen: Kein Mittel hilft gegen alle relevanten Viren und Bakterien. Ist zum Beispiel Alkohol enthalten, tötet der zwar viele Bakterien ab. Er richtet aber nichts aus gegen unbehüllte Viren, zu denen der für Magen-Darm-Infektionen verantwortliche Norovirus gehört. Bestimmte desinfizierend wirkende Ammoniumverbindungen können die Zellmembranen verschiedener Mikroben angreifen, wirken aber nicht gegen Mykobakterien, zu denen Tuberkuloseerreger zählen.

Desinfektion schützt nicht besser als Seife

 

Wer im Haushalt viel mit antibakteriellen Mitteln reinigt, ist nicht besser vor Infektionen geschützt als jemand, der ganz normale Seifen und Waschmittel benutzt. Das zeigte eine Studie aus dem Jahr 2004. Forscher untersuchten 238 Haushalte: Eine Gruppe verwendete Reinigungsmittel mit antibakteriellen Wirkstoffen, eine andere nutzte normale Mittel. Das Ergebnis: Die Personen, die Desinfektionsmittel verwendeten, wurden nicht seltener krank als die, die es nicht taten (Annals of Internal Medicine: Larson et al., 2004).

 

Im Gegensatz zu Seifen töten Desinfektionsmittel zudem auch Keime ab, die eigentlich gut sind. Milliarden kleiner Mikroben bevölkern die Haut und das ist weder eklig noch gefährlich, sondern gesund. Sie helfen zum Beispiel dabei, das leicht saure Milieu der Haut aufrechtzuerhalten – ein wichtiger Schutz gegen Infektionen. Dort, wo die ungefährlichen Bakterien leben, ist außerdem kein Platz für Krankheitserreger. "Einige Bakterien produzieren auch antibiotische Substanzen, die wiederum Krankheitserreger abtöten", sagt Dieckmann. Etwa das Bakterium Staphylococcus lugdunensis, das in der Nase lebt und den Stoff Lugdunin herstellt. Der tötet Laborbefunden zufolge Stämme, die gegen andere Antibiotika resistent sind (Nature: Peschel et al, 2016). Mikroben spielen außerdem eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des Immunsystems – Keime sind deshalb gerade für Kinder wichtig (Science: von Mutius et al, 2015). Um eine völlig keimfreie Umgebung sollten wir uns also nicht bemühen.

Die Spülgänge allein entfernen viele Bakterien. Wer sicher gehen will, sollte Keime am besten nur durch heißes Wasser vernichten. Das ist umweltschonender und wirksamer als Hygiene-Waschmittel.

 

Etwas mehr als 60 Grad Celsius reichen. Zusätzlich die Wäsche in den Trockner werfen oder in der Sonne aufhängen – das mögen Keime nicht. Einmal im Monat sollte die Waschmaschine einmal heiß durchlaufen. Eine Wäsche bei 90 Grad und die Verwendung von Desinfektionsmitteln ist nur nötig, wenn ein Haushaltsmitglied akut an einer übertragbaren Krankheit erkrankt ist.

 

Auch auf lange Sicht haben die Desinfektionsmittel Konsequenzen, etwa wenn sie Resistenzen verursachen. Landen antibakterielle Mittel im Abwasser, werden sie stark verdünnt. In dieser Konzentration können sie den Keimen nichts mehr anhaben. Die Bakterien aber bilden Abwehrmechanismen gegen die Mittel. Dann vermehren sie sich und geben ihre Resistenz weiter. Teilweise entstehen auch Kreuzresistenzen zu Antibiotika, die das Bakterium auf die gleiche Weise angreifen wie das Desinfektionsmittel. Durch große Anwendung antibakterieller Stoffe erschaffen wir also gefährlichere, schwer zu besiegende Keime – statt uns zu schützen (Microbiology: Mc Cay et al, 2010).

 

Sobald die Mittel im Abfluss landen, behindern sie zudem Klärwerke, die Bakterien als Reinigungshelfer nutzen. Forscher konnten Rückstände von Triclosan und Chlorofen in Gewässern, Klärschlamm und Fischen nachweisen (Umweltbundesamt: Rüdel et al, 2004 und Universität Stuttgart: Kuch et al., 2003).

 

Sauberkeit an sich ist nichts Schlechtes. Gerade in der Küche kann fehlende Hygiene Folgen haben: Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 100.000 Erkrankungen gemeldet, die durch Mikroorganismen, insbesondere Bakterien, Viren oder Parasiten, in Lebensmitteln verursacht werden. Nur sind Desinfektionsmittel nicht das richtige Mittel, um das zu ändern. Im Alltag reichen normale Seifen, Putz- und Waschmittel völlig aus.

 

 

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