Scarlatina (Scarl) = Scharlach

 

Krankheit; Anfang: Frieren/Schüttelfrost/KRANK/Fieber 39° - 40° C;

1. HalsSCHMERZ (kann nicht schlucken) + rote Wangen + weißes Dreieck um Mund + Kinn;

2. Ausschlag in Achselhöhlen und Leistengegend;

Clinical: Albuminuria/nephritis/scarlet fever/skin affections/sore throat;

Negativ: Affinity for skin/throat/kidneys;

Akute Infektionskrankheit 4 - 7 Jahren auftritt. Man kann mehrfach an Scharlach erkranken. Er wird durch β-hämolysierende Streptokokken verursacht.

Die Ansteckung durch Tröpfchen- und Kontaktinfektion über Mund und Rachen. Auch über offene Wunden kann der Erreger übertragen werden (Wundscharlach). Viele Gesunde tragen unbemerkt den Keim in sich und sind die primäre Infektionsquelle.

Krankheitsbeginn: nach einer Inkubationszeit von 2 - 4 Tagen typischerweise mit Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und Rachenentzündung (+ Bauch- o. Kopfschmerzen). Der Rachen tiefrot/Gaumenmandeln geschwollen. Es treten fleckige weißliche Beläge auf. Es kommt zu Schluckschmerzen und Schwellung submandibulärer Lymphknoten. Die Zunge ist zunächst weiß belegt, später lösen sich die Beläge, und die Zunge erscheint glänzend rot mit hervorstehenden Geschmacksknospen. Dies wird als Erdbeer- o. Himbeerzunge bezeichnet.

Nach 1 - 4 Tagen zeigt sich der charakteristische Ausschlag mit dicht beieinander stehenden, stecknadelkopfgroßen, intensiv rot gefärbten leicht erhabenen Flecken. Bevorzugte Stellen sind die Achseln und die Leisten, es kann aber auch der ganze Körper befallen sein, allerdings bleibt das Mund-Kinn-Dreieck frei. Diese periorale Blässe wird auch als Milchbart bezeichnet.

Etwa 14 Tage nach Beginn kann es zu einer ebenfalls charakteristischen Schuppung der Haut an den Finger-/Zehenkuppen/an den gesamten Handflächen und Fußsohlen kommen.

Das Auftreten eines solchen scarlatiniformen Exanthems beweist noch nicht, dass der Betroffene an Scharlach erkrankt ist, obwohl alle an Scharlach Erkrankten diese Form des Ausschlags aufweisen.

Auch viele andere Erkrankungen, allen voran diverse Viruserkrankungen, sowie allergische Reaktionen auf Medikamente o. andere Substanzen können einen solchen Ausschlag zur Folge haben.

Der Verlauf dieser Krankheit: schwer: mit starken Schmerzen, hohem Fieber und deutlichen Ausschlägen,

leicht ausfallen, wobei lediglich leichte Halsschmerzen und wenige Auffälligkeiten auftreten.

Unauffällig: ohne Fieber, rote Zunge und Ausschlag/wird nicht immer als Scharlach erkannt wird. Immer eine Mandelentzündung o. falls die Mandeln schon entfernt wurden mit Rachenentzündung

Komplikationen: Gefürchtet sind vor allem die so genannten Streptokokken-Nacherkrankungen: die Poststreptokokken-Glomerulonephritis, das rheumatische Fieber mit rheumatischer

Endokarditis. Dabei handelt es sich um immunologische Erkrankungen durch die Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die Scharlach-Erreger, die etwa 4 - 6 Wochen nach Erkrankung auftreten  können. Himbeerzunge Hautausschlag:

Repertorium:

Kopf: Schmerz

Magen: Erbricht

Innerer Hals: rote Rachen

Schlucken schwierig

Schmerz (< Schlucken)

Geschwollene Mandeln

Mund: Zunge himbeerfarben

Äußerer Hals: Halsdrüsen geschwollen/verhärtet

Bauch: Schmerz

Nieren: Entzündung/

Ödem.

Urin: Blutig/eiweißhaltig

Brust: Angina pectoris

Herzklopfen (neurozirkulatorische Asthenie)

Schmerz in Myokard

Glieder: Schmerz in Finger/in Hände/rheumatisch

Fieber: Hitze im Allgemeinen

Haut: grau

Hautausschläge – Erythem/Psoriasis bei geschwollenen Menschen

Allgemeines: chronisch entzündete Gelenke

Schmerz in Gelenke

Speisen und Getränke: Verlangt: Salz;

Schwäche

 

Komplementär: Bell (= An). Ign. Nat-m. Streptoc.

 

Gut gefolgt von: Bell.

 

Vergleich: Anh. Ars. Coc-c. (= Venezianische Scharlach). Diph. Morb. Phyt. (= Kermesbeerewurzel/= Scharlach beere/= Raisin d’amerique/= amerikanische Nachtschatten).

Rhus-t. Salvia sclerea. (= Muskatellersalbei/= Scharlachkraut/= Clary Sage). Streptoc (wenn Scarl versagt). Tell.

Siehe: Ammonium carbonicumgruppe + Nosoden allgemein + Kinderkrankheit. + Impfungen. + Anhang

 

Antidotiert von: Crot-h. Merc. (wards off acute hydrocephalus after Scarlatina/child rolls the head and moans, and the head sweats).

Vorbeugend: Bell. Diph. Eucal.

Krankheit: Ail. (Stupor, imperfect rash, dark and purplish; throat swollen, livid and infiltration of the cellular tissue about the neck; excoriating nasal discharge, drowsiness and prostration,

the stools thin, bloody and offensive and there is much fetor to all the discharges). Asim (Bell + heiser).

[Elizabeth Wright Hubbard]

Ail-g.: Desperate cases of scarlet fever, when there is a purplish rash, or a purple miliary rash, and the skin is also purple.

[H.C. Allen]

Apis has cured scarlatina albuminuria after Canth., Dig. and Hell. failed.

[W.A. Dewey]

Zinc-met. in Eruptive Diseases: indicated in Scarlatina and other eruptive diseases, when the patient is too weak to develop an eruption, and resulting often in brain symptoms (meningitis),

with sharp pains through the head.

[Kent]

Am-c. “It has in its nature all that there is of the nature of things grave and serious.” When the rash comes to the surface, but the patient is not relieved, or the rash recedes

too early from weakness and brain trouble threatens. Scharlach + schläfrig/Miliaria-Ausschlag während Scharlach

Bell. (wenn Bell versagt Sang)

Bromium, when the parotids became involved (l.), did better than any other remedy.

Bry.

[John Minz. Canton]

Aan epidemic of scarlatina not responsive to the remedies in common use. An excoriating nasal discharge in conjunction with a few other symptoms peculiar to this individual

epidemic led him to select Arum triphyllum for these cases, which he applied with great success (= genus epidemicus).

Kassiterit/Rotlicht

Ananas

Vauc

Bell.: gleich zu Beginn. 2-3 Gaben Bell C 200 reichen oft aus, um die Krankheit auszuheilen.

Roter Rachen, rotes Gesicht, schlimme Schluckbeschwerden, Durst, aber Schlucken unmöglich, roter Ausschlag, event. Fieber

Bry.: kein Mittel für das Anfangsstadium. Es zeigt sich frühestens nach 2-3 Tagen. Das Exanthem entwickelt sich erst spät und zögernd, bei Bell war es plötzlich und schnell.

Starker Kopfschmerz, < Husten, Durst, < jegliche Bewegung, Übelkeit durch Bewegung, bei Hirnhautsymptomatik (außer mit hohem Fieber, dann erst Bell.).

Gels.: schwerfällig und dumpf/ruhig und lustlos. Gesicht gedunsen und geschwollen, starke Ermüdung, leichte Kopfshmerzen, weniger Durst als Bryonia.

Apis.: Starke Schwellung des Halses steht im Vordergrund, stechender Schmerz, Gesicht ist gedunsen und blass. Harn- und Nierensymptome Durstlos. Schrilles Schreien bei Hirnsymptomatik

Merc.: Drüsenbeteiligung steht im Vordergrund.

Asim. = Bell + heiser.

Am-c. Scharlach + schläfrig:

Bromium, when the parotids became involved (l.), did better than any other remedy.

Kassiterit/Rotlicht

Ananas

Vauc

Am-c. Miliaria-Ausschlag während Scharlach

Apis.: brennendes Stechen

Arum-t. zupft an Lippen/excoriating nasal discharge, with swollen "cats tongue"/tonsils swollen and painful dry cough.

Calc. Parotitis + Scarl. blass/schlaff

Calc-s. Ödem nach Scharlach

Lyc. Ödem während Scharlach

Mallein/Hippoz: odour of breath is putrid/buccal passages filled with tenacious lymph and mucus, tonsils swolLEN.

Nat-s. Ödem nach Scharlach

Rhus-t. Ausschlag. Scharlach + Parotitis

Sang. wann Bell versagt

Scharlach behandelt mit Antibiotika: Scarl

 

Bei Komplikationen ist eine genaue Repertorisation nötig: Ars. Lach. Phos. Op. kommen in Frage

 

Malignant Scarlatina with foetid discharge from the nostril + cracking at the angles of the mouth. It should be administered early, in a strong form, and frequently repeated.

Merc-i-r.: glandular swellings during or following Scarlet Fever.

Zinc-met.: in Scarlatina and other eruptive diseases, when the patient is too weak to develop an eruption, and as a result there are often brain symptoms, such as meningitis,

with sharp pains through the head.

[Joseph D. Laurie]

Distinguishing Scarlatina from Measles

Scarl.: The eruption in scarlet fever generally develops itself in from 24 - 48 hours, that of measles rarely sets in before the 3rd or 5th day.

In Scarlatina there is also an absence of catarrhal symptoms, as cough, sneezing, and watering eyes. The greatly accelerated pulse, heat of skin, and high temperature, also

denote the approach of scarlatina.

Morb.: eruption of measles rarely sets in before the 3rd or 5th day.

                                  

Wirkung: lithämisch

Allerlei: Streptokokken befallen von Viren/statt Eiter Scharlachgift

 

[Carola und Ravi Roy]

Man kann wohl mit Recht behaupten, daß der Scharlach von den noch existierenden Kinderkrankheiten am häufigsten auftritt. Man liest nur deswegen so wenig in den Medien über ihn, weil es gegen ihn keine Impfung gibt.

Auf die Scharlachimpfung wird heute aus folgenden Gründen verzichtet:

1. Sie ruft bei 10 - 50% der Geimpften schwere, lokale und allgemeine Reaktionen hervor.

2. Sie schützt nicht.

3. Sie wirkt angeblich nur 10-12 Jahre (zahlreiche Statistiken zeigen aber, daß in Wirklichkeit keine Impfung schützt).

Beispiel eines Impfschadens aus der Literatur: Elisabeth Haich beschreibt in ihrem Buch „ Einweihung " (Drei Eichen Verlag), wie sie fast an einer Scharlachimpfung gestorben wäre, die ein Arzt

ihr unter dem Vorwand gegeben hatte, sie könnte sonst ihr Kind, das an Scharlach erkrankt war, nicht zu sich nehmen.

Scharlach tritt meist bei Kindern zwischen dem zweiten und zehnten Lebensjahr auf.

Säuglinge sind gegen Scharlach immun, selbst wenn sie von einer scharlachkranken Mutter gestillt werden. Die Infektion hängt wesentlich von der Empfangsbereitschaft des Organismus ab.

Manche Kinder stecken sich einfach nicht an.

Prophylaxe vor Scharlach

Bei Scharlach muß es nicht unbedingt zum Hautausschlag kommen, es kann auch nur eine Angina entstehen, manchmal verläuft die Krankheit stumm (symptomlos). Bei ungünstigem Verlauf kann

es zu folgenden Komplikationen kommen: akutem Gelenkrheuma, Nierenerkrankungen oder eitriger Mittelohrentzündung. Manche Schulmediziner geben bei Scharlach (beim geringsten Verdacht), sofort ein Antibiotikum (Penicillin), und raten diese „Roßkur" auch den noch nicht erkrankten Familienmitgliedern als Prophylaxe. Nach der Penicillinbehandlung ist die Gefahr von Rezidiven (Rückfällen) groß, die wiederum mit Penicillin behandelt werden. Uns sind Fälle bekannt, wo es bis zu neun Rezidiven gekommen ist. Sobald das Kind homöopathisch behandelt wurde, konnte der Scharlach entgültig ausgeheilt werden und verschwand für immer. Antibiotika wirken sich (wie es der Name anti = gegen, bios = Leben - „gegen das Leben gerichtet" deutlich ausdrückt) nachteilig auf die Vitalität des Organismus aus und bilden schon als Medikament an sich eine Blokkade für die homöopathische Behandlung. Außerdem hemmt und verzögert der nicht zum Ausbruch gekommene Scharlach die geistig-seelische Entwicklung des Kindes.

Prophylaxe vor Scharlach: Der sicherste Schutz ist durch die rechtzeitige Prophylaxe mit der Nosode gegeben, allerdings muß die Nosode Scarlatinum vor dem Kontakt mit einem Scharlachkranken gegeben werden.

An zweiter Stelle folgt der Schutz durch den Genius epidemicus. Das frühzeitige Erkennen desselben ist aber in der Praxis häufig problematisch. Bei Ausbruch einer Scharlachepidemie, wenn der Genius epidemicus noch nicht bekannt ist, bietet Belladonna als das Hauptmittel einen gewissen Schutz. Dadurch wird Scharlach in vielen Fällen in sehr abgeschwächter Form durchgemacht. Es erscheinen nur harmlose Symptome, z.B. die typische Himbeerzunge oder die Scharlachmaske, eventuell leichtes Fieber. Diese Symptome verschwinden viel schneller als gewöhnlich, und das Allgemeinbefinden wird kaum oder nur kurz beeinträchtigt.

Nach dem Prodromalstadium entwickelt sich schnell der typische scharlachrote Ausschlag und hohes Fieber. Mit der Zeit wird der Ausschlag noch röter, glatter und leuchtender. Blutandrang zum Kopf entsteht, wobei die Symptome einer Gehirnentzündung ähneln, aber sie sind von flüchtigerer Natur. Die Müdigkeit und Benommenheit (Sopor) sind nicht so tief wie bei Gehirnentzündung,

so daß mit dem kranken Kind vernünftig geredet werden kann.

Es kommt zu einer hochroten Entzündung des Mund- und Rachenbereiches, die das Schlucken hochgradig schmerzhaft gestalten kann.

Die Zunge ist besonders vorne scharlachrot oder entwickelt sich zur klassischen Himbeerzunge.

Nur zu dieser klassischen Verlaufsform, die jedoch auch sehr milde verlaufen kann, paßt Belladonna als Schutz- oder Heilmittel. Die Krankheit wird erst dann gefährlich, wenn sich der Ausschlag nicht richtig entwickelt, nach innen schlägt und die Organe angreift. Die bösartige Form kann sich auch gleich zu Beginn an den Organen manifestieren. Andere ungewöhnliche Verläufe entsprechen nicht dem klassischen Scharlach. Für sie ist Belladonna nicht im geringsten angezeigt; es kann sogar eine negative Reaktion auslösen.

 

 

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