(Ge)Hirn

 

Vergleich: Siehe: Organen

 

[Susanne M. Grabherr]

Das Gehirn kann als dreidimensionales Gebilde von verschiedenen Seiten betrachtet werden: Von aussen, von oben und unten, von vorne oder hinten und durch neue

Technologien auch von innen.

Das menschliche Gehirn gliedert sich von ventral nach caudal (von oben nach unten) in Telencephalon (Endhirn), Diencephalon (Zwischenhirn), Mesencephalon

(Mittelhirn), Pons (Brücke), Cerebellum (Kleinhirn) und Medulla Oblongata (verlängertes Mark), die in die Medulla spinalis (Rückenmark) übergeht.

Dies klingt zwar sehr medizinisch, kann aber mit Hilfe eines Bildes veranschaulicht werden. Zumindest über diese Begriffe herrscht Einigkeit, über die Funktionen gibt es

unterschiedliche Meinungen.

7.1 Die Struktur

Die Oberfläche des Gehirns bildet der nur 2 mm dicke, stark eingefurchte Cortex. Der evolutionsgeschichtlich betrachtet jüngste Teil der Grosshirnrinde heisst Neocortex

und unterteilt sich in 5 Lappen, diese sind unterteilt in Windungen (Gyri) welche wiederum unterteilt sind durch weniger tiefe Sulci.

 Die Stirnlappen (Frontallappen) Scheitellappen (Parietallappen), Schläfenlappen (Temporallappen) und Hinterhauptlappen (Okzipitallappen) und viele Sulci finden sich bei den meisten Menschen gleichermassen erkennbar. Die Feinverzweigungen hingegen sind so individuell wie ein Fingerabdruck.

Der evolutionär ältere Teil des Gehirns gehört – wie der Hippocampus – zum limbischen System, das unsere Emotionen verwaltet und für die Lern- und

Gedächtnisfunktion wichtig ist. Der Balken verbindet beide Hirnhälften. Die ganze Struktur wird Endhirn genannt und sitzt auf dem Kleinhirn, das unsere Bewegung koordiniert und auf dem verlängerten Rückenmark das auch die vegetativen, also unbewusst gesteuerten Funktionen aufrecht erhält, wie Atmung, Durchblutung und Verdauung.

In Bezug auf die Migräne kann sich folgendes Bild zeigen:

„Der Kortex unterliegt im Verlauf einer Migräne-Aura einem ‚Beschuss’ in aufsteigender Richtung, auf den er mit sekundärer eigener Aktivität reagiert: Diese sekundären Aktivitäten sind multifokal (Flimmerskotome, Parästhesien etc.) vor einem Hintergrund diffuser kortikaler Erregung“. Ebenso kann man sich vorstellen, dass die peripheren, autonomen Nervengeflechte (Plexus) einem ‚Sperrfeuer’ in absteigender Richtung ausgesetzt sind und ihrerseits mit sekundären, multifokalen Aktivitäten antworten.“

(vgl. O.Sacks)

Der Migräneprozess kann sich als langsame, zyklische zentral-enzephale Anfallsaktivität vorgestellt werden, die rostral auf die Grosshirnrinde projiziert wird, wo sie die sekundären Prozesse der Migräne-Aura aus löst (Skotome, Parästhesien etc.) und sich kaudal bis in die Verzweigung des autonomen Plexus

des ganzen Körpers ausbreitet.

Dabei scheint die Sehrinde sensibler auf Reizungen zu reagieren als das entsprechende Rindengebiet des somatosensiblen Kortex. Auffallend ist, dass die

Flimmerfrequenz von Skotomen (6 bis 12 pro Sekunde) mit der Frequenz von stroboskopischem Licht identisch ist, das in der Lage ist, einen Migräne-Anfall

auszulösen.

7.2 Neuronen

Das menschlichen Gehirn ist ein System aus 100 Millionen Nervenzellen (Neuronen).

 Grundsätzlich besteht ein Neuronen aus einem Zellkörper (der den Zellkern enthält) und aus mehreren Fortsätzen (ein Axon und bis zu 100.000 Dendriten). Axone dienen der Erregungsweitergabe d.h. sie sind die wichtigsten Bahnen, über die Neuronen Informationen an andere Neuronen weiterleiten.

Dendriten dienen dem Erregungsempfang. Dendriten sind somit die wichtigsten Bahnen, über die Informationen an die Neuronen gelangen.

Am Ende der Axone liegen die Synapsen, die eine Sonderstellung in der Hirnforschung einnehmen (z.B. Neurologie und Psychiatrie, medikamentöse

Behandlung). An den Synapsen findet die Erregungsübertragung von einem Neuron zum nächsten statt.

Neurohormone, die an den Synapsen des parasympatischen Systems wirksam sind (Histamin, Acetylcholin, Serotonin u.a.), können klinische Symptome hervorrufen, die

eine gewissen Ähnlichkeit mit manchen Migräneattacken aufweisen können. Es konnte jedoch nicht schlüssig nachgewiesen werden, dass eine Veränderung der

Blutwerte eine Bedingung für die Migräne ist (s. O. Sacks).

Nachweisbar ist jedoch, dass sich die Stresshormone Adrenalin, Norepinephrin und Kortisol nachteilig auf die Selbstheilungskräfte des Körpers auswirken.

Ratley J John: Das menschliche Gehirn. München, 20

06 4. Auflage, S. 27

Trepel Martin: Neuroanatomie. München, 2004, 3. Auflage, S. 2

Biochemisch kann der Körper zwischen einer objektiven Bedrohung und einer subjektiven Bedrohung nicht unterscheiden, er reagiert immer mit einer Ausschüttung

von Hormonen.

7.3 Gehirnforschung

Die Gehirnforschung hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Zum ersten Mal in der Geschichte scheint es möglich nachzuweisen, wie das Gehirn tatsächlich

funktioniert. Auch wenn die Strukturen ähnlich sind (Gehirnwindungen und Furchen) unterscheidet sich jedes einzelne Gehirn von dem eines anderen wie ein

persönlicher Fingerabdruck.

Viele Begriffe stammen dabei aus der Computersprache und sind dem, was über das Gehirn bekannt ist, völlig unangemessen. Denn das Gehirn ist nicht nur in der Lage

Einsen und Nullen zu unterscheiden (darauf basiert die Datenverarbeitung in einem Computer), sondern besteht vielmehr aus „Karten“, die an den meisten kognitiven

Funktionen beteiligt sind. Aber: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“. Jedes Forscherteam untersucht „andere Landschaften“ und entdeckt daher auch andere Phänomene.

Obwohl es mittlerweile möglich ist, dem Gehirn bei seiner „Arbeit“ zuzusehen (mittels fMRT), bleiben alle Beschreibungen über das Gehirn immer nur Modelle. Jedes

Modell ist dabei abhängig von seinem Beobachter (Neurologe, Physiker, Arzt, Kinesiologe).

Migräne ist primär eine Störung der Hirnfunktionen. Es ist ein grundsätzlich gutartiges Leiden. Die Möglichkeiten, die Hirnaktivitäten zu untersuchen,

beschränken sich auf elektroenzephalographische (EEG-) Studien. Es wurden bisher keine EEG-Anomalien festgestellt, die eine spezifische Beziehung zur Migräne

aufweisen. Dennoch geht die Entstehung der Migräne mit einer Form von elektrischer Störung einher, auch wenn über die Art der Störung nur spekuliert werden kann.

Die unmittelbare Ursache für die Kopfschmerzen ist eine Erweiterung extrakranialer Arterien und die Freisetzung lokaler, schmerzverursachender Faktoren.

Inzwischen hat die vergleichende Anatomie herausgefunden, dass das menschliche Gehirn in seiner Struktur die evolutionäre Entwicklung aller Gehirne in sich trägt.

Im Kern, so scheint es, ist das menschliche Gehirn dem Gehirn heutiger Reptilien sehr ähnlich, die primitiveren Schichten werden von höher entwickelten Schichten

überlagert. Es wird davon ausgegangen, dass sich das Gehirn nach oben aufsteigend entwickelt. Das Modell des sogenannten „dreieinigen“ Gehirns wurde 1967 von

Paul MacLean beschrieben. Dabei sind die untersten und ältesten Regionen (das sogenannte Reptilienhirn) die Hirnbereiche, die das Überleben sichern. Sie kontrollieren Wachsein, Schlaf, Atmung und Temperatur. Den mittleren Bereich sieht er als „Säugerhirn“ – identisch mit dem subcorticalen-limbischen Gehirn (als dessen Zentrum MacLean irrtümlich den Hippocampus annimmt). Dort ortet er den Sitz von Emotionen. Das dritte ist „das entwickelte Säugerhirn“ mit dem Neocortex als Sitz von Vernunft, Verstand und Logik. Die Kernaussage dieses Konzeptes lautet, es gebe zwischen dem limbischen System und dem Neocortex nur wenige Verbindungen und dies erkläre, weshalb es

uns schwer falle, unsere Affekte und Gefühle rational zu kontrollieren.

Nach G. Roth ist die Vorstellung von drei voneinander weitgehend unabhängig arbeitenden Gehirnen falsch und ebenso die Idee einer stammesgeschichtlichen Abfolge der Entstehung solcher Gehirnteile. Grundsätzlich „besitzen alle Wirbeltiere neben einem Hirnstamm ein in den Grundzügen identisches limbisches System im Mittelhirn, Zwischenhirn und ventralen Endhirn. Ausserdem besitzen alle Wirbeltiere ein dorsales Telencephalon (Endhirn), das dem Cortex der Säuger zumindest funktional entspricht. Die Verbindungen zwischen dem vegetativen, dem limbischen und dem cortikalen Subsystem sind sehr eng“.

Paul Dennison hat das Konzept der drei Dimensionen entwickelt und für die Kinesiologie zugänglich gemacht. Diese (und weitere) Hirnbereiche können somit in einer Forte-Balance ausgeglichen werden.

• Neokortex – Lateralität: Kommissurenbahnen verbinden die rechte und die linke Hirnhälfte

• Säugerhirn – Zentrierung: Assoziationsfasern verbinden die Gehirnbereiche oben und unten

• Reptiliengehirn – Fokussierung: Projektionsfasern verbinden die Bereiche vorne und hinten.

Da jeder dieser Hirnbereiche unterschiedliche Funktionen erfüllt, wird es hier möglich, eine Migräneattacke in einem neuen Bezug zu sehen. Nur was bewusst

wahrgenommen wird, kann auch verändert werden.

Neokortex: jüngster Teil des Gehirns. In diesem Bereich wird gedacht und gespeichert. Kopfschmerzen könnten auf eine einseitige Beanspruchung einer Gehirnhälfte

(z.B. Logik) hinweisen – mit wenig Ausgleichsmöglichkeiten durch kreative Tätigkeiten. Die rechte Gehirnseite dominiert die linke Körperhälfte und somit die männlichen Aspekte. Wenn sich Kopfschmerzen immer auf der rechten Gehirnseite (weibliche Seite) manifestieren, könnte auch der Schluss zulässig sein, das diese kreativen (und weibliche) Bereiche zu kurz kommen.

Limbisches System – emotionales Gehirn: enthält die Hypophyse und die Zirbeldrüse. Lachen, Weinen, Spieltrieb und Sexualität, Euphorie und Depression sind hier verankert. Emotionen werden nicht oder zu wenig ausgedrückt. Als Reaktion auf hochspezifische Umstände wie Erschöpfung oder heftige Emotionen (Wut oder Angst) folgt eine Migräneattacke. Migräne hätte die Funktion, dem was nicht ausgedrückt werden kann und z.T. auch nicht bewusst ist, einen gewissen Ausdruck zu verleihen. Was nicht gesagt werden kann, wird als körperliches Symptom ausgedrückt.

Reptiliengehirn: hier sind die Grundfunktionen des Menschen wie Selbsterhaltung, Aggression, Kampf-Flucht-Verhalten gespeichert. Hier verläuft die Verbindung vom

Frontallappen zur Sehrinde. Eine Migränereaktion ist meist gekennzeichnet durchPassivität, Ruhe und Unbeweglichkeit und führt zu Flucht und Rückzug in ein abgedunkeltes Zimmer. Solange kein Weg gefunden wird, Aggressionen auf eine gesellschaftliche akzeptierten Art und Weise auszuleben, besteht hier ebenfalls nur die Möglichkeit der Flucht. Möglicherweise ist Migräne auch ein Schutzreflex vor Situationen, denen man sich nicht allzu lange aussetzen kann oder möchte (Lärm, grelles Licht, Gerüche usw.).

 

[Dr. K.N. Mathur]

Brain disease from suppressed eruptions: Cicuta virosa

[Aart van der Stel]

Remedy with which I have recently been working on the advice of Machtild Huber (personal communication) is Carpellum Mali comp. (Enthält: Juglans regia testa/Malus sylvestris carpellum).

R.S.: for a hypochondriac, melancholy woman of 37 who is afraid of becoming pregnant again and complains of

"dauerendem Druck der sie alles falsch anfassen lasst" (a constant pressure which always makes her go about

things in the wrong way). Here we can recognize much of the patient with a spastic colon. She has in the

past suffered from constipation. R.S.: the bowel and especially the colon is too narrow (haustration, ileus?). Carpellum mali is "zusammengeflickt" (patched together) with Juglans regia, the walnut. These are imitations

of the astral body of the large intestine and the lungs respectively. Steiner relates depression and bowel

problems, which may at the same time have been responsible for the (earlier?) difficult pregnancy.

In cases described elsewhere, Carpellum mali is used in the treatment of patients with sub-ileus + diarrhea

or constipation and a tendency to depression or melancholy. These case-studies

also involve diverticulosis coli.

It would seem worthwhile to gain experience of the remedy in a wider context. My initial experiences are

encouraging, to say the least. It is certainly necessary to formulate a clear list of indications.

Enthält: Juglans regia Testa D4, Pirus malus Carpellum D4.

Leitgedanke: Regulation des Astralleibes durch homolog entsprechende Pflanzenteile von Walnuss und Apfel

(aus dem Bereich von Frucht und Samen).Spastische Obstipation des Kindes

Auch bei Morbus Hirschsprung oder Cerebralparese.

 

Spastische Obstipation adipöser postmenopausaler Frauen ab dem 50. Lebensjahr.

Wirkung: Innerhalb von 2 Tg.

Harmonisierung des Zusammenwirkens der Wesensglieder im Stoffwechselsystem [Verstopfung auf Grund von Darmverkrampfungen (spastische Obstipation)].

Cerebellum bovis. w                                   

Cerebellum comp. w            (Enthält: Apatit/Natrium carbonicum aquosum/Cerebellum bovis-Glycerolauszug/Arnica e planta tota ferm/Levisticum officinale ferm/Skorodit/

Orchis e tubere/Calcium carbonicum Hahnemanni)                       

Cerebellum stibio tractatum w (Enthält:                        

Cerebrum regio motorica bovis wa

Cerebrum suis. Heel

Diploria labyrinthiformis = brain coral Mollusca.

Hirnmücke. = Tollheit

Jug-r. = Wallnuss

Meningococcus = Hirnhautentzündung

Spong. = Schwamm

 

[Dr. J. Rozencwajg, NMD]

Organotherapie:

The brain is an organ like the others, a focus for the accumulation of many toxic substances due to its high fatty content and problematic to treat with ponderal doses because

of the blood-brain barrier.

One remedy is universally considered as a brain repairing substance:

Aven. Nerve restorative and brain tonic, antidepressant and tranquillizer, it is also a very slight thyroid stimulant. It is classified as a nervous trophorestorative by Mills and Bone,

as well as a tonic for chronic fatigue syndrome and debilitating conditions. In Chinese Medicine it acts on the Kidney Essence, hence acting on the nerves and brain, along with

other actions, of course. Ayurvedic medicine uses decoction of oats for the treatment of opium withdrawal, a testimony to its powerful brain action.

Other herbs seem to have a restorative and healing function on the nervous tissues in general:

Hyper. = St John’s Wort is a well known antidepressant herb. It has a definite nervous tissue tropism as witnessed by its traditional use and by the homeopathic indications and uses.

Cypr. Mild sedative and hypnotic, relaxant, regulator of the autonomic system, it is a nervous trophorestorative as well as a spasmolytic. Use only in potentised form.

Scut. Another nervous trophorestorative

Verb. A nervous trophorestorative, like many others, not to forget

Withania somnifera.

All those herbs can be used together in the repair of brain and nervous tissue, whatever the aetiology.

 

[Matthew Wood]

Too relax tension and remove ‘wind’ or constriction and in this agrimony. is inferior to none. Intensify by combining 7 parts agrimony to 4 parts Solomon’s seal.

Works well with the nervines.

To sedate and calm a deeply vexed and worn out nervous system. Best remedy for this is borage, though it has been nearly forgotten in North America. It can be

used in combination with burdock to rebuild the adrenals.

In Sedating and calming the nervous system with borage, we need to be able to calm and relax conditions of mild nervousness and upset.

The sour lemon balm is cooling, in addition to relaxing, and therefore sedates through reducing the excitation of heat as well as nervousness.

In order to control tissue that is prolapsed or collapsed and leaking fluids we need a reliable astringent. Sumach is the best medicine for stopping the outflow of fluids via the kidneys, skin, colon, lungs and other channels of elimination.

 

[Peppler u. Albrecht]

Gedächtnisschwäche

Im üblichen Sprachgebrauch wird selten ein Unterschied zwischen Gedächtnisschwäche und Vergesslichkeit gemacht, obwohl beide Themen tiefenpsychologisch sehr unterschiedlich sind. Dies erkennen wir deutlich an den homöopathischen Arzneien, die bei den jeweiligen Computer-Auswertungen als Ergebnis zu finden sind.

Nat-m.: die Arznei ist, die am häufigsten bei sämtlichen Symptomen der Gedächtnisschwäche angezeigt ist. Dies bedeutet, daß der Patient das, was er kennt, was er einschätzen kann,

als angenehm und sicher empfindet und deshalb auch möglichst lange behalten möchte.

Die Ursachen, warum ihm Gewohnheit und Sicherheit wichtig sind und diese konserviert werden müssen (Nat-m.), wird aus den Arzneien Nux-m. und Can-i. deutlich.

Nux-m.: Körperliche Gewalt erlebt haben und diese aber zu verdrängen suchen. Um an den eigentlichen Kern des Gewaltthemas heranzukommen, ist es wie bei der Muskatnuß notwendig, erst einmal durch die „harte Schale" zu brechen. Der Patient wird sich genau dagegen wehren. Er ist ebenso verhärtet, wenn er sein Leid aufarbeiten soll, wie durch

den harten Kern der Muskatnuß symbolisiert wird.

Die Muskatnuß ist mit Phantasie als versteinertes Herz oder versteinerter Hoden zu erkennen. Derjenige, der Leid verdrängt, ist sicherlich so verkrampft, daß es ihm an Herzlichkeit

und Lebensfreude fehlt (versteinertes Herz). Ebenso ist darstellbar, daß die Verkrampfung den kreativen Impuls eines Menschen stark behindert. Er wird kaum locker agieren und

seine Ideen und seine Individualität leben können (versteinerter Hoden).

Die Angst vor Gewalt bzw. die Angst vor der Wiederholung einer Gewalterfahrung läßt den Menschen erstarren und damit sehr unflexibel werden. Es handelt sich um eine natürliche Gesetzmäßigkeit, daß alle Themen, die noch bewältigt werden müssen, uns solange „beglücken", bis wir bereit sind, uns zu konfrontieren. Damit wird etwas, das fest eingeprägt zu sein schien, aus der Bewertung entlassen. Die durch die Bewertung ehemals gebundene Lebensenergie steht.

In diesem Sinne bedeutet Gedächtnisschwäche, daß der Patient aus lauter Angst vor Konfrontation seine Erinnerung und damit sein Gedächtnis blockiert. Andererseits ist es eine

fast unendliche Anstrengung, den Konfrontationsimpuls zu unterdrücken. Sicherlich ist er glücklich, solange er die Kraft aufbringt, sein Naturell dahingehend zu vergewaltigen.

Nux moschata sehr hilfreich bei Gedächtnisschwäche. Der Therapeut muß allerdings berücksichtigen, daß alte verdrängte Verletzungen des Patienten, die sich durchaus

als „vermeintliche Erstverschlimmerung" zeigen werden, umgehend (nicht erst nach 4 Wochen!) weiterbehandelt werden müssen.

Geschieht dies, ist der Mut wieder vorhanden, das Gedächtnis sinnvoll zu nutzen und die Dinge im Gedächtnis zu behalten oder Altes zur Verarbeitung ins Gedächtnis kommen

zu lassen.

Cann-i.: bewirkt bei denjenigen, die ihn stofflich Rauchen, schallendes Gelächter. Die Menschen werden lustig, kichern und albern herum. Es entsteht eine andere Lebenssicht,

wie etwa „über den Dingen" stehen können, alles „etwas lockerer" zu nehmen.

Die Persönlichkeit wird wichtig und unwichtig, da eine natürliche Selbstsicherheit gespürt wird. Gleichzeitig wird die Zugehörigkeit als Teil eines Ganzen erfahrbar. Wie bei Drogen üblich, 1.positiver Erfahrung, 2. Zusammenbruch.

Wann Cannabis indica als homöopathische Arznei angezeigt ist, gibt es wenig Selbstachtung. Er hat gelernt, daß seine eigenen Gefühle keine Rolle spielen, sogar „falsch" sind.

Beispiel: Ein Kind spürt die unausgesprochenen Spannungen zwischen den Eltern, bekommt aber auf Nachfrage gesagt, daß „alles in Ordnung" sei. Unbewußt ist sich das Kind

sicher, daß das eigene wahrgenommene Gefühl richtig ist.

 

 

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